Berlin – „Nächster Halt: Bahnhof Wernerwerk.“ 28 Jahre ist es her, dass S-Bahn-Fahrgäste diese Ansage zum letzten Mal hören konnten. Die „Siemensbahn“ zwischen den Bahnhöfen Jungfernheide und Gartenfeld ist stillgelegt, seit die S-Bahner (West) 1980 streikten und die Reichsbahn (Ost) daraufhin zahlreiche Verbindungen im Westteil der Stadt aufgab. Ein Stück Vergangenheit, um das in der Gegenwart allerdings hinter den Kulissen gestritten wird. Kontrahenten: Die Deutsche Bahn und der Berliner Senat. Die Bahn will die 1929 gebaute, 4,5 Kilometer lange Strecke endgültig zu Grabe tragen. 15 000 Euro musste das Unternehmen allein im vergangenen Jahr für Unterhalt und Sicherung des rostigen Reliktes aufbringen. Konkrete Pläne für eine Wiederinbetriebnahme gibt es nicht. Und als ausgewiesene Bahnfläche sind weder Gebäude noch Grundstücke lukrativ zu veräußern oder attraktiv zu nutzen. Deshalb hat die Bahn schon 2007 beim Eisenbahnbundesamt die „Entwidmung“ als Bahnfläche beantragt. Ein plausibler Gedanke – auf den ersten Blick. Wie ein rostiges Band zieht …
Umweltverwaltung genehmigt Antrag / Anwohner strengt ein weiteres Gerichtsverfahren an Peter Neumann Der Umbau des Bahnhofs Ostkreuz beschäftigt nicht nur Planer und Bauarbeiter, sondern auch immer mehr Juristen. Am Freitag erreichte das juristische Tauziehen um das lärmintensive Projekt die nächste Stufe. Gegen Mittag erfüllte die Senatsumweltverwaltung einen Wunsch der Deutschen Bahn (DB) und ordnete an, dass ab sofort bis zum 30. Juli auch an den Wochenenden sowie in den Nächten wieder gearbeitet werden darf. Knapp zwei Stunden später machte sich Rechtsanwalt Philipp Heinz zum Berliner Verwaltungsgericht auf, um eine einstweilige Anordnung gegen diesen Bescheid zu beantragen – im Auftrag seines Mandanten Jürgen Freymann. Der Ostkreuz-Anwohner klagt bereits gegen die vorangegangene Lärm-Ausnahmezulassung. „Wir haben schnell reagiert“, so Heinz. Er hielt es allerdings für unwahrscheinlich, dass das Gericht noch am Sonnabend oder Sonntag …
Senatsverwaltung ordnet sofortige Vollziehung der Ausnahmegenehmigung an
(Berlin, 18. Juli 2008) Die Bauarbeiten am Ostkreuz werden dieses Wochenende und auch am folgenden wie geplant fortgesetzt. Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz hat die sofortige Vollziehung der Ausnahmegenehmigung für die Nacht- und Wochenendarbeiten angeordnet. Für das bevorstehende Wochenende haben rund 110 Anwohner das Angebot der Bahn angenommen, in Hotels zu übernachten.
Auf Grund einer Klage gegen die Ausnahmegenehmigung vom 09.07.2008, die erlaubte, vom 11. bis 25. Juli auch nachts bauen zu dürfen, kam es am vergangenen Wochenende zu Einschränkungen bei den Bauarbeiten. Die beteiligten Baufirmen hatten darauf hin mit Unterstützung der Deutschen Bahn AG bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz eine neue Ausnahmezulassung und deren sofortige Vollziehung beantragt.
Die Arbeiten führen zu folgenden Einschränkungen:
Der Abbruch von Wandscheiben (ehemalige Auflagerung der Brücken) erfolgt vom 18.7. bis 21.7.2008 in der Zeit von Freitag 18 Uhr bis Montag 7 Uhr.
Vom 25.7. bis 28.7.2008 in der Zeit von Freitag, 22 Uhr bis Montag, 4.15 Uhr erfolgen die ersten Arbeiten zum Einbringen von Großbohrpfählen für die künftigen Ringbahnbrücken.
Ab 17.7. steht das Gleis 3 nicht mehr für den Verkehr zur Verfügung. Der Zugverkehr der S 3 wird vollständig über das stadteinwärts führende Gleis 4 abgesichert. In der Zeit vom 18.7., 18 Uhr bis 21.7.2008, 4 Uhr, muss dann auch das stadteinwärts führende Gleis gesperrt werden.
Extra für das Open-air-Konzert in der Wuhlheide werden aber vom 19.7., 16 Uhr, bis 20.7., 1 Uhr, die Bauarbeiten ausgesetzt. An diesem Wochenende beginnen die Bauarbeiten am Freitag bereits 18 Uhr.
Im Zeitraum der Sperrung der S-Bahn-Linie 3 am Ostkreuz wird ein Busersatzverkehr zwischen Nöldnerplatz und Rummelsburg eingerichtet.
Die Bauunternehmen sind bemüht, die von den Arbeiten ausgehenden Störungen so gering wie möglich zu halten. Trotzdem lassen sich Beeinträchtigungen und Veränderungen im Bauablauf nicht gänzlich ausschließen. Dafür bittet die Deutsche Bahn AG um Verständnis. Anwohner werden über Handzettel stets aktuell über die Bauarbeiten informiert, insbesondere und gesondert noch einmal zu den Nachtarbeiten.
Die Hauptstraße ist zwischen Kynaststraße und Markgrafendamm für den Autoverkehr noch bis 30. Oktober gesperrt.
Unter der Service–Telefon–Nummer 030 94794755 erhalten Anwohner an den oben genannten Tagen Informationen und Auskünfte. Informationen zum S-Bahn-Verkehr erteilt das S-Bahn-Kundentelefon unter 030 29 74 33 33.
Trotz Kritik und sinnvoller Gegenvorschläge wird in Beton gegossen, was später an ständiger Geldverschwendung bei den anfallenden Betriebskosten niemandem zu vermitteln ist. Der DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg hat Mitte Juli 2008 eine eigene Trassenvariante vorgestellt, die wesentlich effektiver und preiswerter im Betrieb ist. Leider scheint ein Überprüfen der bisherigen Teuer-Planungen der Flughafen-Gesellschafter Bund, Berlin und Brandenburg politisch nicht gewünscht. Der DBV erwartet sogar, dass sich die Rechnungshöfe später einmal mit den Kosten für die Schienenanbindung beschäftigen werden. Denn beim Einsatz von Steuergeldern wird – zu recht – eine sparsame und wirtschaftliche Verwendung verlangt. Und die ist nach Meinung des DBV hier überhaupt nicht gegeben. Die Anbindung des neuen BBI-Flughafenbahnhofs erfordert eine acht Kilometer lange Umwegfahrt für die S-Bahn. Ohne Nutzen für die Fahrgäste und mit schätzungsweise 6,1 Millionen Euro Kosten für den Steuerzahler. Und wann es eine Regionalverkehrsanbindung gibt, steht in den Sternen. Allenthalben wird immer betont, dass wenig Geld für den Bahn- und Busverkehr vorhanden sei und es deshalb sinnvoll eingesetzt werden müsse. Das Beispiel S-Bahn nach BBI führt diese Aussage ad absurdum; hier scheint Geld keine Rolle zu spielen! Anstatt eine kurze und direkte Verbindung zu bauen, wird die S-Bahn in weitem Bogen am Flughafen vorbei durch märkische Wiesenlandschaft geführt. Nach Schätzungen des DBV kostet das vorsichtig gerechnet über sechs Millionen Euro im Jahr. Woher das Geld kommen soll und welche Verbindungen dafür nicht mehr bedient werden, ist bisher aus dem Brandenburger Verkehrsministerium nicht beantwortet worden. Denn mehr Geld will man nicht zur Verfügung stellen. Deshalb hat der Landesverband Berlin-Brandenburg Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) in einem Offenen Brief aufgefordert, endlich die Notbremse zu ziehen und die Planungen zu überprüfen. Konkret bedeutet die sparsamere und kürzere Trasse die Schienenanbindung des Flughafens mit S- und Regionalbahn aus Richtung Osten vom heutigen S-Bahnhof Grünbergallee durch das neue Gewerbegebiet (hier könnte später auch ein S-Bahnhof für die dort Beschäftigten entstehen). Um jedoch schon zur Eröffnung eine leistungsfähige Anbindung zu erhalten, sollte ein S-Bahn-Gleis teilweise für den Regional- und Fernverkehr mit einer Oberleitung anstatt mit Stromschiene elektrifiziert werden. Das Konzept kann in der Rubrik „Presseinformationen“ auf der DBV-Internetseite www.bahnkunden.de eingesehen werden (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband, 17.07.08).
Nach der Entschärfung einer 500-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Berlin-Wilmersdorf können die Anwohner wieder in ihre Häuser zurückkehren. Auch der Verkehr rollt wieder normal, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte. Bei der Entschärfung des Blindgängers am Morgen habe es keine Probleme gegeben. Die Bombe verfügte über einen komplizierten chemischen Langzeitzünder, der gezielt gesprengt wurde. Die Fliegerbombe war am Dienstag bei Ausschachtungsarbeiten gefunden worden. Sie lag zwischen Bürgersteig und Eingangstür eines Hauses in der Mecklenburgischen Straße. Rund 5000 Menschen hatten nach Polizeiangaben in der Nacht ihre Wohnungen vorübergehend verlassen müssen und waren in Notunterkünften oder bei Verwandten oder Bekannten untergekommen. Ein Teil der Stadtautobahn musste …
Wer am Wochenende mit der S-Bahn über den Bahnhof Ostkreuz fahren will, muss mit Schienenersatzverkehr rechnen. Denn die Bahn stellt sich bereits auf die Fortsetzung der Bauarbeiten bei Nacht und an den Wochenenden ein. Anwohner hatten dagegen erfolgreich geklagt. Der Senat könnte nun die Baupausen wieder aufheben. Die Bahn muss weiter um ihren Zeitplan für den Umbau des Bahnhofes Ostkreuz bangen. Nachdem die Klage eines Anwohners die nächtlichen Bauarbeiten am vergangenen Wochenende gestoppt hatte, beantragten die beteiligten Baufirmen mit Unterstützung der Bahn gestern bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz eine „Anordnung der sofortigen Vollziehung“. Ziel: Die Ausnahmegenehmigung für die Bauarbeiten in der Nacht und am Wochenende, die durch die Klage außer Kraft gesetzt worden war, soll wieder gelten. Schon an diesem Wochenende will die Bahn auch nachts wieder bauen, um das 411-Millionen-Euro-Projekt nicht weiter …
Der Fund einer 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Dienstagnachmittag in Berlin-Wilmersdorf zu einem Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften geführt. Der Fundort in der Mecklenburgischen Straße 92 wurde weiträumig abgesperrt. In einem Umkreis von 500 bis 600 Metern wurden Wohnhäuser und Büros evakuiert. Von den Sicherheitsmaßnahmen waren laut Polizei rund 12.000 Menschen betroffen. Beamte klingelten an den Türen und erläuterten den Bewohnern die Situation. Als Notunterkünfte wurden das Goethe- und das Diesel-Gymnasium vorbereitet. Zunächst wollten Experten die Bombe am Fundort unschädlich machen. Am Abend entschlossen sie sich jedoch, den Blindgänger mit einem Spezialfahrzeug in den nahe gelegenen Volkspark Wilmersdorf zu bringen. In der Grünanlage sollte sie den Planungen zufolge gegen Mitternacht …
Berlin – BVG-Kunden müssen sich von Mittwoch an auf Einschränkungen im Fahrplan einstellen. Mit dem Beginn der Sommerferien in Berlin dünnen die Verkehrsbetriebe ihr Angebot aus. Der Ferienfahrplan gilt nach BVG-Angaben bis zum 30. August. Betroffen sind vor allem die U-Bahn-Linien U 2, U 4, U 5, U 7, U 8 und U 9. Dort fahren die Züge in der Hauptverkehrszeit in größeren Abständen als üblich. Die BVG betont, dass die Reduzierung bereits im neuen Verkehrsvertrag mit dem Senat verankert sei. Für die jetzt eingesparten Fahrten erhalte die BVG kein Geld vom Land, sagte Sprecher Klaus Wazlak. Grund sei ein erhebliches Minus der Fahrgastzahlen auf vielen Linien. In den Sommerferien 2007 beliefen sie sich nach BVG-Angaben die Einsparungen allein bei der U-Bahn auf 3,5 Millionen Euro. Von Montag an gilt dann auch bei der S-Bahn ein Ferienfahrplan. Dort sind die Auswirkungen aber deutlich …
In Reinickendorf ist gestern Morgen erneut ein Lkw-Fahrer bei dem Versuch gescheitert, die S-Bahn-Brücken an der Klemkestraße zu unterqueren. Der 59 Jahre alte Fahrer des Lastzugs hatte gegen 0.30 Uhr die reduzierte Durchfahrthöhe missachtet und blieb mit seinem Fahrzeug unter dem Brückenbauwerk stecken. Der auf den Lkw geladene Container war gegen die Brücke geprallt, neigte sich um etwa 45 Grad und verkeilte sich. Die Feuerwehr bekam das Gespann mit einer Seilwinde flott. Durch den Unfall entstand ein Sachschaden von 25 000 Euro. Die Bahnbrücke wurde nur leicht beschädigt, so dass …