Der nach dem #Brand vom Juli 2000 im #U-Bahnhof #Deutsche Oper beschlossene Bau von zweiten #Ausgängen in Stationen der U-Bahn bleibt bisher im Gerangel der Verwaltungen stecken. Von elf Bahnhöfen, die für dieses Programm vorgesehen sind, gibt es bisher nur eine #Baugenehmigung für die Station #Viktoria-Luise-Platz an der Linie #U4. Die Arbeiten sollen demnächst beginnen. Den Schwarzen Peter für die Verzögerung schieben sich die #BVG und die #Stadtentwicklungsverwaltung gegenseitig zu.
Knapp drei Millionen Fahrgäste hat die #BVG am Tag. Die Berliner sollten also „ihre“ Bahnen und Busse kennen. Denkste. Wenn die BVG ihre Türen öffnet, strömen die Neugierigen zu Tausenden, um in der Schlange stehend zu sehen, was sie auch im Alltag erleben. Doch ganz so sei es nicht, widersprechen Alice und Heinz Kammgarn. Die beiden Rentner gehörten gestern zu den etwa 25 000 Besuchern, die in die #U-Bahn-Betriebswerkstatt #Friedrichsfelde gekommen waren, wo die BVG mit einem Aktionstag den 100. Geburtstag der #U-Bahn feierte.
Das war nichts. Zig Plätze in den Vorlesungen und Seminaren der FU blieben am Montagmorgen unbesetzt. Hunderte von Studenten standen dafür am #Breitenbachplatz und warteten auf einen Bus im „#Schienenersatzverkehr“. Die BVG hat nämlich seit Montag den #U-Bahn-Verkehr zwischen Breitenbachplatz und #Krumme Lanke eingestellt, um den #Streckenabschnitt#sanieren zu können.
Der Verzicht des Senats auf den #Weiterbau der #U-Bahn-Linie #U5 kann für das Land teuer werden. Der #Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages hat gestern gefordert, von Berlin die bereits verbauten #Bundesmittel zurückzuholen, wenn der Senat nicht unverzüglich einen #Zeitplan für den Weiterbau vorlegt. Knapp 75 Millionen Euro müsste Berlin dann aufbringen. Für den Weiterbau wären nach den letzten Berechnungen etwa 51 Millionen Euro fällig gewesen. Der Senat hofft weiter, beim Bund einen Verzicht auf die Rückzahlung erreichen zu können.
#U-Bahnen sind riesig. Das mag man im Alltag auf dem #Bahnsteig nicht so mitbekommen, wenn sie jedoch auf gleicher Höhe im Abstand von einem knappen Meter vorbeirasen, vermittelt das Respekt. Rund 80 Berliner hatten in der Nacht zum Sonnabend Gelegenheit, das festzustellen: Die BVG hatte zu einer #Führung durch den #U-Bahn-Tunnel vom Bahnhof #Deutsche Oper zum ehemaligen Bahnhof #Richard-Wagner-Platz eingeladen. Gegen 22 Uhr machen sich die Großstadtabenteurer auf den Weg: vornehmlich Herren mittleren Alters in Lederjacken jedweder Farbschattierung zwischen Grau und Grün, einer hat für diese Gelegenheit gar sein Jägerhütchen aus dem Schrank geholt. Ein Paar ist im Partnerlook gekommen: Jeans, festes Schuhwerk und blauweiß-karierte Wattejacke. Aber auch Studenten und Familien mit Kindern steigen in die Unterwelt.
Wenn sogar der Himmel #U-Bahn-Blau trägt, soll rein gar nichts die #Feierlaune trüben. Kritische Worte sind am #100. Geburtstag der #U-Bahn Mangelware. Kein Wort über die von der BVG als Bedrohung betrachtete mögliche Fusion mit der #S-Bahn, keine deutliche Forderung, der Senat möge den Baustopp für die #U5 doch noch aufheben, keine Silbe über vergammelte Bahnhöfe. Statt dessen: Blasmusik und eine Neuauflage der historischen „#Ministerfahrt“ vom 15. Februar 1902. Dieses Mal mit #Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD), der sich auch gleich als Freund der U-Bahn zu erkennen gibt: „Es gibt keine bessere Möglichkeit, Berlin kennen zu lernen als durch die U-Bahn“, sagt er am Bahnhof #Warschauer Straße. Er selbst nehme aber meist den Dienstwagen, weil es schnell gehen müsse.
Mit der Ministerfahrt begann 1902 der Start der Berliner #U-Bahn. Zum 100. Jubiläum wurde die Fahrt nachvollzogen.
Auf dem festlich geschmückten #U-Bahnhof #Warschauer Straße vollzogen Gäste und BVGer die Ministerfahrt vor 100 Jahren nach. Anwesend waren #Verkehrsminister Kurt #Bodewig, Klaus #Wowereit, amtierender Bundesratspräsident und Regierender Bürgermeister sowie weitere Vertreter des öffentlichen Lebens.
In ihren Grußworten betonten die Repräsentanten die hervorragende Rolle der Berliner U-Bahn für die #Mobilität in der Stadt und wünschten ihr weiterhin „gute Fahrt“ in die nächsten 100 Jahre.
Gäste anderer U-Bahnunternehmen, so aus Moskau, Barcelona, Bukarest, Wien u.a. Städten, überbrachten den Berliner U-Bahnern herzliche Grüße für die nächsten 100 Jahre. Anwesend waren während der #Feierlichkeiten auch 100 Berlinerinnen und Berliner, die über eine Verlosung im „Berliner Fenster“ und die U-Bahnanzeige Daisy ihr #Jubiläumsticket erhalten hatten.
(Unser Foto: Verkehrsminister Kurt Bodewig, der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit und U-Bahndirektor Ulrich Deinhardt fertigen den historischen AI-Zug ab. v.l.n.r.)
Während eines offiziellen Festaktes zum U-Bahnjubiläum im Deutschen Technikmuseum stellte der Parlamentarische Staatssekretär Diller aus dem Bundesfinanzministerium eine Euro-Sondermünze und eine Sonderbriefmarke vor. In einer virtuellen Zeitreise wurde die Geschichte der Berliner U-Bahn eindrucksvoll dargestellt. Eine Ausstellung und kulturelle Darbietungen umrahmten die Festveranstaltung.
U-Bahnjubiläum für jedermann
Am 18. Februar 2002 empfängt ab 12 Uhr ein großer #U-Bahn-Jubiläumsmarkt seine Gäste auf dem U-Bahnhof #Olympia-Stadion – natürlich ist an diesem Tag auch das Berliner #U-Bahnmuseum geöffnet. Weitere Höhepunkte entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsprogramm .
Datum: 15.02.2002
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