S-Bahnhof Friedrichshagen: Denkmalschutz hinter Wirtschaftlichkeit zurueckgestellt

S-Bahnhof Friedrichshagen: Denkmalschutz hinter Wirtschaftlichkeit zurueckgestellt

Ereignis

Im Jahr 2005 wurde die Erneuerung der Eisenbahnüberführung an der Bölschestraße in Friedrichshagen kontrovers diskutiert. Kritisiert wurde insbesondere der Ersatz historischer Ziegelwände durch Betonbauwerke. Der Senat erklärte, dass die Denkmalbehörden zwar eine stärkere gestalterische Anpassung empfohlen hatten, die Deutsche Bahn und das Eisenbahn-Bundesamt jedoch aus Kostengründen auf eine vollständige Klinkerverkleidung verzichteten. 【1-99af81】

Details

Quelle: Drucksache 15/12414 【1-99af81】

Kleine Anfrage des Abgeordneten Volker Thiel (FDP) vom 05. April 2005

Denkmalschutz am S-Bahnhof Friedrichshagen missachtet? 【1-99af81】

1. Wer genehmigte wann mit welcher Begründung die bei den Sanierungsarbeiten am S-Bahnhof Friedrichshagen vorgenommene Ersetzung der historischen und ortsprägenden Ziegelwände durch funktionale Stabilisierungswände aus Beton?

2. Ist es zutreffend, dass die Obere Denkmalbehörde dem zugestimmt hat und wenn ja, wie verträgt sich die Entscheidung mit dem Denkmalschutz des Bahnhofes?

3. Welche Möglichkeiten werden in Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG gesehen, die Betonwand durch eine ortstypische Farbgebung oder eine Begrünung in die Umgebung einzupassen und vor Sprayern zu schützen?

Antwort zu 1. bis 3.:

„Das Eisenbahn-Bundesamt hat am 19.05.2004 einen Ersatzneubau der Eisenbahnüberführung Bölschestraße in Berlin-Friedrichshagen genehmigt.

Berücksichtigung fand die Stellungnahme der Obersten Denkmalschutzbehörde im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Diese orientierte sich an einer Abwägung zwischen der gestalterischen Anpassung neuer Widerlager an die erhaltenen Schmuckportale des S-Bahnhofes und der wirtschaftlichen Zumutbarkeit von dadurch verursachten höheren Baukosten für die Deutsche Bahn AG.

Im Ergebnis forderte sie zwingend eine Klinkerverkleidung bei der Erneuerung der S-Bahnwiderlager direkt neben den Portalen. Eine Verklinkerung der neuen Widerlager der Fernbahn, die nicht direkt an die Bahnhofsportale angrenzen, wurde nur empfohlen.

Die Deutsche Bahn AG als Bauherr und das Eisenbahnbundesamt als Genehmigungsbehörde sind der Empfehlung aus Kostengründen nicht gefolgt.“

Weiter führte der Senat aus:

„Die Begrünung von Widerlagern unter einer Bahnbrücke dürfte aus Belichtungs- und Bewässerungsgründen kaum erfolgversprechend sein. Auch einen nachträglichen Anstrich dürfte die Deutsche Bahn AG allenfalls bei Kostenübernahme durch den Initiator akzeptieren.“ 【1-99af81】

Berlin, den 4. Mai 2005

In Vertretung

Dr. Stimmann

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 【1-99af81】

Hinweis

Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt.