Vor allem beim Thema #Baustellen und #Parkplätze sind #Autofahrer in Berlin #unzufrieden. Das geht aus einer Umfrage des #ADAC hervor. Allerdings ist demnach der Unmut in vielen anderen Großstädten noch größer.
Andreas Knie: Selbstverständlich! Fahrrad ist in Berlin mittlerweile das schnellste Verkehrsmittel, vorausgesetzt die Wege sind nicht zu lang.
Berlin hat mehr als eine halbe Million Radfahrer, gilt aber nicht gerade als fahrradfreundliche Stadt. Das soll sich jetzt ändern: Der Senat ist kurz davor, sein erstes "Fahrradgesetz" zu verabschieden. Was halten Sie davon?
Es ist ein Anfang, ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wir brauchen endlich mehr Platz für Fahrradfahrer. Ich bin schon in den Achtzigerjahren hier Rad gefahren. Damals waren wir wenige, es war nicht so problematisch. Jetzt ist das eine Massenbewegung. Ich wohne am Kottbusser Damm in Kreuzberg. Dort ist das Fahrradfahren tatsächlich ein Harakiri-Akt. Ich muss froh sein, wenn ich nicht zweimal am Tag überfahren werde.
Viele Radfahrer sind auch – oder waren – autofahrende Verkehrsteilnehmer. Es gibt also ein gewisses Grundverständnis: Autofahrer wissen, wie Fahrradfahrer fahren und umgekehrt. Sonst gäbe es viel mehr Unfälle. Aber wir haben zu wenig Raum, das ist der Konfliktkern. Früher waren wir als Fahrradfahrer die Desperados. Wir waren in der Minderheit und hatten immer Recht. Jetzt sind wir Teil des Massenverkehrs geworden und müssen …
Zu Wochenbeginn machen den Berliner #Autofahrern einige #Baustellen das Leben schwer. Am Montag stehen deshalb auf mehreren Straßenabschnitten nicht alle Fahrstreifen zur Verfügung.
Straßenverkehr:
Biesdorf:
Am Morgen beginnen auf der Köpenicker Straße neue Bauarbeiten. In Höhe der Erwinstraße steht nur ein Fahrstreifen für beide Richtungen zur Verfügung. Eine Baustellenampel regelt bis Anfang Oktober den Verkehr.
Gesundbrunnen:
Eine neue Baustelle beginnt am Vormittag auf der Brunnenstraße. In Höhe Rheinsberger Straße steht in beiden Richtungen jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte Oktober an.
Friedrichshain:
Auf der Warschauer Straße beginnt neben der bereits bestehenden Baustelle in Höhe Marchlewskistraße eine weitere Gleisbaustelle in Höhe Kopernikusstraße. Bis Mitte Oktober steht in jeder Richtung nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Schöneberg:
Am Nachmittag wird auf der Torgauer Straße eine Baustellenampel eingerichtet. In Höhe Gustav-Müller-Straße steht bis Anfang …
Regine #Günther, die von den Grünen aufgestellte parteilose #Verkehrssenatorin, ist seit Dezember vergangenen Jahres im Amt. Mit der Berliner Morgenpost sprach sie über Tempo #30, #Parkgebühren und bessere Bedingungen für #Radfahrer.
Frau Günther, erhalten Sie eigentlich viele Zuschriften von erbosten #Autofahrern?
Regine Günther: Nein, warum?
Ihr Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner wird fast jede Woche mit neuen Vorschlägen zitiert, wie man Autofahrern das Leben schwermachen kann.
Was da alles so zitiert wird, entspricht nicht immer dem aktuellen Stand der Planungen in unserem Haus.
Was heißt es dann, wenn er sagt, man werde die Parkgebühren für Anwohner erhöhen?
Das hat er so nicht gesagt. Er hat zu Recht darauf hingewiesen, dass die Parkgebühren in Berlin im Vergleich zu anderen Städten niedrig sind. Das heißt aber nicht, dass wir uns aktuell mit Fragen der Parkraumbewirtschaftung beschäftigen. Augenblicklich ist dies nicht auf der politischen Agenda.
Aber Sie haben eine Meinung dazu, oder?
Wir müssen diese Frage in einem Gesamtkonzept sehen. Wenn wir die Parkraumbewirtschaftung innerhalb des S-Bahnrings ausweiten wollen, wie es der Koalitionsvertrag vorsieht, müssen wir klären, wo. Ist es für die gesamte Innenstadt sinnvoll? Was ist mit Gewerbe- und Industriegebieten? Das wissen wir noch nicht. Wir werden im kommenden Jahr dazu ein Konzept erstellen.
Aber Sie haben immer wieder solche Debatten angestoßen. Mal ging es um Tempo 30, dann um Fahrverbote für Dieselautos.
Ein Gespenst geht um in Berlin – das Gespenst einer neuen #Verkehrspolitik. Auf weiteren Straßen soll #Autofahrern Platz weggenommen und #Radlern mehr Platz gegeben werden. Viele #Dieselautos könnten aus der Innenstadt verbannt, die Straße Unter den Linden soll #Fußgängerbereich werden. Die neue Senatorin Regine Günther und ihr Verkehrs-Staatssekretär Jens-Holger Kirchner haben sich viel vorgenommen, und sie lassen keinen Zweifel daran, dass sie es ernst meinen. Schon wittert die CDU einen Kulturkampf gegen Autofahrer, und die FDP wirft dem rot-rot-grünen Senat vor, dass er Verkehrspolitik mit der Brechstange betreibt.
Ist Berlin im Aufruhr? Nicht wirklich. Der öffentliche Aufschrei blieb bislang aus. Ein Grund könnte sein, dass Berlin keine Autostadt ist. 40 Prozent der Haushalte haben keinen Pkw zur Verfügung. Außerdem sind die Senatspläne nicht neu. Schon vor Jahren wurde in Berlin damit begonnen, Autos Platz zu entziehen, um Radfahrstreifen zu markieren. Was aktuell für die Frankfurter Allee in Friedrichshain und die Schönhauser Allee in Pankow vorgesehen ist, hat woanders längst stattgefunden – etwa auf der Dudenstraße in Kreuzberg, der Heinrich-Heine-Straße in Mitte, der Turmstraße in Moabit. Für viele Verkehrseinschränkungen sind ohnehin nicht Behörden, sondern Kraftfahrer verantwortlich, die sich nicht um Regeln scheren: Es gibt kaum eine Einkaufsstraße, in der nicht in zweiter Reihe geparkt wird.
Hunderttausende sind auf das Auto angewiesen
Es ist kein Wunder, dass sich der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC), mit mehr als 700.000 Mitgliedern der größte Lobbyverband dieser Region, mit grundsätzlicher Kritik zurückhält. Autobesitzer sind vernünftige Menschen. Hunderttausende fahren mit nicht im Auto, sondern mit der …
Seit der Eröffnung der Spandau Arcaden vor rund 15 Jahren sorgt eine kuriose #Doppelampel in Spandau für Ärger unter den #Autofahrern. Tut sich der Senat sonst eher schwer, wenn es um die teure Errichtung neuer Lichtsignalanlagen geht, hat er hier die Spandauer gleich doppelt bedacht und das im Abstand von circa 25 Metern.
Rechts halten, links abbiegen – logo, dass das eng wird
Man wollte den Bürgern, die mit dem Bus über den Brunsbütteler Damm, die mittlere der nur drei Spandauer West-Ost-Achsen, aus Staaken oder dem Umland kommen, eine möglichst nahe Haltestelle zum Besuch des neuen Shoppingcenters bieten.
Und die fand man nur kurz vor der Kreuzung mit der Klosterstraße, der stark befahrenen, einzigen Nord-Süd-Trasse des Bezirks. Doch dummerweise müssen die #Busse anschließend links abbiegen, um ihre Endhaltestelle am Rathaus zu erreichen, und zu diesem Zweck die gesamte Fahrbahn überqueren.