Kaum hatte am Sonnabend früh die letzte #planmäßige #S-Bahn um 3.51 Uhr den Lehrter #Stadtbahnhof Richtung Spandau verlassen, waren schon die #Bauarbeiter da, um die Gleise #herauszureißen. Bis zum 4. Juli fahren nun zwischen #Friedrichstraße und #Zoo keine S-Bahnen mehr. In dieser Zeit werden ihre Gleise so gelegt, dass die S-Bahn dann durch die neue #Halle im Lehrter Bahnhof fahren kann und dort auch halten wird.
Etwa 40 000 Fahrgäste waren vor Beginn der #Bauarbeiten auf der #Wannseebahn mit der #S-Bahn täglich unterwegs, aber nur 20 haben sich nach der #Sperrung vor einem Monat direkt bei der S-Bahn #beschwert. Viel mehr müssen es auch nicht werden, denn die Arbeiten befinden sich nach Angaben des Leiters der #Bauüberwachung, Reinhard Oertner, „voll im Zeitplan“. Allerdings kommt der große Brocken erst noch.
Ein #totes#Gewässer wird #lebendig: Nach fast 40-jähriger #Sperrung ist ab heute auch das südliche Teilstück des #Teltowkanals, zwischen #Rudow und #Treptow, wieder befahrbar. Mit einer #Flottenparade wird die #Wiedereröffnung gefeiert. Historische Boote, Passagierschiffe, Frachter und Sportboote werden über die 2,5 Kilometer lange Strecke schippern. Um 11 Uhr soll an der #Grünauer Brücke – am Kilometer 37,7 – symbolisch ein rotes Band durchschnitten werden. Genau an dieser Stelle gaben einst die so genannten #Treidellokomotiven ihre #Schleppkähne ab und übernahmen ihre neue Fracht Richtung Oder. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden auf diese Weise Lasten transportiert, erst danach bekamen die #Binnenschiffe einen eigenen Antrieb. Der von 1900 bis 1906 gebaute 37,8 Kilometer lange Kanal hatte sich zu einer wichtigen Abkürzung auf dem #Wasserweg zwischen #Elbe und #Oder entwickelt. Dabei sollte er ursprünglich nur der Entwässerung dienen, doch schnell siedelten sich in Britz, Tempelhof, Lankwitz, Lichterfelde Industrie und Gewerbe an. Die Orte gediehen gut am Kanal.