Kleider machen Leute. Und ein #Kleiderwechsel kann innerhalb von Minuten in ganz andere Welten führen. Vor 20 Jahren war es soweit: Aus #Reichsbahnern der DDR wurden über Nacht Beschäftigte der #BVG. Zum 1. Januar 1984 übernahm die BVG im #Westteil der Stadt den Betrieb der #S-Bahn, den sie zehn Jahre später wieder an die Deutsche Bahn abgab. Pläne, beide #Verkehrsunternehmen wieder unter ein Dach zu bringen, sind immer noch nicht ganz vom Tisch.
„Sie sehen aus dem #S-Bahn-Fenster mitten in all das Grün…“ – Wenn Manfred Krug in einem seiner schönsten Lieder eine weinende Dame ansingt, dann sitzt diese vor meinem geistigen Auge stets in einem Wagen der #Baureihe#477 – also zwischen weiß/hellgrauem #Sprelacart auf blauen Polstern. Zwar verkehrten 1975, als dieses Stück veröffentlicht wurde, in Berlin auch noch Züge vieler anderer Baureihen. Doch die 477er waren die „#Ostwagen“. So haben wir im Westen sie zwar nicht genannt. Aber so hat man sie empfunden, bei den Besuchen im anderen Teil der Stadt. In West-Berlin fuhr man ja bekanntlich bis in die achtziger Jahre hinein nicht mit der S-Bahn. Egal, ob CDU-, FDP- oder SPD-Familie – in der Ablehnung der DDR war man sich weitgehend einig. Und dazu gehörte der #S-Bahn-Boykott, der in den siebziger Jahren in Fleisch und Blut übergegangen war und dementsprechend nicht mal mehr hinterfragt wurde: #S-Bahn-Fahren, das tat man einfach nicht. War man „drüben“, blieb einem freilich oft gar nichts anderes übrig, als es zu tun. Schließlich hatte die S-Bahn dort ihre wichtige Position im #ÖPNV behalten. Doch von jenem Dornröschenschlaf, in welchen das einstmals so moderne #Verkehrssystem in den Westsektoren gefallen war, unterschied es sich im Osten nicht nur durch belebte Bahnsteige, kurze Taktzeiten in der Innenstadt und volle Züge. Sondern diese Züge sahen eben oft auch deutlich anders aus als das, was im Westen vor allem an Unter- oder Überführungen gelegentlich kurz gespensterhaft zum Vorschein kam.
Zu seinen letzten Fahrten vor Ablauf seiner Hauptuntersuchung startet noch einmal der #SVT 175 – #Schnelltriebwagen der Deutschen #Reichsbahn.
Bei Probefahrten von November 1962 bis Februar 1963 auf Herz und Nieren getestet, wurde der Prototyp erstmals auf der Leipziger Frühjahrsmesse der Öffentlichkeit vorgestellt und war dann von 1965 bis 1984 im Planeinsatz der DR.
Seit fünf Jahren bereits wieder unterwegs ist die #S-Bahn auf dem Abschnitt #Westkreuz – #Pichelsberg, der am 16. Januar 1998 wieder in Betrieb ging. Und zwar nach einer 18-jährigen Pause seit der #Stilllegung der Strecke durch die Deutsche #Reichsbahn#1980.
Der 4,7 Kilometer lange Fahrweg, ausgestattet mit zwei Gleisen, wurde beginnend im April 1996 von Grund auf neugebaut. Selbst die Bahnsteige wurden auf allen vier Bahnhöfen (#Eichkamp – heute #Messe Süd, #Heerstraße, #Olympiastadion und Pichelsberg) komplett neu angelegt.
Eine #Buchreihe mit zehn Bänden über die Berliner #S-Bahn plant der Bahnexperte und Mitherausgeber des „#Lok-Report“, Bernd #Neddermeyer: „Bei vielen der bisherigen S-Bahn-Bücher ist die intensive Recherche zu kurz gekommen oder es fehlte der Platz für ausführliche Darstellungen.“
Der menschliche Faktor Herr Scholz ist der letzte #Schrankenwärter Berlins. Seit 25 Jahren ist Herr Scholz bei der Bahn. Hat sich nie was zu Schulden kommen lassen. Macht seine Arbeit vornehmlich deshalb, weil es Geld dafür gibt. Und plötzlich ist Herr Scholz der letzte Schrankenwärter Berlins und folglich ein #Medienereignis. Als er heute Morgen davon erfuhr, war es schon zu spät zu sagen: Nee, lass das mal ’nen andern machen.
Nach dem Fall der #Mauer hatten die Verantwortlichen in Ost und West schnell erkannt, dass die alten #S-Bahn-Verbindungen ins #Umland wieder hergestellt werden müssen. Noch im Dezember 1989 trafen sich Experten von Senat und #Reichsbahn zu ersten Gesprächen. Am 1.März 1990 stellten Bausenator Nagel und Mitarbeiter von BVG und Reichsbahn Planungen zum Bau von Lückenschlüssen vor. Darunter befanden sich die Verbindungen #Wannsee – Potsdam, #Lichtenrade – Blankenfelde und #Frohnau – Hohen Neuendorf.
Anfang der 90er Jahre war in unserer Region noch eine Vielzahl verschiedener #Wagentypen im Einsatz – zumeist Wagen des Fern- und #Nahverkehrs der Deutschen #Reichsbahn und zwischenzeitlich auch einzelne #Bundesbahnwagen.
Mittlerweile wurde der #Wagenpark aber vereinheitlicht. Nach umfangreicher #Rekonstruktion bilden nunmehr Großraumwagen der Gattungen #By (2. Klasse) und #ABy (1. und 2. Klasse) und die dazugehörigen #Steuerwagen das Rückgrat bei den einstöckigen Wagen.
Die S-Bahn Berlin hat in einer Pressekonferenz am 4.12.2001 über die #Bauvorhaben des nächsten Jahres informiert. Für die zusammenhängende Durchführung mehrerer Baumaßnahmen wird der Betrieb im #Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel für vier Monate eingestellt. Die erste #Sperrphase beginnt mit der Inbetriebnahme des #Vollring-Lückenschlusses am 16.6.2002. Bis zum 18.8. wird der Abschnitt #Nordbahnhof – #Yorckstraße bzw. Yorckstraße (Großgörschenstraße) völlig gesperrt. Während dieser Zeit wird zwischen Nordbahnhof und #Oranienburger Straße eine Weichenverbindung eingebaut und der Bahnhof #Potsdamer Platz fertiggestellt; außerdem sollen unter das Gleisbett Schottermatten gelegt werden. Der Tunnelbahnsteig #Friedrichstraße wird entkernt und modernisiert. Ab #Anhalter Bahnhof bis zum südlichen #Tunnelmund werden die Gleise ausgewechselt.