Die Entscheidung des Landes Brandenburg, die durch den #RE6 „#Prignitz-Express“ befahrene Strecke #Hennigsdorf – #Neuruppin – #Pritzwalk – #Wittenberge komplett zu elektrifizieren, wird durch den Landesverband Berlin/Brandenburg des Fahrgastverbandes PRO BAHN ausdrücklich begrüßt.
Die Zeit läuft – doch jetzt kommt Rettung in Sicht. Für zwei #Regionalbahnstrecken im Land Brandenburg, denen bisher die #Einstellung drohte, zeichnet sich eine Lösung ab. Auf einer anderen Verbindung, deren Bestand ebenfalls gefährdet ist, könnten die Züge zumindest einige Monate weiterfahren. Proteste haben dazu geführt, dass Politiker drei Monate vor dem möglichen Ende des Zugverkehrs nun verstärkt über dessen Erhalt nachdenken. Auf einem anderen Blatt steht jedoch, ob der Weiterbetrieb wirtschaftlich sinnvoll wäre. Für den Verkehr auf den drei Strecken zahlte der Staat bisher jährlich 4,5 Millionen Euro, pro Tag werden aber im Schnitt nur 250 Reisende befördert. „Für das Geld könnte man den Fahrgästen auch Taxis spendieren“, sagte ein Beobachter.
Das passt nicht zusammen: für die #Mobilitätswende werben – und #Regionalbahnlinien einstellen. Doch im Land Brandenburg geschieht genau dies, hier drohen #Stilllegungen. Die Landesregierung möchte den probeweisen Zugverkehr zwischen #Joachimsthal und #Templin nicht verlängern. Inzwischen wurden Befürchtungen laut, dass auf einer Verbindung in die #Prignitz ebenfalls im Dezember der #Regionalbahnverkehr enden könnte. Am Donnerstag berät der #Infrastrukturausschuss des Landtags über die Pläne.
Mittlerweile ist der gute Ruf der #Kleinbahn bis in die #Ukraine vorgedrungen. Dort soll nach dem Vorbild des #Pollo eine #Schmalspurbahn wiederbelebt werden. #Pritzwalk
Als touristischer Anziehungspunkt macht die Kleinbahn Pollo jetzt auch international von sich reden. Sebastian Trolle, Berater des ukrainischen Infrastrukturministers, und Projektmanagerin Therese-Eva Menzel waren kürzlich zu Gast beim Pritzwalker Bürgermeister Ronald Thiel, um zu erfahren, wie wichtig der Pollo für die Region ist und wie Kommunen das Projekt fördern könnten.
Sebastian Trolle möchte eine stillgelegte Kleinbahn in der Westukraine zu neuem Leben erwecken, die #Borschatalbahn, die in der Grenzregion zwischen Ungarn, Rumänien verkehrt. Er sucht Beispiele für den gelungenen Betrieb von Kleinbahnen und ist dabei auf Pritzwalk gestoßen.
Ganz tolle Sache
Neben stündlichen Fahrten gab es ein königlich-preußisches Biwak zu bestaunen. #Lindenberg
Kaum zu glauben, dass in einigen der Wagen, in denen heute große und kleine #Eisenbahnfans auf der #Pollo-Strecke hin und herfahren, einst Hühner hausten. Doch vor gut 25 Jahren war vom #Streckennetz und von der Technik der #Schmalspurbahn nicht mehr viel übrig. Daran erinnert sich Rainer #Knurbien noch sehr gut: Der Lindenberger hat vor 25 Jahren den Verein Prignitzer #Kleinbahnmuseum Lindenberg mit gegründet.
Die Kleinbahnfreunde feiern das Jubiläum mit ihren Fans seit dem vergangenen Wochenende unter anderem mit durchgehenden Fahrtagen zwischen Lindenberg und #Mesendorf. Geboten wurden zum #Dampfspektakel mit Gast-Loks im Zweizugbetrieb ein Flohmarkt in Lindenberg, ein Königlich-Preußisches Frühjahrs-Biwak mit dem Historischen Verein zu Kyritz, der sogar eine Kanone verlud, und nicht zuletzt tolles Fotowetter.
Das Herz der Kleinbahn schlägt in Lindenberg
In #Cottbus wird der großangelegte #Umbau des Bahnhofs fortgesetzt. In Brandenburg an der Havel werden zwei neue #barrierefreie#Bushaltestellen errichtet und im uckermärkischen #Tantow wird ein neuer #Park and Ride Parkplatz gebaut. Die Liste der Vorhaben für Investitionen im Öffentlichen Personennahverkehr in diesem Jahr umfasst 80 Projekte.
Dafür stellt das Land 26 Millionen Euro aus dem laufenden Haushalt zur Verfügung. Weitere 10 Millionen Euro können aus dem Nachtragshaushalt eingesetzt werden, wenn der Landtag dem Entwurf zustimmt.
Verkehrsministerin Kathrin #Schneider: „Mit der ÖPNV-Förderung setzen wir die Ziele der Mobilitätsstrategie um. Die Projekte beziehen sich auf alle Bereiche des SPNV, von der Schieneninfrastruktur über die Bahnhöfe bis zu barrierefreien Bushaltestellen. Davon profitieren viele Orte besonders auch in den ländlichen Regionen. Mit dem Nachtragshaushalt sichern wir die Finanzierung der Vereinbarung i 2030 im Jahr 2018. Der kürzlich vorgelegte Eckwertebeschluss für den Haushalt der kommenden beiden Jahre stellt klar, dass die Finanzierung auch in den folgenden Jahren abgesichert ist. So tragen wir Entwicklung ins ganze Land und setzen gleichzeitig die Ziele Landesentwicklungsplans und der Strategie Stadtentwicklung und Wohnen um.“
Nora #Görke, Bürgermeisterin Stadt Kyritz: „Ich freue mich sehr über die geplanten Investitionen in die Bahninfrastruktur von Kyritz. Die Bevölkerungszahlen der Stadt haben sich – entgegen aller Demografieprognosen – in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Mit einem ebenerdigen Übergang vom Bahnhof Kyritz zum Stadtteil Kyritz-West und durch einen neuen, zusätzlichen Bahnhaltepunkt „Am Bürgerpark“ möchten wir die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs verbessern und so auch die Attraktivität von Kyritz als Wohn- und Arbeitsort weiter steigern. Am Bürgerpark sind wir als Stadt bereits in Vorleistung gegangen: Wir haben einen modernen Bushaltepunkt geschaffen inklusive 160 Pkw-Stellplätzen und Radabstellmöglichkeiten. Ziel ist, die Umsteigeverbindungen zwischen Bus und Bahn und die Erreichbarkeit der nördlich der Altstadt gelegenen Schulen, Ämter und Kultureinrichtungen sowie des Klinikums zu optimieren. Wir hoffen daher auf schnellstmögliche Umsetzung der Maßnahmen.
Dr. Ralf #Böhme, Vorstand Deutsche Eisenbahn Service AG: „Wir freuen uns sehr, dass das Land Brandenburg mit dieser Schwerpunktsetzung für die Prignitz ein eindeutiges politisches Signal für die Sicherung der öffentlichen Mobilität auf der Schiene auch im ländlichen Raum sendet. Damit sehen wir uns bestätigt in unserem jahrelangen Engagement in der Prignitz für den Erhalt des Schienenverkehrs und der Schieneninfrastruktur als wichtige verkehrsregional- und strukturpolitische Komponente für die Stabilisierung und Entwicklung der Nordwest-Region unseres Landes.“
Einen regionalen Schwerpunkt im Förderprogramm für Investitionen in den ÖPNV bildet in diesem und im kommenden Jahr die #Prignitz. Die #RegioInfra GmbH als Tochter der Deutschen Eisenbahn Service AG will 16 Sanierungsprojekte entlang ihrer Bahnstrecken umsetzen. Allein in Kyritz sind die Sanierung der Schieneninfrastruktur im Bahnhof des Bahnhofs und die Errichtung der neuen Station Kyritz-Nord geplant. Die beiden Projekte werden in Kooperation mit dem Landkreis und der Stadt umgesetzt. Außerdem will das Bahnunternehmen neben der Schieneninfrastruktur in den Bahnhöfen auch die Bahnhofssanierungen in #Falkenhagen, #Meyenburg, und #Blumenthal vornehmen. Geplant ist auch die Erneuerung von Bahnübergängen und von sicherungstechnischen Anlagen.
Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung
Nr.
Vorhaben
Kreis
Antragsteller
geplanterRealisierungs-zeitraum
begonnene Vorhaben
1
#Cottbus, Umbau des Verkehrsknotens Hauptbahnhof Cottbus (Ostseite)
CB
Stadt Cottbus
2015 – 2018
2
Grundhafte Erneuerung der #Kalkgrabenbrücke im Zuge der K 6420
MOL
Schöneiche/Rüdersdorf Straßenbahn
2017 – 2018
3
Strausberg, Ausbau Bahnhofsumfeld am S- Bahnhof #Strausberg Stadt
#Wittstock (Dosse), Verbesserung der Betriebsqualität des SPNV im Bhf. Wittstock (Dosse) durch Schaffung gleichzeitiger Einfahrten und Aufbau eines Vorsignalwiederholers
Ab Montag werden elektrische Triebzüge zwischen #Hennigsdorf und Berlin verkehren, ab Mittwoch wieder Züge zwischen #Wittstock, #Pritzwalk und #Wittenberge. Kritik gibt es dennoch.
Neuruppin. Bahnpendler, die auf die Züge des #Prignitz-Expresses angewiesen sind, können aufatmen: Ab Montag sollen wieder Züge zwischen Hennigsdorf und Berlin fahren, ab Mittwoch auch zwischen Wittstock und Wittenberge. „Wir haben schneller eine Lösung gefunden als gedacht“, sagte am Freitag Jörg Werner, Marketingleiter der DB Regio Nordost.
Bahn mietet zwei Triebwagen
Die Lösung sieht so aus, dass zwischen Hennigsdorf und Berlin ab Montag elektrische Triebwagen eingesetzt werden, die von einer anderen Linie abgezogen werden. Dort fahren dann Doppelstockzüge. Für den Verkehr zwischen Wittstock, Pritzwalk und Wittenberge will die Deutsche Bahn ab Mittwoch zwei Triebwagen einsetzen, die sie bei einem anderen Verkehrsunternehmen gemietet hat. Ob es sich dabei um die #Hanseatische Eisenbahngesellschaft (#Hans) in Putlitz handelt, das blieb zunächst offen.
Tausende Pendler kamen zu spät
„Ich hätte mir gewünscht, dass die Bahn sich gleich um eine solche Alternative bemüht hätte“, sagte Landrat Ralf Reinhardt (SPD). Denn eine Woche lang mussten tausende Pendler des Regionalexpresses #RE6 mit Verspätungen und Zugausfällen zurecht kommen. „Das ist eine Unverschämtheit und für die betroffenen Fahrgäste unzumutbar“, so Reinhardt. Auch Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann (parteilos) zeigte sich fassungslos darüber, dass so etwas im 21. Jahrhundert passieren kann. „Dann muss man sich nicht wundern, wenn Reisende kein Vertrauen in die Bahn haben.“
Pressedienst des Berlin-Brandenburgischen Bahnkunden-Verbandes vom 2. August 2016
Der #DBV-Landesverband kritisiert, dass das #Bahnstrecken-Sterben in Brandenburg wieder weitergeht. Trotz anderslautender Beteuerungen der Landesregierung. Denn seit gestern fährt auf der #RB70 zwischen #Pritzwalk und #Putlitz der Bus statt der Bahn. Wenig Verbesserungen bringt das neue #Busangebot für die Pendler und Schüler.
"Straßen und Radwege, Bahnstrecken und Wasserstraßen sind für den Personen- und Güterverkehr in Brandenburg lebenswichtige Verkehrsadern. Alle Landesteile müssen ausreichend versorgt und angebunden werden." So steht es in der Koalitionsvereinbarung zwischen der Brandenburger SPD und Die Linke auf Seite 44. Soweit die Theorie, die Praxis sieht anders aus: "Ein gut ausgebautes Straßennetz ist für die Entwicklung der Wirtschaft unerlässlich" sagte Brandenburgs Verkehrsministerin Schneider in einem Interview mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung am 11. Juni 2016. Straßen sind in den ländlichen Regionen wichtig – nicht Bahn- und Busverbindungen!
Wie "straßenlastig" die Verkehrspolitik ist, zeigt die Tatsache, dass beim Straßenbau seit Jahrzehnten nicht gekleckert, sondern geklotzt wird. Die Prignitz mag dünn besiedelt sein. Dennoch haben in den vergangenen Jahren Pritzwalk (ca. 11.900 Einwohner) Putlitz (ca. 2.700 Einwohner), Kuhbier (ca. 200 Einwohner), Groß Pankow (ca. 9.900 Einwohner) oder Breese (ca. 1.480 Einwohner) ihre Ortsumgehung erhalten haben oder werden sie noch erhalten. Schwerverkehr und Pendlerverkehre finden auf der Straße statt.
Fast neun Jahre lang gab es auf Initiative des Landkreises ein Eisenbahn-Rumpfangebot zwischen Pritzwalk und Putlitz. 5 Zugpaare am Tag, abgestimmt auf den Schülerverkehr, waren das Angebot. Seit heute fährt auch hier statt des Zuges der Bus. Eine durchgreifende Verbesserung ist es dennoch nicht. Denn er fährt häufig als Rufbus, muss dann rechtzeitig vorher angemeldet werden und kostet pro Fahrt einen Euro mehr ("Komfortzuschlag") und hat genauso unattraktive Fahrzeiten.
Der DBV sieht das Land Brandenburg in der Verantwortung, weil es seit 10 Jahren die gleiche Summen (= 6 Millionen für den Landkreis Prignitz) zur Finanzierung weitergibt. Lohn- und Preissteigerungen werden durch eigene Steuergelder, durch höhere Fahrpreise oder ein Zusammenstreichen des Angebotes ausgeglichen. Der Landkreis als Aufgabenträger ist verantwortlich für ein Angebot, das noch nicht einmal die wichtigsten Pendlerbeziehungen frühmorgens und abends mit interessanten Bahn- und Bus-Reisezeiten abdeckt. Aus und in den Landkreis Prignitz pendeln täglich mehrere hundert Berufstätige von/nach Stendal, Ludwigslust , Parchim, Hamburg und Berlin. Dennoch sind aktuell die Reisezeiten mit Bahn und Bus in der Regel doppelt bis viermal so lang wie mit dem Auto. Es gibt zu wenige Verbindungen und die Umsteigezeiten sind völlig unattraktiv. Das Ergebnis kann in der Prignitz besichtigt werden.
Viele Busangebote sind neu als Rufbus konzipiert. Mit einer Vorbestellzeit von 90 Minuten montags bis freitags von 6 Uhr bis 19 Uhr mag man sich beim neuen Betreiber auch Mühe geben, die Bestellzeiten recht kurz zu halten. Jedoch kostet die Fahrt zusätzlich zum VBB-Tarif 1,00 € "Komfortzuschlag". Das Busangebot wird zum Luxusgut … Was für ein Signal! Monats- oder Wochenkarten werden hierfür nicht angeboten! Bei 20 Arbeitstagen pro Monat macht das 40 € mehr – kostet soviel nicht eine Tankfüllung, die viel unabhängiger macht?
Im Vorfeld zur "Verkehrsumstellung" hatte der DBV-Landesverband bereits Mitte Mai 2015 die im Landkreis vertretenen Parteien um eine Stellungnahme zur Einstellung des Bahnverkehrs auf der RB 70 gebeten. Geantwortet haben nur Bündnis 90/Die Grünen und die CDU. Den Parteien SPD, Freie Wähler, FDP und Linke war das Thema der "Daseinsvorsorge" nicht wichtig genug für eine Antwort.
Mobilität in ländlichen Regionen wird in den kommenden Jahren noch schwieriger werden. Denn das Geld, dass die Verantwortlichen dafür bereit sind auszugeben, wird nicht mehr – es wird weniger.
Sie sind aus Berlin und aus vielen anderen Städten gekommen. Sie tragen karierte Freizeithemden, Stoffkappen, bequeme Schuhe, haben mindestens eine Kamera bei sich, und sie gehören ausschließlich dem männlichen Geschlecht an.
Ihr Objekt der Begierde ist ein 60 Jahrer alter #Schienenbus, dessen ausgeblichener Lack viele tausend Sonnenstunden erlebt hat. Kurz nach 12 Uhr stößt er eine Dieselrußfahne in den Himmel und schleicht zum Bahnsteig Pu1 des Bahnhofs Pritzwalk. Es ist ein Vorgang, der die Männer elektrisiert: Chip um Chip füllt sich mit Fotos.
„So geht das schon seit Langem“, sagt Detlef Leppin von der #Hanseatischen Eisenbahn (#Hans). „Seit drei Wochen ist es richtig extrem.“ Der Lokführer wird den roten Schienenbus gleich nach #Putlitz fahren. 17 Kilometer durch die Prignitz, vorbei an Wäldern, Feldern, Kühen, die Reißaus nehmen – und an einem Defilee von Bahnfans mit Kameras.
Kein Joystick – echte Technik
„Sie stehen am Gleis, manche auch im Gleis. Gefährlich!“, sagt er. Doch Leppin kann den Auftrieb verstehen und sorgt vor Bahnübergängen mit lauten Pfiffen dafür, dass sich auch die Tonspuren füllen. Die Regionalbahnlinie RB 70 nach Putlitz wird es nicht mehr lange geben, bestätigt Hans-Marketingfrau Antje Pelikan: „An diesem Freitag ist die letzte Fahrt, um 16.05 Uhr ab Pritzwalk.“ Dann ist Schluss, für immer.