Über geplante #Baumaßnahmen im Berliner Verkehr wird in der Regel jahrelang ausgiebig geredet, bevor etwas passiert. Insofern überraschte es, als die Bahn AG im November 2004 verkündete, der Zugang zum #S-Bahnhof #Warschauer Straße – immerhin eine drei Bahnsteige umfassende Station in der Innenstadt und wichtiger #Umsteigepunkt zur #U-Bahn – müsse aus statischen Gründen, sprich #Baufälligkeit offenbar am Rande der akuten #Einsturzgefahr, ganz schnell #abgerissen werden. Was die Sache dann doch wieder nicht so ungewöhnlich machte, ging es doch eben nicht darum, etwas für die nächsten Jahrzehnte zu errichten, sondern darum, etwas verschwinden zu lassen. Und in solchen Fällen hat sich handstreichartiges Vorgehen schon früher als kluge Strategie erwiesen: Rasch abreißen, ehe noch jemand auf die Idee kommt, nach dem #Denkmalschutz zu fragen.
Kaum geht die #Stadtbahn wieder durchgängig in Betrieb, wird eine andere S-Bahnstrecke zeitweise außer Betrieb gesetzt: die S 2 zwischen den Bahnhöfen #Priesterweg und #Attilastraße. Allerdings nur für die drei Wochen vom 19. April bis 11. Mai 2004. In dieser Zeit will die Deutsche Bahn das #Kreuzungsbauwerk errichten, mit dem künftig die Fern- und Regionalzüge der #Anhalter Bahn unter der S-Bahnlinie S 2 hindurch fahren können.
Wenn Ende Mai #2006 Fern- und #Regionalzüge durch den neuen #Nord-Süd-Tunnel fahren, dann sind beispielweise die Einwohner von #Fürstenberg mehr als eine halbe Stunde schneller im Zentrum Berlins als heute.
Sie fahren nämlich nicht mehr „mit der Kirche ums Dorf“, also über den westlichen #Außenring und #Spandau in die City, sondern über #Gesundbrunnen zum neuen #Hauptbahnhof- Lehrter Bahnhof.
#S-Bahnsteig B am Bahnhof #Gesundbrunnen: Gerade fährt ein #Ringbahnzug in Richtung #Schönhauser Allee aus; Aufsicht Robert Seichter schaut auf einen Flachbildschirm, ob aus Richtung #Nordbahnhof der nächste Zug planmäßig einrollt. Ohne Kamera!
„Sehr geehrte Fahrgäste! Hier wird eine #Steintreppe eingebaut.“ Staunend stehen Fahrgäste im #U-Bahnhof #Kleistpark vor diesem Schild, dahinter wird gewerkelt, die Fertigstellung dieser steinernen Treppe wird für „Februar 2004“ angekündigt. Bis Ende letzten Jahres fuhr man hier auf #Rolltreppen hinauf und hinunter zum Bahnsteig der Linie 7. Zwei der drei Rolltreppen zum #Bahnsteig hat die BVG jetzt in Kleistpark ausgebaut. Ein Einzelfall sei diese Station nicht, sagt #U-Bahn-Betriebsleiter Kurt Beier, und auch nicht die letzte. Der Grund ist klar: Geld. Der Unterhalt sei teuer, die Anlage war zudem #erneuerungsbedürftig, sagt Beier – so fiel die Entscheidung. Einen vollständigen Abschied von der #Rolltreppe werde es aber nicht geben.
Halbe Sachen soll man nicht machen, heißt es, aber das hat die Deutsche Bahn in Berlin nicht gehört. Sie baut gleich mehrfach halbe #Bahnhöfe: am #Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof in Mitte, am S- und Fernbahnhof #Papestraße in Tempelhof-Schöneberg und auch in #Wedding, wo der jetzige S-Bahnhof #Gesundbrunnen auch für Fernzüge ausgebaut wird. Die Anfang der 90er Jahre entwickelten Pläne zum Ausbau des Bahnknotens Berlin waren zu ehrgeizig, gibt man heute bei der Bahn zu. Damals schien das Geld für die aufwändigen Bauten noch vorhanden zu sein. Inzwischen aber muss gespart werden, und so werden die Pläne kräftig #abgespeckt. Das gilt auch für die #Kanzler-U-Bahn. Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) und die BVG wollen am Pariser Platz nun einen halben #U-Bahnhof bauen.
Die neuen S-Bahn-Kurven zwischen Schönhauser Allee und Pankow verlaufen jetzt unter der Erde
Der 16. Juni 2003 wird ein ganz besonderer Tag in der #S-Bahn-Geschichte sein: Erstmals geht das komplette #S-Bahn-Nordkreuz in Betrieb, das es in der Geschichte dieses Verkehrsmittels noch nicht gab.