POTSDAM / MITTE – Die kalte Witterung hätte fast die Bauarbeiten an der neuen Trambrücke über die Alte und Neue Fahrt verzögert: Die massiven Stahlteile, die gestern geliefert und eingeschwenkt wurden, steckten nämlich im Eis fest. Erst vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt zur „Befreiung“ geschickte Eisbrecher konnten den Schubverband von Ketzin durchbringen. Die Brückenteile kamen von Genthin nach Potsdam. Sie trafen gestern mit nur leichter Verzögerung ein. So konnte ein frierender Oberbürgermeister Jann Jakobs persönlich beobachten, wie die Arbeiter das etwa 35 Tonnen schwere Brückenteil ab 14 Uhr am Nordufer der Alten Fahrt montierten. Ein Gigant von einem Kran, selber 84 Tonnen schwer, war dazu nötig. Im Laufe des heutigen Tages werden darüber hinaus Kopfelemente an den Brückenpfeilern am anderen Ufer, dem der Freundschaftsinsel, eingeschwenkt. Dazu muss der Kran seinen Standort wechseln. Um die Lange Brücke nicht zusätzlich …
Der Streit um das europaweite Ausschreibungsverfahren für den Kauf von 18 neuen Straßenbahnen durch den Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH (ViP) spitzt sich zu: Der im Auswahlverfahren für den 50-Millionen-Euro-Auftrag unterlegene Anbieter Siemens Transportation Systems hat gegen die Entscheidung der Landesvergabekammer beim Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg/Havel sofortige Beschwerde eingelegt. – Innerhalb der nächsten zwei Wochen muss das OLG über die Beschwerde entscheiden beziehungsweise die Frist verlängern. Kurz vor Weihnachten war der Einspruch der Siemens-Tochter gegen das Ausschreibungsverfahren des ViP von der beim Landesinnenministerium angesiedelten Kammer abgewiesen worden. Der ab 2010 geplante Einsatz der ersten neuen Niederflurfahrzeuge ist damit auf …
Welchen Wert hat in Berlin ein Parlamentsbeschluss? „Der Senat wird aufgefordert, die im Stadtentwicklungsplan Verkehr geplante Neubaustrecke der Straßenbahn zwischen Alexanderplatz über Leipziger Straße zum Potsdamer Platz planerisch vorzubereiten“, beschloss das Abgeordnetenhaus von Berlin am 13. September 2007. Ein Jahr später kommt eine Arbeit an der TU Berlin zum Ergebnis, dass dieses Straßenbahnprojekt überaus sinnvoll ist und künftig bis Steglitz verlängert werden sollte. Bei einer Präsentation der auf Zahlen von Senat und BVG basierenden TU-Studie äußern auch die verkehrspolitischen Sprecher der Regierungsfraktionen, Christian Gaebler und Jutta Matuschek, Anerkennung und Zustimmung. Doch das alles scheint den Berliner Senat nicht zu interessieren. Er lobt Ende 2008 einen Realisierungswettbewerb für einen „Boulevard der Stars“ aus, der am Potsdamer Platz exakt auf der Straßenbahntrasse realisiert werden soll. Im Auslobungstext heißt es: „Nur wenige Meter vom Potsdamer Platz entfernt, zwischen dem Film- und Fernsehmuseum Berlin und dem Sitz der Internationalen Filmfestspiele Berlin, soll auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße der Boulevard der Stars entstehen, dessen Gestaltung Gegenstand des Wettbewerbs ist. (…) Der Boulevard der Stars ist keine einmalige Angelegenheit, sondern ein über viele Jahre wachsendes und im Prozess befindliches Kunstwerk. Jahr für Jahr sollen ca. 12 Film- und Fernsehschaffende gewürdigt werden. Gesucht wird also ein serielles Konzept, das über eine lange Zeit auf die wichtigsten Sparten von Film und Fernsehen anwendbar bleibt.“ Es geht also keineswegs um eine preiswerte Zwischennutzung des Mittelstreifens, sondern um eine dauerhafte künstlerische Nutzung. Deshalb müssten die Straßenbahnplaner mit massivem Widerstand gegen eine Beseitigung des Kunstwerks rechnen, nicht zuletzt wegen der hohen Kosten. Der Boulevard der Stars auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße wäre der Todesstoß für die wichtige Straßenbahnverlängerung vom Alexanderplatz zum Potsdamer Platz! Dabei gibt es Alternativen: So könnte der Boulevard z.B. bei der geplanten Umgestaltung des Kulturforums zwischen Potsdamer Ecke Ben-Gurion-Straße und Philharmonie realisiert werden. Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert den Berliner Senat auf, seine verkehrspolitische Geisterfahrt sofort zu beenden und den Beschluss des Parlaments für die Straßenbahnplanung zum Potsdamer Platz zügig umzusetzen, anstatt die Straßenbahntrasse mit einem Kunstwerk langfristig zu verbauen, das auch an anderer Stelle errichtet werden kann (Pressemeldung Fahrgastverband IGEB, 07.01.09).
Welchen Wert hat in Berlin ein Parlamentsbeschluss? „Der Senat wird aufgefordert, die im Stadtentwicklungsplan Verkehr geplante Neubaustrecke der Straßenbahn zwischen Alexanderplatz über Leipziger Straße zum Potsdamer Platz planerisch vorzubereiten“, beschloss das Abgeordnetenhaus von Berlin am 13. September 2007. Ein Jahr später kommt eine Arbeit an der TU Berlin zum Ergebnis, dass dieses Straßenbahnprojekt überaus sinnvoll ist und künftig bis Steglitz verlängert werden sollte. Bei einer Präsentation der auf Zahlen von Senat und BVG basierenden TU-Studie äußern auch die verkehrspolitischen Sprecher der Regierungsfraktionen, Christian Gaebler und Jutta Matuschek, Anerkennung und Zustimmung. Doch das alles scheint den Berliner Senat nicht zu interessieren. Er lobt Ende 2008 einen Realisierungswettbewerb für einen „Boulevard der Stars“ aus, der am Potsdamer Platz exakt auf der Straßenbahntrasse realisiert werden soll. Im Auslobungstext heißt es: „Nur wenige Meter vom Potsdamer Platz entfernt, zwischen dem Film- und Fernsehmuseum Berlin und dem Sitz der Internationalen Filmfestspiele Berlin, soll auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße der Boulevard der Stars entstehen, dessen Gestaltung Gegenstand des Wettbewerbs ist. (…) Der Boulevard der Stars ist keine einmalige Angelegenheit, sondern ein über viele Jahre wachsendes und im Prozess befindliches Kunstwerk. Jahr für Jahr sollen ca. 12 Film- und Fernsehschaffende gewürdigt werden. Gesucht wird also ein serielles Konzept, das über eine lange Zeit auf die wichtigsten Sparten von Film und Fernsehen anwendbar bleibt.“ Es geht also keineswegs um eine preiswerte Zwischennutzung des Mittelstreifens, sondern um eine dauerhafte künstlerische Nutzung. Deshalb müssten die Straßenbahnplaner mit massivem Widerstand gegen eine Beseitigung des Kunstwerks rechnen, nicht zuletzt wegen der hohen Kosten. Der Boulevard der Stars auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße wäre der Todesstoß für die wichtige Straßenbahnverlängerung vom Alexanderplatz zum Potsdamer Platz! Dabei gibt es Alternativen: So könnte der Boulevard z.B. bei der geplanten Umgestaltung des Kulturforums zwischen Potsdamer Ecke Ben-Gurion-Straße und Philharmonie realisiert werden. Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert den Berliner Senat auf, seine verkehrspolitische Geisterfahrt sofort zu beenden und den Beschluss des Parlaments für die Straßenbahnplanung zum Potsdamer Platz zügig umzusetzen, anstatt die Straßenbahntrasse mit einem Kunstwerk langfristig zu verbauen, das auch an anderer Stelle errichtet werden kann (Pressemeldung Fahrgastverband IGEB, 07.01.09).
Am U-Bahnhof Tierpark fehlen noch die Ampeln Stefan Strauß Er soll Fußgängern den Weg vom U-Bahnhof Tierpark zu den Straßenbahnlinien auf dem Mittelstreifen erleichtern, der neue ebenerdige Fußgängerüberweg über die Straße Am Tierpark. Vor einem Monat wurden der Weg und ein Aufzug am U-Bahnhof eröffnet. 2,5 Millionen Euro kostete das Vorhaben, die Haltestelle der Straßenbahn wurde um einige Meter verlegt. Doch der neue Überweg ist schon wieder gesperrt. Weil noch die Ampeln fehlen, ließ die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Absperrgitter aufstellen. Fußgänger müssen jetzt wieder die Straße durch den Tunnel unterqueren oder einen Umweg laufen. Der Berliner Fahrgastverband (IGEB) macht die Abteilung Verkehrslenkung …
Ulrich Paul Der Fahrgastverband IGEB hat den Senat aufgefordert, seine Überlegungen für den Boulevard der Stars auf der geplanten Straßenbahntrasse am Potsdamer Platz zu stoppen. Auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße sollen laut einer Ausschreibung von Ende 2008 „Jahr für Jahr“ zirka zwölf Film- und Fernsehschaffende gewürdigt werden. Der Boulevard wäre „der Todesstoß für die wichtige Straßenbahnverlängerung vom Alexanderplatz zum Potsdamer Platz“, kritisiert der Verband. Die Stadtent- wicklungsverwaltung teilte dazu mit, sie suche ein …
Stahl wird untersucht Peter Neumann Die Bösebrücke zwischen Wedding und Prenzlauer Berg, eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen in Berlin, muss saniert werden. Das kündigte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an. „Die Brücke muss instand gesetzt werden, da sich die Abdichtung und der Fahrbahnbelag nicht mehr in einem optimalen Zustand befinden“, sagte Marko Rosteck, Sprecher der Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Nun werde der fast 100 Jahre alte Brückenstahl genauer untersucht. „Voraussichtlich im April 2009 wird der Umfang der Instandsetzungsarbeiten feststehen“, kündigte Rosteck an. „Mit dem Beginn der Instandsetzung ist frühestens …
Peter Neumann In diesem Monat erwarten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zwei weitere neue Straßenbahnen des Typs „Flexity“. Am nächsten Montag werde ein 40,5 Meter langer Zug mit zwei Führerständen geliefert, sagte der Straßenbahnchef Klaus-Dieter Matschke. Der Prototyp soll noch vor dem Jahresende den Probebetrieb aufnehmen und auf der Linie M 2 Fahrgäste befördern. Am Montag darauf will Bombardier eine …
Foto: Die Kreuzung Torstraße/Schönhauser Allee war gestern für Straßenbahnen mehrere Stunden lang gesperrt. Ein Lastwagen hatte gegen 11.30 Uhr mit seinem Ladekran die Oberleitung abgerissen. Die Kreuzung gehört zu den am meisten befahrenen Verkehrsknotenpunkten der Stadt. Weil der Straßenbahnverkehr ruhte, mussten Ersatzbusse die Fahrgäste von der Torstraße zum Rosenthaler Platz bringen. Der Autoverkehr aus Richtung Rosenthaler Platz wurde über den …
Zahl der Todesfälle hat sich im Vergleich zu 2007 verdoppelt / Unaufmerksamkeit ist die Hauptursache für Unglücke Peter Neumann Gestern hat sich in Berlin wieder ein tödlicher Straßenbahnunfall ereignet – der achte in diesem Jahr. Das sind doppelt so viele wie im vergangenen Jahr und vier Mal so viele wie 2006. Eine 24 Jahre alte Frau starb, nachdem sie in Hohenschönhausen unter die Räder eines Zuges der Linie M 17 in Richtung Falkenberg geraten war. Sie war auf der Stelle tot. Das Unglück ereignete sich an der Haltestelle Welsestraße im Verlauf der Falkenberger Chaussee. Der Straßenbahnfahrer erlitt einen schweren Schock und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Nach Angaben der Polizei haben Augenzeugen beobachtet, wie die Frau gegen …