Eine schlechte Nachricht für U-Bahn-Fahrgäste: Die Bauarbeiten am Bahnhof Gleisdreieck, die viele von ihnen zum Umsteigen zwingen, dauern länger als geplant. Das teilte Ralf Baumann, der Infrastruktur-Chef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), am Freitag mit. Das fast 99 Jahre alte Gleisdreieck ist ein Sanierungsfall – das bekommen die Fahrgäste in diesem Jahr erneut zu spüren. Wegen Bauarbeiten fährt die U2 seit Mai nur zwischen Pankow und Gleisdreieck. Wer von dort weiter will, muss umsteigen. Jeder zweite Zug kehrt schon am Potsdamer Platz um, was einen weiteren Zugwechsel erfordert. Vom 14. November an sollte die U2 wieder bis Ruhleben verkehren. Aber daraus wird nichts. „Wir gehen davon aus, dass wir die Baumaßnahme bis zum …
Am 10. September wird die BVG das erste Serienfahrzeug des neuen Straßenbahnzuges vom Typ „Flexity“ vorstellen. Der Prozess zur Ablösung der alten Tatra-Fahrzeuge ist eingeleitet. Das ist die gute Nachricht für alle Berliner Straßenbahnfahrgäste, vor allem für diejenigen, die durch Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator oder schweres Gepäck in ihrer Mobilität erheblich eingeschränkt sind. Aber leider trüben einige Wermutstropfen die Freude. Die Berliner Straßenbahn hat in den letzten Jahren insbesondere durch die Neubaustrecken einen enormen Fahrgastzuwachs erfahren. Mit größeren Fahrzeugen würde man die Weichen in die Zukunft für einen wirtschaftlichen Betrieb der Berliner Straßenbahn richtig stellen. Das Abgeordnetenhaus hat deshalb in seinem Eckpunktebeschluss zum Nahverkehrsplan für die fünf nachfragestärksten Metrolinien M2, M4, M5, M6 und M8 die Beschaffung von 40 m langen Flexity-Zügen vorgegeben. Aber nach dem Willen der BVG sollen mehr als die Hälfte, nämlich 55 der 99 bestellten Züge, nur als Kurzzüge mit einer Fahrzeuglänge von 30 m geliefert werden. Diese Züge können in der Einrichtungsversion gerade einmal 55 Fahrgästen einen Sitzplatz bieten und haben damit eine geringere Sitzplatzkapazität als die bisher eingesetzten Tatra-Züge, in denen pro Zug 66 Fahrgäste einen Sitzplatz finden. Die BVG hat für die neuen Flexitys eine neue Zählmethode für die Ermittlung der Zahl der Sitzplätze erfunden. Für die sogenannten „Mutter-Kind-Sitze“ mit einer Sitzplatzbreite von ca. 70 cm werden jeweils 1,5 Sitzplätze „berechnet“. Tatsächlich wird auf diesen Plätzen im Regelfall nur ein Fahrgast einen Sitzplatz finden, die rechnerischen Kapazitäten werden aber dadurch nicht unwesentlich geschönt. Der 7-teilige 40-m-Einrichtungszug, der von der BVG am 10. September präsentiert wird, hat somit nach BVG-Berechnungen 84 Sitzplätze, tatsächlich stehen jedoch nur 77 Sitzplätze + 2 Klappsitze zur Verfügung. Für Metrolinien wie z.B. die M5 (vom Alexanderplatz nach Hohenschönhausen) oder die M8 (zukünftig vom Hauptbahnhof nach Lichtenberg/Marzahn), die im Berufsverkehr schon jetzt regelmäßig überfüll sind, sollen die alten Tatra-Züge, die üblicherweise in Doppeltraktion mit insgesamt 66 Sitzplätzen verkehren, künftig durch kurze Flexitys mit real 55 Sitzplätzen ersetzt werden. Für den Berliner Fahrgastverband IGEB ist dies alles andere als eine zukunftsweisende Entscheidung für den öffentlichen Nahverkehr. Er fordert die BVG deshalb auf, 1. Fahrgästen und Öffentlichkeit nicht länger geschönte Kapazitätsberechnungen zu präsentieren und 2. die Chancen für einen attraktiveren und wirtschaftlicheren Straßenbahnverkehr durch die Beschaffung von mehr 40 m langen Fahrzeugen zu nutzen und die Bestellung entsprechend zu modifizieren. Hier ist auch der Berliner Senat gefragt (Pressemeldung IGEB, Fotos Sebastian Schrader, Holger Grunow, 12.09.11).
Deutschen Bahn: Deren Züge haben sich im vergangenen Winter als wenig wetterfest erwiesen. Um Ausfälle zu verhindern, braucht der Konzern eine Fahrzeugreserve. Doch diese konnte die Bahn nicht in ausreichendem Maße aufbauen, weil das bundeseigene Unternehmen eine Reihe von bestellten Zügen aus unterschiedlichen Gründen bisher nicht bekommen hat. Der Fall Talent 2: Eigentlich sollten die Nahverkehrszüge von Bombardier schon seit 2009 im Einsatz sein. Mehr als 100 Triebzüge sind zwar bereits produziert, sie stehen aber noch immer auf Abstellgleisen …
Jetzt steht es ganz genau fest: Mit dem schnellsten Regionalexpress wird eine Fahrt vom Berliner Hauptbahnhof zum neuen Schönefelder Flughafen 30 Minuten dauern. Es können aber auch 32 oder 36 Minuten sein – je nachdem, welchen Zug man wählt. Gestern gaben die Berliner Flughäfen und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) bekannt, wie viel Zeit Fahrgäste zum künftigen Hauptstadtflughafen einplanen müssen „Die Anbindung des Willy-Brandt-Airports kann sich sehen lassen“, sagte der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD). Doch klar wurde auch: Viele Berliner werden länger als heute unterwegs sein, bevor sie in ein Flugzeug steigen können. Und: Für andere wichtige Themen, die den Verkehr zum Flughafen betreffen, gibt es immer noch keine Lösung – zum Beispiel für den künftigen Taxitarif und die Staus auf der Autobahn 113. Am 2. Juni 2012 soll der Flughafen Tegel geschlossen werden, am Tag darauf der neue …
Hauptsache gute Laune! Schließlich ist Wahlkampfzeit. Mit großem Tamtam sind gestern die Bahn- und Busverbindungen zum neuen Schönefelder Flughafen vorgestellt worden. Es stimmt: So schlecht werden es die Berliner nicht haben. Zwar müssen viele von ihnen weitere Wege zum nächsten Flughafen zurücklegen, wenn Tegel erst einmal dicht gemacht worden ist. Aber das ist nun mal der Preis dafür, dass zumindest im Norden und Nordosten der Stadt mehrere hunderttausend Menschen von Fluglärm verschont bleiben. Auch weiterhin werden die Fahrpreise im internationalen Vergleich lächerlich anmuten. Derzeit kostet ein Fahrschein zum Flughafen drei Euro, im nächsten Jahr wird der Preis vielleicht auf 3,20 oder 3,30 Euro steigen – in München, New York und Paris ist für so ein Ticket das …
BERLIN. „Alle reden übers Wetter. Wir nicht.“ Das war einmal. Ausgefallene Züge, stundenlange Verspätungen, bibbernde Reisende auf den Bahnsteigen und wie Ölsardinen gequetschte Fahrgäste in überfüllten Waggons – im letzten Winter gab es vor allem ein Thema: Die Bahn und das Wetter. Im Fernverkehr war nur noch jeder fünfte Zug fahrplanmäßig unterwegs, im Regionalverkehr sah es nicht viel besser aus. Wochenlang herrschte Winterchaos bei der Bahn. Und auch in diesem Jahr könnte es wieder zu massiven Beeinträchtigungen kommen, sollte der Winter ähnlich hart werden. Denn die Bahn verfügt noch immer nicht über eine ausreichende Reserve an Zügen. Das ist das ernüchternde Ergebnis eines Bahn-Gipfels am Donnerstag bei Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU).
Probleme mit Zulieferern „Ich kann mich leider hier nicht hinstellen und sagen, im Winter läuft alles wie geschmiert“, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube …