Sauna-Bahn – so nennen Insider die S-Bahn scherzhaft, wenn die Fahrgäste im Sommer in überhitzten Wagen schwitzen müssen. Doch die künftige Fahrzeuggeneration, die das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn (DB) derzeit plant, soll keine Sauna-Bahn mehr sein. Die neuen Wagen sollen auch in den Fahrgasträumen Klimaanlagen bekommen – nicht nur wie bisher ausschließlich in den Führerständen. Das sagte gestern ein hochrangiger S-Bahn-Manager der Berliner Zeitung. Die Züge sollen bis Ende 2017 geliefert werden. Sie lösen unter anderem die Wagen der Baureihe 485 ab, die gerade erneuert werden – damit sie noch bis dahin durchhalten. „Eine Klimatisierung ist heute auch im Nahverkehr Standard“, sagte der S-Bahner. In vielen Regionalzügen, die durch Berlin und Brandenburg fahren, gibt es sie schon lange. Die Anlagen sorgen dafür, dass die Temperatur bei Hitze um …
Von Oktober an soll die S-Bahn wieder sechs Mal stündlich zum Flughafen Schönefeld fahren. Dann wird die Linie S 45, die den Südring montags bis freitags tagsüber mit Schöneweide, Adlershof und Schönefeld verband, wieder in Betrieb genommen. Das sagte S-Bahn-Chef Peter Buchner gestern der Berliner Zeitung. Die S 45 musste vor zwei Jahren, als sich die S-Bahn-Krise verschärfte, wegen Wagenmangels eingestellt werden. Seitdem steuern außer Regionalverkehrszügen nur noch die alle 20 Minuten fahrenden Bahnen der Linie S 9 Schönefeld an. Die Wagen, die für die S 45 vorgesehen sind, fahren zuvor auf einer anderen Linie: der S5 (Strausberg Nord-Westkreuz). Dort verstärkt die S-Bahn ihren Verkehr, solange die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf der parallel verlaufenden …
(Berlin, 15. August 2011) Die Deutsche Bahn setzt das Projekt zur umfassenden Ausstattung der 168 Berliner und Brandenburger S-Bahnhöfe mit einem modernen Fahrgastinformationssystem weiter fort. Seit Dienstag, 9. August, ist mit der Aufnahme des Testbetriebs der Zugzielanzeiger an der Station Botanischer Garten der gesamte Nord-Süd-Abschnitt zwischen Humboldthain und Nikolassee (Linie S1 und teilweise S2 und S25) mit LCD-Anzeigern ausgestattet. Damit verfügen 19 weitere S-Bahn-Stationen über die neuen Anzeigetafeln, die bereits mit Aufnahme des Testbetriebs die Fahrgäste unter anderem minutengenau über die Abfahrt der nächsten S-Bahn informieren. Bis Mitte 2013 wird es auf allen 168 S-Bahn-Stationen in Berlin und Brandenburg Echtzeitangaben zur Zugbetrieb geben. Derzeit sind auf 78 Stationen blaue LCD-Anzeiger in Betrieb. Im laufenden Jahr sind bereits die Stationen Spandau, Stresow und Hohen Neuendorf damit ausgestattet worden.
135 S-Bahn-Bahnhöfe werden mit solchen LCD-Anzeigern mit Angaben zu Zwischenstationen und freier Programmierung von Infotexten ausgerüstet. Diese Anzeiger informieren die Fahrgäste über die nächsten Zugfahrten. Nur 33 Stationen mit einer Linie und geringerem Fahrgastaufkommen erhalten andere digitale Anlagen zur minutengenauen Verspätungsmeldung: Diese sogenannten einzeiligen dynamischen Schriftanzeiger (DSA), die auch auf vielen Nahverkehrsbahnhöfen im Einsatz sind, werden im Störungsfall die Kundinnen und Kunden schnell und aktuell informieren. Zudem wird ein neues Beschallungssystem die Fahrgäste über die aktuelle Lage im S-Bahn-Verkehr auf dem Laufenden halten. Neben dem automatischen Abspielen vorproduzierter Standardansagen ist damit auch eine gleichzeitige zentrale Durchsage an allen Stationen möglich, zum Beispiel im Großstörungsfall. Die Deutsche Bahn AG investiert rund 36 Millionen Euro in die Modernisierung der Reisendeninformation der Berliner S-Bahn.
Waren das noch Zeiten, damals, 1995, 1996 und 1997! Da beschäftigte sich der Branden-burgische Landtag und die Landesregierung tatsächlich noch mit den teilungs-bedingt bestehenden Lücken im Berlin-Brandenburger Schienennetz. Solches Engagement und solche klaren Worte wünscht sich gerade angesichts der 50. Wiederkehrs des Jahrestages zum Mauerbau 1961 der DBV. Geradezu revolutionär war damals die Stimmung, wenn es darum ging, von der Deutschen Bahn und der Bundesregierung die Wiederherstellung des Bahnnetzes zu verlangen: „… Zur SPNV-Infrastruktur ist eine weitere Erschließung durch die S-Bahn erforderlich, die Aufgabenstellung wurde mt dem Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr [Verkehrsministerium, heute MIL; Anm. d. Red.] trotz wiederholter Anmahnung aber noch nicht vorgelegt.“ (Landtag Brandenburg, Drucksache 2/774). Ja, auch damals war der direkte Einfluss gering; aber die Brandenburger Forderungen wurden wenigstens definiert und eingeklagt. Damals wurde durchaus keine Konkurrenz zwischen dem Regionalverkehr und der S-Bahn im „Speckgürtel“ herbeigeredet, sondern, ganz im Gegenteil: „Mit einer Arbeitsteilung zwischen S-Bahn und Regionalverkehr kann das öffentliche Verkehrsangebot weiter verbessert werden.“ Und einige Zeilen weiter: „Der Regionalexpreß wie auch der Stadtexpreß — zur Zeit sind es noch Nahverkehrszüge — haben nicht die Aufgabe, den S-Bahn-Verkehr zu ersetzen. Die Regionalverkehrsprodukte […] erfordern sogar das S-Bahn-Netz für die Feinverteilung der Fahrgäste von/nach den Umsteigepunkten des Regionalverkehrs …“ (Landtag Brandenburg, Drucksache 2/774). Und heute? Deutet man das fehlende Engagement der Berliner und Brandenburger Landesregierung, dann gibt es im Moment keinen weiteren Verbesserungsbedarf. Kein weiterer Bedarf wird bei der Bundesregierung angemeldet, keine Gespräche geführt, kein Druck ausgeübt. Stattdessen heute: Kleinmut und fehlendes Interesse: „Die Verantwortung für die Errichtung und Vorhaltung von Eisenbahninfrastruktur liegt bei den Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Das Land Brandenburg ist als Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr für die Bestellung von Verkehrsleistungen verantwortlich.“ (Landtag Brandenburg, Drucksache 4/7206 im Februar 2009). Die Zuständigkeiten sind seit der Bahnreform 1994 nicht anders geregelt. Dennoch hat 1994 und in den folgenden Jahren die Landesregierung mehr Engagement und Einsatz gezeigt als seit einigen Jahren. Der DBV würde es begrüßen, wenn die Brandenburger Landesregierung und das Parlament sich intensiv mit der Wiederherstellung der immer noch teilungsbedingt bestehenden Lücken im Berliner Schienennetz beschäftigt. Warum nicht jedes Jahr einen Sachstandsbericht veröffentlichen, der die eigenen Bemühungen und Erfolge dokumentiert? Beim Ausbau der Autobahnen, Bundesstraßen und Bundeswasserstraßen — für die ist das Land auch nicht direkt zuständig — kümmert sich der Verkehrsminister ja auch um die Brandenburger Belange. Warum also nicht auch im Schienennetz (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 15.08.11).