Knapp 70 Jahre prägten die eleganten Züge mit der runden Stirn das Bild der Berliner #S-Bahn, die zuletzt als Baureihe #477/877 zuverlässig ihren täglichen Dienst verrichteten. Millionen Fahrgäste kennen die Wagen mit der #Sprelacart- Wandtäfelung aus den 60er Jahren und der seit den 70er Jahren eingeführten #Stirnfront mit den zwei Fenstern.
Austausch in vier Etappen: Aus anfänglicher #Bestandsbereinigung wurde der komplette Ersatz
Für viele Menschen war die Berliner S-Bahn lange Zeit gleichbedeutend mit brummenden #Gleichstrommotoren und #zischenden#Bremsen. Doch die Serieneinführung der Baureihe (BR) #481 führte ab 1997 zum rasanten Ende der #Vorkriegs-Oldies, die bis dahin noch immer den Ton im Berliner S-Bahn-Netz angaben.
Am 2. November geht tatsächlich eine #Ära zu Ende – nach fast 80 Jahren, einem langen #Menschenleben, verabschiedet die Berliner #S-Bahn feierlich ihre #Altbauzüge in den #Ruhestand.
Günter Ruppert, Sprecher der Geschäftsführung: „Nein. Bisher erfolgt auf ca. 17 Prozent der Bahnhöfe eine #Fernabfertigung, beispielsweise auf der östlichen S 7. Das wird ausgebaut. Allerdings erteilen sich die #Triebfahrzeugführer dann selbst den #Abfahrauftrag, nachdem sie sich vom Ende des Fahrgastwechsels und Türenschluss überzeugt haben. Die #Aufsichten werden auf #Stammbahnhöfe zurückgezogen. Darunter verstehen wir ständig besetzte Bahnhöfe, die eine bestimmte Anzahl unbesetzter Bahnhöfe betreuen und dorthin im #Bedarfsfall Mitarbeiter entsenden. In Außenbezirken werden sie größere Bereiche umfassen, in der Innenstadt kleinere.“
Im hellen Tagungsraum mit bequemen Arbeitssesseln und freundlicherweise von der BVG angebotenen (Frei-)Getränken wurde die Veranstaltung von IGEB-Abteilungsleiter Stadtverkehr, Artur Frenzel, eröffnet. Von der BVG standen der Betriebsdirektor #Omnibus, Herr #Müller, für die Technik Herr #Balling und – wie jedes Jahr – für alle Fragen des täglichen Betriebsablaufes, Herr #Graetz, zur Verfügung. Breiten Raum nahm die Vorstellung des neuen #Doppeldeckers ein, der nächstes Jahr mit einem #Prototyp in Betrieb geht. Der dreiachsige, 13,70 Meter lange, 2,55 Meter breite, 4,06 Meter hohe, 305 PS starke, für 80 Sitzplätze und zwei #Rollstühle ausgelegte und mit #Klimaanlage ausgestattete Bus wird der erste #Neubau eines Doppelstock-Busses in Berlin seit 1995 sein (in Signal 5/2003 auf Seite 17 findet sich ein Foto).
Zerkratzte Fenster, stumpfes Sprelacart, fehlende Gepäckraufen: Die letzten #477er sind wahrlich keine Zierde mehr. Nichts erinnert an die Wagen der 30er Jahre mit ihrem fortschrittlichen und windschnittigen Äußeren.
Doch immerhin: Es gibt noch ein Fahrzeug mit dem typisch runden Gesicht. Der #167er des Vereins #Historische S-Bahn – so hieß diese Baureihe von 1941 bis 1970 – zeigt noch heute die Eleganz der alten Zeit.
Was ist der Unterschied zwischen elf Jahren und dreizehn Jahren? Na? Falsch!
Der Unterschied liegt darin, dass in elf Jahren (1979 bis 1990) 26 Kilometer #Straßenbahn in Berlin gebaut wurden, in den darauffolgenden 13 Jahren 1990 bis 2003 kam man auf eine #Stilllegung von drei Kilometer (Altglienicke) und atemberaubende neun Kilometer Neubau (Osloer Straße, Buchholz, Alexanderplatz). Ach ja, nicht zu vergessen die 400 Meter in der Warschauer Straße – bis zum Prellbock vor der Oberbaumbrücke.
Der wahre S-Bahn-Freund wird mit der #Ausmusterung der Züge Baureihe #477 und dem Einsatz der Baureihe #481, nun auch auf der #S3, sicher auch die #Geräusche der materialfressenden Reibung zwischen Rad und Schiene vermissen. Und dabei braucht er doch jedes #Fahrgeräusch wie die Luft zum Atmen.
Der wahre S-Bahn-Nutzer aber, der ständig aus seinem wohlverdienten Feierabend-S-Bahn- Nickerchen geweckt wird, und die vielen Anwohner an #kurvenreichen S-Bahn-Strecken, die wird es freuen: Die Züge sind leiser.
Eine einst viel befahrene und sehr beliebte Strecke kehrt für einen Tag in das Netz der Berliner S-Bahn zurück – am 30. August können sich ihre zahlreichen Freunde auf die frühere #S10, auch „#Konrad“ genannt, freuen.
Zum Abschied von den #Altbaufahrzeugen der Berliner S-Bahn können sie noch einmal das Rattern der Motoren und den eigenen Duft der Baureihe #475 erleben.
Seit dem 26. Juli sind die #Altberliner #S-Bahnzüge der 30er und 40er Jahre so gut wie vom Liniennetz verschwunden: An diesem Tag ersetzte die Berliner S-Bahn auch auf der Linie #S3 die Züge der Baureihe #477 durch die modernen der Baureihe 481/482.