POTSDAM / MITTE – Durch Schwarzfahrer werden dem Verkehrsbetrieb in Potsdam (Vip) in diesem Jahr etwa eine Million Euro an Einnahmen entgehen. Das sagte Vip-Geschäftsführer Martin Weis der MAZ. Bei einem erwarteten Jahresumsatz von mehr als 13 Millionen keine Summe, die nicht ins Gewicht fiele. Die Tendenz sei steigend, die Nichtzahlerquote bewege sich auf Berliner Niveau. Genaue Zahlen will das Unternehmen erst am Montag bekannt geben. Nach Beschwerden über ruppige Fahrkartenkontrolleure in Zivil hatte der Vip ab Mai 2009 auf Uniformen umgestellt. Der wegfallende Überraschungseffekt führte sofort dazu, dass nur noch gut halb so viele Sünder ertappt wurden. Gestern erprobte der Verkehrsbetrieb daher erstmals eine neue Taktik, die in anderen Städten bereits üblich ist. Bus oder Bahn halten dabei plötzlich auf offener Strecke, die Kontrolleure …
Nach der Unterzeichnung des geänderten Verkehrsvertrages mit der Bahn, ist die Debatte über die Verwendung der S-Bahn-Millionen neu entbrannt. So hat der Berliner Fahrgastverband Igeb seine Forderung wiederholt, das Geld für neue Straßenbahnstrecken und -züge einzusetzen. Neu ist der Vorschlag des Verbandes, einen Teil der eingesparten Landeszuschüsse für die Wiederherstellung des 2006 eingestellten durchgehenden Zugverkehrs nach Rheinsberg einzusetzen.
Die Radikallösung erscheint dem Schönefeld-kritischen Bürgerverein Brandenburg Berlin (BVBB) am sinnvollsten. Doch dass die Forderung nach einem Baustopp für den Hauptstadtflughafen BBI heute Abend, wenn sich im brandenburgischen Diedersdorf Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm versammeln, zur Mehrheitsmeinung wird, ist kaum zu erwarten. „Wir wollen aber darüber reden, auf welche gemeinsamen Positionen zur Lärmminderung wir uns verständigen können“, sagt Ferdi Breidbach vom BVBB. „Es macht doch keinen Sinn, dass jetzt jede Gemeinde und jeder Berliner Ortsteil …
Schönefeld Rund vier Monate nach dem schwersten Zwischenfall im Luftverkehr dieser Region seit 1989 soll in der nächsten Woche eine wichtige Entscheidung über die Zukunft des Unglücksflugzeugs fallen. Der Förderverein Rosinenbomber Berlin will am 21. Oktober während einer Mitgliederversammlung entscheiden, ob er die schwer beschädigte Douglas DC-3 kauft. Außerdem soll eine Stiftung gegründet werden, sagte der Vereinssprecher Frank Hellberg gestern. Sie soll das Geld verwalten, das für die weiteren Untersuchungen und den angestrebten Wiederaufbau nötig ist. Das 1944 gebaute Flugzeug, das während der Luftbrücke Hilfsgüter nach West-Berlin befördert hatte, musste am …
Das Missmanagement bei der S-Bahn und politische Fehlentscheidungen bei der BVG haben das Betriebsergebnis massiv verschlechtert. Auch angesichts der katastrophalen Zustände in der Vergangenheit und des derzeit immer noch eingeschränkten S-Bahn-Verkehrsangebotes kann die geplante Preiserhöhung nur als schlechter Scherz aufgefasst werden. In Berlin vermisst Pro Bahn beispielsweise die Umsetzung der längst geplanten Beschleunigungsmaßnahmen, die Straßenbahn und Bus wesentlich effektiver entlasten könnten als die geplante Tariferhöhung, die auch umweltpolitisch ein völlig falsches Signal aussendet. Darüber hinaus liegen die VBB-Tarife im bundesrepublikanischen Vergleich schon jetzt über dem Durchschnitt, insbesondere wenn man das sehr niedrige Berlin-Brandenburger Lohnniveau mit beispielsweise dem Stuttgarter Raum vergleicht, wo gleichfalls überdurchschnittlich teure Verbundtarife bezahlt werden müssen. Über Tariferhöhungen beim VBB darf erst nachgedacht werden, wenn alle strukturellen Defizite beseitigt sind und vor allem die S-Bahn wieder einen fahrplanmäßigen Betrieb anbieten kann (Pressemeldung Pro Bahn Landesverband Berlin/Brandenburg, 16.10.10).