Berlin – Baustellen nerven nicht nur die Autofahrer in Berlin. Auch wer S- und U-Bahn fährt, muss mit baubedingten Verkehrsbeeinträchtigungen rechnen. Besonders lang und heftig wird es die Karlshorster, Köpenicker und die übrigen Nutzer der stark frequentierten S-Bahn-Linie 3 treffen. Vier Jahre lang, vom 11. Dezember 2011 bis Dezember 2015, fahren die Züge der S 3 nur noch zwischen Erkner und Ostkreuz, teilte die Bahn mit. Fahrgäste Richtung Innenstadt müssen umsteigen – sitzen sie im Rollstuhl oder haben sie einen Kinderwagen dabei, sogar zweimal. „Es ist ein Kreuz mit dem Ostkreuz“, sagte Jörg Wieseke vom Fahrgastverband IGEB gestern. Auch an anderen Stellen im Berliner Schnellbahnnetz sind Unannehmlichkeiten in Sicht. Bislang konzentrierten sich die Bauarbeiten am Ostkreuz, die bis 2016 dauern, auf die dortige Ringbahn. Doch bald werden auch die Bahnanlagen in …
Fahrgäste der Regionalbahnlinie RB 12 (Berlin-Lichtenberg – Templin) können künftig wieder jede Stunde am Bahnhof Vogelsang ein- und aussteigen. Dies wurde nach Gesprächen des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg und der Deutschen Bahn AG vereinbart. In den nächsten Tagen wird der Übergang über die Gleise wiederhergestellt, die Sicherung der Reisenden am Überweg wird durch die Deutsche Bahn vorgenommen. „Ich freue mich, dass hier eine pragmatische Lösung gefunden wurde“, unterstreicht Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger. Auch VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz zeigt sich erleichtert: „Mit der Modernisierung der Stellwerksanlagen durfte zwischenzeitlich in Vogelsang der kleine Bahnsteig zwischen den Gleisen aus Sicherheitsgründen nicht mehr genutzt werden. So kam es zu dem unglücklichen Zustand, dass die Fahrgäste trotz eines stündlichen Halts in Vogelsang nur alle zwei Stunden ein- bzw. aussteigen durften. Diese technischen und rechtlichen Hintergründe sind für die Fahrgäste nur sehr schwer erklärbar, deshalb bin ich sehr froh, dass sich alle beteiligten Seiten verständigt haben und nun eine schnelle Lösung gefunden wurde.“ Bis 2013 sollen im Brandenburger Abschnitt der RB 12 weitere Stellwerke und viele Bahnsteige erneuert werden. Die Modernisierung des Bahnhofs Zehdenick ist bereits abgeschlossen und das neue elektronische Stellwerk in Betrieb genommen. Mit der Erneuerung der Signaltechnik werden die Streckenabschnitte auch mit der Punktuellen Zugbeeinflussung (PZB) ausgerüstet. Außerdem wird auf weiteren Abschnitten die Geschwindigkeit auf 80 km/h erhöht. In Zehdenick bieten nun auch zwei neue Bahnsteige einen bequemeren Ein- und Ausstieg in die Züge. Zuvor wurde bereits das Bahnsteigdach saniert. Noch in diesem Jahr wird mit dem Umbau des Bahnsteigs im Bahnhof Templin begonnen. Die weiteren Stationen von Templin Stadt bis nach Bergsdorf sind in einem zweiten Bauabschnitt vorgesehen. Zeitgleich mit dem Streckenausbau Berlin-Rostock auf 160 km/h erhalten in 2012 und 2013 auch die Halte in Löwenberg (Mark), Grüneberg und Nassenheide neue Bahnsteige (Pressemeldung VBB, 14.07.11).
VOGELSANG – Für die Vogelsanger hat sich der Protest gelohnt. Wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) am Mittwochnachmittag mitteilte, dürfen sie an ihrem Bahnhof demnächst wieder stündlich ein- und aussteigen. Das habe der VBB mit dem Landesministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft so vereinbart. Der Übergang zum hinteren Bahnsteig wird demnach in den nächsten Tagen wiederhergestellt und die Fahrgastsicherung durch die Deutsche Bahn gewährleistet. Noch am Vormittag hatten Bewohner und Bahnfahrer gegen den Wegfall des stündlichen Halts protestiert und dabei auch Unterstützung aus der Politik erhalten. Rainer Genilke, verkehrs- und infrastrukturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, wollte sich selbst ein Bild machen von der Situation am Vogelsanger Bahnhof und sich mit dem Landtagsabgeordneten Henryk Wichmann treffen. Das Problem nur: Genilke kam gegen 10 Uhr nicht aus dem haltenden Zug, sein Parteikollege stand auf dem Bahnsteig. Die Türen …
Der Absturz eines 1,35 Tonnen schweren Stahlriegels aus der Fassade des Hauptbahnhofs bekommt kein juristisches Nachspiel. Zwar habe es „Planungsfehler“ und damit einen „Verstoß gegen die anerkannten Regeln der Technik“ gegeben, so die Staatsanwaltschaft. Trotzdem stellte sie das Verfahren, das der Anwalt Peter Kremer angestrengt hatte, jetzt ein. Dieses Wochenende wird das fünfjährige Bestehen des Bahnhofs groß gefeiert.Es geschah am 18. Januar 2007. Im Orkantief „Kyrill“ löste sich gegen 18.45 Uhr am westlichen Bügelgebäude ein Fassadenriegel und verschob sich auf der Auflagefläche. Kurz vor 22 Uhr stürzte er …
BERLIN. Gewaltvorfälle in der Berliner U-Bahn sollen durch einen verstärkten Einsatz von Sicherheitspersonal und mehr Videoüberwachung in Zukunft möglichst verhindert werden. Senat, Verkehrsbetriebe und Polizei haben sich auf eine Reihe von Präventionsmaßnahmen verständigt, die zum Teil ab sofort umgesetzt werden. Seit gestern Abend sind zusätzlich 60 Polizeibeamte auf Bahnhöfen unterwegs, wie Innensenator Ehrhart Körting (SPD) mitteilte. Diese gehören zur Landeseinsatzreserve der Polizei, die ausrückt, wenn es um Schwerpunkte bei der Kriminalitätsbekämpfung geht. Die Beamten kontrollieren von 19 bis sechs Uhr morgens besonders gefährliche U-Bahnstrecken. Auf Dauer will der Senat 200 Polizeibeamte neu einstellen. Die ersten 100 sollen bereits im Herbst ihre Ausbildung antreten. Auch die BVG plant, die Zahl ihrer Sicherheitskräfte um 200 zu erhöhen. Die Sicherheitsleitstelle der BVG soll künftig …
Der Mann im Anzug schaut ganz genau hin. Die Luft ist warm, sind die Entlüftungsklappen im Glasdach vorschriftsgemäß geöffnet? Plötzlich fallen Regentropfen, regnet es irgendwo durch? Nein. Es gibt auch keine Graffiti, alles ist sauber. Wie immer im Hauptbahnhof. Hany Azer dreht weiter seine Runde. Er kann von dem Gebäude, dessen Bau er als Projektleiter jahrelang gesteuert und überwacht hat, einfach nicht lassen. „Ich wohne schon lange nicht mehr in Berlin“, sagt der Bauingenieur. „Doch wann immer ich in der Stadt bin, komme ich hierher.“ So wie gestern. „Ich kenne mich hier noch sehr gut aus. Das hier ist mein Lebenswerk“, sagt Hany Azer. Und springt die Treppe zu den Ost-West-Bahnsteigen hoch. „Ich habe schon viele Tunnel, Brücken, Kläranlagen gebaut“, erzählt er. „Aber im Vergleich zu diesem Gebäude …
Der Mann im Anzug schaut ganz genau hin. Die Luft ist warm, sind die Entlüftungsklappen im Glasdach vorschriftsgemäß geöffnet? Plötzlich fallen Regentropfen, regnet es irgendwo durch? Nein. Es gibt auch keine Graffiti, alles ist sauber. Wie immer im Hauptbahnhof. Hany Azer dreht weiter seine Runde. Er kann von dem Gebäude, dessen Bau er als Projektleiter jahrelang gesteuert und überwacht hat, einfach nicht lassen. „Ich wohne schon lange nicht mehr in Berlin“, sagt der Bauingenieur. „Doch wann immer ich in der Stadt bin, komme ich hierher.“ So wie gestern. „Ich kenne mich hier noch sehr gut aus. Das hier ist mein Lebenswerk“, sagt Hany Azer. Und springt die Treppe zu den Ost-West-Bahnsteigen hoch. „Ich habe schon viele Tunnel, Brücken, Kläranlagen gebaut“, erzählt er. „Aber im Vergleich zu diesem Gebäude …