Ampelschaltungen werden noch optimiert Berlin – Fahrgäste der Straßenbahnlinien M 13 und 50 müssen in Wedding auch weiterhin mit stockendem Verkehr rechnen. Die Ampelschaltung, die der Tram auf der viel befahrenen Seestraße und Osloer Straße weitgehend freie Fahrt garantieren soll, bleibt noch voraussichtlich bis September außer Betrieb, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gestern bestätigte. Die Vorrangregelung war vor zwei Jahren abgeschaltet worden, um längere Staus vor allem an der Kreuzung Müllerstraße zu verhindern. Sie nutzten während der Sperrung des Flughafentunnels Tegel viele Autofahrer als Ausweichstrecke. Unmittelbar nach Beendigung der Baumaßnahme solle die Straßenbahn wieder Vorfahrt haben, hatte die Senatsverwaltung noch Ende 2007 angekündigt. Der Tunnel ist seit mehr als einem Monat wieder geöffnet, doch noch immer müssen …
Der Europäische Gerichtshof hat in der letzten Woche entschieden, dass jeder Bürger auch ein Recht auf saubere Luft hat. Es genüge nicht, nur Aktionspläne aufzustellen. Der Rückgang der Luftvermutzung muss auch aktiv von den zuständigen Behörden vorangetrieben werden. Insbesondere für die Berliner Innenstadt sieht der DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg daher die Renaissance des umweltfreundlichen und stadtverträglichen Verkehrsmittels Straßenbahn. Gerade an den breiten Straßenschneisen ist die Luftqualität so schlecht, dass hier akuter Handlungsbedarf besteht weil nun Anwohner klagen werden. Nur der offensive Ausbau der Straßenbahn wird nach Meinung des DBV helfen das Problem zu lösen. Wenn im Zusammenhang mit notwendigen Maßnahmen nur auf das schadstoffarme Auto verwiesen wird, löst das einen kleineren Teil des Problems. Schneller wirksam und effektiver wäre es, zumindest in der Berliner Innenstadt das Straßenbahnnetz zu verdichten – und im Westteil überhaupt wieder aufzubauen! Gegenüber dem Busverkehr bietet die Straßenbahn eine höhere Attraktivität durch schnellere Fahrzeiten, bequemeres Fahren und größere Kapazitäten. Damit können nennenswert Fahrgäste für den ÖPNV gewonnen werden, was der Berliner Luft gut tun würde. Bedauerlicherweise trifft der gültige Berliner Luftreinhalte- und Aktionsplan dazu wenig konkrete Aussagen. Der Plan nennt als konkrete Maßnahme beispielsweise die häufigere Säuberung der Straßen um den Feinstaub „einzufangen“. Dass durch die häufigere Säuberung mit Reinigungsfahrzeugen auch wieder Schadstoffe produziert werden, scheint unbekannt zu sein. Hingegen wird das Bahn- und Busangebot wird an anderer Stelle sofort unter Finanzierungsvorbehalt gestellt; es bestehe „die Notwendigkeit einer deutlichen Reduzierung der öffentlichen Zuschüsse“! Wenn die Luftqualität in Berlin wirksam verbessert werden soll, bedarf es wirksamer Maßnahmen, die das größte Übel — die Emissionen des Verkehrsbereichs — bekämpfen. Häufigere Straßenreinigungen reichen dazu sicherlich nicht aus! Der DBV fordert daher die Landesregierung auf, schnellstmöglich die Planungen für ein flächendeckendes innerstädtisches Straßenbahnnetz aufzunehmen und konsequent umzusetzen. Die Straßenbahn-Verhinderungspolitik der letzten Jahrzehnte muss endlich aufgegeben werden. Die Entscheidung für ein flächendeckendes attraktives Straßenbahnnetz im großen Innenstadtbereich mit Zulaufstrecken auf den großen Hauptachsen wäre eine gute Entscheidung für die Zukunft und würde wirksam zur Verminderung der Feinstäube und Verbesserung der Luftqualität beitragen (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband, 29.07.08).
REGION TELTOW – Bei der aktuellen Debatte um einen Schienenanschluss von Stahnsdorf und Kleinmachnow übersehen die Akteure, dass dieses Problem vor einhundert Jahren schon einmal auf der Tagesordnung stand – und gelöst wurde. Reste davon können unter anderem in der Stahnsdorfer Wilhelm-Külz-Straße unmittelbar am historischen Dorfplatz besichtigt werden. Dort sind Schienen zu erkennen, auf denen einst die legendäre Straßenbahn der Linie 96 von Lichterfelde über Teltow und Stahnsdorf bis zur Kleinmachnower Schleuse verkehrte. Ein ausrangierter Straßenbahnwagen, der etwas verloren an der Potsdamer Straße in Teltow steht, erinnert ebenfalls an eine Periode der Verkehrsgeschichte, die sich viele Einwohner wieder zurückwünschen. Gründer und Besitzer der „Aktiengesellschaft Dampfstraßenbahn Groß-Lichterfelde – Seehof – Teltow“, die im Juli 1889 den Bahnbetrieb aufnahm, war …
CMAR präsentiert auf der vom 23. bis 26. September stattfindenden Fachmesse Innotrans die Zweiwege-Kehrmaschine MFH 5000 auf Unimog-Basis Seit über 30 Jahren entwickelt und produziert das Unternehmen Zweiwegefahrzeuge für Straßenbahn- und Eisenbahnnetzbetreiber. CMAR ist auf Zugmaschinen und Gleisinstandhaltungsfahrzeuge mit Universalmotoren spezialisiert. Die zur Reinigung von Straßenbahngleisen vorgesehene Maschine MFH 5000 ist ein vollständig ausgerüstetes Fahrzeug zum Kehren von Verkehrswegen und Gleisen, zur Hochdruckreinigung von Schienen, zum Auskratzen der Rillensohle und zum Abbürsten der Schienenlauffläche von Straßenbahngleisen. Der 150 PS Turbodieselmotor bietet ein maximales Drehmoment von 490 Nm bei 1.200 Umdrehungen pro Minute. Die hydraulische Kraftübertragung erfolgt auf die Hinterachse, wobei sich alle vier Räder antreiben lassen. Die mit zwei Plätzen ausgestattete Fahrerkabine verfügt über eine Panorama- Windschutzscheibe und ein ergonomisches Steuerpult, das in die Instrumententafel integriert ist. Über das patentierte Saug- und Blassystem Koanda kann der Kraftstoffverbrauch um fast 30 Prozent und der Ausstoß von Lungen schädigendem Feinstaub um 95 Prozent reduziert werden. Das mit einer Luft-Recycling-Funktion ausgestattete System verringert gleichzeitig den Sprengwasserverbrauch sowie die Abgas- und Lärmemissionen, da der Motor mit einer Drehzahl leicht oberhalb des Leerlaufs arbeitet. Somit werden die Betriebskosten gesenkt und die Lebensdauer der Kehrmaschine erhöht. CMAR präsentiert die Maschine in Halle 3.2, Stand 250 1C. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite www.cmar.fr (Pressemeldung CMAR, FIZIT – Französisches Informationszentrum für Industrie und Technik, 25.07.08).
Die im Bürgerentscheid vom Sonntag „Spreeufer für alle“ enthaltene Forderung, die einstige Brommybrücke über die Spree nur als Rad-/Fußgängersteg wiederaufzubauen, ist nachvollziehbar. Es gibt kein Erfordernis, an dieser Stelle Buslinien über die Spree zu führen. Wenn der Bezirk sich für besseren öffentlichen Nahverkehr zwischen Friedrichshain und Kreuzberg engagieren will, dann sollte er sich stattdessen bei Senat und BVG intensiv für eine Heranführung der Straßenbahnlinie M13 an den U-Bahnhof Warschauer Straße und für eine Verlängerung der Straßenbahnlinie M10 vom U Bahnhof Warschauer Straße über die Oberbaumbrücke zum Schlesischen Tor und mittelfristig zum Hermannplatz einsetzen. Die bei der Brommybrücke eingesparten Gelder wären ein gutes Startkapital für diese Straßenbahnprojekte und damit zugleich viel sinnvoller eingesetzt, weil täglich viele tausend Fahrgäste neue attraktive ÖV-Verbindungen erhalten würden (Pressemeldung Berliner Fahrgastverband IGEB, 16.07.08).
Berlin – BVG-Kunden müssen sich von Mittwoch an auf Einschränkungen im Fahrplan einstellen. Mit dem Beginn der Sommerferien in Berlin dünnen die Verkehrsbetriebe ihr Angebot aus. Der Ferienfahrplan gilt nach BVG-Angaben bis zum 30. August. Betroffen sind vor allem die U-Bahn-Linien U 2, U 4, U 5, U 7, U 8 und U 9. Dort fahren die Züge in der Hauptverkehrszeit in größeren Abständen als üblich. Die BVG betont, dass die Reduzierung bereits im neuen Verkehrsvertrag mit dem Senat verankert sei. Für die jetzt eingesparten Fahrten erhalte die BVG kein Geld vom Land, sagte Sprecher Klaus Wazlak. Grund sei ein erhebliches Minus der Fahrgastzahlen auf vielen Linien. In den Sommerferien 2007 beliefen sie sich nach BVG-Angaben die Einsparungen allein bei der U-Bahn auf 3,5 Millionen Euro. Von Montag an gilt dann auch bei der S-Bahn ein Ferienfahrplan. Dort sind die Auswirkungen aber deutlich …
Karin Schmidl Im Zusammenhang mit ihrer Erneuerung wird die Bellevuebrücke in Hirschgarten am kommenden Wochenende für Pkw gesperrt. Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mitteilt, werden dann die Straßenbahngleise in ihre ursprüngliche Lage gebracht, um anschließend die Fahrbahn aufzubauen. Vom Sonnabend null Uhr bis Montag vier Uhr wird deshalb für Autos ein Provisorium in Richtung Salvador-Allende-Straße geschaffen. Die Straßenbahn wird am Montag ab vier Uhr …
Die Schienen enden in einer dunklen Halle. Dicht gedrängt stehen Fahrzeuge nebeneinander: Knallgelbe Straßenbahnen, rot-weiß gespritzte, cremefarbene und dunkelgrüne Wagen. Glänzend präsentierten sich die Oldtimer, die vergangenen Sonnabend wieder einmal im Mittelpunkt standen. Der Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin hatte zu Führungen auf den alten Betriebshof nach Niederschönhausen geladen.
Die Vereinsmitglieder wollen Geschichte erfahrbar machen. Deshalb treffen sich etwa 30 Aktive jede Woche zum gemeinsamen Aufpolieren der Vergangenheit: Sie schleifen und schrauben, malern und hämmern an den Fahrzeugen. Rund 50 Straßenbahnen gehören zum historischen Fuhrpark, den der Verein im Auftrag der BVG betreibt.
Das älteste Exemplar ist ein Pferdebahnwagen von 1883. Eine dunkelgrüne »Bauchbinde« ziert die helle Karosse. Die Fenster können nach Belieben aufgeschoben werden, wenn die Bahn von zwei Pferden auf Schienen entlang gezogen wird. »Bis in die 20er Jahre fuhr sie auf Berlins Straßen, danach kam sie …
Infrastrukturstaatssekretär Rainer Bretschneider übergab am 18.06.08 einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro an die Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder). Mit den Fördermitteln werden die Straßenbahnhaltestelle „Bahnhof“ sowie Gleis- und Stromversorgungsanlagen neu- bzw. ausgebaut. Infrastrukturstaatssekretär Rainer Bretschneider: „Ich begrüße das Bemühen der Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder), einen zeitgemäßen Straßenbahnverkehr anzubieten. Wir unterstützen die kommunalen Verkehrsbetriebe trotz knapper Kassen. Dadurch wird die Mobilität aller Verkehrsteilnehmern verbessert.“ Die Neugestaltung umfasst den Neubau der Straßenbahnhaltestelle „Bahnhof“ mit der zugehörigen Ausstattung, den Neubau eines Doppelgleises, einschließlich des Gleisober- und Unterbaus, die Sanierung der Fahrbahn, die Errichtung der erforderlichen Entwässerungs- und Zuführungsanlagen, die Erneuerung der Beleuchtung, den Ausbau der Fahrleitungsanlage, die Erhöhung der Zahl von Ampeln und naturschutzrechtliche Ausgleichsprojekte. Der Umbau wird in der Bahnhofstrasse im Bereich zwischen der Spiekerstrasse und der Unterführung durchgeführt. Er soll noch im Jahr 2008 abgeschlossen werden. Das Infrastrukturministerium stellt für Planung und Umbau rund 1,2 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Die Sanierung der angrenzenden Straßenbereiche einschließlich der Fahrbahnanpassung und beiderseitigen gemeinsamen Geh- und Radwegen wird ebenfalls mit rund 73.000 Euro durch das Infrastrukturministerium gefördert. Insgesamt hat das Land der Stadt Frankfurt (Oder) Fördermittel in Höhe von rund 124 Millionen Euro seit dem Jahr 1991 für den ÖPNV zur Verfügung gestellt (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung, 19.06.08).
Anscheinend hat es doch einen Mentalitätswechsel in den Verkehrsbehörden in Berlin und Brandenburg gegeben. Die Bereitschaft, nach fast 20 Jahren zumindest die bestehenden Lücken im Schienennetz zwischen Berlin und Brandenburg auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu untersuchen, zeigt in diese Richtung. Der Landesverband Berlin-Brandenburg begrüßt ausdrücklich die nunmehr angekündigte Durchführung einer „Nutzen-Kosten-Untersuchung“ für den Wiederaufbau des Abschnittes zwischen Basdorf (Land Brandenburg) und Wilhelmsruh (Land Berlin). Es bleibt zu hoffen, dass die Untersuchung möglichst viele Varianten vergleicht – also zum Beispiel den Einsatz von Zweisystembahnen oder die Einbindung in das Straßenbahnnetz. Auch wenn die Nähe zu den im Herbst in Brandenburg stattfindenden Kommunalwahlen augenscheinlich ist, ist die Durchführung der Untersuchung dennoch lobenswert; eine solche Untersuchung ist der erste Schritt in Richtung Wiederaufbau. Wird der erste Spatenstich 2009 unmittelbar vor der Brandenburger Landtagswahl stattfinden? (Pressemeldung DBV-Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 12.06.08).