Regionalverkehr + Bus: Neue Linien, mehr Züge, bessere Infrastruktur Entwurf des Landesnahverkehrsplans: Beteiligungsverfahren startet, aus Land Brandenburg

http://www.mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.537840.de

Verkehrsministerin Kathrin #Schneider und die Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg GmbH (#VBB), Susanne #Henckel, haben heute in Potsdam den Entwurf des #Landesnahverkehrsplans 2018 vorgestellt. Der Plan setzt die #Mobilitätsstrategie 2030 um und bestimmt die Entwicklung des Öffentlichen #Schienenpersonennahverkehr s für die kommenden Jahre. Ab heute beginnt das Beteiligungsverfahren. In den kommenden sechs Wochen können die Träger öffentlicher Belange, die Kommunen, die Verkehrsunternehmen und Verbände sowie die Bürgerinnen und Bürger zum Entwurf des neuen Landesnahverkehrsplans Stellung nehmen.

„Neue Linien, mehr Züge, bessere Infrastruktur – damit reagieren wir auf die steigende Nachfrage im gesamten Land. Die Bestellleistung im Regionalverkehr soll sich um 8 Prozent erhöhen und steigt von 31,5 Millionen Zugkilometern im Jahr 2016 auf etwa 34 Millionen Zugkilometer ab Dezember 2022. Wir wollen aber nicht nur ein größeres, sondern auch ein qualitativ besseres Angebot machen, mit einer besseren Vertaktung von Bussen und Bahnen, W-LAN in den Zügen und mehr Barrierefreiheit. Um dies alles zu erreichen, brauchen wir Investitionen in die Infrastruktur, die wir jetzt angehen. Der Entwurf des Landesnahverkehrsplans ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Mobilitätsstrategie 2030“, sagte Ministerin Schneider.

VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel ergänzte: „Die Fahrgäste bekommen künftig ein deutliches Plus an Angebotsqualität: Mehr Sitzplätze in den Regionalverkehrszügen, mehr Platz für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder, gleichzeitig setzen wir verstärkt auf WLAN in den Zügen und weitere digitale Angebote für die Fahrgastinformation. Die Anschlüsse von Bussen und Bahnen werden optimiert und der Ausbau der PlusBusse unterstützt. Die guten Ergebnisse aus den Pilotprojekten „Rad im Regio“ und „Digital im Regio“ fließen als Anforderungen in die neuen Verkehrsverträge ein, ebenso wie detaillierte Qualitätsstandards für den Einsatz neuer oder modernisierter Fahrzeuge. Der LNVP dient als Leitfaden für einen zukunftsfähigen, integrierten Nahverkehr in Berlin und Brandenburg.“

Neue Linien, mehr Züge

Die #Korridoruntersuchungen zum ÖPNV 2030 haben gezeigt, dass auf vielen Linien Handlungsbedarf besteht. Gerade in den Hauptverkehrszeiten sind größere Kapazitäten erforderlich. Der Entwurf zum Landesnahverkehrsplan sieht dazu vor, die Bestellungen  deutlich auszuweiten. Sie werden von etwa 31,5 Millionen Zugkilometern im vergangenen Jahr auf 34 Millionen Zugkilometer ab Dezember 2022 erhöht. Beispiele:   

  • Nauen-Berlin: 4 Züge pro Stunde
  • Frankfurt(Oder)-Brandenburg an der Havel: 3 Züge pro Stunde in der Hauptverkehrszeit (HVZ)
  • Lübbenau-Berlin: 3 Züge pro Stunde in der HVZ
  • Bad Belzig-Berlin: 2 Züge pro Stunde
  • Neue Linienführung: Potsdam-Golm-Elstal-Berlin-Spandau-Gesundbrunnen
  • Neue Linien Flughafen BER-Oranienburg und Flughafen BER-Ludwigsfelde
  • Verlängerung Ostbahn RB 26 bis Berlin-Ostkreuz
  • Stundentakt RB 36 Eberswalde-Frankfurt (Oder)
  • Direktverbindung Finsterwalde-Berlin
  • Neuer IC Dresden-Rostock: Schnellere Verbindung Elsterwerda-Doberlug-Kirchhain -Flughafen BER-Berlin

Verbesserung des Angebots bis 2022

Die Ausweitung der #Bestellungen ist an die Neuausschreibung der Verkehrsleistungen und der Infrastruktur gebunden. Um den kurzfristigeren Bedarf für die Pendlerverkehre zu decken, werden bereits Gespräche mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen geführt. Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres vorliegen.

Ausbau der #Infrastruktur

Die deutliche Verbesserung des Angebots stößt auf einigen Strecken an die Grenzen der vorhandenen Infrastruktur. Diese Engstellen müssen schneller beseitigt werden. Dazu haben die Länder Brandenburg und Berlin sowie die Deutsche Bahn AG eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, um den Ausbau der Infrastruktur in acht Korridoren voran zu bringen:

  • Berlin-Spandau-Nauen
  • Potsdamer Stammbahn
  • Prignitz Express/Velten
  • RE 1 Brandenburg an der Havel-Berlin-Frankfurt (Oder)
  • Nordbahn/Heidekrautbahn
  • Berlin-Dresden/Rangsdorf
  • Berlin-Cottbus/Bahnhof Königs Wusterhausen
  • Engpassbeseitigung und Weiterentwicklung S-Bahnnetz 

Ausbau weiterer Strecken 

Notwendig ist auch der Ausbau weiterer Strecken. Beispielsweise wird derzeit auf der Linie RB 26 (Ostbahn), der Bahnhof Strausberg umgebaut. Errichtet werden ein Kombibahnsteig für den S-Bahn und Regionalbahnverkehr und ein elektronisches Stellwerk. Die Gleisanlage wird so umgebaut, dass S-Bahn und Regionalbahn ab 2018 getrennt voneinander unterwegs sein werden. Ein neuer zweigleisiger Begegnungsabschnitt geht in diesem Jahr in Betrieb. Geplant ist der Neubau der Bahnbrücke über die Oder. Weitere Beispiele sind: 

  • Die Elektrifizierung der Strecke Cottbus–Görlitz und Cottbus-Forst
  • Ausbau der Strecke Wriezen–Frankfurt (Oder)
  • Ausbau der Strecke Berlin-Neustrelitz-Stralsund
  • Knotenausbau Ruhland

Anbindung des Flughafens BER

Mit der Eröffnung des BER wird die Schienenanbindung der Terminals 1 und 2 (BER und Schönefeld) sichergestellt. Dabei werden mehrere Betriebsstufen umgesetzt:

Ab Eröffnung BER: 

  • Jeweils alle 20 Minuten: S45 und S9 Berlin–Schönefeld–BER         
  •  Alle 30 Minuten: Flughafenexpress (FEX) Berlin Hbf-Ostkreuz-BER
  •  Jeweils alle 60 Minuten:

Dessau-Berlin-BER-Wünsdorf-Waldstadt

Nauen-Berlin-BER

Potsdam-Golm-BER-Königs Wusterhausen

Ab Dezember 2022:

  • Jeweils alle 20 Minuten: S45 und S9 Berlin-Schönefeld-BER    
  • Alle 30 Minuten: FEX Berlin Hbf.-Ostkreuz-BER
  • Jeweils alle 60 Minuten:

Wismar-Wittenberge-Berlin-BER

Potsdam-Golm-BER-Königs Wusterhausen

Potsdam-Berlin-BER

Eberswalde-Berlin-Ludwigsfelde

Oranienburg-Berlin-BER-Wünsdorf-Waldstadt

Dieses Angebot wird nach Inbetriebnahme der Dresdner Bahn, voraussichtlich 2025, noch einmal verändert: Der FEX wird dann von Berlin Hauptbahnhof über Südkreuz zum BER alle 15 Minuten verkehren und nur noch 20 Minuten Fahrzeit benötigen. Neben den Verbindungen aus Potsdam, Eberswalde, Ludwigsfelde, Oranienburg und Königs Wusterhausen ist dann auch ein Regionalexpress von Cottbus über den BER nach Berlin geplant.

Verbesserung der Angebotsqualität

In den vergangenen Jahren ist das Angebot für die Fahrgäste in den Zügen und auf den Bahnhöfen verbessert worden. Daran wird auch zukünftig gearbeitet. 

Beispielsweise soll die Höhe der Bahnsteigkanten weiterhin angepasst werden, um den barrierefreien Einstieg in die Waggons zu gewährleisten. Angestrebt werden durchgängig Höhen von 76 cm oder 55 cm, angepasst an die jeweils auf den Strecken eingesetzten Fahrzeuge. (Einstöckige oder Doppelstockwagen).

In den Zügen soll mehr Platz für die Beförderung von Rollstühlen, Fahrrädern, Kinderwagen und sperrigem Gepäck geschaffen werden. Dabei ist geplant, für Kinderwagen und Fahrräder bevorrechtigte Bereiche im Zug auszuweisen.

Geplant  ist auch der Einsatz von Fahrgastinformations- und Kommunikationsanlagen mit Echtzeitdaten auf Displays sowie Notrufeinrichtungen. Dabei sollen den Fahrgästen auch Echtzeitdaten zur Platzbelegung in den Waggons durch Personen und Fahrräder zukünftig am Bahnsteig und in den Onlinemedien zur Verfügung gestellt werden.

Im System des Öffentlichen Personennahverkehrs sind kurze Umsteigezeiten zwischen Bussen und Bahnen wichtig um die Attraktivität des Angebots zu erhöhen. Die gute Verknüpfung beider Verkehrsträger wird vor allem mit PlusBussen erreicht. Die stetig wachsende Nachfrage auf den bereits bestehenden Linien belegt, dass die Verbindungen und die Ausstattung der Fahrzeuge bei den Fahrgästen gut ankommen. Deshalb sollen die kommunalen Aufgabenträger auch zukünftig bei der Umsetzung des PlusBus-Konzepts unterstützt werden.

Ausbau der Verbindungen nach Polen

Das Land Brandenburg spricht sich grundsätzlich für den Ausbau der Strecken zwischen Brandenburg und Westpolen aus. Das Verkehrsangebot sollte kundengerecht so erhöht werden, dass es sich als Alternative zum Straßenverkehr entwickelt. Hierzu haben folgende Verkehrsverknüpfungen besondere Priorität, die in den nationalen Infrastrukturplänen berücksichtigt werden sollten:

  • Berlin–Angermünde–Szczecin: zweigleisiger Ausbau, Elektrifizierung
  • Berlin–Küstrin-Kietz–Kostrzyn–Gorzów: Elektrifizierung, bedarfsgerechter Ausbau
  • Berlin–Frankfurt (Oder)–Poznań: Erhöhung des Angebots
  • Berlin–Frankfurt (Oder)–Zielona Góra: Erhöhung des Angebots
  • Berlin–Cottbus–Wrocław: Einrichtung einer täglichen Verbindung

 

Link zum Landesnahverkehrsplan 2018

Der Landesnahverkehrsplan wurde auf Basis der Korridoruntersuchungen des VBB (vbb.de/korridoruntersuchung) und in Abstimmung mit dem Land Berlin erstellt. Begleitend wurden mehrere öffentliche Informations- und Fachveranstaltungen in allen Teilen des Landes (Regionaldialoge) zu den Eckpunkten des neuen Plans durchgeführt. Hier der Link zum Entwurf des Landesnahverkehrsplans 2018:

 http://www.mil.brandenburg.de/sixcms/detail.php/808403

Bahnhöfe: Ab Herbst 2018 wird es im Bahnhof Schöneweide eng, aus Berliner Woche

http://www.berliner-woche.de/niederschoeneweide/verkehr/ab-herbst-2018-wird-es-im-bahnhof-schoeneweide-eng-d135422.html

Niederschöneweide. Im Herbst kommenden Jahres wird es am #Bahnhof #Schöneweide eng. Dann wird auch im Publikumsbereich gebaut, Reisende müssen sich auf Umwege einstellen.

Bevor der jetzige Zugang durch die #Bahnhofshalle und den #Personentunnel abgerissen wird, müssen erst die Treppen am #Sterndamm fertig sein. Von dort sind dann die Bahnsteige zu erreichen. Die BVG richtet für die Fahrtrichtung Johannisthal direkt unter der Bahnbrücke eine provisorische #Straßenbahnhaltestelle ein. Da es am Sterndamm keine Möglichkeit gibt, Aufzüge einzubauen, ist der Zugang für mehrere Jahre nicht barrierefrei. Es gibt aber Pläne für einen #Busshuttle zum nächsten barrierefreien Bahnhof – vermutlich Baumschulenweg.

Für die Arbeiten am Personentunnel, parallel dazu wird die neue Straßenbahnunterführung zwischen Bahnhof und Einkaufszentrum gebaut, sind drei Jahre veranschlagt. Baubeginn für diesen Bereich und die neue Straßenbahnunterfahrt soll im September 2018 sein.

Derzeit kümmert sich die BVG um das #Planfeststellungsverfahren für die Tram-Neubaustrecke über den #Groß-Berliner Damm nach #Adlershof. Weil Vorschriften geändert wurden, musste das bisherige Planungsverfahren abgebrochen und erneut beantragt werden. Im November sollen die entsprechenden Unterlagen …

Bahnhöfe: Regionalbahnhalt Mahlsdorf aus Senat

www.berlin.de

Warum fährt die #Regionalbahn 26 (#RB26) aus Küstrin, die ab dem kommenden #Winterfahrplan 2017 auch in
#Mahlsdorf halten wird, nur bis #Lichtenberg und nicht schon heute bis #Ostkreuz?
Antwort zu 1:
Die RB 26 aus Küstrin kann derzeit nur bis zum Bahnhof Lichtenberg verkehren. Ursache
hierfür ist die bestehende zu kurze Standzeit in diesem Bahnhof. Diese ist nicht lang
genug, damit die Züge der RB 26 auch bis Ostkreuz und nach Lichtenberg zurück
verkehren können. Es ist jedoch der verkehrliche Wunsch, diese Linien auch bis Ostkreuz
zu verlängern. Hierzu ist der Abschluss des #Streckenausbaus zwischen #Rehfelde und
#Strausberg sowie der Bauarbeiten im Bereich #Hoppegarten erforderlich. Zudem müssen
noch das Gleis zwischen Berlin-Lichtenberg und Berlin Ostkreuz (unten) für den
Personenverkehr reaktiviert werden und die nördlichen Regionalbahnsteige im Bahnhof
Osrkreuz (unten) fertiggestellt werden.
Frage 2:
Ist es richtig, dass eine direkte Gleisverbindung für die #RB12 und #RB25 vom Bahnhof Lichtenberg zu dem
oberen Bahnsteig am Bahnhof Ostkreuz vorliegt und fahrplanmäßig genutzt wird?
Antwort zu 2:
Ja
Frage 3:
Mit welchen Fahrgastzahlen fährt der Regionalzug der RB26 in Mahlsdorf bereits heute erwartungsgemäß
durch?
2
Antwort zu 3:
Die Züge der Linie RB 26 werden zwischen Berlin-Lichtenberg und Strausberg von etwa
3.800 Fahrgästen am Tag (Mo-Fr) genutzt.
Frage 4:
Wird der Regionalbahnhalt Mahlsdorf planungsgemäß Anfang Dezember 2017 fertig gestellt und in Betrieb
gehen?
Antwort zu 4:
Nach aktuellem Stand der Planungen kann der Bahnsteig zum #Fahrplanwechsel am
10. Dezember 2017 in Betrieb gehen. Die endgültige Zuwegung und der #Aufzug können
jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt fertiggestellt werden. Nach Abschluss dieser
Bauarbeiten ist der Zugang dann auch #barrierefrei möglich.
Frage 5:
Wie viele Fahrgäste werden zukünftig die RB26 ab dem Bahnhof Mahlsdorf in Richtung Lichtenberg im
Berufsverkehr benutzen?
Antwort zu 5:
Über den gesamten Tag (Mo-Fr) werden etwa 750 Fahrgäste in Richtung Berlin Ostkreuz
prognostiziert.
Frage 6:
Sofern mehr Fahrgäste die RB26 von Mahlsdorf in die Stadt nutzen, sind eine Verkürzung der FahrzeitTaktung
und der Einsatz von weiteren Zügen der RB26 vorgesehen?
Antwort zu 6:
Für die RB 26 werden zusätzliche #Fahrzeuge beschafft. Nach Auslieferung dieser
Fahrzeuge werden die Züge verlängert, sodass größere Sitzplatzkapazitäten angeboten
werden können. Im Übrigen steht den Fahrgästen für Fahrten stadteinwärts zusätzlich die
S-Bahn mit einem 10-Minuten-Takt zur Verfügung, der zu den Hauptverkehrszeiten am
Morgen und am Nachmittag durch weitere Verstärkerfahrten verdichtet wird.
Frage 7:
Wann erfolgte die letzte Begutachtung der Brücke am Bahnhof Mahlsdorf auf sogenannte Mängel und
Schäden und welche Ergebnisse liegen dem Senat vor?
Frage 8:
Ist eine grundhafte Sanierung der alten Bahnhofsbrücke im Zuge der Errichtung des neuen
Regionalbahnhalts Mahlsdorf oder in den kommenden Jahren vorgesehen?
Antwort zu 7 und 8:
Dem Senat liegen hierzu keine Informationen vor.
3
Berlin, den 20.10.2017
In Vertretung
Jens-Holger Kirchner
…………………………..
Senatsverwaltung für
Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Bahnhöfe: Umbau des Bahnhofs Karlshorst aus Senat

www.berlin.de

Zu welchem Ergebnis kamen die Untersuchungen der Deutschen Bahn AG, den #Regionalbahnhof in
#Karlshorst bis zur Eröffnung des künftigen Regionalbahnhofs #Köpenick geöffnet zu halten? Wie wird die
Entscheidung begründet?
Antwort zu 1:
Die DB AG teilt mit:
„Die DB AG kam zu dem Ergebnis, dass ein Erhalt des Regionalbahnhaltes am Bf.
Karlshorst nur bis zur Inbetriebnahme des Ostkreuzes sinnvoll ist.
Für einen Regionalbahnhalt in Karlshorst nach Inbetriebnahme des Regionalbahnhaltes
#Ostkreuz wäre eine Änderung des Planrechtes notwendig.
Der technische Vorrat der Regionalbahnsteige und der Personenüberführung ist durch die
Planrechtsvorgabe „Außerbetriebnahme Regionalhalt Karlshorst mit IBN des
Regionalhaltes Ostkreuz“ für die Anlagen komplett aufgebraucht. Ein sicherer baulicher
Zustand für einen Weiterbetrieb des RB-Halt in Karlshorst nach 2018 bis mindestens 2027
wäre nur mit dem #Ersatzneubau der Anlagen möglich, mögliche
Instandhaltungsmaßnahmen sind ausgereizt.
2
Mit einem Ersatzneubau würden die vorhandenen Anlagen ihren #Bestandsschutz
verlieren. Daraus resultiert die nachfolgende Zeitschiene von mindestens 6,5 Jahren
(78 Monate), für die ein Regionalhaltangebot in Karlshorst ausgeschlossen ist. Demnach
würde frühestens beginnend zum Fahrplanwechsel 12/2023 bis zur geplanten IBN
Köpenick 12/2027 ein Regionalhalt für einen Zeitraum von 4 Jahre möglich sein.
Durch den Verlust des Bestandsschutzes wäre mit dem notwendigen Ersatzneubau ein
barrierefreier Ausbau erforderlich, daraus resultiert u. a. auch die Notwendigkeit eines
Aufzuges.
Die mit Baubeginn 02/2018 geplante Grunderneuerung der Personenunterführung (PU)
(Verbindung Am Carlsgarten – Stolzenfelsstraße) und des S-Bahnsteiges würde sich in
den Zeitraum nach der Außerbetriebnahme des Regionalbahnhaltes Karlhorst ab 2028
verschieben.
Die Einrichtung eines zusätzlichen Verkehrshaltes in Karlshorst nach der Inbetriebnahme
des Regionalbahnsteigs am Bhf. Ostkreuz auf der Stadtbahnebene führt zu
Trassenkonflikten und zur Unterschreitung der notwendigen Pufferzeiten. Diese wären nur
durch Reduktion der Haltezeit auf anderen Bahnhöfen generierbar bzw. es müsste ein
anderer Halt auf der Stadtbahn entfallen. Insgesamt würde ein nicht kalkulierbares Qualitätsrisiko
entstehen.“
Frage 2:
Welchen Planungsstand haben die mit Beginn im Februar 2018 vorgesehenen Umbaumaßnahmen beim SBahnhof
Karlshorst? Welche Maßnahmen sind hier im Detail geplant?
Antwort zu 2:
Die DB AG teilt mit:
„Die Maßnahmen befinden sich derzeit in der Finalisierung der Ausführungsplanung und
der Ausschreibung der Baumaßnahmen.
Die nachfolgenden Anlagen werden erneuert bzw. saniert:
 S-Bahnsteig,
 Bahnsteigdach/Wetterschutz,
 Aufsichtsgebäude,
 Beleuchtungs-/Beschallungsanlagen,
 Beschilderung/Wegeleitsystem,
 Fahrgastinformationsanlagen, Uhren,
 Personenunterführung zum Carlsgarten,
 Treppenaufgang zum S-Bahnsteig erhält eine Einhausung,
 alle nicht mehr in Betrieb befindlichen Anlagen werden zurückgebaut.“
Frage 3:
Wann soll der dafür notwendige Rückbau der Regionalbahnsteige erfolgen?
Antwort zu 3:
Die DB AG teilt mit:
„Der Rückbau erfolgt mit Beginn der Bauarbeiten im Frühjahr 2018.“
3
Frage 4:
Wie lange wird der Umbau des S-Bahnhofs Karlshorst dauern und welche Verbesserungen ergeben sich
dadurch für die Benutzer des Bahnhofs?
Antwort zu 4:
Die DB AG teilt mit:
 „Juli 2018 Umbau S-Bahnsteig
 August 2018 Aufnahme Betrieb am erneuerten S-Bahnsteig
 März bis November 2018
o Neubau der Personenunterführung,
o Kompletterneuerung aller Ausstattungselemente (Sitzbänke,
Fahrgastinformationsanlagen, Informationsvitrinen, Mülleimer etc.),
o Herstellung des S-Bahnhofes entsprechend der denkmalpflegerischen Auflagen,
o Treppe am Bahnsteigende Richtung Erkner erhält eine Einhausung.“
Frage 5:
Welche Kosten entstehen für den Umbau und von wem werden diese getragen?
Antwort zu 5:
Die DB AG teilt mit:
„Die Gesamtkosten belaufen sich aktuell auf ca. 7 Mio. €.
Davon sind 3,1 Mio. € Zuwendungen des Landes Berlin, 2,7 Mio. € Zuwendungen aus
Bundesmitteln sowie 1,2 Mio. € Eigenmittel der DB AG.“
Die Zuwendungen des Landes Berlin in Höhe von 3,1 Mio. € sind für den Neubau der
Personenunterführung vorgesehen.
Berlin, den 16.10.17
In Vertretung
Kirchner
…………………………..
Senatsverwaltung für
Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Regionalverkehr: ODEG sorgt weiter für Verwirrung RE2 Ausfall auf der Strecke Berlin Zoo bis Cottbus aus Lausitzer Rundschau

https://www.lr-online.de/nachrichten/brandenburg/odeg-zug-faellt-zwischen-berlin-und-cottbus-aus_aid-5674722

#Cottbus. Ab Freitag 12:30 sollte der Zugverkehr der #ODEG endlich wieder normal laufen, zwischen Cottbus und Berlin. Allerdings gibt es erneut Probleme. Von Frank Hilbert und Rüdiger Hofmann

Eigentlich sollten die RE2-Züge seit 12.30 Uhr wieder fahren. Jetzt kam via App eine Störungsmeldung zum #RE2 Ausfall auf der Strecke Berlin Zoo bis Cottbus bis 19:00 Uhr . Es bestehe kein Schienenersatzverkehr. Nachfrage bei der Odeg ergab, dass nur ein Zug 17 Uhr ab Zoo Richtung Cottbus wegen Störung im Betriebsablauf betroffen sei. Der Betrieb habe erst im Lauf des Tages aufgenommen werden können und deshalb hätte kein Zug für diese Zusatzbahn nach Berlin zur Verfügung gestanden.

Wie die Odeg am Donnerstagnachmittag mitteilte, sollten ab Freitag früh wieder die Züge des Regionalexpress 2 von Cottbus nach Berlin durchgängig fahren. Das hatte die Odeg jedoch in der Nacht korrigiert. Der durchgängige Zugverkehr auf der Linie RE2 Cottbus – Wismar sollte voraussichtlich erst ab Freitag, 13. Oktober, um ca. 12 Uhr wieder aufgenommen werden, so das Unternehmen. Bis dahin verkehrten die Züge weiterhin nur auf den Teilstrecken Wismar – Berlin Ostbahnhof sowie Cottbus – Königs Wusterhausen. Ab/bis Königs Wusterhausen fährt die S-Bahn. Gegen Mittag hieß es dann, dass sich die Sperrung noch einmal …

Bahnverkehr: IM STREIT UM DEN AUSBAU DER GRENZÜBERGREIFENDEN BAHNLINIE RUFT DIE UCKERMARK DEN BUNDESTAG UM HILFE Eingleisig nach Stettin, aus MOZ

http://www.moz.de/landkreise/uckermark/schwedt-und-angermuende/artikel90/dg/0/1/1610618/

#Angermünde/#Passow (MOZ) Das seit Jahren anhaltende Hickhack um den Ausbau der #Bahnstrecke Angermünde-#Stettin erreicht nun einen neuen Höhepunkt: Weil die Pläne zwischen Passow und der Grenze nur ein Gleis vorsehen, wendet sich der Kreistag Uckermark jetzt direkt an den Bundestag.

Nach zwei öffentlichen Vorstellungsterminen des Bauprojekts in #Tantow und Passow macht sich jetzt Ernüchterung breit: Die Bahn hat den Auftrag bekommen, die Stettiner Strecke zwar zu #elektrifizieren, aber vorerst nur #eingleisig auszubauen. Dagegen laufen Politiker aller Ebenen aus der Region Sturm. Jetzt hat sich der Kreistag eingeschaltet. In einem parteiübergreifenden Beschluss fordern alle Fraktionen das zweite Gleis zwischen Passow und der Grenze. "Eine eingleisige Planung und Umsetzung würde die Entwicklung an dieser Stelle für viele Jahre und Jahrzehnte verhindern", heißt es zur Begründung.

Dabei war schon vor dem Abschluss des deutsch-#polnischen #Regierungsabkommens immer wieder die Rede vom zweiten Gleis. Das hatte bis zum Kriegsende existiert, wurde dann aber als Reparationsleistung abgebaut und Richtung Sowjetuntion transportiert. Seit vielen Jahren setzen sich vor allem die beiden Metropolen Berlin und Stettin für die Wiederertüchtigung der einst strategisch höchst bedeutsamen Bahnstrecke ein.

Doch das im Bundesverkehrswegeplan vorliegende Projekt sieht eine Ertüchtigung der Linie auf Tempo 160 vor sowie den Bau der ab Passow fehlenden Oberleitungen. Auch sollen Brücken, Bahnsteige und Schotterbett erneuert werden. Allerdings kommt nach derzeitigen Aussagen der Planer das zweite Gleis erst in Abhängigkeit von der Entwicklung des Verkehrsaufkommens.

Genau das sieht man in der Uckermark und in Potsdam mit größten Bedenken. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen pocht zwar auf ein stärkeres Engagement der brandenburgischen Landesregierung, doch hatte sich Ministerpräsident Dietmar Woidke schon persönlich …

Regionalverkehr + Bahnverkehr: „Xavier“ und die Bahn Es fahren wieder Züge nach Cottbus, aus Der Tagesspiegel

http://www.tagesspiegel.de/berlin/xavier-und-die-bahn-es-fahren-wieder-zuege-nach-cottbus/20439292.html

Von #Cottbus fährt die Bahn wieder bis Königs #Wusterhausen. Fahrgäste nach Berlin müssen weiterhin auf die #S-Bahn umsteigen.
Knapp eine Woche nach dem Sturm „#Xavier“ können ab Mittwoch auch wieder zwischen Cottbus und Königs Wusterhausen auf der Linie #RE2 Züge der Ostdeutschen Eisenbahn (#Odeg) fahren. In Königs Wusterhausen müssen die Fahrgäste in die S-Bahn umsteigen, weil die Strecke von dort bis zum Ostbahnhof noch gesperrt ist.
Durch „Xavier“ war nördlich von Königs Wusterhausen ein Mast der #Oberleitung über drei Gleise gestürzt, und bei #Grünau hatten umfallende Bäume insgesamt sieben Masten kippen lassen. Die Bahn hofft, dass diese Schäden bis Ende der Woche behoben sein werden. Planmäßig fahren die Odeg-Züge bereits zwischen Ostbahnhof und Wismar.

Bald wieder nach Plan

Im Fernverkehr Richtung Hamburg sollen die Züge ab Montagfrüh wieder auf ihrer …

Bus + Straßenbahn + U-Bahn + S-Bahn + Regionalverkehr: Fahrgastverband IGEB fordert Konsequenzen nach dem Verkehrszusammenbruch durch Orkan „Xavier“

#IGEB-Pressedienst vom 8.10.2017

 

Am Donnerstag, dem 5. Oktober 2017 wurde der öffentliche Verkehr in Berlin in einem Umfang #eingestellt, wie es die Fahrgäste seit dem Zweiten Weltkrieg noch nicht erlebt hatten. Aufgrund zahlreicher umgestürzter Bäume waren fast alle Fern-, #Regional- und #S-Bahn-Strecken blockiert, aber auch oberirdische #U-Bahn-Strecken, #Straßenbahn- und #Buslinien. Hunderttausende waren und sind zum Teil immer noch betroffen. Das Orkantief „Xavier“ war eines der stärksten in den letzten Jahrzehnten und kam zu einer Zeit, als die meisten Bäume noch Laub trugen, weshalb besonders viele umstürzten. Aber all das rechtfertigt nicht das Ausmaß der Verkehrseinschränkungen und Informationsausfälle.

 

1. Die vollständige Einstellung des BVG-#Busverkehrs war unverhältnismäßig und falsch. Durch das Aussetzen der Fahrgäste „auf freier Strecke“ waren sie viel mehr gefährdet, als wenn sie im Bus geblieben wären. Der Systemvorteil des Busses gegenüber den Schienenverkehrsmitteln, einen blockierten Abschnitt zu umfahren, wurde nicht genutzt.

 

Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert, dass die Fehlentscheidung, den BVG-Busverkehr vollständig einzustellen, gründlich ausgewertet wird und in den nächsten Nahverkehrsplan des Senats Vorgaben für das Krisenmanagement der BVG bei künftigen Unwettern aufgenommen werden.

 

2. Bei der #Fahrgastinformation hat sich wie bei fast allen Störungen gezeigt, dass die digitale Fahrgastinformation ein Schön-Wetter-System ist, das bei großen Störungen falsche, unsinnige oder nichtssagende Informationen gibt oder vollständig zusammenbricht. So zeigte „Daisy“ bei der BVG Fahrten an, die schon lange nicht mehr aktuell waren, BVG-Twitter war ein vollkommener Reinfall und stieg irgendwann völlig aus, auf den Webseiten von Deutscher Bahn, S-Bahn Berlin, BVG und VBB gab es oft keine aktuellen, sich widersprechende oder unübersichtliche Informationen. Einzige überwiegend positive Ausnahme: S-Bahn Twitter. 

 

Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert, dass die Aufgabenträger des öffentlichen Verkehrs in den Verträgen mit den Verkehrsunternehmen Qualitätsstandards für die Fahrgastinformation im Störungsfall festlegen. Das betrifft das Internet ebenso wie die Information auf den Bahnhöfen und an den Haltestellen sowie in den Fahrzeugen.

 

3. Angesichts der Vielzahl umgestürzter Bäume war schnell absehbar, dass es mehrere Tage dauern wird, bis alle Fern-, Regional- und S-Bahn-Strecken wieder befahren werden können. Daher hätten sehr viel schneller Busse im #Schienenersatzverkehr eingesetzt werden müssen. Während innerhalb von Berlin ab Donnerstagabend oft ein Ausweichen auf die BVG möglich war, waren viele Kommunen in Brandenburg tagelang ohne jegliche ÖV-Anbindung – ein unhaltbarer Zustand.

 

Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert, dass die Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs, also die Länder Berlin und Brandenburg, die Eisenbahnverkehrsunternehmen zum Vorhalten bzw. Mieten von einem #Mindestangebot an Bussen und Fahrern für den Ersatzverkehr bei unvorhersehbarer Unterbrechung des Bahnverkehrs verpflichten.

 

4. Die Ereignisse des 5. Oktober 2017 haben das Vertrauen in die Zuverlässigkeit und die Leistungsfähigkeit des Berliner Nahverkehrs erheblich beschädigt. Die Politik und die Verkehrsunternehmen müssen zeigen, dass sie den Ernst der Lage erkannt haben und alles dafür tun, dass sich solch ein Desaster nicht wiederholt.

 

Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert, den öffentlichen Nahverkehr baulich und organisatorisch besser auf extreme Wetterlagen vorzubereiten. Viel spricht dafür, dass sich Starkregen wie im Sommer dieses Jahres und extreme Windgeschwindigkeiten wie am 5. Oktober als Folge des Klimawandels häufen werden. In Fachkreisen ist deshalb unstrittig, dass die Stadt der Zukunft eine „resiliente“ Stadt sein muss, eine Stadt also, die so gebaut und organisiert ist, dass sie schwere Störungen ohne nachhaltige Folgen übersteht. Hierbei kommt der Resilienz des öffentlichen Nahverkehrs eine besondere Bedeutung zu. Das betrifft den Betrieb ebenso wie die Fahrgastinformation.

 

Christfried Tschepe, Vorsitzender

Jens Wieseke, stv. Vorsitzender

Matthias Gibtner, stv. Vorsitzender

Regionalverkehr: In 36 Stunden von Berlin nach Cottbus Tausende Pendler sind durch das Orkantief „Xavier“ herumgeirrt, aus Der Tagesspiegel

http://www.tagesspiegel.de/berlin/bahnchaos-durch-xavier-in-36-stunden-von-berlin-nach-cottbus/20426058.html

DONNERSTAG, 16.00 UHR
Martin Neumann steht am Berliner #Hauptbahnhof, als die #Durchsage kommt, dass sein Zug wegen des orkanartigen #Unwetters ausfällt. Er wartet wie viele andere Reisende, die immer wieder auf den nächsten Zug vertröstet werden.

Tagesspiegel-Redakteurin Sandra Dassler beobachtet zur gleichen Zeit das Chaos am Bahnhof #Friedrichstraße. Nichts geht mehr. Sie ruft ihre Kollegen in der Redaktion an und berichtet in den nächsten Stunden von verschiedenen Bahnhöfen.

DONNERSTAG, 19.00 BIS 23.00 UHR

In der Pressestelle der #Bahn geht man bereits davon aus, dass einige Strecken – unter anderem die von der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft #ODEG betriebene Linie nach #Cottbus – in dieser Nacht und wahrscheinlich auch am nächsten Tag nicht befahren werden können. Die Reisenden auf den Bahnsteigen erfahren das nicht. Viele warten Stunden lang.

Trotz tausender gestrandeter Menschen schließt das #Reisezentrum am Bahnhof Friedrichstraße pünktlich um 20 Uhr. Der Kollege am noch geöffneten #Info-Point tut sein Bestes, um die in langen Schlangen Wartenden zu beruhigen. Martin Neumann, der immer noch am Hauptbahnhof „auf den nächsten Zug“ wartet, ruft am späten Abend eine Bekannte an und übernachtet bei ihr. Auch Sandra Dassler wird von einer guten Freundin aufgenommen.

FREITAG, 6.30 UHR

Martin Neumann steht wieder am Hauptbahnhof und erhält wie viele andere die Auskunft, dass „vielleicht in einer Stunde“ wieder Züge fahren. Doch er wartet vergeblich. Sandra Dassler arbeitet in der Redaktion, berichtet unter anderem über die Lage bei der Bahn.

FREITAG, 14.00 UHR

Die Pressestelle der ODEG teilt nach mehreren Nachfragen mit, dass auf der Strecke nach Cottbus alle drei Stunden zwei Busse eingesetzt werden. Auf die Frage, wie diese die stündlich verkehrenden und mit Hunderten Reisenden besetzten Züge ersetzen sollen, gibt …

Bahnverkehr: Das große Schweigen der Deutschen Bahn während des Orkans, aus Die Welt

https://www.welt.de/wirtschaft/article169383815/Das-grosse-Schweigen-der-Deutschen-Bahn-waehrend-des-Orkans.html

Im #Orkan fuhren keine Züge mehr, Zigtausende Passagiere strandeten und wussten nicht weiter. Die #Bahn blieb stundenlang #sprachlos – und legte mit ihrem #Schweigen eine grandiose Fehlkonstruktion offen.
Der #Regionalexpress RE3725 in Richtung Dessau steht hell erleuchtet auf dem Bahnhof Berlin #Friedrichstraße. Drinnen sind fast alle Plätze belegt. Niemand sagt etwas. Unter einem Sitz rekelt sich ein schlafender Husky. Auf die Frage, wann es denn wohl weiter gehe, schaut die Besitzerin von ihrem Smartphone auf. „Keine Ahnung. Mit uns spricht ja keiner.“

Seit einer Dreiviertelstunde sitzt sie mit ihrem Hund nun schon hier. „Ist wenigstens warm und trocken.“ Eine Durchsage gab es nicht. Kein #Schaffner weit und breit. Kein #Zugführer, der seine Gäste informieren würde. Das Smartphone hilft der jungen Frau auch nicht weiter. Auf der Internetseite der Bahn steigt die Verspätung für den Zug im Minutentakt. So, als könne es jeden Augenblick losgehen. Weitere Informationen: Fehlanzeige.

Das Sturmtief „#Xavier“ offenbarte zum Ende der Woche erneut ein #Kernproblem der Deutschen Bahn: Sie spricht nicht mit ihren Kunden. Jedenfalls nicht dann, wenn es nötig ist. Und wenn, dann werden Meldungen wie „#Störungen im #Betriebsablauf“ verkündet, die keinem Fahrgast weiterhelfen. Das Personal auf dem „rollenden Material“, also Zugbegleiter und Triebfahrzeugführer, weiß oft nicht mehr als die Passagiere, die den Fahrverlauf auf der Bahn-App „DB Navigator“ verfolgen.
Von Planung keine Spur

Die #Informationspolitik der DB ist katastrophal – besonders im Katastrophenfall. Dass bei Windböen von bis zu 130 Stundenkilometern und dutzendfach auf Gleise gestürzten Bäumen der #Zugverkehr eingestellt werden muss, ist verständlich. Dass allerdings Tausende von gestrandeten Fahrgästen stundenlang nicht wissen, wie und ob es weiter geht. Dass Web-Seiten zusammenbrechen und auch im Netz keine Information zu ergattern ist. Das ist fatal. Und es ist kein unglücklicher Zufall, denn der Fehler liegt im System.
Klaus-Dieter #Hommel ist in der Nacht zu Freitag in Hannover gestrandet. Bei Seesen Richtung Harz war Schluss, Sturm „Xavier“ bremste auch diesen Zug. Hommel nimmt es gelassen, wie die meisten Fahrgäste, er ist ein großer Freund des Schienenverkehrs und der Deutschen Bahn. Schließlich ist Hommel stellvertretender Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und Mitglied des Aufsichtsrats im DB-Konzern. Für das aktuelle Krisenmanagement hat er allerdings keinerlei Verständnis. „Dieser Sturm ist doch nicht vom Himmel gefallen, das Sturmtief war doch …