Die westliche #Stadtbahn geht wieder ans #S-Bahnnetz. Am Montag, dem 19. April, um 4 Uhr ist der lang ersehnte Moment nach knapp 60 Wochen Bauzeit da: Zwischen den Bahnhöfen #Zoologischer Garten und #Charlottenburg über #Savignyplatz fahren die S-Bahnen trotz weitergehender #Bauarbeiten wieder, so dass der #Schienenersatzverkehr entfällt.
Es weis niemand, warum drei oder vier ausverkaufte Fußballspiele im Berliner Olympiastadion die vorhandene #Verkehrsinfrastruktur überfordern sollten, aber trotzdem bietet sich mit dem Termin ein willkommener #Fixpunkt für die #Inbetriebnahme von #Nord-Süd-Tunnel und #Lehrter Bahnhof an.
Auf der Grundlage der im vorstehenden Artikel dargestellten Untersuchungen werden zum 19. April 2004 bei der BVG einige Veränderungen im Buslinien-Verkehr vorgenommen, die offensichtlich Versuchscharakter für den zum Dezember 2004 vorgesehenen Umbau des Gesamtverkehrsangebotes haben, der von der BVG euphemistisch als „#Angebotsoptimierung“ bezeichnet wird. Beispielgebend dafür ist offenbar das in Hamburg vor zwei Jahren eingeführte Konzept der „#Metrobuslinien“, welche auf ausgewählten stark nachgefragten Hauptachsen ein dichtes Fahrtenangebot während des gesamten Tages anbieten – bei gleichzeitigem #Rückzug aus der #Flächenerschließung und zu Lasten von lokalen #Verkehrsbeziehungen.
Im Frühherbst 2003 begannen bei der BVG die Arbeiten an dem Projekt #Angebotsoptimierung, mit dem sich die BVG eine größere #Neugestaltung von #Netz und #Fahrplan-Angebot vorgenommen hat. Das Vorhaben ist Teil des „Lenkrad” genannten #Sanierungsprogramms für die BVG, das unter dem seit 2002 amtierenden neuen Vorstandsvorsitzenden, Herrn Graf von Arnim, aufgelegt wurde.
Kaum geht die #Stadtbahn wieder durchgängig in Betrieb, wird eine andere S-Bahnstrecke zeitweise außer Betrieb gesetzt: die S 2 zwischen den Bahnhöfen #Priesterweg und #Attilastraße. Allerdings nur für die drei Wochen vom 19. April bis 11. Mai 2004. In dieser Zeit will die Deutsche Bahn das #Kreuzungsbauwerk errichten, mit dem künftig die Fern- und Regionalzüge der #Anhalter Bahn unter der S-Bahnlinie S 2 hindurch fahren können.
Wenn Ende Mai #2006 Fern- und #Regionalzüge durch den neuen #Nord-Süd-Tunnel fahren, dann sind beispielweise die Einwohner von #Fürstenberg mehr als eine halbe Stunde schneller im Zentrum Berlins als heute.
Sie fahren nämlich nicht mehr „mit der Kirche ums Dorf“, also über den westlichen #Außenring und #Spandau in die City, sondern über #Gesundbrunnen zum neuen #Hauptbahnhof- Lehrter Bahnhof.
Als zu Beginn der 90er Jahre nach Jahrzehnten der Teilung erste Gedanken zum einheitlichen #Schienenverkehr für die #Region Berlin/ Brandenburg dargelegt wurden, hatten alle Beteiligten ein #Verkehrskonzept im Sinn, das #Bahnfahren wieder attraktiv, schnell und bequem macht.
Im „#Zielnetz 2000“, dem ersten #Nahverkehrsplan, wurde ab 1996 eine spürbare Verbesserung des Nahverkehrs auf der Schiene für die Region durchgesetzt. Schnelle RE-Strecken führen in seiner Folge nach und durch Berlin, #RegionalBahnen ergänzen das Netz im Land Brandenburg.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (#BVG) bauen ihre #Fahrgastinformation aus. Ab sofort können die Kunden über ihr #Handy und im #Internet die #tatsächlichen Abfahrtzeiten von Bussen und Straßenbahnen abrufen. „Damit bricht ein neues Informationszeitalter bei der BVG an“, sagte Vorstandschef Andreas Graf von Arnim bei der Vorstellung von „#Fahrinfo SMS.“
Den #Verschlechterungen im Berliner #Nordnetz im Dezember 2003, mit vermehrten #Umsteigezwängen und #Taktausdünnungen im #Pankower Bereich (siehe Signal 6/2003 ), sollte nach Planungen der BVG wenigstens eine kleine Verbesserung im Raum #Weißensee entgegenstehen, nämlich die Durchbindung der Buslinie #158 von #Buch über Pasedag- und #Ostseeplatz zum #S-Bahnhof #Prenzlauer Allee. Diese bereits in den neuen Kursbüchern veröffentlichte und auch im Signal 6/2003 gelobte Maßnahme musste kurzfristig von der BVG rückgängig gemacht werden, da der Verkehrssenator die Genehmigung für diese #Linienführung verweigerte und darauf bestand, dass die Linie 158 am Ostseeplatz endet, also drei Minuten vor Erreichen des eigentlich relevanten Ziels, dem S-Bahnhof Prenzlauer Allee. Als Grund dient die Senats-Befürchtung, Busfahrgäste aus dem Bereich Buch/Karow könnten in diesem Bus verbleiben und die Umwegfahrt über Weißensee zum S-Bahnhof Prenzlauer Allee vorziehen, anstatt, wie vom Verkehrssenator gewünscht, in #Heinersdorf Kirche zunächst in die #Straßenbahn-Linie 1 umzusteigen und mit dieser, auf direktem Weg, zum S-Bahnhof Prenzlauer Allee zu fahren.
Mit welchen #Bauarbeiten dürfen bzw. müssen die #S-Bahn-Fahrgäste 2004 rechnen? Den nachfolgenden Überblick gab Christian #Morgenroth, #Baubetriebsmanager der #S-Bahn Berlin GmbH, Ende 2003 auf einer Sitzung der so genannten #Baukoordinationsrunde. Diese von der Senatsverkehrsverwaltung ins Leben gerufene Runde soll zur besseren Abstimmung aller Bauarbeiten im Berliner Schienennetz beitragen. Der Berliner #Fahrgastverband#IGEB nimmt daran regelmäßig teil.