Der Senat hat auf Vorlage der Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, den Nahverkehrsplan Berlin 2006 bis 2009 beschlossen. Die Vorlage wird nun dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnisnahme zugeleitet. Der Nahverkehrsplan bildet den verkehrspolitischen und verkehrsgewerberechtlichen Rahmen für die mittelfristige Entwicklung des Berliner öffentlichen Personennahverkehrs und konkretisiert die dazu vom Abgeordnetenhaus im Juni 2006 beschlossenen Eckpunkte. Mit ca. 3,4 Mio. Fahrgastfahrten pro Tag und einem 24-Stunden-Angebot gewährleisten heute Bahnen und Busse die Mobilität der Berliner und Berlinerinnen. Das qualitativ hochwertige öffentliche Verkehrsangebot stellt eine attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr dar und leistet damit einen wichtigen Beitrag, um Berlin vom Autoverkehr zu entlasten. Darüber hinaus ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) als ökonomischer Standortfaktor für die Berliner Wirtschaft, vor allem den Städte- und Eventtourismus, aber auch für die tägliche Mobilität der Beschäftigten unverzichtbar. Die Analyse des Verkehrsangebotes hat ergeben, dass das heutige Niveau des Berliner ÖPNV keine wesentlichen Defizite aufweist. Deshalb schreibt der Nahverkehrsplan bis 2009 im Wesentlichen die Standards des letzten Nahverkehrsplans fort, setzt jedoch in Teilbereichen andere Akzente. So ist ein wichtiger Aspekt künftiger Angebotsgestaltung der fortschreitende demografische Wandel, dem der Aufgabenträger mit einer stärkeren Berücksichtigung der Bedürfnisse älterer Fahrgäste, aber auch von Eltern mit Kindern Rechnung trägt. Die Qualität lokaler Mobilitätsangebote, d. h. die Erreichbarkeit wichtiger Ziele im Bezirk bzw. im Quartier, gewinnt dadurch an Bedeutung. Damit geht eine Stärkung der Beteiligung der Akteure vor Ort am Planungsprozess (Kiezverkehre, lokale Netze) einher. Des Weiteren werden in der aktuellen Fortschreibung des Nahverkehrsplans die öffentlichen Interessen gesondert betrachtet. Damit finden auch die sozialen und ökologischen Anforderungen an eine nachhaltige Stadtentwicklung Eingang in die Abwägung bei der Festlegung von Rahmenvorgaben und Standards. Neben den im Nahverkehrsplan vorgegebenen Erschließungs-, Bedienungs- und Verbindungsstandards, die den Rahmen für das Fahrplanangebot der Verkehrsunternehmen bestimmen, nimmt die qualitative und umweltgerechte Leistungserbringung einen breiten Raum ein. So sollen z. B. bis 2009 die Pünktlichkeit im Regional-, Straßenbahn- und Busverkehr sowie die Verkehrsmittel übergreifende Anschlusssicherung verbessert werden. Senatorin Junge-Reyer: „Berlin ist u. a. deshalb so attraktiv, weil der öffentliche Personennahverkehr vorbildlich funktioniert. Wir werden weltweit für unseren Nahverkehr bewundert. Das ist uns Ansporn und Herausforderung zugleich: Wir wollen das gute Niveau halten und dadurch die Menschen dazu bewegen, mit Bussen und Bahnen zu fahren. Damit wir unsere ehrgeizigen Ziele des Nahverkehrsplans erreichen, werden wir unseren Handlungsspielraum nutzen, wenn wir mit der BVG im Laufe des Jahres den Verkehrsvertrag abschließen. Wir werden auch in Zukunft das Angebot auf Basis des heute von den Verkehrsunternehmen gefahrenen Leistungsvolumens im Kundeninteresse optimieren und die vorhandene Infrastruktur effizient nutzen.“ Der Nahverkehrsplan wurde unter Beteiligung der BVG, der S-Bahn Berlin GmbH, der DB Regio AG und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH (VBB) erarbeitet, den Bezirken in seinen Grundzügen vorgestellt, mit der Fachöffentlichkeit in mehreren Nahverkehrsplan-Foren diskutiert und mit den umliegenden Landkreisen über den VBB im Hinblick auf die Umlandverkehre abgestimmt. Der Nahverkehrsplan 2006 – 2009 wird im September 2007 auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung veröffentlicht.
Der Senat hat auf Vorlage von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer die Änderung des Berliner Flächennutzungsplans für den Teilbereich Bahnflächenentwicklung Neukölln/Tempelhof beschlossen. Teilflächen des Güterbahnhofsgeländes werden nicht mehr für Bahnnutzungen benötigt. Durch seine günstige Lage am S-Bahn-Ring und im Anschlussbereich von zwei U-Bahnen eignet sich das Areal hervorragend für verschiedene Dienstleistungsangebote und Nahversorgungseinrichtungen. Mit der Änderung des Flächennutzungsplans wird eine attraktive Nachnutzung der brachliegenden Geländeteile vorbereitet und die städtebauliche Einbindung in den innenstadtnahen Siedlungsbereich hergestellt. Durch den Senatsbeschluss und die jetzt noch erforderliche Zustimmung des Abgeordnetenhauses wird ein intensives Abstimmungsverfahren abgeschlossen. Ebenso wie die öffentlichen Planungsträger von Bezirksämtern und Senatsverwaltungen haben auch Bürgerinnen und Bürger ihre Vorstellungen in den Planungsprozess eingebracht. Aufgabe der Planung war es, einen gerechten Ausgleich aller Interessen vor dem Hintergrund stadtentwicklungsplanerischer Anforderungen an die gesamte Stadt zu finden. Damit wurde Planungssicherheit geschaffen – unmittelbar anstehende Investitionen können in Abstimmung mit dem Bezirksamt Neukölln umgesetzt werden.
Förderverein will auf den stillgelegten Gleisen zwischen Putlitz und Pritzwalk bald wieder Triebwagen verkehren lassen 20.08.2007 Lokales – Seite 22 Peter Neumann
PUTLITZ. Totgesagte leben länger. Wenn in einer Woche die Sommerferien enden, erwacht die stillgelegte Regionalbahnlinie zwischen Pritzwalk und Putlitz zu neuem Leben. Auf der Nebenstrecke in der Prignitz werden vom 27. August an Triebwagen fahren. „Montags bis freitags gibt es täglich vier Fahrten pro Richtung“, sagte Matthias Kley, Prokurist der Prignitzer Eisenbahn (PEG), der Berliner Zeitung. Möglich wird das dank eines ungewöhnlichen Finanzierungsmodells – und des Engagements vieler Prignitzer sowie eines Fördervereins, der sich für die Reaktivierung der 17 Kilometer langen Bahnlinie eingesetzt hat. Zurückbleiben, bitte: Am 9. Dezember 2006 endete nicht nur zwischen Pritzwalk und Putlitz der Reisezugverkehr. Zum zweiten Advent hatte das Land Brandenburg auf insgesamt 88 Kilometer Strecke alle …
Kleine Anfrage der Abgeordneten Claudia Hämmerling (Bündnis 90/Die Grünen) vom 30. Juli 2007 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 31. Juli 2007) und Antwort
Wann sind die Berliner U- und S-Bahnhöfe barrierefrei? Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Kleine Anfrage wie folgt: Die Kleine Anfrage betrifft zum Teil Sachverhalte, die der Senat nicht aus eigener Zuständigkeit und Kenntnis beantworten kann. Er hat daher die BVG, die S-Bahn Berlin GmbH und die DB AG jeweils um Stellungnahme gebeten, die jeweils dort in eigener Verantwortung erstellt und dem Senat übermittelt wurde. Die Texte sind nachfolgend in den einzelnen Antworten wiedergegeben. Frage 1: Wie viele Berliner S-Bahnhöfe, und wie viele U-Bahnhöfe, verfügen über Aufzüge? Antwort zu 1.: Die BVG teilt hierzu mit: ,,Insgesamt sind 40 % der Berliner U-Bahnhöfe barrierefrei erreichbar. Davon sind 35,3 % (60 U-Bahnhöfe) mit Aufzügen und 5 % (9 U-Bahnhöfe) mit Rampen ausgestattet.“ Die DB Station und Service AG teilt hierzu mit: ,,Im Land Berlin gibt es insgesamt 111 S-Bahnhöfe. Der S-/U-Bahnhof Wuhletal ist hier nicht mitgezählt, weil er im Eigentum der BVG steht. Von den 111 sogenannten reinen S-Bahnhöfen (Bahnhöfe ohne Fernverkehr) sind 74 Bahnhöfe mit Aufzügen ausgestattet. 12 Bahnhöfe sind mit Rampen barrierefrei erschlossen, sodass damit insgesamt 86 S-Bahnhöfe in Berlin barrierefrei erreichbar sind, was einem Prozentsatz von 77 % entspricht. Rechnet man die sogenannten Mischbahnhöfe (Bahnhöfe mit Fernverkehr) im Land Berlin hinzu, so ergibt dies eine Gesamtzahl von 131 S-Bahnhöfen im Land Berlin(ausschließlich Wuhletal). Die Barrierefreiheit aller S-Bahnhöfe in Berlin liegt bei insgesamt 81 %.“ Frage 2: Wie viele Berliner S-Bahnhöfe und wie viele U-Bahnhöfe verfügen nicht über einen Aufzug? Antwort zu 2.: Die BVG teilt hierzu mit: ,,Bei insgesamt 170 Berliner U-Bahnhöfen sind 110 nicht mit einem Aufzug ausgestattet.“ Die DB Station und Service AG teilt hierzu mit: ,,Von den 111 ,,reinen“ S-Bahnhöfen in Berlin verfügen derzeit noch 25 Stationen weder über Aufzüge oder Rampen.“ Frage 3: Welche Planungen gibt es für den Einbau weiterer Aufzüge bei der S-Bahn und der U-Bahn? Antwort zu 3.: Die weitere Planung für die Ausstattung von U-Bahnhöfen mit Aufzügen sind in einer mit dem Senat abgestimmten Prioritätenliste erfasst. Darin ist geplant, bis 2010/11 bis zu 20 weitere Aufzüge einzubauen. Die DB Station und Service AG teilt hierzu mit: ,,Weitere Planungen für die barrierefreie Erschließung von S-Bahnstationen im Land Berlin gibt es konkret für die Stationen Adlershof, Baumschulenweg sowie Altglienicke. Es ist vorgesehen, im Jahr 2009 in diesen Stationen Aufzüge einzubauen.“ Mit Inbetriebnahme des U-Bahnhofes Brandenburger Tor im ersten Quartal 2009 wird auch der heutige SBahnhof Unter der Linden über die Verbindungspassage auf der -1 Ebene komplett behindertengerecht erschlossen sein. Frage 4: Wann werden die Bahnhöfe mit wichtigen Umsteigefunktionen, wie z.B. U-Bahnhof Potsdamer Platz, U-Bahnhof Adenauer Platz, U-Bahnhof Eberswalder Straße und S-Bahnhof Frankfurter Allee mit Aufzügen ausgestattet, und weshalb wurde hier bisher noch kein barrierefreier Zugang ermöglicht? Antwort zu 4.: Die BVG teilt hierzu Folgendes mit: ,,Der Aufzug Potsdamer Platz ist bereits in der Planung und wird voraussichtlich 2008/09 fertig gestellt. Der Aufzug Eberswalder Straße wird im Rahmen der Viaduktsanierung der U-Bahnlinie 2 ab 2009 realisiert.“
Darüber hinaus plant die BVG nach derzeitigem Stand für 2010/11 den Bau eines Aufzuges im U-Bahnhof Adenauerplatz. Die DB Station und Service AG teilt hierzu mit: ,,Es ist vorgesehen, bis Mitte 2009 in den S-Bahnhaltepunkten Frankfurter Allee und Lichtenberg jeweils einen Aufzug einzubauen, der im Bahnhof Frankfurter Allee die Bahnsteigebene mit der Straßenebene und im Bahnhof Lichtenberg die Bahnsteigebene mit der -1 Verteilebene der U-Bahn verbindet.“ Frage 5: Welche Prioritäten gibt es hinsichtlich der weiteren Ausstattung von S- und U-Bahnstationen mit Aufzügen? Antwort zu 5.: Wie in der Antwort auf die Kleine Anfrage 16/10987 dargestellt, existiert eine Prioritätenliste zur weiteren Ausrüstung des U-Bahnnetzes mit Aufzügen. Diese Reihung wird gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, den Vertretern der Behindertenverbände im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft „Bauen und Verkehr – barrierefrei“ und der BVG erarbeitet, diskutiert und verabschiedet. Die Grundlagen der Auswahl von U-Bahnhöfen, die mit Aufzügen ausgerüstet werden, bilden Aufkommensschwerpunkte insbesondere von Rollstuhlfahrern, die Möglichkeiten andere Verkehrsmittel zu nutzen und hinsichtlich der Anzahl die finanziellen Aspekte, in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln. Die Prioritätenliste ist die Zusammenstellung aller derjenigen U-Bahnhöfe, die im festgelegten Zeitraum bis 2010 mit Aufzügen ausgestattet werden sollen. Eine innere Reihung existiert nicht, sondern die bauliche Umsetzung richtet sich u.a. nach dem Umfang der Planungsarbeiten, den baulichen Abhängigkeiten zu anderen Vorhaben und dem zu erlangenden Baurecht. Die aktuelle Prioritätenliste gilt für den Zeitraum von 2006 bis 2010. Die baulichen und verkehrlichen Vorstellungen der BVG und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für den Folgezeitraum bis 2015 werden im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft ,,Bauen und Verkehr barrierefrei“ ab 2008 diskutiert und abgestimmt. Die Prioritätensetzung für die Ausstattung weiterer SBahnstationen mit Aufzügen erfolgt in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und in dem AG ,,Bauen und Verkehr – barrierefrei“. Frage 6: Wann werden die S- und U-Bahnhöfe in Berlin weitgehend barrierefrei sein? Antwort zu 6.: Die Zuständigkeit für den Bau und die Finanzierung einer barrierenfreien Infrastruktur in SBahnhöfen liegt bei der DB AG. Nach Auskunft von DB Station&Service AG werden Aufzüge im S-Bahnnetz in Abhängigkeit vom jeweils zur Verfügung stehenden Finanzvolumen kontinuierlich in Abstimmung mit den Verbänden hergestellt. Die Kosten für den barrierefreien Ausbau eines UBahnhofes mit einem Aufzug, Blindenleitstreifen und ggf. Bahnsteiganpassungen betragen in Abhängigkeit von der Lage des Bahnhofs durchschnittlich 1 – 1,5 Mio. . Bis 2010 ist somit mit Kosten von ca. 30 Mio. zu rechnen. Der behindertengerechte Ausbau der U-Bahnhöfe wird im Rahmen der Grunderneuerung bzw. als Neubau an wichtigen, System vernetzenden Umsteigebahnhöfen durchgeführt. Aufgrund des erheblichen Finanzvolumens und des Planungsvorlaufs, der notwendig ist, um alle Bahnhöfe barrierefrei zu gestalten, ist nur eine schrittweise Herstellung möglich. Frage 7: Wie bewertet der Senat den Vorschlag, auf den geplanten Weiterbau der Autobahn A100 um 3 km zu verzichten, und die so eingesparten Landesmittel für Planung und Umbau der Stadtstraßen in Treptow in Höhe von 30 – 50 Mio. Euro für den Neubau von Aufzügen bereitzustellen? Antwort zu 7.: Wie bereits in der Stellungnahme zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen über Verlängerung der Stadtautobahn A 100 – Ausbau der Infrastruktur für den Umweltverbund (Drucksache Nr. 16/0699) dargelegt, verzichtet der Senat aus guten Gründen nicht auf den Weiterbau der A 100. Die in der Frage genannten Summen für Planung und Umbau der Stadtstraßen in Treptow sind im Übrigen nicht annähernd nachvollziehbar. Das Land Berlin geht von derzeit rund 6 Mio. Kosten (Planungskosten und Straßenbau) im Zusammenhang mit der Weiterführung der A 100 bis zur Anschlussstelle Am Treptower Park aus. Diese vom Bund nicht übernommen Folgekosten für die Berliner Stadtstraßen werden nur im Zusammenhang mit der konkreten Neubaumaßnahme entstehen und in die Investitionsplanung des Landes eingeordnet werden. Sie stehen damit nicht für andere Maßnahmen zur Verfügung. Berlin, den 20. August 2007 In Vertretung Krautzberger
In den Fahrzeugen der BVG gibt es auf zahlreichen Linien weniger Platz. In der U-Bahn werden kürzere Züge eingesetzt. Bei der Tram in Köpenick gibt es ein neues Fahrkonzept. Bei der BVG wird es eng. Der Verkehrsbetrieb bietet in Bahnen und Bussen zunehmend weniger Sitzplätze an. Bei der U-Bahn setzt die BVG zum Teil kürzere Züge ein, bei der Straßenbahn reduziert sie das Platzangebot durch den Einsatz anderer Bahntypen, und selbst beim Bus müssen Fahrgäste auf einigen Linien jetzt häufiger stehen, weil statt eines Doppeldeckers ein Gelenkbus unterwegs ist. Daran soll sich auch nach dem Ende der Ferien nichts ändern. Den Einsatz von Zügen mit nur vier oder sechs statt der möglichen acht Wagen kennen die Fahrgäste auf der U-Bahnlinie …
Der Hauptbahnhof in Berlin gilt als behindertengerecht – aber ist er es auch? Eine Testfahrt Für Olly Herrmann ist es eine Premiere: „Bisher habe ich den Hauptbahnhof als überzeugter Autofahrer immer umgangen“, sagt der 35-Jährige. Dabei passt das Wort „umgangen“ nicht ganz. Denn Olly Herrmann bewegt sich mithilfe von zwei großen und zwei kleinen Rädern fort. Auch beim Sport. Er spielt mit seiner Rollstuhlbasketball-Mannschaft des Vereins Alba in der zweiten Bundesliga. An diesem heißen Sommertag wird er mit seinem Teamkollegen Bernhard Hesse den Hauptbahnhof testen: Sie wollen herausfinden, ob Rollstuhlfahrer …
Die marode Eisenbahnbrücke in Lindow soll offenbar nicht neu gebaut werden. Damit steht zu befürchten, dass in wenigen Jahre eine Sperrung der Brücke verfügt wird und kein Zug mehr von und nach Rheinsberg fahren kann. Die DB Netz AG hat vom Land Brandenburg eine Garantie über die Bestellung von Zugverkehren für 20 Jahre gefordert, bevor sie den dringend notwendigen Neubau der Eisenbahnbrücke in Lindow in Auftrag geben wird. Das Verkehrsministerium teilte in der letzten Woche dem Berlin-Brandenburgischen Bahnkunden-Verband mit, dass es eine solche Garantie nicht abgegeben hat. Eine Stellungnahme der DB-Pressestelle dazu steht seit über einer Woche aus. Wenn in vielleicht ein oder zwei Jahren die Brücke so baufällig geworden ist, dass sie sogar mit Schrittgeschwindigkeit nicht mehr befahren werden kann, ist eine Sperrung wegen technischer Mängel zu erwarten. Dann kann trotz des noch bis 2012 bestehenden Verkehrsvertrages kein Zug mehr Rheinsberg erreichen. Damit wären auch die Bemühungen der Stadt Rheinsberg und der regionalen Tourmismusverantwortlichen gescheitert. Auf Anregen des Berlin-Brandenburgischen Bahnkunden-Verbandes hatte es seit Januar 2007 mehrere Runden zwischen den regionalen Akteuren gegeben, um die verkehrliche Anbindung zu verbessern. Ohne Schienenanbindung wird Rheinsberg ein gutes Stück seines touristischen Reizes verlieren und Opfer beim Hin- und Herreichen des Schwarzen Peters zwischen Land Brandenburg, DB AG und dem Bundesverkehrsministerium. Der Berlin-Brandenburgische Bahnkunden-Verband fordert die DB Netz AG auf, die Eisenbahnbrücke in Lindow in den Wintermonaten (wie es am Jahresanfang noch geplant war) zu ersetzen und so die Fortführung des Bahnverkehrs zu gewährleisten. „Eine gültige Bestellung von Zugleistungen gibt es noch bis 2012“ sagt dazu Frank Böhnke, Landesvorsitzender des Verbandes. Ausserhalb der Saison von Oktober bis März ist Rheinsberg nur durch Umsteigen und mit dem Bus zu erreichen. Durch die schwer merkbare Regelung, wann ein Zug und wann ein Bus fährt, das Umsteigen in den Bus in Gransee und die eingeschränkte Fahrrad- und Rollstuhlmitnahme im Bus ist die Anzahl der Fahrgäste deutlich gesunken. Dies ist ein Zeichen dafür, dass das Angebot nicht angenommen wird. Deshalb muss diese schwer verständliche und fahrgastunfreundliche Regelung schnellstmöglich wieder rückgängig gemacht werden. Wenn das Land Brandenburg wirklich den Tourismus fördern will, muss Rheinsberg wieder durchgängig per Bahn erreichbar sein (Pressemeldung Berlin-Brandenburgischer Bahnkunden-Verband, 18.08.07).
Das Personal der Hauptwerkstatt wird oft mit merkwürdigen Wünschen konfrontiert 17.08.2007 Lokales – Seite 18 Peter Neumann
Es gibt Berliner, die ihre alltägliche S-Bahn-Fahrt als Belastung empfinden, die sie möglichst zügig hinter sich bringen wollen. Und es gibt Berliner, die im Gegensatz dazu nicht genug von der S-Bahn bekommen können. Denen dieses Verkehrsmittel so ans Herz gewachsen ist, dass sie es auch in ihrer Wohnung stets um sich haben wollen. Diese Berliner sind es, die in der S-Bahn-Hauptwerkstatt Schöneweide anrufen und um Stücke für ihre Sammlung bitten. „Ich weiß von einem Fan, der in seinem Keller den Führerstand eines S-Bahn-Zugs nachgebaut hat“, sagt Nils Fischer-Cornelssen, der bei der Deutsche-Bahn-Tochter S-Bahn für die Fahrzeugvorhaltung zuständig ist. Egal, ob es sich um Türen, Elektronik-Komponenten oder um andere potenzielle S-Bahn-Devotionalien handelt: Die Nachfrage in der Hauptwerkstatt am Adlergestell ist beachtlich. Seitdem vor Kurzem die letzten Holzbänke der 1997 ausgemusterten Züge der Bauart Stadtbahn verkauft worden sind, richtet sich das Interesse jetzt auf …
Senatorin Junge-Reyer fordert von BVG und S-Bahn neue Tarife – künftig sollen Einzeltickets wieder für die Rückfahrt gelten 16.08.2007 Lokales – Seite 19 Peter Neumann
In den Chefetagen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der S-Bahn löste die Forderung keine Begeisterung aus. Doch Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) bleibt hart. Sie besteht darauf, dass die Unternehmen neue attraktive Tarife einführen, die weitere Fahrgäste anlocken. Nach Informationen der Berliner Zeitung stehen zwei Wünsche auf der Liste des Senats derzeit ganz oben. Die Sammelkarte soll wieder eingeführt werden – und der Einzelfahrschein soll wie früher nicht nur zur Hin-, sondern auch zur Rückfahrt berechtigen. „Wenn sich die BVG und die S-Bahn bei diesen Themen nicht bewegen, sollten sie ihre Fahrpreise nicht wie geplant im April 2008 erhöhen dürfen“, droht der SPD-Verkehrspolitiker Christian Gaebler. „Ich habe die Verkehrsunternehmen aufgefordert, sich Gedanken zu machen, wie sie durch attraktive Tarifangebote neue Kunden …
Alte Gleise auf Stralauer Allee 16.08.2007 Lokales – Seite 20 Karin Schmidl
FRIEDRICHSHAIN. Auf der Stralauer Allee kommt der Verkehr derzeit nur stockend voran. Weil die Fahrbahn erneuert wird, ist die Straße in jede Richtung nur einspurig befahrbar. Die bis Mitte September geplanten Arbeiten werden wohl länger dauern: Unter dem Asphalt kamen überraschend Straßenbahnschienen zum Vorschein, die nun rausgerissen werden. „Es existieren zwar alte Pläne, aber wo genau diese Schienen lagen, ist darauf nicht verzeichnet“, sagt Helmut Schulz-Herrmann, der Tiefbauamtschef von Friedrichshain-Kreuzberg. An die Straßenbahn auf der Stralauer Allee können sich nur noch wenige Berliner erinnern, sie wurde gleich nach dem Krieg eingestellt. Doch nicht nur der unverhoffte Schienenfund verzögert die Straßenbauarbeiten. Beim Auffräsen der Asphaltdecke bekam ein Arbeiter plötzlich …