Frank Nachtigall hat es nicht überrascht, als Buhmann dazustehen. „Es ist klar, dass die Fahrgäste mit Fingern auf einen zeigen, wenn man zur Arbeitsniederlegung aufruft und die meisten Züge deshalb nicht fahren“, sagt der Berliner Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), der den Warnstreik in der Region geleitet hat. „Das kenne ich schon, denn beim Lokführerstreik 2007 und 2008 war ich auch schon dabei. Ich weiß, dass so ein Ausstand für die Fahrgäste nicht leicht ist.“ Zumal, wenn sie wie gestern bei Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius auf den Bahnhöfen ausharren mussten.
Wie ruhig es auf dem Ostbahnhof sein kann! Kein Räderquietschen, kein Bremsenzischen, kein Türenschlagen. Nur hin und wieder eine Durchsage, welcher Zug als nächstes ausfällt. So wie die Station in Friedrichshain präsentierten sich gestern von sechs Uhr an alle Bahnhöfe in dieser Stadt. Wo sonst Züge im Minutentakt fahren, empfing die Fahrgäste ein Stillleben mit abgestellten Zügen und Anzeigetafeln, auf denen sich nichts veränderte – von den ständig größer werdenden Verspätungen abgesehen. Der Warnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am Morgen auch den Bahnverkehr in dieser Region größtenteils lahmgelegt. „Mindestens 80 Prozent der S-Bahnen und der anderen Züge der Deutschen Bahn (DB) …
POTSDAM. Das Wasser in den Schleusenbecken ist spiegelglatt, auf dem Teltowkanal weit und breit kein Schiff. Wer an der historischen Schleuse in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) ein Güterschiff sehen will, muss mitunter Stunden warten. Nur rund zehn Schubkäne passieren die Anlage pro Tag, fünf in jede Richtung. Die ursprünglich geplante Verlängerung der Schleusenkammern von derzeit 82 auf 190 Meter – gedacht für lange Schubverbände – hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gekippt. Ein entsprechender Planfeststellungsbeschluss wurde aufgehoben. Der Ausbau lohne sich nicht, so die Begründung. Die Schleuse soll nun lediglich saniert werden. Ersparnis: Etwa 18 Millionen Euro.
Während die Grünen und Naturschutzverbände in seltener Einigkeit mit dem …
In den Bezirken und bei Verbänden sorgt derzeit der Entwurf einer sogenannten Stellplatzobergrenzenverordnung für Aufregung. Der Senat will damit, wie der sperrige Name schon sagt, bei künftigen Bauvorhaben die Zahl der Parkplätze begrenzen. Supermärkte sollen pro 75 Quadratmeter Verkaufsfläche nur noch einen Stellplatz erhalten. Weil die meisten Discounter rund 750 Quadratmeter groß sind, dürften sie künftig nur noch zehn Parkplätze vorhalten. Vor Restaurants soll nur noch einer von 16 Gästen parken können, bei Hotels darf auf acht Betten, vor Kliniken auf sechs Betten ein Stellplatz kommen.
Der Aufsichtsrat der BVG hat am 21. Februar 2011 einer Ausschreibung zur Beschaffung von zwei Vorserienzügen im Jahr 2014 zugestimmt. Mit der Ausschreibung wird die Option auf bis zu 34 weitere Serienzüge der neuen U-Bahnbaureihe für das Kleinprofil angekündigt. Die dann neuen durchgehenden 4-Wagenzüge sollen die U-Bahn der Serie A3L71 – die dann nach mehr als 45 Jahren Einsatz ausgemustert werden – ersetzen. Die neuen U-Bahnen werden im Vergleich zu der auszumusternden Serie durchgehend begehbar sein und ein modernes Außen- und Innendesign erhalten. Weiterhin sind vorgesehen: Eine Luftfederung, die einen erhöhten Fahrkomfort sichert und moderne Fahrgastinformationsgeräte. Die Züge werden zudem mit Videokameras ausgerüstet. Außerdem werden sie die Eigenschaft besitzen, beim Bremsen ca. ein Fünftel der aufgenommenen Energie wieder in die Stromschiene zurückzuspeisen. Diese Bremsenergie steht dann anderen U-Bahnen zum Anfahren zur Verfügung. Ein weiterer Aspekt ist die Barrierefreiheit. Die neuen Wagen sollen einen niveaugleichen Einstieg vom Bahnsteig in den Wagen ermöglichen. Außerdem soll es einen Mehrzweckbereich mit Klappsitzen und einen extra Rollstuhlbereich geben. Eine behindertengerechte Ausführung und Höhe der Türtaster sowie ein mit dem Blindenverband abgestimmtes Haltestangenkonzept sind ebenfalls vorgesehen (Pressemeldung BVG, 22.02.11).
Berlin bekommt neue U-Bahnen. Das hat der Aufsichtsrat der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gestern beschlossen. Zunächst soll der Kauf von zwei Vorserienzügen mit je vier Wagen ausgeschrieben werden, teilte das Landesunternehmen mit. Die Fahrzeuge, die auf den Linien U1 bis U 4 eingesetzt werden können, sollen von 2014 an mindestens ein Jahr lang 120000 Kilometer mit Fahrgästen an Bord zurücklegen. Erst wenn sie sich im Alltag bewährt haben, werden Serienfahrzeuge bestellt: Für bis zu 34 Vier-Wagen-Züge gibt es eine Option. So will die BVG verhindern, dass sie die Katze im Sack kauft – und sich Technikprobleme zu spät offenbaren. „Bei unserer neuen Straßenbahn sind wir bereits so vorgegangen“, sagte die Sprecherin Petra Reetz. Die Züge ersetzen U-Bahnen, die seit Anfang der …
Der heutige Warnstreik der Lokführer wird auch die Berliner S-Bahn lahmlegen. „Die Fahrgäste müssen von sechs bis acht Uhr auf allen Linien mit massiven Einschränkungen rechnen“, sagte Frank Nachtigall, Bezirksleiter der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), gestern der Berliner Zeitung. „Die Kollegen sind streikbereit, rund 80 Prozent der Lokführer sind Mitglied der GDL.“ Bei Streikbeginn halten die S-Bahnen im nächsten Bahnhof an – und bleiben dort zwei Stunden lang. Auch der Regionalverkehr wird bestreikt. So dürften viele Berufspendler versuchen, mit den …
Im Frühjahr will der Senat mit dem Ausbau der Invalidenstraße und der Verlängerung der Straßenbahnstrecke zum Hauptbahnhof beginnen. Zuvor gibt es jedoch erst einmal Kahlschlag: 61 Straßenbäume werden ab morgen zwischen Gartenstraße und Friedrich-List-Ufer gefällt, sagt Mathias Gille, Sprecher der Stadtentwicklungsverwaltung. Zugleich werden bis Anfang März weitere Bäume ausgelichtet, unter anderem auch entlang der künftigen Umleitungsstrecke, die für die Zeit der Bauarbeiten eingerichtet und über Zinnowitzer-, Habersaath- und Scharnhorststraße führen wird. Der Senat will die Invalidenstraße als Teil des …
(Berlin, 22. Februar 2011) Ein Warnstreik der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) führt derzeit bundesweit zu erheblichen Einschränkungen im Nah-, Regional- und Fernverkehr.
Im Nahverkehr sind die S-Bahnen in Berlin, Nürnberg und Stuttgart sowie im Rhein-Main-Gebiet und in Nordrhein-Westfalen betroffen. Bei den S-Bahnen Hamburg und München kommt es aktuell nur zu Verspätungen.
Im Regional- und Fernverkehr kommt es derzeit bundesweit zu Zugausfällen und Verspätungen.
Auch nach Ende der Warnstreiks kann es noch bis in den Abend Behinderungen geben, da die betroffenen Züge erst nach einigen Stunden wieder an den vorgesehenen Einsatzstellen zur Verfügung stehen.
Mehrere hundert Mitarbeiter sind zusätzlich im Einsatz. Verstärkt wird vor allem das Service-Personal im direkten Kundenkontakt an den Bahnhöfen und bei der telefonischen Reisendeninformation. Auch in den Betriebszentralen und Transportleitungen, wo die Disposition von Mitarbeitern und Fahrzeugen erfolgt, sind zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt.
Die Deutsche Bahn empfiehlt Reisenden, sich vor der Fahrt über die konkreten Auswirkungen des Streiks zu informieren. Hierfür ist ab sofort bis auf Weiteres unter 08000 99 66 33 eine kostenlose Servicenummer geschaltet. Kunden im Ausland erhalten Informationen unter +49 1805 334444 (Gebühren je nach Herkunftsland und Provider). Details sind auch unter www.bahn.de/aktuell oder für Nutzer von mobilen Endgeräten unter m.bahn.de/ris erhältlich.
Fahrgästen, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht antreten können, bietet die Deutsche Bahn aus Kulanz die Möglichkeit, ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten zu lassen.
Alternativ können Reisende den nächsten, gegebenenfalls auch höherwertigen Zug nutzen. In diesem Fall wird bei Angeboten wie dem Sparpreis auch die Zugbindung aufgehoben. Für Zeitkarten gelten die tariflichen Umtausch- und Erstattungsbedingungen. Für Verbundfahrkarten gelten die Regelungen der jeweiligen Verkehrsverbünde.
POTSDAM – Der Hafen Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) will sich gegen die Entscheidung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wehren, auf einen Ausbau der Schleuse Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) zu verzichten. „Wir sind entschlossen, eine Klage einzuleiten“, sagte gestern in Potsdam Reinhard Schuster, Geschäftsführer der städtischen Hafengesellschaft Lutra. Alle Investitionen am Standort beruhten auf der lange angekündigten Investition des Bundes. Falle die aus, seien auch Schadenersatzforderungen möglich. Geschädigt ist etwa das Unternehmen Heidelberg Cement. Täglich liefern dort zwei Binnenschiffe die Grundstoffe für den Zement an. Drei bis vier Tage brauchen sie von …