Das Vorhaben der S-Bahn, Personal auf den Bahnhöfen zu reduzieren, sorgt bei Sicherheitsexperten für Entsetzen. „Das ist eine völlig falsche Entscheidung“, sagt der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Polizei, Klaus Eisenreich. „Das lässt die Sicherheitslage im ÖPNV nicht zu.“ Die S-Bahn wälze das Problem, dass sie eigentlich selbst lösen sollte, auf die Polizei ab. Kritik kommt auch von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Deren Landesvorsitzender Bodo Pfalzgraf sagt: „Dies konterkariert alle Fachgespräche, die jemals in diese Richtung geführt wurden. Wir brauchen auf jeden Fall mehr …
Das Vorhaben der S-Bahn, Personal auf den Bahnhöfen zu reduzieren, sorgt bei Sicherheitsexperten für Entsetzen. „Das ist eine völlig falsche Entscheidung“, sagt der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Polizei, Klaus Eisenreich. „Das lässt die Sicherheitslage im ÖPNV nicht zu.“ Die S-Bahn wälze das Problem, dass sie eigentlich selbst lösen sollte, auf die Polizei ab. Kritik kommt auch von der Deutschen Polizeigewerkschaft. Deren Landesvorsitzender Bodo Pfalzgraf sagt: „Dies konterkariert alle Fachgespräche, die jemals in diese Richtung geführt wurden. Wir brauchen auf jeden Fall mehr …
Ein Beruf steht vor dem Aussterben: Bahnsteigaufsichten, die Züge abfertigen, soll es bei der S-Bahn in naher Zukunft nicht mehr geben. Das sehen Planungen vor, die das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn nach rund drei Jahren Pause wieder aufgenommen hat. Der Fahrgastverband IGEB protestiert – er will keine personalfreien S-Bahnhöfe. „Uns geht es um die subjektive Sicherheit der Fahrgäste“, sagte der Vize-Vorsitzende Jens Wieseke. Wenn sich auf einem S-Bahnhof kein Personal mehr befinde, sinke die Hemmschwelle für Straftaten. Heute gibt auf vielen S-Bahnsteigen noch die Aufsicht das Signal zum Abfahren. Doch diese Beschäftigten sollen bald überflüssig werden. Dann soll sich das Fahrpersonal überall selbst auf die Reise schicken – mit Hilfe einer neuen Technik für die …
Die Zeit läuft. In weniger als neun Monaten soll der neue Großflughafen in Schönefeld eröffnet werden. Doch längst nicht alle Anwohner, die einen Anspruch darauf besitzen, werden zu diesem Zeitpunkt Schallschutz haben – um zumindest in ihren Wohnräumen vor Fluglärm sicher zu sein. Davor warnt der Berliner Rechtsanwalt Frank Boermann, der im Streit um Lärmschutzmaßnahmen mehr als 1500 Mandanten vertritt. „Ganz klar: Die Schutzauflagen können bis Juni 2012 nicht mehr umgesetzt werden.“ Nach offiziellen Angaben der Flughafengesellschaft sind bisher rund 600 Schallschutz-Einbauten abgeschlossen worden. Anspruchsberechtigt sind aber rund 25 500 Haus- und Wohnungseigentümer. 140 Millionen Euro stehen für das Schallschutzprogramm bereit, zum Beispiel für …
Auf rund 13 Prozent der Berliner Straßen wurden in den vergangenen fünf Jahren Radwege angelegt. Das hört sich gut an. Doch längst entspricht der Platz für Radfahrer nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf. Denn immer mehr Leute lassen ihr Auto stehen, um Wege in der Stadt zurückzulegen. Sie nutzen U- und S-Bahn, Straßenbahn oder Bus – und immer öfter das Fahrrad. Das Velo erlebt derzeit eine Renaissance ohnegleichen. Von einem Fahrzeug vor allem ideologisch geprägter Umweltschützer (kein Benzin, also auch kein schädliches Kohlendioxid) ist es auf dem besten Wege, wieder zu einem …
Eine schlechte Nachricht für U-Bahn-Fahrgäste: Die Bauarbeiten am Bahnhof Gleisdreieck, die viele von ihnen zum Umsteigen zwingen, dauern länger als geplant. Das teilte Ralf Baumann, der Infrastruktur-Chef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), am Freitag mit. Das fast 99 Jahre alte Gleisdreieck ist ein Sanierungsfall – das bekommen die Fahrgäste in diesem Jahr erneut zu spüren. Wegen Bauarbeiten fährt die U2 seit Mai nur zwischen Pankow und Gleisdreieck. Wer von dort weiter will, muss umsteigen. Jeder zweite Zug kehrt schon am Potsdamer Platz um, was einen weiteren Zugwechsel erfordert. Vom 14. November an sollte die U2 wieder bis Ruhleben verkehren. Aber daraus wird nichts. „Wir gehen davon aus, dass wir die Baumaßnahme bis zum …
Am 10. September wird die BVG das erste Serienfahrzeug des neuen Straßenbahnzuges vom Typ „Flexity“ vorstellen. Der Prozess zur Ablösung der alten Tatra-Fahrzeuge ist eingeleitet. Das ist die gute Nachricht für alle Berliner Straßenbahnfahrgäste, vor allem für diejenigen, die durch Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator oder schweres Gepäck in ihrer Mobilität erheblich eingeschränkt sind. Aber leider trüben einige Wermutstropfen die Freude. Die Berliner Straßenbahn hat in den letzten Jahren insbesondere durch die Neubaustrecken einen enormen Fahrgastzuwachs erfahren. Mit größeren Fahrzeugen würde man die Weichen in die Zukunft für einen wirtschaftlichen Betrieb der Berliner Straßenbahn richtig stellen. Das Abgeordnetenhaus hat deshalb in seinem Eckpunktebeschluss zum Nahverkehrsplan für die fünf nachfragestärksten Metrolinien M2, M4, M5, M6 und M8 die Beschaffung von 40 m langen Flexity-Zügen vorgegeben. Aber nach dem Willen der BVG sollen mehr als die Hälfte, nämlich 55 der 99 bestellten Züge, nur als Kurzzüge mit einer Fahrzeuglänge von 30 m geliefert werden. Diese Züge können in der Einrichtungsversion gerade einmal 55 Fahrgästen einen Sitzplatz bieten und haben damit eine geringere Sitzplatzkapazität als die bisher eingesetzten Tatra-Züge, in denen pro Zug 66 Fahrgäste einen Sitzplatz finden. Die BVG hat für die neuen Flexitys eine neue Zählmethode für die Ermittlung der Zahl der Sitzplätze erfunden. Für die sogenannten „Mutter-Kind-Sitze“ mit einer Sitzplatzbreite von ca. 70 cm werden jeweils 1,5 Sitzplätze „berechnet“. Tatsächlich wird auf diesen Plätzen im Regelfall nur ein Fahrgast einen Sitzplatz finden, die rechnerischen Kapazitäten werden aber dadurch nicht unwesentlich geschönt. Der 7-teilige 40-m-Einrichtungszug, der von der BVG am 10. September präsentiert wird, hat somit nach BVG-Berechnungen 84 Sitzplätze, tatsächlich stehen jedoch nur 77 Sitzplätze + 2 Klappsitze zur Verfügung. Für Metrolinien wie z.B. die M5 (vom Alexanderplatz nach Hohenschönhausen) oder die M8 (zukünftig vom Hauptbahnhof nach Lichtenberg/Marzahn), die im Berufsverkehr schon jetzt regelmäßig überfüll sind, sollen die alten Tatra-Züge, die üblicherweise in Doppeltraktion mit insgesamt 66 Sitzplätzen verkehren, künftig durch kurze Flexitys mit real 55 Sitzplätzen ersetzt werden. Für den Berliner Fahrgastverband IGEB ist dies alles andere als eine zukunftsweisende Entscheidung für den öffentlichen Nahverkehr. Er fordert die BVG deshalb auf, 1. Fahrgästen und Öffentlichkeit nicht länger geschönte Kapazitätsberechnungen zu präsentieren und 2. die Chancen für einen attraktiveren und wirtschaftlicheren Straßenbahnverkehr durch die Beschaffung von mehr 40 m langen Fahrzeugen zu nutzen und die Bestellung entsprechend zu modifizieren. Hier ist auch der Berliner Senat gefragt (Pressemeldung IGEB, Fotos Sebastian Schrader, Holger Grunow, 12.09.11).