Regionalverkehr: Zwischenruf zum Netz Elbe-Spree und der überlasteten Stadtbahn, aus VIV

21.12.2022

Mit großer medialer Begleitung feierten sich der #VBB und die beiden Länder Berlin/Brandenburg für das neue #Netz #Elbe-Spree, eben #NES. Und es klang ja auch toll: neue oder modernisierte, neuwertige #Fahrzeuge auf teils neuen #Linien. Als Highlight war wohl der von der #ODEG übernommene #RE1 gedacht: im #Berufsverkehr in etwa alle 20 Minuten im #S-Bahn-Takt von #Brandenburg an der Havel nach #Frankfurt (Oder). Und das #quer durch Berlin.

Und nun stellt man fest: das funktioniert nicht. Brandenburgs Ministerpräsident ist „empört“, die Berliner Politik wohl auch und #Fahrgastverbände fordern, es müsse sich sofort ändern. Die Wellen schlagen hoch, schnell ist von „Chaos“ die Rede. Wie das heutzutage halt so ist ….

Die Berliner #Stadtbahn ist längst als #überlastet erklärt. Dass das nicht nur eine bürokratische Feststellung ist, kann man jetzt live erleben. #Eisenbahn-Experten, also nicht selbst ernannte, sondern echte, wiesen schon frühzeitig darauf hin: das funktioniert nicht. Eine #ausgelastete #Infrastruktur mit leider #unpünktlichem #Fernverkehr, der zudem natürlich eine andere #Haltepolitik als der #Regionalverkehr hat (die Züge bzw. Trassen laufen also nicht gleichmäßig) – all das führt schnell zu #Verspätungen und „Stau“. Da kommen die #Bauarbeiten im #Ostbahnhof höchstens noch „on top“.

Übrigens, wie man hört ist die ODEG nicht ganz unfroh, soll sie doch aktuell gar nicht die Personale haben, um alle RE1-Umläufe zu besetzen.

Diese Fachleute vertreten eine unschöne Erkenntnis: in ein überlastetes Netz bzw. überlastete #Knoten gehören nicht mehr Züge, sondern allenfalls längere. So das #infrastrukturell machbar ist.

Da stellt sich natürlich die Frage: Wurde das „der Politik“ und/oder dem #Aufgabenträger nicht vermittelt? Augen zu und durch? Oder auf gut kölsch: „Et hätt noch emmer joot jejange“. Wir wissen es nicht.

Vermutlich wird es sich irgendwann „#einrütteln“, aber eben #anfällig bleiben. Von außen betrachtet meinen wir, dass hier eine ehrliche und klare #Anamnese („was geht und was geht nicht?“) geholfen hätte.

Natürlich ist es für die Politik schön, „NES“ zu feiern oder gar ein Band durchzuschneiden. Für die #Fahrgäste effektiv wären aber Maßnahmen mit dem Appeal von trocken Brot: z.B. kürzere #Blockabstände, #Digitalisierung der Leit- und #Sicherungstechnik oder wieder mehr #Weichenverbindungen zur Erhöhung der #Flexibilität. Die #Fachleute unter Ihnen mögen die Liste noch verlängern.

Und in der mittleren bis langen Frist: wir müssen bauen und das vorhandene Netz #sanieren, wenn wir mehr Verkehr auf der Schiene abwickeln wollen. Hier muss #Gemeinwohl vor Einzelinteresse gehen, das ist leider so.

Pressemeldung Verkehrspolitischer Informationsverein e.v.(VIV) 

https://www.lok-report.de/news/deutschland/aus-den-laendern/item/38046-berlin-brandenburg-zwischenruf-zum-netz-elbe-spree-und-der-ueberlasteten-stadtbahn.html

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