(Berlin, 3. Dezember 2009) Am gestrigen Mittwochvormittag kam es in einem Zug der Linie S8 zu einer technischen Störung, in deren Folge sich die Türen des Zuges während der Fahrt öffneten. Der Vorfall ereignete sich zwischen den Bahnhöfen Schönhauser Allee und Bornholmer Straße. Fahrgäste kamen dabei nicht zu Schaden.
Der betroffene Zug der Baureihe 480 wurde ausgesetzt und einer Werkstatt zugeführt. Die Untersuchung ergab, dass ein durch eindringendes Wasser verursachter Kurzschluss an einem technischen Anschluss zur Fehlfunktion der Türen führte. Der Schaden wurde unmittelbar behoben. Die S-Bahn Berlin geht von einem Einzelfall aus. Trotzdem werden die Fahrzeuge bezüglich dieser Anschlüsse überprüft.
Die Pläne der Bundesregierung, den uneingeschränkten Busfernverkehr zuzulassen, werden für die Bahn unter den jetzigen schlechten Wettbewerbsbedingungen gegenüber den anderen Verkehrsträgern zu einem starken Schwinden von Fahrgästen im Fernverkehr aber auch auf längeren Regionalverbindungen führen. Das Potential zeigt die Strecke Hamburg – Berlin mit 400.000 Busfahrgästen pro Jahr. Das die Bahn hier unterliegt, liegt in erster Linie an den gesetzlichen Rahmenbedingungen, die einen fairen Wettbewerb ausschließen und fatale Folgen für das System Schiene haben: Ø Die Bahn muss die Trasse und die Stationshalte bezahlen, der Bus jedoch keine Maut Ø Die Buskonkurrenz wird die Auslastung vieler Verbindungen reduzieren und tendenziell Bahnlinien unrentabel machen, Verkehrseinstellungen sind die Folge – das genaue Gegenteil der ökologisch und verkehrspolitisch angezeigten Zielsetzung. Die ICEs der Bahn fahren dann nur noch auf den großen Fernstrecken, der Bus bedient die Städte und Zentren zwischen den Metropolen. Dies ist für den DBV ein Horrorszenario, für das genaue Gegenteil sollte gekämpft werden, nämlich dass die Bahn wieder mehr Mittel- und Oberzentren an den Fernverkehr anschließt. Ø Die Abhängigkeit vom Erdöl nimmt weiter zu, die umweltschädlichen Emissionen im Verkehrssektor werden eher steigen als sinken Das mit Milliardenbeträgen vom Steuerzahler geförderte Schienennetz wird schlechter ausgelastet werden, ein Erhalt bzw. Ausbau wäre dann politisch noch weniger durchsetzbar Dazu kommt, dass die Unfallquote zwischen Bus und Bahn bei vier zu eins liegt und dem Buslinienverkehr, der nun dem Fahrgastrecht unterliegt, bei Verspätungen durch Staus erhebliche finanzielle Nachteile drohen, was sicherlich die Fahrweise der Busfahrer beeinträchtigen wird. Mehr Staus und Verkehrsopfer sind damit vorprogrammiert. Die Bahn muss die Wettbewerbsnachteile „Ökosteuer“, „Teilnahme“ am Emissionshandel, voller Mehrwertsteuersatz bei den Fahrpreisen, Bezahlung ihrer Schienenwege sowie die Bevorzugungen der Konkurrenz (z. B. keine Kerosinsteuer für Flugverkehr) verkraften. Mit einem massenhaften Rückgang der Fahrgäste würde sämtliche Bahnpolitik völlig konterkariert. Der Deutsche Bahnkunden-Verband hält die geplante Ausweitung insbesondere der Parallel-Busfernverkehre für einen schrittweisen Selbstmord für den Schienenpersonenfernverkehr und einen Schritt zurück in den Entwicklungsstand des öffentlichen Personenverkehrs eines Entwicklungslandes. Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne unter Telefon (0163) 784 60 91 zur Verfügung.
POTSDAM – Es war eines der Prestigeprojekte des früheren Innenministers Jörg Schönbohm (CDU) und seines Staatssekretärs Hans-Jürgen Hohnen. Die Hubschrauberstaffel der brandenburgischen Polizei sollte zum Jahresende vom Flughafen Schönefeld (Dahme-Spreewald) zum Flugplatz Schönhagen (Teltow-Fläming) umziehen. Aber daraus dürfte nichts werden. Wie MAZ gestern aus dem Innenministerium erfuhr, sind die Weichen in Richtung Blumberg (Barnim) gestellt. „Blumberg ist wieder zurück im Spiel“, sagte Ministeriumssprecher Ingo Decker. Derzeit werde im Ministerium noch einmal über wirtschaftliche Aspekte beraten. Eine Entscheidung von Innenminister Rainer Speer (SPD) sei in der kommenden Woche zu erwarten. Die Zeit drängt, denn die Nutzungsrechte in Schönefeld laufen aus. Mit dem von Schönbohm favorisierten Umzug nach Schönhagen streicht Speer innerhalb von wenigen Tagen ein zweites Luftfahrtprojekt seines Vorgängers. Erst zu …
Mit einer mageren Kuh vergleicht Hans-Werner Franz vom VBB die S-Bahn. Die DB habe sie nur gemolken, ihr aber nicht mehr genug zu fressen gegeben.
Ein rigider Sparkurs sei schuld daran, dass die S-Bahn in einer so schlechten Verfassung ist. Die Monopolstellung des Unternehmens habe die Krise verursacht.
Die Hälfte des Länderzuschusses sollte die S-Bahn 2010 als Gewinn an die DB weiterreichen – so die Prognose. Wegen der Krise ist dies nun aber Makulatur.
Mit einer mageren Kuh vergleicht Hans-Werner Franz vom VBB die S-Bahn. Die DB habe sie nur gemolken, ihr aber nicht mehr genug zu fressen gegeben.
Ein rigider Sparkurs sei schuld daran, dass die S-Bahn in einer so schlechten Verfassung ist. Die Monopolstellung des Unternehmens habe die Krise verursacht.
Die Hälfte des Länderzuschusses sollte die S-Bahn 2010 als Gewinn an die DB weiterreichen – so die Prognose. Wegen der Krise ist dies nun aber Makulatur.
Es werden immer mehr. Mit dem neuen Seniorenticket für Berlin und Brandenburg sind bereits mehr als 64 000 Fahrgäste unterwegs. Die älteste Besitzerin ist über hundert Jahre alt. Jetzt soll ein dickes Bonusheft weitere Käufer anlocken – und die Fahrgäste, die das Senioren-Abonnement schon haben, zu Ausflügen in das Land Brandenburg verleiten. Blättern lohnt sich: „Das Heft enthält 42 attraktive vergünstigte Angebote“, sagte Ulrike Bergmann von der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH.
Noch bis Januar zum alten Preis Zwei Beispiele: Wer in der Lausitztherme Wonnemar in Bad Liebenwerda ein Seniorenticket und das Bonusprogrammheft vorweist, zahlt für die Tageskarte nur zwölf Euro – 10,60 Euro gespart. Wer sich zu einem viertägigen Wellness-Kurzurlaub …
Hans-Werner Franz liebt offene Worte, auch wenn er sich damit unbeliebt macht. Der Chef des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) hat im Streit um die Zukunft der S-Bahn deutlich Stellung bezogen – und sich damit herbe Kritik eingehandelt. In einer persönlichen Denkschrift spricht er sich dafür aus, den gesamten Zugbetrieb der S-Bahn in drei Stufen auszuschreiben. „Die Entscheidung liegt nicht bei ihm, sondern bei den Ländern. Herr Franz sollte aufpassen“, entgegnete der SPD-Politiker Christian Gaebler. Und Heiner Wegner, Vorsitzender des S-Bahn-Betriebsrats, kündigte „heftigen Gegenwind von Seiten der S-Bahn-Belegschaft“ an. Am Abend zuvor hatte Franz einen Anruf aus der rot-roten Koalition bekommen. Er möge darüber nachdenken, ob er mit seiner Denkschrift wirklich an die Öffentlichkeit gehen will. Doch Franz blieb standhaft. Gestern stellte er seine Ideen zunächst Unternehmern vor, die zu den Berliner Wirtschaftsgesprächen ins …
Der Bezirk Mitte bekommt eine weitere Baustelle in bester Lage: Schon von der kommenden Woche an wird die Wilhelmstraße zwischen Unter den Linden und Dorotheenstraße gesperrt, weil Bundestagsgebäude in der Nachbarschaft mit einem Fußgängertunnel verbunden werden sollen. Das Loch, das dafür gegraben wird, ist gar nicht besonders groß. Aber mit acht Metern besonders tief. „Wir machen da richtig Bergbau“, sagt Andreas Kübler, Sprecher des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Mehrere große Wasserleitungen müssen ebenso unterquert werden wie ein Hochspannungskabel von Vattenfall, das große Teile der City versorgt. 7,5 Millionen Euro soll der 50 Meter lange Tunnel in acht Meter Tiefe kosten, den der Bund bezahlt. Er beginnt auf der Ostseite der Wilhelmstraße in der früheren afghanischen Botschaft, die 2011 von Parlamentariern bezogen werden soll, und führt zum …
Seit Sommer 2010 sorgen neue Gesetze dafür, dass Fahrgäste für ihren Ärger mit der Bahn wenigstens Anspruch auf Entschädigung haben. Doch wer auch in dieser Frage im Streit mit dem Verkehrsunternehmen liegt, muss nicht gleich vor Gericht ziehen. Mit der am Dienstag eröffneten „Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr“ (SÖP) gibt es nun eine neue Anlaufstelle, die Reisenden hilft, zu ihrem Recht zu kommen. Die Schlichtungsstelle mit ihren zunächst sechs Mitarbeitern kann immer dann eingeschaltet werden, wenn Fahrgäste bei den Unternehmen bereits Beschwerde eingelegt haben und mit deren Reaktion nicht einverstanden sind. „Es gibt dazu zwar Gesetze, aber die Praxis zeigt, dass Regelungen unterschiedlich ausgelegt werden“, sagt SÖP-Leiter Edgar Isermann, der zuvor Präsident des Oberlandesgerichts Braunschweig war. Er verspricht ein zügiges und objektives …