Mehr verspätete Regionalzüge: Die Pünktlichkeitsquote im Regionalverkehr ist gesunken – von 91,66 Prozent im Jahr 2009 auf 88,14 Prozent im vergangenen Jahr, stellt der Verkehrsverbund in seinem Qualitätsbericht fest. Bei der Deutschen Bahn betrug die Quote teilweise sogar nur 80,87 Prozent. Das sei „nicht akzeptabel“, hieß es. Baustellen müssten in Zukunft besser geplant werden. Sie tragen zu vielen Verspätungen bei, so der VBB. Lob für die BVG: Die Berliner Verkehrsbetriebe hätten 2010 „insgesamt eine gute Qualität abgeliefert“, sagte Verbund-Chef Franz. Mit einem Anteil von 91 Prozent pünktlichen Fahrten habe die Straßenbahn die Senatsvorgabe exakt erfüllt. Die U-Bahn habe sie mit 97,6 Prozent sogar übererfüllt. Nur der Busverkehr lag zurück- statt 87 wurden nur 84,8 Prozent der Fahrten als pünktlich registriert. Im ersten Quartal 2011 hat sich die Quote verbessert, auf 86,6 Prozent. Sie liegt aber immer noch unter der Vorgabe. Mehr Informationen gefordert: Der Fahrgastverband IGEB hat erneut kritisiert, dass Reisende bei …
Ein Ende der Krise bei der Berliner S-Bahn ist nicht in Sicht. Zu dieser Einschätzung ist Hans-Werner Franz, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB), gekommen. „Es ist nicht absehbar, wann der bestellte Fahrplan gefahren wird“, sagte er gestern. Der Qualitätsbericht für das vergangene Jahr zeige, dass sich die errechnete Pünktlichkeit erneut verschlechtert hat. Danach galten 2010 nur noch 76,9 Prozent der Fahrten als pünktlich – im Jahr davor waren es 80,06 Prozent. Franz: „Wir haben nach wie vor ein Problem mit der S-Bahn. Die Lage ist noch nicht solide.“ Die S-Bahn wies die VBB-Kritik zurück. Auch in der jüngsten Vergangenheit waren an vielen Tagen weniger Wagen im Linieneinsatz als die S-Bahn zugesagt hatte, bemängelte Franz. Den Optimismus, den das von Krisen gebeutelte Unternehmen der Deutschen Bahn (DB) seit längerem verbreitet, können der Chef und sein Team nicht teilen. Ein Beispiel: DB-Chef Rüdiger Grube hatte unter anderem in der Berliner Zeitung angekündigt, dass die S-Bahn von Ende 2011 an …
Im vergangenen Jahr waren die Leistungen im Nahverkehr im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg insgesamt wieder auf einem hohen Qualitätsniveau. Die Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet erzielten in den Kriterien Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit gute bis sehr gute Ergebnisse. Die S-Bahn Berlin GmbH blieb allerdings auch im Jahr 2010 von diesen Qualitätsstandards weit entfernt. Erneut erbrachte das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG nicht die verkehrsvertraglich vereinbarte Leistung. Im Regionalverkehr hat sich die Pünktlichkeit verschlechtert. Auch 2010 hat sich die Krise bei der S-Bahn Berlin GmbH fortgesetzt. Bereits im Januar kam es durch unzureichende Wintervorbereitung erneut zu einem Einbruch bei den einsatzfähigen Fahrzeugen. Im Laufe des Jahres wurde zwar die Anzahl der verfügbaren Fahrzeuge erhöht, die Zahl sank jedoch bis Jahresende sogar wieder unter das Niveau zu Jahresbeginn. Entsprechend niedrig ist auch die erreichte Zuverlässigkeit von 81,78 Prozent. Der erreichte Pünktlichkeitswert beträgt 76,90 Prozent und hat sich damit gegenüber 2009 um mehr als drei Prozent verschlechtert. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, Hans-Werner Franz, zieht eine ernüchternde Bilanz: „Trotz aller Versprechen gelang es dem Unternehmen letztes Jahr nicht, dauerhaft mehr als 77 Prozent der vertraglich vereinbarten Fahrzeuge in den Betrieb zu nehmen. Und bis heute sind die Kernprobleme bei den Achsen, Bremsen und Fahrmotoren nicht vollständig gelöst, so dass nicht absehbar ist, wann wieder der bestellte Fahrplan gefahren wird. Ein Ende der S-Bahn-Krise ist weiterhin nicht in Sicht.“ Laut Verkehrsvertrag muss die S-Bahn Berlin GmbH dauerhaft 562 Viertelzüge einsetzen. Im Regionalverkehr liegt die Zuverlässigkeitsquote mit 97 Prozent weiterhin auf hohem Niveau, allerdings hat die Pünktlichkeit 2010 nachgelassen. Nur 88 Prozent aller Züge kamen zur geplanten Zeit. Gründe für die schlechten Werte waren unter anderem umfangreiche Baumaßnahmen (Streckenerneuerung zwischen Königs Wusterhausen und Lübbenau und Bauarbeiten zwischen Berlin-Charlottenburg und Berlin-Wannsee) sowie dichte Trassenbelegungen. Besonders das Kriterium Pünktlichkeit bemängelten deshalb folgerichtig die Kunden in den regelmäßig vom VBB durchgeführten Befragungen. Beim Kriterium „Zufriedenheit“ insgesamt bekamen die Verkehrsunternehmen im Regionalverkehr wiederum gute Noten (1,95). Die privaten Anbieter belegten im Vergleich erneut die ersten Plätze. Bei der BVG wirkten sich 2010 die Ausfälle bei der S-Bahn auf die Angebotsqualität aus. Viele Fahrgäste stiegen auf U-Bahn, Straßenbahn und Bus um. Die Folge waren teilweise längere Ein- und Ausstiegszeiten und dadurch längere Wartezeiten und Verspätungen. Dennoch konnten die Vorgaben zur Pünktlichkeit bei der U- und Straßenbahn eingehalten werden, nur beim Bus wurden die Sollwerte knapp verfehlt. Auf Wartungsmängel bei der Busflotte reagierte die BVG mit einem neuen Werkstattkonzept und der Einstellung weiterer Mitarbeiter. In der VBB-Qualitätsbilanz 2010 sind die Qualitätsdaten des S- und Regionalverkehrs, der BVG und erstmalig auch die Leistungsdaten aller Verkehrsunternehmen der Brandenburger kommunalen Aufgabenträger im Verbund detailliert aufgeschlüsselt. Die Bilanz erscheint bereits zum sechsten Mal und macht die Leistungen und Qualität der Verkehrsunternehmen transparent und vergleichbar. Zudem sind in dieser Ausgabe die gewährten Ausgleichzahlungen der Aufgabenträger gemäß den Berichtspflichten nach der Verordnung (EG) 1370/2007 enthalten und ergänzen die bisherige Bilanz des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (Pressemeldung VBB, Fotos Bodo Schulz, www.album-berliner-verkehr.de, 22.07.11).
Gute alte Ostware kommt groß raus: Nach diesem Motto hat die S-Bahn 40 Wagen eines Zugtyps, der noch zu DDR-Zeiten entwickelt worden ist, vom Abstellgleis geholt. Zwar waren inzwischen alle Fahrzeuge in der Werkstatt, doch bis auf zwei Wagen können sie noch nicht eingesetzt werden. „Es sind noch sehr viele Nacharbeiten erforderlich“, sagte S-Bahn-Chef Peter Buchner gestern. Das Projekt liege „hinter Plan“. Trotzdem ist Buchner zuversichtlich, dass die S-Bahn ihr Ziel schafft: „Wir sind optimistisch, dass wir ab Ende 2011 wieder mit tausend Wagen fahren.“ Das wären rund 100 mehr als jetzt. Von der einst knallrot lackierten Baureihe 485 hatte die S-Bahn mehr als 130 Wagen verschrottet und viele andere ausrangiert, um Kosten zu sparen. Als in der jüngsten Krise der Fahrzeugmangel zu groß wurde, entschied sie, 20 Zwei-Wagen-Einheiten zu reaktivieren. Doch die Techniker in den …
2015 findet die erste länderübergreifende Bundesgartenschau in Brandenburg und Sachsen-Anhalt gemeinsam statt. Die Veranstalter haben sich für die Havel als „Teil des 'Blauen Paradieses'“ sportliche und sehr ehrgeizige Ziele gesetzt. Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Rhinow und Havelberg fungieren gemeinsam als Ausrichter. Bundesgartenschauen sind immer ein überregionaler Magnet in der Wahrnehmung und so werden auch 2015 über eine Million Besucher erwartet. Woran es jedoch krankt, ist die Verkehrsanbindung der Standorte untereinander. Schön und gut, wenn der Wassertourismus eine hervorgehobene Rolle spielen soll. Nur: Havelberg als nördlichster Veranstaltungsort liegt über 72 km von Brandenburg an der Havel an der Südspitze entfernt. Da bedarf es eines ausgefeilten und leistungsfähigen Shuttleangebotes. Bedauerlicherweise ist das jedoch nicht in Sicht. Als einzige leistungsfähige Verbindung steht – theoretisch! – die Eisenbahnstrecke von Brandenburg nach Rathenow zur Verfügung. Dank erfolgter Rückbauten ist jedoch auch nur ein 1-Stunden-Takt mit kurzen Triebwagen möglich. Alle anderen Verbindung sind nur auf der Straße erreichbar. So droht ein Verkehrskollaps, auf den der DBV-Landesverband bereits bei der Bekanntgabe des Standortes 2015 aufmerksam gemacht hat. Es scheint fast so, als ob die Veranstalter sich ihre gute gedachte Bundesgartenschau durch eine Invasion von vielleicht zusätzlich 200.000 Pkws täglich über die zweispurigen Straßen kaputt machen lassen müssen. Da wird das Motto der Bundesgartenschau vielleicht im obigen Sinne umgedeutet werden müssen? Die Strecke von Rathenow Nord nach Neustadt (Dosse), die als Zubringer ins Amt Rhinow und nach Havelberg fungieren könnte, befindet sich derzeit im Entwidmungsverfahren. Der jetzige Eigentümer hat bereits großflächig die Gleise demontiert (ohne dafür eine notwendige Genehmigung zu haben) und fühlt sich nicht mehr an seine damalige Zusage, hier wenigstens einen Draisinenverkehr während der Bundesgartenschau anzubieten gebunden. Der Presse ist zu entnehmen, dass die Lokalpolitiker scheinbar jede Hoffnung auf den Erhalt der Strecke und die eigentlich versprochene Nutzung aufgegeben haben. Um in letzter Sekunde noch das Verschwinden der Eisenbahnstrecke zu verhindern, hat der DBV-Landesverband heute Verkehrsminister Vogelsänger eindringlich gebeten, durch politische Einflussnahme die Entwidmung zu verhindern. Sollte es wirklich 2015 nur möglich sein, alle Standorte mit dem Pkw oder dem Bus auf der Straße zu erreichen, erwartet der DBV eher negative Schlagzeilen über die Bundesgartenschau. Die Bundesgartenschau 2015 braucht eine leistungsfähige und verlässliche Schienenanbindung als Grundangebot (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 21.07.11).
Frankfurt (Oder). Die Geschichte ist an sich gut zehn Jahre alt – doch dämmert jetzt Licht am Ende des Tunnels. Seit etwa 2000 wird in Frankfurt (Oder) und der polnischen Partnerstadt Slubice über einen gemeinsamen Öffentlichen Personennahverkehr diskutiert. Am Montagabend erhielt die Debatte einen neuen Schub: Abgeordneten beider Städte wurde eine Studie vorgestellt, die eine Straßenbahn von Deutschland nach Polen für machbar hält. Die Gutachter raten, das Projekt als europäisches Fördervorhaben anzulegen. Vergleichbare Vorhaben gibt es zwischen Basel (Schweiz) und Weil am Rhein sowie zwischen Strasbourg (Frankreich) und Kehl.
Dresdner Büro erstellt Studie Die Frankfurter Straßenbahn braucht mehr Fahrgäste. Die Gutachter vergleichen eine Ausweitung des Netzes innerhalb der Stadt mit einem Schlenker über die Brücke nach Slubice. Nach Prüfung verschiedener Faktoren kommen sie zu dem Schluss, dass es nicht nur …