Am 21. Februar 1923 beschließt der Berliner #Magistrat, den Tempelhofer #Flughafen zu bauen. Nur acht Monate später #eröffnet er. Zu verdanken ist das auch dem damaligen #Baustadtrat für Verkehr, Leonhard #Adler. Er erkannte früh die Zeichen der Zeit. Von Matthias Schirmer
Für das Areal des späteren Flughafens Tempelhof gibt es Anfang der 1920er Jahre viele Pläne: Wohnungen, öffentliche Parks, Baracken für Flüchtlinge und Kleingärten sollen entstehen
Doch der Berliner Baustadtrat Leonhard Adler setzt sich dafür ein, einen Berliner #Zentralflughafen in Tempelhof zu errichten
Er organisiert Freiflüge für die Entscheidungsträger und schafft es, dass der Flughafen nach acht Monaten eröffnet wird
Im April 1991 ging die Reise der #DDR-Fluggesellschaft zu Ende, eine Geschichte mit Licht und Schatten. Was das mit der Bundeskanzlerin zu tun hat – und wie man Stewardessen bei der #Interflug nicht zu nennen wagte.
„#Lady Agnes“ hält Kurs Nordwest, seit mehr als drei Jahrzehnten. So lange schon steht die Passagiermaschine auf einer Wiese 60 Kilometer von Berlin – ausrangiert. Man kann in ihrer Kabine Hochzeit feiern. Die #Iljuschin Il-62 ist eine der letzten Zeuginnen der Interflug. Die staatliche Fluggesellschaft der DDR war der Stolz ihrer Crews und der Regierung. Doch vor 30 Jahren landete die Interflug für immer. Es bleiben die Erinnerungen an Höhen und Tiefen. Und eine Zeit, in der Fliegen noch etwas Besonderes war.
#Saftschubse hat damals niemand gesagt „Saftschubse hätte damals niemand gesagt“, sagt Andrea Beu, früher #Flugbegleiterin bei der Interflug. „Stattdessen wurde man in Uniform in der S-Bahn geradezu bewundert und auch freundlich angesprochen“, sagt sie. Noch stärker als im Westen war #Stewardess in der DDR ein absoluter Traumberuf, wie die Berlinerin bestätigt. Denn Fliegen war ein Privileg, besonders wenn es in den Westen ging. Die noch als „#Deutsche Lufthansa“ (Ost) gestartete Interflug flog zu Zielen wie Bukarest, Havanna und Moskau, aber auch nach Kairo und Singapur, denn das brachte Westgeld in die Kasse. Die Crews für das „nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet“ wurden von der Stasi sorgsam ausgewählt. Verlässlichkeit war wichtig, „Republikflucht“ musste unbedingt vermieden werden.
Totgesagte leben länger. Auf den alten Schönefelder #Airport (SXF), bis 1989/90 #Zentralflughafen der DDR, trifft das auf jeden Fall zu. Strenggenommen liegt der Airport ja im Brandenburgischen. Doch schon zu DDR-Zeiten hieß er „Berlin-Schönefeld“, der alte Schriftzug prangt noch am Hauptterminal A, 1976 eingeweiht. Das Gebäude selbst ist abgenutzt. Gleich daneben wurden weitere Abfertigungshallen errichtet, quadratisch, praktisch, billig, zuletzt das Terminal D2. Denn SXF ist Deutschlands am schnellsten wachsender Airport, der Boomer schlechthin.
Kapazität
2016 wurden in Schönefeld elf Millionen Passagiere abgefertigt, das Fünffache im Vergleich zu den 90ern. Im ersten Halbjahr 2017 waren es über sechs Millionen, womit SXF erstmals den Flughafen Köln-Bonn überholt hat. 2017 kalkuliert man schon mit 13 Millionen Passagieren — mit halbwegs normalem Standard könnten acht, neun Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte die Betriebsgenehmigung für den Flughafen Berlin-Tempelhof widerrufen und den Wirksamkeitszeitpunkt des Widerrufs in Anlehnung an den Vergleichsvorschlag des Gerichts vom 21. Dezember 2006 auf das Ende der #Sommer-Flugplanperiode 2008 (30. Oktober 2008, 24:00 Uhr) festgelegt. Insgesamt hatten fünf Airlines sowie acht Unternehmen für Geschäftsflüge Klage erhoben.
Als der neue Chef der Schweizer Fluggesellschaft #Crossair zur ITB seinen Antrittsbesuch in Berlin machte, galt eine seiner ersten Fragen dem #Zentralflughafen. „Was wird aus #Tempelhof?“ wollte André Dose wissen und war erfreut, dass die Zeichen zumindest auf einen vorläufigen Erhalt des #City-Airports hindeuten. Nachdem sich auch der Konkurrent #Lufthansa angesichts der Engpässe in #Tegel nach sechs Jahren wieder auf den #Flugplatz seiner Gründerzeit besinnt, erlebt Tempelhof einen neuen Aufschwung.