Berlin (Reuters) – Neben neuen ICE-Verbindungen ins Ausland will die Bahn auch in Deutschland im Fernverkehr wieder in die Offensive.
„Die Aufgabe von Verbindungen führt nicht weiter“, sagte Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg in einem am Donnerstag veröffentlichten Presse-Gespräch. „Wir wollen das Fernverkehrsnetz dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, wieder erweitern.“ Im Auge habe er dabei Ersatz oder die Ergänzung von Nahverkehrszügen durch schnelle Fernverkehrszüge. Das Konzept könne bereits im nächsten Jahr in Kooperation mit den Länder auf einigen Strecken verankert werden. In den vergangenen Jahren unter Ex-Vorstandschef Hartmut Mehdorn hatte die Bahn eine Strategie zulasten der Fernverkehrsstrecken verfolgt: Zahlreiche Verbindungen wie etwa die Interregio-Züge wurden …
Wie die Bundesregierung am 04.11.10 bekannt gab, wird sie auf die 2007 vom damaligen Verkehrs-minister Wolfgang Tiefensee initiierte Einrichtung einer Pilotstrecke zur Fahrradmitnahme im ICE verzichten. Der ökologische Verkehrsclub VCD kritisiert Schwarz-Gelb für diese Verhinderung des Tests, die Verbindung von Rad und Bahn im innerdeutschen Fernverkehr zu erleichtern. Statt sich der Verantwortung zu entziehen, müsse der Bund für ein attraktives Angebot sorgen – dazu gehöre auch die Fahrrad-mitnahme. Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender: „Mit dem heute verkündeten Stopp der von der Vorgänger-regierung geplanten Einrichtung einer Pilotstrecke zur Fahrradmitnahme im ICE wird die Ignoranz der Bundesregierung gegenüber Radfahrern erneut verdeutlicht. Der VCD fordert schon seit Langem, die Kombination der beiden umweltfreundlichen Verkehrsträger Bahn und Rad auch auf längeren Strecken zu vereinfachen. Die Attraktivität beider Verkehrsmittel kann weiter gesteigert werden, wenn die Fahrräder auch im Fernverkehr mitgenommen werden dürfen.“ Durch den Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn AG im Dezember werde dagegen zunehmend das Gegenteil der Fall sein: „Es werden IC-Verbindungen gestrichen oder durch ICEs ersetzt, so dass die Fahrradmitnahme in der Bahn auf vielen Strecken unmöglich wird“, so Ziesak weiter (Pressemeldung Transnet, 05.11.10).
Leider hat sich die DB AG immer noch nicht durchringen können, die Fernzüge auf der Berliner Stadtbahn wieder am wichtigen Umsteigepunkt Bahnhof Zoo halten zu lassen. Seit der Inbetriebnahme des Berliner Hauptbahnhofes am 26. Mai 2006 fahren fast alle Fernzüge ohne Halt durch. Ausschlaggebend für diese damalige DB-Entscheidung war nach Meinung des DBV die Befürchtung, dass die Einnahmen aus der Verpachtung der Gewerbeflächen am Hauptbahnhof nicht den Einnahmeplanungen entsprechen. Die letzten Jahre haben jedoch gezeigt, dass diese Befürchtung unbegründet ist. Inzwischen ist es sogar so, dass die beiden Bahnsteige auf der Stadtbahn zu den Zeiten des Berufsverkehrs am Rande ihrer Kapazitäten angekommen scheinen. Wer mit Gepäck oder Kindern (oder sogar beidem!) auf dem Bahnsteig unterwegs ist, muss einen Slalomlauf durch Reisegruppen und vorbei an anderen wartenden Fahrgästen abslovieren. Auch die S-Bahn-Züge, die die Fahrgäste zum Hauptbahnhof bringen, bieten häufig nur noch wenig Platz. Verspätungen sind vorprogrammiert und führen nur zu neuem Ärger. Der DBV Berlin-Brandenburg erinnert deshalb daran, wieder an die Fahrgäste zu denken. Deshalb wäre es ein richtiger Schritt, die DB-Fernzüge auf ihrer Fahrt auf der Stadtbahn wieder am Bahnhof Zoo halten zu lassen. Dadurch wird es eine spürbare Entlastung des Hauptbahnhofes geben – nicht mehr alle Fahrgäste aus den westlichen Bezirken müssen bis zum Hauptbahnhof fahren. Das Argument gegen den Halt am Bahnhof Zoo, dass jeder zusätzliche Halt drei bis vier Minuten Fahrzeit zusätzlich bedeuten würde, ist inzwischen keines mehr. Denn heute reichen oftmals die Haltezeiten am Hauptbahnhof nicht aus, damit alle Fahrgäste ein- und aussteigen können. Ein zusätzlicher Halt am Bahnhof Zoo würde sogar zur Stabilisierung des Fahrplans beitragen (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband, 02.11.10).
(Berlin, 29. Oktober 2010) Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember wird die Deutsche Bahn den IC/ICE-Verkehr weiter optimieren und ihre Angebote im grenzüberschreitenden Verkehr weiter ausbauen.
Das Fahrplankonzept der ICE-Linie Berlin-München, der ICE-Linie Dresden-Frankfurt und der IC-Linie Stralsund-Berlin-Erfurt-Düsseldorf/Mitte-Deutschland-Verbindung wird ab Fahrplanwechsel neu geordnet. Ab 12. Dezember fahren die ICE-Züge zwischen Berlin und München alle zwei Stunden über Halle (Saale)- Nürnberg-Ingolstadt mit Halt in Berlin Südkreuz und Bitterfeld. Die Reisezeit zwischen Berlin und Halle (Saale) beträgt eine Stunde 19 Minuten.
In der anderen Stunde, ebenfalls alle zwei Stunden, wird diese Linie über Leipzig-Nürnberg-Augsburg nach München geführt. Die ICE Hamburg-Berlin werden zweistündlich nach Leipzig verlängert, so dass zwischen den beiden größten Städten im Osten Deutschlands die ICE-Bedienung weiterhin im Stundentakt erfolgt.
Im Nordabschnitt der Mitte-Deutschland-Verbindungen zwischen Berlin und Stralsund setzt die Deutsche Bahn die bei Touristen und Urlaubern beliebten Zugpaare EC Prag-Dresden-Berlin-Stralsund-Binz und IC „Strelasund“ Frankfurt(Main)-Erfurt-Halle (Saale)-Berlin-Stralsund-Binz unverändert täglich ein. Zusätzlich werden am Freitag, Sonnabend und Sonntag weitere IC-Verbindungen zwischen Berlin und Stralsund angeboten.
Aufgrund der guten Nachfrage wird das Angebot des Berlin-Warszawa-Express um ein viertes EC-Zugpaar erweitert. Darüber hinaus verkürzt sich die Reisezeit zwischen Berlin und Warschau um eine Viertelstunde auf 5 Stunden 24 Minuten. Neu wird ab Fahrplanwechsel täglich ein Eurocity von Prag über Dresden-Berlin nach Stettin (Szczecin) und zurück verkehren. Dieser ersetzt in attraktiver Zeitlage den bisher in Tagesrandlage fahrenden InterCity.
Neues zum Fahrplan im Nahverkehr:
RE 3 Stralsund/Schwedt-Berlin-Elsterwerda Es werden zwei neue Leistungen zwischen Berlin Gesundbrunnen und Eberswalde angeboten. Sie sollen den Berufsverkehr am Nachmittag entspannen und verkehren gegen 16 Uhr ab Gesundbrunnen und 16.42 Uhr ab Eberswalde.
RE 18 Cottbus-Dresden/Falkenberg (Elster) Wegen Bauarbeiten im Eisenbahnknoten Dresden verkehrt die Linie weiterhin über Dresden-Friedrichstadt. Die Verkehrshalte in Dresden-Neustadt und Mitte entfallen.
RB 54 Berlin-Rheinsberg (Mark) Die Züge verkehren 2011 von Samstag, 16. April bis Sonntag, 16. Oktober.
RB 66 Angermünde-Szczecin Glowny Das Fahrplanangebot wurde unter Berücksichtigung der neuen zeitlichen Lage der Fernverkehrsverbindung umgestaltet. Neu verkehrt ab Stettin um 6.10 Uhr ein Zug nach Berlin Gesundbrunnen. Von Berlin Gesundbrunnen gibt es um 17.18 Uhr eine neue Verbindung nach Stettin. Der erste Zug von Stettin nach Angermünde verkehrt neu eine Stunde früher. Somit erreicht man Berlin aus Stettin mit Umsteigen in Angermünde bereits um cirka 6.30 Uhr. Der letzte Zug nach Stettin verkehrt ebenfalls eine Stunde früher als bisher.
Ausflugszüge Neu verkehrt außerhalb der Saison (bis Ostern und ab Mitte Oktober) der Warnemünde-Express nur noch samstags nach Warnemünde und sonntags zurück nach Berlin. In der Saison verkehrt er wie gewohnt samstags und sonntags hin und zurück. Die Rückfahrt von Warnemünde erhält bis 14. August eine etwa 15 Minuten spätere Abfahrt als 2010 ab Warnemünde und Rostock. Ab 15. August hat der Warnemünde-Express eine wesentlich spätere Abfahrt in Warnemünde (cirka 19 Uhr).
Der Usedom-Express verkehrt im Zeitraum vom 20. Mai bis zum 2. Oktober 2011. Die Zeiten der Fahrten nach Usedom wurden etwas verändert. Der Zug am Freitagnachmittag fährt eine Stunde später ab Berlin (neu 16.46 Uhr ab Berlin Zoo) und Sonntagfrüh verkehrt der Express zwei Stunden später als im Fahrplan 2010 (neu 8.52 Uhr ab Berlin Zoo).
Die Änderungen sind in den ab dem 12. Dezember gültigen Fahrplan eingearbeitet. Die Fahrplaninformationen sind ab dem 2. November veröffentlicht. Kunden können sich in DB Reisezentren und DB Agenturen, bei der Service-Nummer der Bahn unter 0180 5 99 66 33*, am DB Automaten und im Internet unter www.bahn.de informieren.
*14 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz, Tarif bei Mobilfunk max. 42 Cent/Min.
(Berlin, 28. Oktober 2010) In der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober endet in Deutschland die Sommerzeit. Um drei Uhr werden die Uhren um eine Stunde auf zwei Uhr zurückgestellt. Für die Bahn ist die Zeitumstellung mittlerweile zur Routine geworden. Nachtzüge werden in der um eine Stunde längeren Nacht von Sonnabend auf Sonntag an einem geeigneten Bahnhof entlang der Reisestrecke halten. So wird sichergestellt, dass die rund 40 betroffenen Nachtzugverbindungen ihre Zielbahnhöfe fahrplanmäßig erreichen und morgens nicht eine Stunde zu früh ankommen.
Züge, die tagsüber fahren, sind von der Zeitumstellung nicht betroffen, da sie zum Zeitpunkt der Umstellung ihre Zielbahnhöfe bereits erreicht haben.
S-Bahnen, die in großen Ballungsgebieten am Wochenende bis spät in die Nacht verkehren, sind von der einstündigen Pause in der Nacht der Zeitumstellung nicht betroffen. Diese Züge setzen ihre Fahrt ohne Unterbrechung fort.
Bei der Umstellung von Sommerzeit auf Winterzeit werden auch etwa 120.000 Uhren in Bahnhöfen und Diensträumen sowie in Automaten, Informations- und Steuerungssystemen um eine Stunde zurückgestellt.
Taktgeber ist das Funksignal der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Dieses Signal wird bei der Deutschen Bahn von autark arbeitenden Funkuhren sowie von rund 2.500 Mutteruhren aufgenommen und von dort an alle anderen Uhren im Bereich der Bahn weitergegeben. Die Anpassung aller Uhren dauert etwa eine Stunde.
POTSDAM Dynamo Dresden gegen Hansa Rostock – wenn an diesem Wochenende die beiden Traditions-Vereine aus dem Osten wieder einmal gegeneinander antreten, freuen sich Tausende Fans. Bei den Mitarbeitern der Deutschen Bahn indes kommt kaum Freude auf. Zumindest nicht bei denen, die am Sonnabend in Zügen und auf den Bahnhöfen Dienst haben. Denn die Partie wurde wegen der zahlreichen aggressiven Fans in beiden Vereinen vom Deutschen Fußballbund und den örtlichen Sicherheitsbehörden als Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko eingestuft. Das bedeutet für die Bahn einen erheblichen finanziellen und personellen Aufwand, um die Sicherheit so gut wie möglich zu gewährleisten.
Tägliche Übergriffe Fußball ist nur ein Beispiel, wenn auch ein gravierendes, für die hohen Sicherheitskosten, die die …