BERLIN. Bahnkunden sollen künftig in Fernzügen auch auf zwei Etagen fahren. Wie die Berliner Zeitung aus Unternehmenskreisen erfuhr, sollen die im Nahverkehr erprobten roten Doppelstockwagen einen Teil der veralteten IC-Flotte der Deutschen Bahn ersetzen. „Dies ist eine relativ konkrete Überlegung“, hieß es am Freitag aus den Kreisen. Danach sollen Doppelstockzüge ab Ende 2013 zunächst auf drei Linien mit 27 Zügen und bis zu 200 Wagen fahren. Die Doppelstockwagen werden von Bombardier gebaut und sollen bis zu 190 Stundenkilometer schnell sein. Im Nahverkehr dürfen sie maximal 160 Kilometer pro Stunde fahren.
Neuer ICE wird umgeleitet Ein weiterer Grund für die Doppelstock-Variante sind die sich hinziehenden Verhandlungen mit …
Der Winter beschert den Fahrgästen der Berliner S-Bahn nicht nur Zugausfälle und Verspätungen, sondern auch ein Tempolimit. Von den Zügen der Baureihe 481, die einen Großteil der Fahrzeugflotte bilden, dürfen die meisten jetzt nur noch auf höchstens 60 Kilometer in der Stunde beschleunigen. Diese Festlegung gilt „bis auf Weiteres“, sagte ein Bahnsprecher. Der Grund: Um möglichst viele Züge im Einsatz zu haben, verzichtet die S-Bahn jetzt in den meisten Fällen darauf, die Wagen zur vorgeschriebenen täglichen Kontrolle der Bremssandanlagen in die Werkstatt zu fahren. Weil aber viele dieser Anlagen inzwischen vereist sind oder wegen Sandverklumpungen nicht mehr richtig funktionieren, musste die S-Bahn im Gegenzug die Höchstgeschwindigkeit von …
BERLIN. „Alle reden vom Wetter, wir nicht“, heißt es auf dem Plakat. Darunter fährt ein Zug scheinbar mühelos durch den Schnee. Das ist Bundesbahnwerbung aus den 60er-Jahren. 50Jahre später käme beim Nachfolger Deutsche Bahn (DB) wohl niemand auf die Idee, einen solchen Werbespot zu schalten. Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind schon lange nicht mehr die Freunde der Bahn. „Die Deutsche Bahn ist organisatorisch, technisch und personell auf den Winter vorbereitet“, verkündete das Unternehmen Ende …
Hunderttausende Fahrgäste der S- und Regionalbahnen in Berlin und Brandenburg haben täglich unter überfüllten Zügen, teils massiven Verspätungen und vor allem Zugausfällen zu leiden. Mängel an der Infrastruktur und zahlreiche technische Probleme bei den S-Bahnfahrzeugen führen zum dritten Mal in Folge bei normalen winterlichen Verhältnissen anhaltend zu Belastungen. Aus dem erneuten Winterchaos wären weitere Entschädigungen für die Fahrgäste folgerichtig. Die Pünktlichkeit bei der Berliner S-Bahn GmbH erreicht 2010 einen einmaligen Tiefstand von voraus-sichtlich rund 79 Prozent. In den 14 Tagen nach dem ersten Schneefall am 2. Dezember kamen insgesamt rund 8.400 Züge verspätet, 5.900 Züge fielen aus. Täglich stehen seitdem den Fahrgästen nur zwischen 56 und 72 Prozent der vertraglich vereinbarten Fahrzeuge zur Verfügung. Die S-Bahn arbeitet aktuell ohne ausreichende Reserven, sei es mit dem vorhandenen Fahrzeugpark, dem eingesetzten Personal oder den Werkstattkapazitäten. Jede Störung, wie sie im Eisenbahnbetrieb regelmäßig auftritt, kann deshalb nicht mehr ausgeglichen werden und führt fast zwangsläufig zu Angebotseinschränkungen und Verschlechterung der Qualität. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, Hans-Werner Franz, fordert die S-Bahn Berlin GmbH deshalb auf, kurzfristig sowohl das Werkstattpersonal als auch die Werkstattkapazität aufzustocken, um das notwendige Angebotsniveau so schnell wie möglich wiederherzustellen. „Der rigorose Sparkurs hat das Unternehmen in die Sackgasse fahren lassen. Einen Ausweg aus der hausgemachten Krise findet es seit fast zwei Jahren nicht. Der integrierte Bahnkonzern mit seinen Töchtern S-Bahn Berlin GmbH und DB Netz AG ist offenbar nicht mehr in der Lage, das S-Bahn-System in Berlin zufriedenstellend zu betreiben. Die immer noch wirkende Börsenstory der DB AG muss durch die Politik endgültig gestoppt werden. Klasse statt Kasse muss es wieder bei der S-Bahn heißen!“ Auch im Regionalverkehr nehmen die Pünktlichkeitsprobleme drastisch zu. Die Pünktlichkeitsquote aller Eisenbahnverkehrsunternehmen der Region lag von Januar bis Oktober 2010 bei 90 Prozent. Verspätungen durch Herbst- und Winterprobleme sind dabei noch nicht erfasst. Insbesondere die Pünktlichkeitswerte der Regionalexpress-Linien der DB Regio AG sind auf 87 Prozent gefallen. Das ist einer der schlechtesten Werte bundesweit. Auch hier sind mangelnde Planung und zu wenig Personal die ursächlichen Faktoren. Offensichtlich ist auch der Fernverkehr von den gleichen negativen Folgen der DB-Konzernpolitik betroffen. Viele Fahrgäste können sich nicht mehr auf das gewohnte Angebot verlassen. Auch die Abhängigkeiten vom Fern- und Güterverkehr auf stark ausgelasteten Strecken und regionale und bundesweite Baumaßnahmen im Schienennetz wirken sich nachteilig auf den Nahverkehr in der Region aus. Dringenden Handlungsbedarf sieht der VBB deshalb bei einer besseren Vorausplanung der Baumaßnahmen, die die Verspätungsanfälligkeit verringern kann. Erforderlich ist eine Stabilisierung der Fernverkehrsfahrpläne. Darüber hinaus ist es wichtig, den geplanten Bau und die Inbetriebnahme des Berliner Abschnittes der Dresdner Bahn voranzutreiben, um Zugfahrten aus Richtung Leipzig und Dresden unabhängig voneinander zum Berliner Hauptbahnhof führen zu können. Dringend verbessert werden muss die fallbezogene Disposition von Zugfahrten im Verspätungsfall. Angesichts der vielen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr fordert der VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz weitere Entschädigungsmaßnahmen für die Fahrgäste: „Wir gehen davon aus, dass der Bahnkonzern sich für das erneute Winterchaos entsprechend entschuldigen wird.“ (Pressemeldung VBB, 18.12.10).
Es schneit nicht und sibirisch kann die derzeitige Kälte auch nicht genannt werden. Dennoch fährt die S-Bahn wieder völlig fahrplanlos und auch im Regionalverkehr werden Linien für Wochen komplett eingestellt. Zehn- (womöglich auch hunderttausende) von Fahrgästen werden völlig alleine gelassen. Besserung wird die Abmahnung nicht bringen, die gestern Berlin und Brandenburg der S-Bahn Berlin GmbH geschickt haben. Es fehlt, wie vor eineinhalb Jahren, an Personal und Wagen. Alle Apelle der Vergangenheit, das anerkennenswerte Bemühen der jetzigen GmbH-Geschäftsleitung und der Mitarbeiter haben keine nennenswerte Besserung bei Pünktlichkeit, Qualität und Sauberkeit gebracht. Der DB-Konzern als Eigentümer der S-Bahn Berlin GmbH scheint weiterhin auf „stur“ zu schalten. Wie anders ist es zu erklären, wenn beim ersten Schnee zahllose Weichen ausfallen, das Schneeräumen auf den Bahnsteigen häufig erst Stunden nach Beginn des Berufsverkehrs beginnt und die Fahrgastinformation kläglich versagt? Im Regionalverkehr sieht es nicht besser aus. „Verspätung aus vorheriger Fahrt“, „Warten auf Anschluss-fahrgäste“, „Technische Störung an einem Wagen“, „Zug fällt aus“, „Hohe Streckenauslastung“, „Weichenstörung“, „Änderung im Zuglauf, fährt heute nur bis …“, „Bauarbeiten an der Strecke“, „Warten auf Gegenzug“ so lauten aktuell die ständig wiederholten Verspätungsgründe. Es muss deshalb ein Spitzengespräch zwischen Bundesverkehrsminister Ramsauer, Bahnchef Grube und den Regierungschefs von Berlin und Brandenburg stattfinden, um Schritte für Verbesserungen und eine schrittweise Rückkehr zum Normalbetrieb festzulegen. Das Ergebnis muss einen konkreten Zeitplan und Maßnahmen enthalten, wie der Bahnverkehr stabilisiert werden soll. Alles andere wäre nur ein Herumlawieren und Schlittern von einer Katastrophe in die nächste (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband, 17.12.10).
(Berlin, 16. Dezember 2010) Wegen umfangreicher Gleisbauarbeiten und des Brückenneubaus in Ostkreuz kommt es zu Einschränkungen für S-Bahn-Fahrgäste. Vom 17. Dezember, 22 Uhr, durchgehend bis 20. Dezember, 1.30 Uhr, werden für die Züge der S1 zwischen Oranienburg und Birkenwerder Busse eingesetzt. Zwischen Birkenwerder und Waidmannslust besteht S-Bahn Pendelverkehr im 20 Minuten-Takt. Weiterhin werden die Züge der S41, S42, S8, S9 zwischen Schönhauser Allee und Storkower Straße durch Busse ersetzt. Zwischen Storkower Straße und Treptower Park besteht ein S-Bahn-Pendelverkehr im 20 Minuten-Takt. Auf der Linie S9 fahren zwischen Adlershof und Flughafen Schönefeld keine S-Bahnen. Reisende fahren mit der S-Bahn bis Grünau und weiter mit Bussen zum Flughafen Schönefeld. Fahrgäste mit direktem Fahrtziel Flughafen Schönefeld können die Expressbusse ab Schöneweide benutzen. Vom 19. Dezember, 4 Uhr, durchgehend bis 20. Dezember, 1.30 Uhr, fahren auf der Linie S75 keine Züge zwischen Springpfuhl und Wartenberg. Reisende fahren mit der S7 bis Marzahn und steigen dort in die Busse nach Wartenberg um. Reisenden wird empfohlen, sich vor Antritt der Fahrt rechtzeitig zu informieren. Informationen gibt es unter www.s-bahn-berlin.de und am S-Bahn-Kundentelefon unter 030 29 74 33 33.
Falsch vermessene Hauswände, fehlerhafte Gutachten, jahrelang unbearbeitete Anträge – Anwohner des Flughafens Schönefeld werfen dem Airport-Betreiber vor, beim Schallschutzprogramm für den Großflughafen BBI zu schlampen. Eigentlich sollen alle Lärmbetroffenen bis Juni 2012 mit Schallschutzfenstern und dickeren Wänden vor Flugzeugkrach geschützt sein. Denn dann soll der neue Flughafen eröffnet werden. Doch an diesen Zeitplan glauben viele Anwohner nicht mehr. „Die Ingenieurbüros sind überlastet und kommen gar nicht hinterher“, sagt Christine Dorn, Chefin des Vereins zur Förderung der Umweltverträglichkeit des Verkehrs. Die vom Flughafen beauftragten Gutachten seien immer wieder …
Eine Frau räumt auf. Mit beträchtlicher Energie bemüht sich Sigrid Nikutta darum, dass der Busverkehr in Berlin wieder zuverlässiger und sicherer wird. Dabei schreckt die neue Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nicht davor zurück, Sparmaßnahmen rückgängig zu machen – wenigstens zum Teil. Nachdem in den Buswerkstätten viele Arbeitsplätze wegrationalisiert worden waren, lässt sie nun wieder Techniker einstellen. Wartungsintervalle werden verkürzt. „Sicherheit und Verlässlichkeit haben für mich Priorität. Die Kosten sind derzeit nicht mein erster Fokus“, sagte die 41-Jährige gestern. Noch bis zum Frühjahr 2011 müssten die Busfahrgäste mit Ausfällen leben – dann soll sich der Betrieb normalisiert haben, versprach sie. Die promovierte Psychologin weiß, dass der Ruf des BVG-Busverkehrs seit längerem nicht …