Bus: Mobilitätswende ohne Westend? Den X34 endlich am Scholzplatz halten lassen., aus Senat

08.12.2022

Frage 4:
Wie bewertet der Senat den Wunsch der Menschen am #Scholzplatz, mit dem #Bus deutlich #schneller und besser an die #City-West bzw. #Spandau angebunden zu sein?
Frage 5:
Was hat der Senat unternommen, um die Beschlüsse der #BVV #Charlottenburg-Wilmersdorf, die einen Halt des #X34 am Scholzplatz fordern, umzusetzen?


Antwort zu 4 und 5:
Die Fragen 4 und 5 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet.
Der Schwerpunkt der #Wohnbebauung rund um den Scholzplatz befindet sich nördlich der Heerstraße, insbesondere entlang der #Angerburger Allee. Dieses Wohngebiet liegt im unmittelbaren #Einzugsbereich des #S-Bahnhof #Pichelsberg. Am S-Bahnhof Pichelsberg besteht mit den S-Bahnlinien S3 und S9 ein umsteigefreier #10-Minuten-Takt sowohl in Richtung der City-West
und Ost als auch in Richtung des Spandauer Zentrums. Der Bereich um den Scholzplatz ist neben der S-Bahn am Bahnhof Pichelsberg auch mit der
#Buslinie #M49 sehr gut an den öffentlichen #Personennahverkehr angeschlossen. Die Linie verkehrt als #Metrobus rund um die Uhr und zu vielen Tageszeiten und auch am Wochenende in einem 10-Minuten-Takt umsteigefrei in Richtung City West und Spandau. Darüber hinaus verkehrt am
Scholzplatz die Linie #218 an der Haltestelle Scholzplatz als #Ausflugslinie in Richtung #Havelchaussee.
Die Buslinien X34 und X49, die den Scholzplatz ohne Halt passieren, sind als schnelle #Zubringerlinien aus #Kladow und #Gatow beziehungsweise #Staaken in die westliche #Innenstadt konzipiert. Ein zusätzlicher Halt einer #Expressbuslinie am Bahnhof Scholzplatz würde das bestehende sehr gute Angebot demgegenüber nicht deutlich verbessern, gleichzeitig jedoch für die vielen derzeit durchfahrenden Fahrgäste eine #Fahrzeitverlängerung bedeuten und wird daher vom Senat abgelehnt.
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Frage 6:
Aus welchem Grund weigert sich die BVG seit Jahren, den Bus X34 am Scholzplatz halten zu lassen und wie bewertet
der Senat diese Weigerung?
Antwort zu 6:
Die BVG teilt hierzu mit:
„Die BVG kann den Wunsch nach zusätzlichen Halten bei Expressbussen durchaus
nachvollziehen, aber Expressbusse haben vom Prinzip her eine spezielle Verkehrsaufgabe.
Grundsätzlich versucht die BVG bei einem Expressbus eine möglichst günstige Relation von
angefahrenen Haltestellen und hoher Reisegeschwindigkeit zu erreichen. Dies kann aber immer
nur einen Kompromiss darstellen, denn einerseits möchte die BVG natürlich vielen Fahrgästen
eine Mitfahrt ermöglichen (viele Haltestellen), aber die bereits mitfahrenden Fahrgäste möchten
andererseits schnell zu „ihrem“ Ziel kommen (wenig Haltestellen). Aus diesem Grund haben
Expressbuslinien hauptsächlich im Mittelabschnitt nur wenige Haltestellen, wenn ein hochwertiges
paralleles ÖPNV-Angebot vorhanden ist.
Dieses trifft auch auf den Abschnitt der Heerstraße im Bereich des Scholzplatz zu. Die
Expresslinie X34 ist sehr gut nachgefragt und weist in der Hauptverkehrszeit regelmäßig höhere
Auslastungswerte als der Metrobus M49 auf.
Ein Blick auf die Ein- und Aussteigerzahlen der Buslinie M49 zeigt zudem, dass am Scholzplatz
täglich rund 300 Fahrgäste jeweils ein- bzw. aussteigen. Demgegenüber wird der X34 in Höhe
Scholzplatz täglich von rund 6.500 Fahrgästen genutzt, für welche sich die Reisezeit bei einem
Halt unnötig verlängern würde. Auch werden die benachbarten Haltestellen „Stößenseebrücke“
und „Ragniter Allee“ von jeweils rund 400 Ein- und Aussteigern genutzt, so dass diesen
Haltestellen aus Fahrgastsicht gegenüber dem Scholzplatz eine höhere Bedeutung unterstellt
werden kann. Aber auch diese Zahlen lassen im Verhältnis zu den Nutzern des X34 keinen
zusätzlichen Expresshalt zu.“
Der Senat teilt die Einschätzung der BVG.

Berlin, den 05.12.2022
In Vertretung
Dr. Meike Niedbal
Senatsverwaltung für
Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz

www.berlin.de

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