POTSDAM / MITTE – Durch Schwarzfahrer werden dem Verkehrsbetrieb in Potsdam (Vip) in diesem Jahr etwa eine Million Euro an Einnahmen entgehen. Das sagte Vip-Geschäftsführer Martin Weis der MAZ. Bei einem erwarteten Jahresumsatz von mehr als 13 Millionen keine Summe, die nicht ins Gewicht fiele. Die Tendenz sei steigend, die Nichtzahlerquote bewege sich auf Berliner Niveau. Genaue Zahlen will das Unternehmen erst am Montag bekannt geben. Nach Beschwerden über ruppige Fahrkartenkontrolleure in Zivil hatte der Vip ab Mai 2009 auf Uniformen umgestellt. Der wegfallende Überraschungseffekt führte sofort dazu, dass nur noch gut halb so viele Sünder ertappt wurden. Gestern erprobte der Verkehrsbetrieb daher erstmals eine neue Taktik, die in anderen Städten bereits üblich ist. Bus oder Bahn halten dabei plötzlich auf offener Strecke, die Kontrolleure …
Das Missmanagement bei der S-Bahn und politische Fehlentscheidungen bei der BVG haben das Betriebsergebnis massiv verschlechtert. Auch angesichts der katastrophalen Zustände in der Vergangenheit und des derzeit immer noch eingeschränkten S-Bahn-Verkehrsangebotes kann die geplante Preiserhöhung nur als schlechter Scherz aufgefasst werden. In Berlin vermisst Pro Bahn beispielsweise die Umsetzung der längst geplanten Beschleunigungsmaßnahmen, die Straßenbahn und Bus wesentlich effektiver entlasten könnten als die geplante Tariferhöhung, die auch umweltpolitisch ein völlig falsches Signal aussendet. Darüber hinaus liegen die VBB-Tarife im bundesrepublikanischen Vergleich schon jetzt über dem Durchschnitt, insbesondere wenn man das sehr niedrige Berlin-Brandenburger Lohnniveau mit beispielsweise dem Stuttgarter Raum vergleicht, wo gleichfalls überdurchschnittlich teure Verbundtarife bezahlt werden müssen. Über Tariferhöhungen beim VBB darf erst nachgedacht werden, wenn alle strukturellen Defizite beseitigt sind und vor allem die S-Bahn wieder einen fahrplanmäßigen Betrieb anbieten kann (Pressemeldung Pro Bahn Landesverband Berlin/Brandenburg, 16.10.10).
Potsdam – Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger will das Mobilitätsticket dauerhaft in Brandenburg einführen. Diese Absicht hat der Minister dem Infrastrukturausschuss des Landtages heute mitgeteilt. Pro Jahr sollen rund 2,5 Millionen Euro dafür bereitgestellt werden. Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger: „Der Probelauf hat gezeigt, dass das Ticket angenommen wird und die Mobilität gerade von Menschen mit geringen Einkommen verbessert. Derzeit kaufen rund 8500 Menschen jeden Monat in Brandenburg ein solches Ticket und wir wollen dieses Angebot jetzt zur Dauereinrichtung machen. Das entspricht auch dem Koalitionsvertrag, der eine Fortführung des Mobilitätstickets über das Jahr 2010 hinaus vorsieht. Abschließend entscheidet der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes VBB.“ Das Land fördert seit dem 1. September 2008 die Mobilität von Menschen mit geringen Einkommen durch ein bis zum Jahresende 2010 befristetes Tarifangebot einer Monatskarte für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Land Brandenburg zum reduzierten Preis. Das Angebot soll ab 2011 auch erweitert werden: Das Ticket wird dann auch in den 35 Städten gelten, die einen eigenen Stadtlinienverkehr haben, zum Beispiel Eberswalde, Bernau, Oranienburg, Kyritz, Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf, Guben, Forst, Spremberg, Angermünde, Prenzlau, Schwedt und andere. Das „Mobilitätsticket Brandenburg“ wird für alle Bürger, die soziale Leistungen erhalten, angeboten und richtet sich insbesondere an diejenigen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen und aufgrund ihres geringen Verdienstes zusätzlich aufstockende Sozialleistungen erhalten. Es ermöglicht darüber hinaus Bürgern, die keiner Arbeit nachgehen und Sozialleistungen in Anspruch nehmen, die notwendige Mobilität. Das Monatsticket wird für Tarifzonen bis zu drei Landkreisen bzw. 6 Waben für die Hälfte des regulären Preises angeboten. Die den Verkehrsunternehmen dadurch entstehenden Einnahmeausfälle werden durch das Land ausgeglichen. Der Preis für das Mobilitätsticket Brandenburg beträgt grundsätzlich 50 Prozent des Preises für das reguläre Monatsticket der entsprechenden Tarifstufe (gerundet auf volle zehn Cent). Bei Preisänderungen der regulären Monatskarte wird das Mobilitätsticket Brandenburg entsprechend angepasst. Für die Zeit von September 2008 bis Dezember 2009 (16 Monate) wurden insgesamt 98.162 Tickets mit einem Gesamtzuschussbedarf von 2,2 Mio € verkauft. Der Verkauf steigerte sich von rund 4.000 Tickets in den Anfangsmonaten und erreichte im Oktober/November 2009 einen Höchststand von rund 8.000 Tickets. Diese Steigerung entspricht den in der Kalkulation zur Einführung des Mobilitätstickets gemachten Einschätzungen (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 03.09.10).
Immer wieder tauchen gefälschte oder manipulierte VBB-Fahrscheine auf.
An einigen U-Bahn-Stationen werden solche Fahrscheine für die Hälfte des regulären Preises angeboten. Aber das Schnäppchen kann die Käufer teuer zu stehen kommen, denn die Kontrolleure und BVG-Mitarbeiter entlarven die Tickets schnell als Fälschungen.
Und wer mit einem gefälschten Fahrschein unterwegs ist, bezahlt auf jeden Fall das erhöhte Beförderungsentgelt von 40 EUR und muss mit einer Anzeige rechnen. Auch der Kauf von gebrauchten Tickets ist nicht erlaubt.
Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten alle Kunden ihre Fahrscheine nur an BVG-Verkaufsstellen, an Fahrscheinautomaten oder bei autorisierten Agentur-Partnern – erkennbar an dem gelben Logo – kaufen.
Die neue Generation von Fahrausweisautomaten bei der S-Bahn Berlin kommt schneller als erwartet auf die Bahnhöfe. Vorgesehen ist, 400 bedienerfreundliche Geräte bereits bis Anfang Dezember in Betrieb zu nehmen. Das sind 100 Automaten mehr, als ursprünglich geplant. Derzeit sind 140 neue Fahrausweisautomaten auf 75 Bahnhöfen in Betrieb, damit verfügt fast die Hälfte aller Bahnhöfe bereits über die verbesserte Verkaufstechnik. Jede Woche kommen etwa 20 Ticketautomaten hinzu, die nun auch über ein integriertes Liniennetz verfügen. Zudem punkten die neuen Modelle durch eine einfachere Bedienung und ein besser lesbares Display. Das S- und U-Bahn-Liniennetz, das mit einer Berührung des entsprechenden Buttons auf dem Display erscheint, hat den Vorteil, dass es schnell aktualisiert werden kann. Somit haben die Fahrgäste stets Zugriff auf eine …
Schwarzfahrer lassen sich immer seltener von drohenden Strafen abschrecken. „Sie werden zunehmend unempfindlich“, sagte Petra Reetz, die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). So erklärt das Landesunternehmen den anhaltenden Anstieg der Schwarzfahrerquote in Berlin. In diesem Sommer ist der Anteil der Fahrgäste, die ohne gültiges Ticket auf Tour gehen, erneut gestiegen. „Im Juli betrug er 4,6 Prozent“, teilte Reetz auf Anfrage mit. „Im Januar dieses Jahres waren es noch 4,3 Prozent.“ Auch bei der S-Bahn ist die Quote gestiegen, wie ein Bahnsprecher berichtete. Bezahlt wird nicht: So heißt ein Theaterstück des italienischen Autors Dario Fo, der für sein volkstümliches Polittheater den Nobelpreis für Literatur bekam. Bezahlt wird nicht: Das sagen sich offensichtlich auch immer mehr …