Der Brandanschlag am Ostkreuz hätte sich nicht so gravierend ausgewirkt, wenn bei der Planung der betroffenen Kabeltrasse ein Grundsatz beherzigt worden wäre: Zwei Leitungen mit demselben Ziel sollten nicht direkt nebeneinander liegen, damit im Notfall wenigstens eine von ihnen als Reserve dienen kann. Doch nach Informationen der Berliner Zeitung ist dies dort zumindest in einem wichtigen Fall nicht passiert. Sowohl die Haupt- als auch die Reserveleitung, die das Rechenzentrum der Deutschen Bahn (DB) in Mahlsdorf ans Internet anschließen, verliefen auf ein- und derselben Kabeltrasse – der Stahlbrücke über den Markgrafendamm, die am Montag, wie berichtet, um kurz nach drei Uhr Ziel eines Anschlags von militanten Atomkraftgegnern wurde. Die Attacke am Markgrafendamm legte nicht nur die 30-Kilovolt-Leitungen lahm, die das S-Bahn-Netz im Osten und Südosten mit Fahrstrom versorgen. Das Feuer unterbrach auch …
(Berlin, 27. Mai 2011) Wegen Bauarbeiten kommt es daher zu Zugausfällen und zu Ersatzverkehren mit Bussen.
Linien RE 4/ RE 5 Berlin-Ludwigsfelde-Jüterbog
Am 28. und 29. Mai fallen die Züge der RE-Linie 4 zwischen Berlin Südkreuz und Ludwigsfelde aus. Reisende benutzen zwischen Berlin Südkreuz und Teltow Stadt die S-Bahnen der Linie S 25. Zwischen Teltow Stadt und Ludwigsfelde fahren Busse, die auch am Bahnhof Teltow halten.
Am 28. und 29. Mai fallen auch die Züge der RE-Linie 5 zwischen Berlin Südkreuz und Trebbin aus. Zwischen Berlin Südkreuz und Trebbin fahren Busse, im Abschnitt Berlin Südkreuz-Ludwigsfelde ohne Unterwegshalt. Von und nach Berlin-Lichterfelde Ost, Teltow, Großbeeren und Birkengrund benutzen Reisende die S-Bahn der Linie S 25 und den Ersatzverkehr mit Bussen für die RE-Linie 4. Aufgrund der längeren Fahrzeiten der Busse können die planmäßigen Anschlüsse in Berlin Südkreuz und Trebbin nicht gewährleistet werden. Vom 30. Mai bis 4. Juni fallen die Züge der Linie RE 4 zwischen Teltow und Ludwigsfelde aus und werden durch Busse ersetzt.
Linie RE 7 Dessau-Berlin-Schönefeld-Wünsdorf-Waldstadt
Ab Freitag, 27. Mai, 22.15 Uhr bis Montag, 30. Mai, 1.15 Uhr fallen die Züge der Linie RE 7 zwischen Berlin-Schönefeld Flughafen und Blankenfelde (Teltow-Flämming) aus und werden durch Busse ersetzt. Durch die längeren Fahrzeiten der Busse können die planmäßigen Anschlüsse nicht gewährleistet werden. Reisenden wird empfohlen, sich vor Antritt der Fahrt rechtzeitig zu informieren und gegebenenfalls eine frühere Verbindung zu nutzen.
Linie RB 22 Potsdam-Berlin-Schönefeld Flughafen
Auf Grund von Bauarbeiten fallen die Züge der RB 22 vom 27. Mai, 21.50 Uhr bis zum 29. Mai, 24 Uhr zwischen Genshagener Heide und Berlin-Schönefeld Flughafen aus und werden durch Busse ersetzt. Wegen der längeren Fahrzeiten der Busse verkehren diese von Berlin-Schönefeld in Richtung Genshagener Heide in bis zu 28 Minuten früheren Fahrzeiten. Dadurch wird in Genshagener Heide der Anschluss an die Züge der RB 22 hergestellt.
Über diese Fahrplanänderungen informiert die Deutsche Bahn im Internet unter www.bahn.de/bauarbeiten. Fragen beantwortet der Kundendialog DB Regio Nordost unter Telefon 0331 235 6881 oder -6882. Zusätzlich sind die Informationen auch per Handy unter bauarbeiten.bahn.de/mobile abrufbar.
Die S-Bahn Berlin und der Verein Historische S-Bahn laden Berliner und Brandenburger am Wochenende 28./29. Mai zu einer eindrucksvollen Zeitreise in die Werkstatt Erkner ein. 30 historische S-Bahn-Fahrzeuge bilden die Kulisse für Erlebnisberichte und Eindrücke aus der 86-jährigen Geschichte des Verkehrsmittels. Der Mauerbau vor 50 Jahren führte zur jahrzehntelangen Teilung des S-Bahn-Netzes. Aus diesem Grund sind die Jahre rund um den 13. August 1961 Themenschwerpunkt. Geöffnet ist die Ausstellung an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Führungen kosten 4 Euro. Der Verein Historische S-Bahn mit rund 300 ehrenamtlichen Mitgliedern engagiert sich seit über 20 Jahren für den Erhalt der historischen Fahrzeuge. Die meist mit robusten Holzbänken ausgestatteten rot-gelben Züge strahlen bis heute ein Flair aus, dem sich kaum ein Betrachter entziehen kann. Sie dokumentieren die Geschichte eines Verkehrsmittels, das wie kein anderes die politische und gesellschaftliche Situation der Stadt begleitet hat und von ihr beeinflusst wurde. An 16 Themenstationen mit entsprechend gestalteten Originalfahrzeugen erhalten Besucher auch Einblick in die Zeit der letzten Tage des Dritten Reichs, der Nachkriegszeit, des Mauerbaus und des Boykotts der S-Bahn im Westteil der Stadt. In der Werkhalle, in der auch heute noch regelmäßig S-Bahn-Züge gewartet werden, bieten sich während der Führung eine Vielzahl von außergewöhnlichen Fotomotiven an, so dass Fotoapparat und Kameras unbedingt mitgebracht werden sollten. Eisenbahnfans kommen beim Bahnmarkt auf ihre Kosten. Für Familien mit Kindern gibt es ein Bastel- und Malprogramm sowie eine große Modellbahnanlage. 30-minütige Kinderführungen werden für fünf bis zehn Jahre alte Mädchen und Jungen angeboten. Für Imbiss und Getränke ist im gemütlichen Biergarten gesorgt. Das Veranstaltungsgelände ist mit den Zügen der Linie S3 im 20-Minuten-Takt bis zur Endstation Erkner zu erreichen. Dort hält auch die RegionalExpresslinie RE 1, die im Halbstundentakt verkehrt (Pressemeldung Deutsche Bahn, Fotos Bodo Schulz, www.album-berliner-verkehr.de, 27.05.11).
Engagierte Fahrgäste im Nahverkehr können sich beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) als QualitätsScout bewerben. QualitätsScout kann jeder werden, der mindestens 18 Jahre alt und regelmäßig mit Bussen und Bahnen unterwegs ist. Die Bewerbungsfrist für die ehrenamtliche Tätigkeit endet am 20. Juni 2011. QualitätsScouts müssen keine Extrawege zurücklegen: Auf ihren üblichen Fahrten im Bus und/oder in der Bahn halten sie einfach nur die Augen offen. Sie beobachten zum Beispiel ob die Fahrzeuge pünktlich und sauber sind, ob Fahrpläne an den Haltstellen aushängen und ob die Anschlüsse funktionieren. Idealerweise steigen die Scouts auf ihrem Weg mindestens einmal um und nutzen dabei möglichst unterschiedliche Verkehrsmittel. Sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen werden an den VBB weitergeleitet. Diese Hinweise werden gezielt ausgewertet und bilden die Grundlage für die regelmäßigen Qualitätsgespräche, die der VBB mit den einzelnen Verkehrsunternehmen im Verbund führt. Weitere Informationen, einen Film und das Anmeldeformular gibt es im Internet unter VBBonline.de oder im VBB-Infocenter unter der Telefonnummer 030/25 41 41 41 (Pressemeldung VBB, 27.05.11).
Die Deutsche Bahn (DB) will neue Züge für die Berliner S-Bahn kaufen – mit diesem Versprechen gehen das Unternehmen und sein Eigentümer, der Bund, seit einiger Zeit hausieren. Doch die Verbindlichkeit ihres Angebots bleibe „weit hinter den praktischen Erfordernissen zurück“, heißt es nach Informationen der Berliner Zeitung in einer Stellungnahme des Senats. Die Verpflichtungserklärung der DB sei eine „Mogelpackung, in der viel heiße Luft enthalten ist und die uns nicht weiterbringt“, sagte Hans-Werner Franz vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Mit ihr käme Berlin dem Ziel, 2017 neue S-Bahnen zu bekommen, nicht näher. Dem sechsseitigen Papier zufolge will die DB „so bald wie möglich ein Vergabeverfahren zur Ausschreibung eines Rahmenvertrages zur Beschaffung neuer Fahrzeuge für die S-Bahn Berlin einleiten“. Es enthalte aber „keine verbindliche …
Vor 15 Jahren beschlossen Berlin, Brandenburg und der Bund, den neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld zu bauen. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung beschreibt Brandenburgs damaliger Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) erstmals, wie die heute hoch umstrittene Entscheidung zustande kam. Stolpe wollte den Flughafen bis zuletzt in Sperenberg südlich der Hauptstadt errichten. Nach der gescheiterten Länderfusion habe der berlinfernere Standort aber keine Chance mehr gehabt – auch weil der Bund die Luftdrehkreuze in Frankfurt und München nicht gefährden wollte.
Herr Stolpe, die Flugrouten-Proteste reißen nicht ab. Dabei wird die Glaubwürdigkeit von Politik generell in Zweifel gezogen, auch Ihnen persönlich werden unlautere Motive unterstellt. Ärgert Sie das?
Nein. Das ist eine Erfahrung, die ich immer wieder gemacht habe: Da wird punktuell etwas bewertet, ohne den Werdegang und die damals herrschenden Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
Sorgen Sie für Aufklärung. Noch 1995 sagten Sie: „Ich werde freiwillig Schönefeld nicht zustimmen, weil ein Flughafen dort unmenschlich wäre.“ Was hat Sie plötzlich umgestimmt?
Freiwillig habe ich ja nicht zugestimmt. Man könnte auch sagen, ich musste kapitulieren. Zur Erinnerung: Es geht um ein Projekt mit drei Beteiligten: Bund, Berlin und Brandenburg. Um den neuen Flughafen in Sperenberg zu bauen, hätten mindestens zwei, eigentlich alle, dazu stehen müssen. Das war über Jahre nicht gelungen. Und es war endgültig unmöglich geworden, nachdem meine Hoffnung, mit Berlin ein Land zu bilden, nach der Volksabstimmung am 5. Mai 1996 geplatzt war. Bis dahin hatte ich darauf gehofft, in einem gemeinsamen Landtag eine Mehrheit für Sperenberg zu erreichen.
Sah das Berlins damaliger Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) auch so?
Er war von Sperenberg nicht begeistert. Sehr viele in Berlin, auch in seiner eigenen Partei, waren …
Vor 15 Jahren beschlossen Berlin, Brandenburg und der Bund, den neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld zu bauen. Im Gespräch mit der Berliner Zeitung beschreibt Brandenburgs damaliger Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) erstmals, wie die heute hoch umstrittene Entscheidung zustande kam. Stolpe wollte den Flughafen bis zuletzt in Sperenberg südlich der Hauptstadt errichten. Nach der gescheiterten Länderfusion habe der berlinfernere Standort aber keine Chance mehr gehabt – auch weil der Bund die Luftdrehkreuze in Frankfurt und München nicht gefährden wollte.
Herr Stolpe, die Flugrouten-Proteste reißen nicht ab. Dabei wird die Glaubwürdigkeit von Politik generell in Zweifel gezogen, auch Ihnen persönlich werden unlautere Motive unterstellt. Ärgert Sie das?
Nein. Das ist eine Erfahrung, die ich immer wieder gemacht habe: Da wird punktuell etwas bewertet, ohne den Werdegang und die damals herrschenden Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
Sorgen Sie für Aufklärung. Noch 1995 sagten Sie: „Ich werde freiwillig Schönefeld nicht zustimmen, weil ein Flughafen dort unmenschlich wäre.“ Was hat Sie plötzlich umgestimmt?
Freiwillig habe ich ja nicht zugestimmt. Man könnte auch sagen, ich musste kapitulieren. Zur Erinnerung: Es geht um ein Projekt mit drei Beteiligten: Bund, Berlin und Brandenburg. Um den neuen Flughafen in Sperenberg zu bauen, hätten mindestens zwei, eigentlich alle, dazu stehen müssen. Das war über Jahre nicht gelungen. Und es war endgültig unmöglich geworden, nachdem meine Hoffnung, mit Berlin ein Land zu bilden, nach der Volksabstimmung am 5. Mai 1996 geplatzt war. Bis dahin hatte ich darauf gehofft, in einem gemeinsamen Landtag eine Mehrheit für Sperenberg zu erreichen.
Sah das Berlins damaliger Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) auch so?
Er war von Sperenberg nicht begeistert. Sehr viele in Berlin, auch in seiner eigenen Partei, waren …