„Ich stehe voll zu den Verabredungen der Vergangenheit“. Das bekräftigte Vogelsänger beim Arbeitsgespräch in Zielona Gora am 24.08.10 gegenüber Marschall Marcin Jablonski. Jörg Vogelsänger: „Ich setze mich weiter dafür ein, zwischen Brandenburg und Lubuskie mehr Zugverbindungen und attraktivere Angebote anbieten zu können. Die ersten realisierten Schritte stimmen optimistisch und zeigen, dass das Potenzial vorhanden ist.“ Folgende Projekte wurden besprochen: • Eisenbahnverbindung Zielona Góra–Guben–Cottbus Für diese Relation ist es geplant, zwei direkte Zugpaare anzubieten. Die Finanzierung des jeweiligen Abschnitts wird von jedem Partner selbst gesichert. Eine Ausschreibung für diese Relation wird nach der Übertragung der Organisationskompetenzen von der Zentralregierung an die Wojewodschaften in Polen starten. • Direktverbindung zwischen Berlin und Gorzów Wielkopolski Für diese Relation wird eine Direktverbindung zwischen Berlin und Gorzów Wlkp. angestrebt. Als Erstes sollen die bestehenden Verbindungen zwischen Berlin und Kostrzyn weiten nach Gorzów Wlkp. verlängert werden. Ein attraktives, grenzüberschreitendes Tarifangebot wurde bereits eingeführt. Nach dem Auslaufen des jetzigen Verkehrsvertrages wird ab 2014 die gemeinsame Organisation der durchgehenden Verkehre mit den polnischen Partnern angestrebt. Die Vorbereitungen hierfür haben bereits begonnen. • Verbesserung der Eisenbahnverbindung zwischen Berlin und Zielona Góra Auf der Relation Berlin – Frankfurt/O. – Zielona Góra soll die Schienenverbindung verbessert werden. Zuerst soll eine günstige Umsteigeverbindung mit attraktivem Tarif angeboten werden. Bei einer entsprechenden Nachfrageentwicklung ist eine Direktverbindung das langfristige Ziel. • Abschnitt Berlin – Cottbus – Zary – Legnica – Wroclaw Die Verbindung zwischen Berlin – Cottbus – Zary Legnica – Wroclaw im Personenregionalverkehr soll verbessert und in die Gesamtüberlegungen für eine attraktive Verbindung zwischen Berlin und Wroclaw eingebunden werden. Eine gemeinsame Machbarkeitsstudie soll hierfür die Potenziale ermitteln und ein gesamtwirtschaftlich tragfähiges Konzept entwickeln. Der Startschuss für diese Untersuchungen wird noch im Herbst dieses Jahres erfolgen (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 25.08.10).
Eberswalde (moz) „Strippi“ hat das Rennen gemacht. Auf diesen Namen, der am häufigsten vorgeschlagen wurde, hört fortan das Maskottchen der Barnimer Busgesellschaft (BBG), die am Sonnabend gemeinsam mit den Eberswaldern den 70. Obus-Geburtstag feierte. Unter den Einsendungen wurde Klaus-Rainer Zierach als Gewinner ermittelt. Er darf sich über eine Jahreskarte für den Obus freuen. Und da am 6. November das erste Fahrzeug der neuen Generation in Betrieb geht, kann der Sieger sogleich einsteigen und den Nachfolger des heutigen Trolleys testen. „Mach‘s gut!“, „Bleib so wie du bist“, „Danke für all die Jahre mit Dir“, „Obus – ich mag dich“, „Es war eine schöne Zeit mit Dir“. Auf dem Obus findet sich schon zur Mittagszeit kaum noch ein freies Plätzchen. Das Fahrzeug wird förmlich überhäuft mit Komplimenten und Liebeserklärungen. Auch Bürgermeister Friedhelm Boginski und Vize-Landrat Carsten Bockhardt wollen dem Strippenbus zum …
Erneut ist bei der BVG ein Bus vom Typ Mercedes-Citaro ausgebrannt. Bei der Fahrt ohne Fahrgäste zum Betriebshof hatte der Fahrer gegen 3 Uhr auf der Treskowallee in Lichtenberg Rauch aus dem Motorraum bemerkt. Nachdem der Versuch, den Brand zu löschen, gescheitert war, alarmierte der Fahrer die Feuerwehr, die nicht verhindern konnte, dass der Bus ausbrannte. Seine persönliche Habe konnte der Fahrer noch rechtzeitig in aus dem Bus holen. Nach Angaben der BVG ist es bereits das sechste Fahrzeug dieses Typs, das seit 2002 Feuer gefangen hat. Nach den ersten Bränden hatte die BVG Umbauten vorgenommen und begonnen, Brandmelder einzubauen. Im jetzt ausgebrannten Bus war noch keiner vorhanden. Das Fahrzeug hatte erst am 13. August eine Hauptuntersuchung erhalten. Die BVG besitzt noch knapp 100 Busse dieser Baureihe. Auch nach dem erneuten Brand bleiben sie im Einsatz. Erst wenn die Ursache des Feuers ermittelt worden ist, …
Wie es sich für eine Weltmeisterschaft gehört, hatten die Veranstalter ein internationales Teilnehmerfeld angekündigt. Zur ersten Velotaxi-WM am Sonnabend traten dann auch Fahrer aus 40 Nationen im Olympiapark gegeneinander an. Dass einige der ausländischen Starter sowieso in Berlin leben und vorher noch nie im Sattel eines Fahrradtaxis saßen, sollte den Spaß nicht schmälern. Es galt, das dreirädrige, mit bunter Werbung beklebte Gefährt über eine Sprintstrecke von 300 Meter zu katapultieren. Um es den Sportlern nicht zu leicht zu machen, nahmen zudem je zwei Zuschauer im Fonds eines jeden Velotaxis Platz. „Alles nur Spaß hier“, sagte einer der Fahrer, der unter iranischer Flagge antrat. Till Rumohr aus Schleswig-Holstein sah das anders. Er legte die 300 Meter in weniger als 40 Sekunden zurück und konnte die Meisterschaft als …
(Berlin, 23. August 2010) Im Zusammenhang mit dem Aufbau einer modernen Sicherungs- und Stellwerkstechnik auf dem Bahnhof Cottbus baut die Deutsche Bahn ab heute den ersten von zwei Bahnübergängen in der Sachsendorfer Straße um. Die kreuzende Straße wird hier auf fünfeinhalb Meter erweitert und erhält einen zwei Meter breiten Gehweg. Für die Arbeiten muss die Straße vom 6. bis 20. September in beide Richtungen gesperrt werden.
Der zweite Bahnübergang in der Sachsendorfer Straße ist voraussichtlich vom 21. September bis 1. Oktober für den Autoverkehr gesperrt. Mit einer einheitlichen Breite von fünfeinhalb Metern wird die Straßenführung angepasst und der Gehweg mit eineinhalb Meter Breite bis zur Straße „An der Werkstatt“ verlängert.
Fußgänger und Radfahrer können beide Überwege auch während der Bauarbeiten weiter benutzen. In den Umbau der beiden Bahnübergänge werden rund 915.000 Euro investiert.
Baubeginn am Bahnübergang „Klein Gaglower Straße“ ist am 7. September. Der Fuß- und Radweg wird im Kreuzungsbereich für rund 300.000 Euro auf dreieinhalb Meter erweitert.
Alle drei Bahnübergänge werden gemeinsam mit dem Elektronischen Stellwerk Cottbus am 22. November dieses Jahres in Betrieb gehen. Dann werden die gesetzlichen Anforderungen an Bahnübergänge, wie zum Beispiel die Anordnung der Lichtzeichen über dem Andreaskreuz, erfüllt sein.
NIEDERFINOW. Früher blieb der erste Blick auf Brandenburgs bekanntestes Technikdenkmal oft erfolglos. Die Straße zum Schiffshebewerk Niederfinow führt vom Höhenzug des Barnim über Serpentinen ins Oderbruch. Hinter Hohenfinow öffnet sich nur in einer Kurve die Baumreihe am Straßenrand, um in die Landschaft zu schauen, in der der graue Stahlkoloss nur schwer vom Wald ringsum zu unterscheiden war. Nun aber fällt die Orientierung leicht, denn Europas größter Schiffsfahrstuhl wird von vier noch höheren gelben Kränen überragt. Mit ihrer Hilfe entsteht neben dem alten Schiffshebewerk für 285 Millionen Euro ein neues. Von dem neuen Bauwerk ist bislang nur eine gigantische 15 Meter tiefe Baugrube zu sehen. Rostig sehen die Stahlwände aus, die das fußballfeldgroße Becken mit seinen 22 Ecken umschließen. Von oben senkt ein Kran alle paar Minuten eine „Betonbombe“ in die Tiefe: der mannshohe Kübel ist gefüllt mit grobkörnigem Beton, den unten …
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r In einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung äußerte sich der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, Jan Mücke, am 18. Juni 2010 zum Fortgang der Bauarbeiten bei der Ausbaustrecke Berlin–Dresden. Dabei erklärte er: „Ab 2012/2013 sollen weite Teile der Strecke schon mit 200 km/h befahrbar sein, so dass 2012/2013 deutlich höhere Fahrzeitgewinne als ursprünglich geplant realisiert werden können. Der Ausbau verzögert sich also nicht, im Gegenteil, der Bahnkunde profitiert schon deutlich früher von den kürzeren Fahrzeiten.“ Durch die Äußerung des Parlamentarischen Staatssekretärs und die Presseberichterstattung konnte der Eindruck entstehen, die Eisenbahnstrecke Berlin– Dresden sei tatsächlich zumindest abschnittsweise bald mit einer Streckenhöchstgeschwindigkeit von 200 km/h befahrbar. Tatsächlich erfolgt in einer ersten Ausbaustufe allerdings zunächst ein Ausbau auf 160 km/h. Nach § 15 Absatz 3 der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) müssen Strecken, auf denen die Höchstgeschwindigkeit über 160 km/h liegt, mit Zugbeeinflussung ausgestattet sein. Außerdem sind nach § 11 Absatz 2 EBO Bahnübergänge bei einer Geschwindigkeit von mehr als 160 km/h unzulässig. Zwingende Voraussetzung für die Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit auf 200 km/h sind also die Ausrüstung der Strecke mit einer Linienzugbeeinflussung sowie die Beseitigung der Bahnübergänge. Die Strecke (Berlin–)Dresden–Prag ist Bestandteil des paneuropäischen Korridors IV sowie des TEN-Projekts 22. Die Tschechische Republik und die sächsische Staatsregierung verweisen auf die hohe Bedeutung der Strecke und haben sich für den Bau einer Neubaustrecke im Korridor Dresden–Prag ausgesprochen. Berlin–Dresden 1. Welche Streckenabschnitte zwischen Berlin und Dresden sind ab 2012/2013 mit einer Streckenhöchstgeschwindigkeit von 200 km/h befahrbar? Erst kurz nach der angesprochenen Pressemitteilung teilt die Deutsche Bahn AG mit, dass die Fahrzeitgewinne erst 2014 realisiert werden können. Ende 2014 sollen rund 80 Kilometer der insgesamt 125,3 Kilometer langen Strecke mit 200 km/h befahrbar sein. Es handelt sich dabei um die Abschnitte Wünsdorf– Doberlug-Kirchhain und Doberlug-Kirchhain–Hohenleipisch. 2. Ist die Geschwindigkeit betrieblich tatsächlich zu fahren, und wird sie damit fahrplanwirksam? Ja 3. Gehen die vom Parlamentarischen Staatssekretär angesprochenen kürzeren Fahrzeiten tatsächlich auf die Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit auf 200 km/h zurück? Neben Anhebung der Streckengeschwindigkeit in den oben genannten Streckenabschnitten werden weitere punktuell bestehende Langsamfahrstellen beseitigt und dadurch eine kürzere Fahrzeit erzielt. 4. Ist die Ausrüstung der vom Parlamentarischen Staatssekretär angesprochenen Abschnitte mit einer Linienzugbeeinflussung bis 2012/2013 abgeschlossen, und sind damit die Anforderungen nach § 15 Absatz 3 EBO erfüllt? Auf den oben genannten Abschnitten soll bis 2014 die signaltechnische Ausrüstung der Strecke mit ETCS-Technik abgeschlossen sein, damit ist die Anforderung nach § 15 Absatz 3 EBO erfüllt. 5. Ist die Beseitigung sämtlicher Bahnübergänge in den mit 200 km/h zu befahrenden Streckenabschnitten bis 2012/2013 abgeschlossen, und sind damit die Anforderungen nach § 11 Absatz 2 EBO erfüllt? Bis 2014 sollen alle Bahnübergänge in den mit 200 km/h befahrbaren Streckenabschnitten beseitigt sein, damit sind dann die Anforderungen nach § 11 Absatz 2 EBO erfüllt. 6. Wie viele Bahnübergänge müssen beseitigt werden? Im Abschnitt Wünsdorf–Hohenleipisch gibt es 21 Bahnübergänge. Die gesamte Ausbaustrecke Berlin–Dresden hat 35 Bahnübergänge. 7. Für welche Bahnübergangsersatzmaßnahmen zwischen Berlin und Dresden wurden bereits Eisenbahnkreuzungsvereinbarungen zwischen dem Vorhabenträger und den jeweiligen Straßenbaulastträgern nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz abgeschlossen? Es wurde noch für keine Bahnübergangsmaßnahme eine Eisenbahnkreuzungsvereinbarung abgeschlossen. 8. Für den Ersatz welcher Bahnübergänge befinden sich Kreuzungsvereinbarungen in Vorbereitung, und welche Kreuzungsvereinbarungen sind nach § 13 des Eisenbahnkreuzungsgesetzes vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bereits genehmigt? Im Abschnitt Wünsdorf(a)–Hohenleipisch(a) befinden sich 18 Kreuzungsvereinbarungen nach §§ 3, 13des Eisenbahnkreuzungsgesetzes (EKrG) in Vorbereitung, für drei weitere Bahnübergänge werden zurzeit die Planungsvoraussetzungen für die Kreuzungsvereinbarungen nach §§ 3,13 EKrG geschaffen. Dresden–Prag 9. Wie beurteilt die Bundesregierung mittel- bis langfristig den Ausbaubedarf bei der Eisenbahnstrecke Dresden–Prag? Die Bundesregierung hält an dem stufenweisen Ausbau der Strecke Berlin– Dresden–Prag fest. Für die erste Baustufe der Ausbaustrecke Berlin–Dresden sollen Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beantragt werden. Ein weiterer Ausbaubedarf im Streckenabschnitt Dresden– Grenze D/CZ(–Prag) ist langfristig vorstellbar. Bei Vorliegen eines entsprechenden verkehrlichen Bedarfs wird der Ausbau auf deutscher Seite in Abstimmung mit der tschechischen Seite in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel erfolgen. Hierfür ist der Abschluss einer deutsch-tschechischen Vereinbarung erforderlich. 10. Welche Kapazität hat die Strecke durch das Elbtal im Personen- und Güterverkehr, und welche Auslastung wird heute erreicht? Dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung liegen keine Aufschreibungen zu den Ist-Kapazitäten von Eisenbahnstrecken der DB Netz AG vor. Dies betrifft auch die Beantwortung der Frage 11. Auf Nachfrage hat die DB Netz AG mitgeteilt, dass die zweigleisige Strecke Pirna–Bad Schandau–Grenze D/CZ(–Prag) eine Kapazität von 144 Zügen pro Tag und Richtung hat. Die Auslastung dieser Strecke beträgt zurzeit an einem mittleren Werktag neun Fernverkehrszüge pro Tag und Richtung, 36 Nahverkehrszüge pro Tag und Richtung und 37 Güterzüge pro Tag und Richtung. 11. Wie hat sich die Streckenauslastung seit 1989 entwickelt? Die DB Netz AG hat mitgeteilt, dass die entsprechenden Fahrplanunterlagen für den angefragten Zeitraum nicht vollständig vorhanden sind. Für die DB Netz AG besteht die Pflicht zur Aufbewahrung dieser Daten für einen Zeitraum von sieben Jahren, das heißt maximal könnten die Daten für einen Zeitraum ab etwa 2003 erhoben werden. Gleichwohl würde dies nach Einschätzung der DB Netz AG einen erheblichen manuellen Zeitaufwand erforderlich machen. So geht die DB Netz AG allein für die Jahre 2009 und 2010 von ca. 15 Manntagen aus. Für den davor liegenden Zeitabschnitt bis 1989 sei ein deutlich höherer Zeitbedarf erforderlich. Deshalb hat die DB Netz AG bislang von der Aufbereitung der in der Anfrage geforderten Daten Abstand genommen. 12. Wie wirkt sich der mittelfristig geplante Einsatz von Neigetechnikfahrzeugen auf die Streckenkapazität aus? Nach Einschätzung der DB Netz AG hat ein Einsatz von Neigetechnikfahrzeugen im konventionellen Betrieb keine nachteiligen Auswirkungen auf die Streckenkapazität. Sofern jedoch im Neigetechnikbetrieb und damit schneller als die anderen Züge gefahren wird, verringert sich in gemeinsam genutzten Streckenabschnitten die Kapazität aufgrund der unterschiedlichen Geschwindigkeitsprofile. 13. Welche Bedeutung kommt der Strecke Dresden–Prag im internationalen Schienengüterverkehr insbesondere mit Blick auf die südosteuropäischen Länder zu? Die Strecken Dresden–Prag gehört zu den bedeutendsten Schienengüterverkehrsverbindungen nach Südosteuropa. 14. Welche Prognosen für das Güterverkehrsaufkommen sind der Bundesregierung für die Strecke Dresden–Prag bekannt? In einer Verkehrsprognose für das Jahr 2025 wurde für die Strecke Pirna–De˘c˘ín ein Güterverkehrsaufkommen von 1,99 Mio. Tonnen pro Jahr ermittelt. 15. Sind in absehbarer Zeit Kapazitätsengpässe zu erwarten? Nach Einschätzung der DB Netz AG werden in absehbarer Zeit keine Kapazitätsengpässe auftreten. 16. Wie beurteilt die Bundesregierung vor dem Hintergrund der vorliegenden Verkehrsprognosen die Notwendigkeit einer Neubaustrecke für Mischverkehr im Korridor Dresden–Prag? Es wird auf die Antwort zu Frage 9 verwiesen.
Trotz der Krise bei der S-Bahn Berlin GmbH gab es 2009 einen Rekord bei den Fahrgastzahlen. Auch unter den schwierigen Bedingungen, denen sich vor allen die Fahrgäste der S-Bahn ausgesetzt sahen, haben sie dem Öffentlichen Personennahverkehr die Treue gehalten. 3,45 Millionen Menschen fuhren täglich mit den Bussen und Bahnen im Verbundgebiet. Dementsprechend entwickelten sich auch die Fahrgeldeinnahmen positiv. Die Einnahmen aus den Ticketverkäufen haben sich bei stabilen Fahrpreisen um 2,6 Prozent auf rund 1.023 Millionen Euro erhöht. Eine wichtige Rolle bei gestiegenen Einnahmen spielt der große Erfolg des neu eingeführten VBB-Abo 65plus. Mehr als 66.000 Senioren erwarben seit April 2009 das verbundweit gültige Abonnement. VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz: „Durch die Probleme bei der S-Bahn mussten wir 2009 massive Qualitätseinbrüche erleiden. Gleichzeitig aber verzeichnen wir einen neuerlichen Fahrgastrekord. Das zeigt, dass selbst in schwierigsten Situationen eines einzelnen Verkehrsunternehmens das ganze Nahverkehrssystem im Verbundgebiet gut funktioniert und den Menschen hier ein hochwertiges Bus- und Bahn-Angebot zur Verfügung steht. Das solidarischen Verhalten der anderen Verkehrsunternehmen hat seine Wirkung nicht verfehlt: Unsere Stammgäste sind uns erhalten geblieben und wir konnten sogar neue Kunden gewinnen.“ Nach wie vor sei die S-Bahn Berlin GmbH mit etwa 71 Prozent der Fahrleistung allerdings noch weit von einem Normalbetrieb entfernt, so Franz weiter. Derzeit werden nicht einmal die vom Unternehmen angestrebten eigenen Hochfahrstufen erreicht. Bei der Vorstellung des Verbundberichts ging Franz auch auf das im vergangenen Jahr abgeschlossene Vergabeverfahren „Netz Stadtbahn“ ein. Bei der bislang umfassendsten Ausschreibung für den Nahverkehr auf der Schiene in Deutschland wurden 16 Regionalexpress- und Regionalbahnlinien mit einem jährlichen Volumen von mehr als 20 Millionen Zugkilometern und einem Auftragsvolumen von insgesamt 1,3 Milliarden Euro vergeben. Die an der Ausschreibung beteiligten Länder Berlin und Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werden mit Abschluss der neuen Verkehrsverträge insgesamt rund 55 Millionen Euro pro Jahr einsparen – bei höheren, vorgeschrieben Qualitätsstandards, wie z.B. einem Zugbegleiter pro Zug oder durchgehende Klimatisierung. Eine branchenübliche Bezahlung wurde für die Mitarbeiter ebenfalls fixiert. Weitere Themen im VBB-Verbundbericht 2010 sind Vertragsmanagement und Qualität, Wettbewerb, Infrastruktur, Fahrgastinformation und Fahrgastsicherheit. Der Bericht wird im Internet unter www.VBBonline.de veröffentlicht (Pressemeldung VBB, 18.08.10).
So schmerzhaft die S-Bahn-Krise für die Fahrgäste war und teilweise noch ist, so groß sind die Chancen, die sich aus den einbehaltenen S-Bahn-Geldern ergeben. Der Berliner Senat will sie richtigerweise zum Nutzen der Fahrgäste einsetzen. Doch durch den uralten Berliner Fehler, keine Vorratsplanungen zu machen, werden viele der 2009 einbehaltenen 37 Mio Euro für Pflichtaufgaben verwendet, die aus dem Landeshaushalt hätten finanziert werden müssen. Aus dem Jahr 2010 werden voraussichtlich sogar bis zu 50 Mio Euro einbehaltene S-Bahn-Gelder zur Verfügung stehen. Deshalb muss sofort mit den Projektplanungen für 2010 begonnen werden. Den wiederholten Bekenntnissen von Senatorin Ingeborg Junge-Reyer zur Straßenbahn können und müssen nun umfangreiche Maßnahmen folgen. „Die vom Senat 2009 von der S-Bahn aufgrund nicht erbrachter Leistungen und mangelhafter Qualität des S-Bahn-Verkehrs einbehaltenen Gelder in Höhe von 37 Mio. Euro werden jetzt gezielt in verschiedene Bereiche des ÖPNV investiert und für die Verbesserung des Berliner Nahverkehrs eingesetzt“, meldete die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am 16. April 2010 und zitierte Senatorin Ingeborg Junge-Reyer: „Wir haben bei der Auswahl der Maßnahmen besonderen Wert darauf gelegt, dass sie einen direkten Nutzen für die Kunden haben.“ Das unterstützt der Berliner Fahrgastverband IGEB ausdrücklich, doch die Freude wird geschmälert, wenn man die Ende April auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Claudia Hämmerling mitgeteilte Maßnahmenliste betrachtet (Ds 16/14225). Sie enthält viele Projekte, die aus dem regulären Haushalt hätten finanziert werden müssen, z.B. die 1 Mio. Euro Gutachtermittel zur Vorbereitung der Teilausschreibung der S-Bahn, die 4 Mio. Euro für die Instandsetzung der U-Bahn-Werkstatt Friedrichsfelde und die 6,5 Mio. Euro zur Ertüchtigung von U-Bahn-Großprofil-Fahrzeugen. Doch inzwischen ist das Jahr 2010 fortgeschritten und am Ende muss man froh sein, wenn überhaupt alle Mittel gesetzeskonform, also für öffentlichen Verkehr, ausgegeben werden. Inzwischen zeichnet sich jedoch ab, dass durch die Nachverhandlungen zum S-Bahn-Vertrag dem Land Berlin aus dem Jahr 2010 sogar bis zu 50 Mio. Euro von der S-Bahn einbehaltene Gelder zur Verfügung stehen könnten. Denn nun können bei Qualitätsmängeln 16 statt bisher 5 Prozent des Gesamtbetrags einbehalten werden. Zusätzlich gibt es Abzüge durch zu kurze oder gar nicht gefahrene Züge. Deshalb fordert der Berliner Fahrgastverband IGEB die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf, umgehend mit Planungen für 2011 zu beginnen, damit dann nicht wieder Maßnahmen finanziert werden, die aus dem Landeshaushalt zu bezahlen wären, sondern Maßnahmen mit einem Zusatznutzen für die durch die S-Bahn-Krise geschädigten Berliner Fahrgäste. Oberste Priorität müssen hierbei der Ausbau des Straßenbahnnetzes und der Kauf langer Straßenbahnfahrzeuge haben. Jahrelang hat der Senat auf entsprechende IGEB-Forderungen entgegnet, das sei zwar richtig und wichtig, aber leider fehle das Geld. Nun stehen viele Millionen jetzt und – in reduziertem Umfang – mit Sicherheit auch in den Folgejahren zur Verfügung, um alle vom Senat selbst als prioritär eingeschätzten Straßenbahnprojekte realisieren zu können. Am weitesten vorangeschritten ist der Planungsvorlauf bei der Straßenbahndurchbindung von Adlershof zum Bahnhof Schöneweide. Im Frühjahr 2011 wird der Abschnitt vom S-Bf Adlershof in die boomende Wissenschaftsstadt fertig gestellt. Bei dieser Inbetriebnahme muss sofort der Startschuss zur Verlängerung nach Schöneweide gegeben werden. Vor allem hier, aber auch bei den anderen vom Senat selbst definierten „Leuchtturmprojekten“, z.B. vom Alexanderplatz zum Potsdamer Platz und vom Nordbahnhof über den Hauptbahnhof nach Moabit, können mithilfe der S-Bahn-Gelder diverse Baumaßnahmen auch schon vor Abschluss der Planfeststellung erfolgen – siehe die Gleise auf Leipziger Straße und Oberbaumbrücke (Pressemeldung Berliner Fahrgastverband IGEB e.V., 18.08.10).
(Leipzig, 16. August 2010) Mit der Modernisierung des Streckennetzes der Deutschen Bahn sind alte Gebäude entbehrlich geworden bzw. alte Schrankenanlagen werden durch moderne Anlagen ersetzt.
Ab dem 16. August ist im Bereich Zeischa (an der Eisenbahnstrecke zwischen Falkenberg und Elsterwerda-Biehla) der Abriss des ehemaligen Empfangsgebäude und eines Nebengebäudes am Haltepunkt Zeischa vorgesehen. Gleichzeitig werden bis voraussichtlich Anfang Dezember 2010 zwei moderne Schrankenanlagen an zwei Bahnübergängen in Zeischa (der Bahnübergang an der L 593 außerorts zwischen B101 und der Gemeinde Prieschka und der Bahnübergang in der Bahnhofstraße) gebaut.
Während der Modernisierung der Bahnübergänge in Zeischa kommt es zeitweilig zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. Der Verkehr wird halbseitig an der Baumaßnahme vorbeigeführt.
Bei der Arbeit des Abrissbaggers sind Lärmbelästigungen nicht auszuschließen.
Die Deutsche Bahn bittet Reisende und Anwohner um Entschuldigung für die entstehenden Unannehmlichkeiten.