Über Fahrzeugmängel könnten die S-Bahner mittlerweile eine mehrbändige Buchreihe verfassen. Wie jetzt bekannt wurde, müssen sie mit einem weiteren überraschend aufgetauchten Technikproblem umgehen. Nach Informationen der Berliner Zeitung sind mehrere hundert Achsen in der Fabrik mit einem zu dünnflüssigen Schmieröl versehen worden. Das hat zur Folge, dass Flüssigkeit austritt, berichtete ein S-Bahner. Die Züge der modernsten Baureihe 481, die mit den neuen Achsen ausgerüstet worden sind, stehen deshalb unter „besonderer Beobachtung“. Wenn bei Kontrollen in der Werkstatt zwei Mal festgestellt wird, dass Öl austritt, werden die Achsen …
(Berlin, 14. September 2011) Die S-Bahn Berlin wird im kommenden Jahr mit der Einführung eines zeitgemäßen technischen Abfertigungsverfahrens für die Züge der Berliner S-Bahn beginnen. Über einen Monitor im Führerstand wird der Triebfahrzeugführer auf Bahnhöfen mit unübersichtlichen Bahnsteigen künftig den Fahrgastwechsel entlang der gesamten Bahnsteigkante überwachen, um anschließend die Abfertigung vorzunehmen. Ähnliche Verfahren sind im übrigen Bundesgebiet und bei den Berliner Verkehrsbetrieben bereits länger Standard.
In diesem Zusammenhang ändern sich die Aufgabengebiete der eingesetzten Personale. Während bisher betriebliche Belange der örtlich fest gebundenen Aufsichten im Mittelpunkt der Tätigkeit standen, ist nunmehr der flexible und kundenorientierte Einsatz der Mitarbeiter möglich. Künftig kommen im Netz 120 mobile Aufsichten zum Einsatz, die nachfrage- und lageabhängig auf allen 166 Bahnhöfen eingesetzt werden können.
Auf 20 Stationen sind zudem weitere 120 Mitarbeiter während der gesamten Betriebszeit als Stammaufsichten tätig, die die Kundeninformation über Lautsprecher und elektronische Anzeigesysteme steuern. Dieses System ersetzt bis zum Jahr 2013 die feste Besetzung von 68 Stationen.
Die S-Bahn Berlin setzt mit diesem Konzept auch künftig dauerhaft mehr Bahnsteigpersonal ein als andere Betreiber vergleichbarer Schnellbahnsysteme. Mit über 500 Sicherheitskräften in der Region trägt die Deutsche Bahn zudem zur Erhöhung der Sicherheit bei.
Objektiv betrachtet sind Bahnhöfe und Züge ein außerordentlich sicherer Ort. Die Polizeikriminalitätsstatistik (PKS) 2009 registriert pro 100.000 Einwohner rund 7.400 Straftaten in Deutschland. Einen ähnlichen Maßstab auf die Zahl der Reisenden angelegt, ergibt weniger als 20 registrierte Taten pro 100. 000 Fahrgäste. Wird die Häufigkeitszahl auf Rohheitsdelikte herunter gebrochen, kommt nochmals ein anderes Bild zum Vorschein: Pro 100.000 Reisende wird von der Bundespolizei nur ein tätlicher Angriff registriert.
ZAT-FM heißt die Technik, die Kosten sparen und die S-Bahn wettbewerbsfähiger machen soll. Diese Abkürzung bedeutet: Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer mittels Führerstandsmonitor. Kameras über den Bahnsteigkanten nehmen haltende S-Bahnen ins Visier. Die Bilder werden in den Führerstand gefunkt, wo sie auf Bildschirmen erscheinen. So können die Fahrer überblicken, wann die Türen frei sind und sie weiterfahren können. Bedenken des Eisenbahn-Bundesamts trugen dazu bei, dass die S-Bahn das Projekt …
Das Vorhaben der S-Bahn, Personal auf den Bahnhöfen zu reduzieren, sorgt bei Sicherheitsexperten für Entsetzen. „Das ist eine völlig falsche Entscheidung“, sagt der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Polizei, Klaus Eisenreich. „Das lässt die Sicherheitslage im ÖPNV nicht zu.“ Die S-Bahn wälze das Problem, dass sie eigentlich selbst lösen sollte, auf die Polizei ab. Kritik kommt auch von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Deren Landesvorsitzender Bodo Pfalzgraf sagt: „Dies konterkariert alle Fachgespräche, die jemals in diese Richtung geführt wurden. Wir brauchen auf jeden Fall mehr …
Das Vorhaben der S-Bahn, Personal auf den Bahnhöfen zu reduzieren, sorgt bei Sicherheitsexperten für Entsetzen. „Das ist eine völlig falsche Entscheidung“, sagt der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Polizei, Klaus Eisenreich. „Das lässt die Sicherheitslage im ÖPNV nicht zu.“ Die S-Bahn wälze das Problem, dass sie eigentlich selbst lösen sollte, auf die Polizei ab. Kritik kommt auch von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Deren Landesvorsitzender Bodo Pfalzgraf sagt: „Dies konterkariert alle Fachgespräche, die jemals in diese Richtung geführt wurden. Wir brauchen auf jeden Fall mehr …
Ein Beruf steht vor dem Aussterben: Bahnsteigaufsichten, die Züge abfertigen, soll es bei der S-Bahn in naher Zukunft nicht mehr geben. Das sehen Planungen vor, die das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn nach rund drei Jahren Pause wieder aufgenommen hat. Der Fahrgastverband IGEB protestiert – er will keine personalfreien S-Bahnhöfe. „Uns geht es um die subjektive Sicherheit der Fahrgäste“, sagte der Vize-Vorsitzende Jens Wieseke. Wenn sich auf einem S-Bahnhof kein Personal mehr befinde, sinke die Hemmschwelle für Straftaten. Heute gibt auf vielen S-Bahnsteigen noch die Aufsicht das Signal zum Abfahren. Doch diese Beschäftigten sollen bald überflüssig werden. Dann soll sich das Fahrpersonal überall selbst auf die Reise schicken – mit Hilfe einer neuen Technik für die …
Die Zeit läuft. In weniger als neun Monaten soll der neue Großflughafen in Schönefeld eröffnet werden. Doch längst nicht alle Anwohner, die einen Anspruch darauf besitzen, werden zu diesem Zeitpunkt Schallschutz haben – um zumindest in ihren Wohnräumen vor Fluglärm sicher zu sein. Davor warnt der Berliner Rechtsanwalt Frank Boermann, der im Streit um Lärmschutzmaßnahmen mehr als 1500 Mandanten vertritt. „Ganz klar: Die Schutzauflagen können bis Juni 2012 nicht mehr umgesetzt werden.“ Nach offiziellen Angaben der Flughafengesellschaft sind bisher rund 600 Schallschutz-Einbauten abgeschlossen worden. Anspruchsberechtigt sind aber rund 25 500 Haus- und Wohnungseigentümer. 140 Millionen Euro stehen für das Schallschutzprogramm bereit, zum Beispiel für …
Auf rund 13 Prozent der Berliner Straßen wurden in den vergangenen fünf Jahren Radwege angelegt. Das hört sich gut an. Doch längst entspricht der Platz für Radfahrer nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf. Denn immer mehr Leute lassen ihr Auto stehen, um Wege in der Stadt zurückzulegen. Sie nutzen U- und S-Bahn, Straßenbahn oder Bus – und immer öfter das Fahrrad. Das Velo erlebt derzeit eine Renaissance ohnegleichen. Von einem Fahrzeug vor allem ideologisch geprägter Umweltschützer (kein Benzin, also auch kein schädliches Kohlendioxid) ist es auf dem besten Wege, wieder zu einem …