POTSDAM – Einen großen Verwaltungsapparat braucht die Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) nicht. Gerade mal ein paar Quadratmeter Büroraum hat das Unternehmen im Potsdamer Luftschiffhafen angemietet. Ansonsten, sagt Klaus-Peter Dietz, Gründer und Geschäftsführer der EGP, arbeiten die Beschäftigten des Unternehmens dort, wo auch das Geschäft gemacht wird: auf Verladestationen und Güterzügen. Zum Beispiel in Schönefeld (Dahme-Spreewald). Dort liefert die EGP auf der Schiene den Nachschub für das Betonwerk der Firma Becker Bau an, das Beton und Asphalt für den neuen Großflughafen produziert. In Spitzenzeiten wird in Schönefeld fünfmal am Tag ein Zug mit Zement entladen. Die Eisenbahngesellschaft Potsdam versteht sich nicht als Konkurrent, sondern eher als Ergänzung zum Ex-Monopolisten Deutsche Bahn. „Alles hat dort seine Berechtigung, wo es hingehört“, sagt Dietz. Die EGP sei ein Dienstleister für Schienentransporte zum Endkunden, die für die Deutsche Bahn wenig …
Auf der heutigen VBB-Regionalkonferenz in Prenzlau diskutierten Vertreter der Landkreise, der Kommunen sowie weitere Interessierte die Neuerungen im ÖPNV der Region. Klemens Schmitz, Landrat des Landkreises Uckermark, kündigte die bevorstehende Fusion der Personenverkehrsgesellschaft mbH Schwedt/Angermünde (PVG) und der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft mbH (UVG) an. Die Fusion werde rückwirkend zum 1.1.2009 gelten. Ziel sei es, den Nahverkehr in der Region künftig „aus einer Hand“ zu planen und durchzuführen, so Schmitz. Er verspreche sich dadurch eine stärkere Optimierung der gesamten Struktur und eine Stärkung der Präsenz im Verkehrsverbund. „Mobilität in der Uckermark muss auch ohne Auto gesichert sein“, sagte der Landrat. Rainer Bretschneider, Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung, begrüßte die Fusion der Verkehrsunternehmen. Die Synergieeffekte würden den Fahrgästen zugute kommen. Bretschneider appellierte an die regionalen und kommunalen Vertreter, gemeinsam Verantwortung für den Öffentlichen Personennahverkehr zu übernehmen. Stärkere Absprachen und Kooperationen seinen nötig, so zum Beispiel bei den Fahrplänen und den Schulzeiten. Eine Ausdünnung des Verkehrsangebotes in der Region gebe es in den nächsten Jahren nicht, sagte Bretschneider, vielmehr sei geplant, den Verkehr vor allem in den ländlichen Gebieten zu verbessern. Allerdings sei eine Vernetzung jeden Ortes in Brandenburg nicht zu finanzieren. Bürgermeister Hans-Peter Moser stellte die Pläne der Stadt Prenzlau zum Umbau des Bahnhofs vor. Danach soll ein Durchgang auf die andere Seite des Bahnhofs mit Park&Ride-Plätzen angelegt werden. Zur Landesgartenschau 2013 setze Prenzlau, so Moser weiter, auf regenerative Energien. Die Stadt plane die Einführung eines Kombitickets als Eintritts- und Fahrkarte zur Landesgartenschau. Hans-Werner Franz, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, lobte die Region Uckermark-Barnim für ihr großes Engagement im ÖPNV. Franz unterstrich die positiven Entwicklungen bei den Fahrgastzahlen und Einnahmen. Das neue Seniorenticket VBB-Abo 65plus oder das VBBSchülerferienticket, das es für die Sommerferien wieder für 29 Euro zu kaufen gibt, hätten sich als erfolgreiche Angebote erwiesen. „Nur Qualität schafft Zufriedenheit und bringt neue Fahrgäste“, sagte Franz. Das Konjunkturprogramm des Bundes für die Verbesserung der Bahnhöfe im Land Brandenburg sei positiv zu bewerten, denn die Qualität vieler Bahnhöfe sei katastrophal, hier bestünde dringender Handlungsbedarf. Carsten Bockhardt, Beigeordneter des Landkreises Barnim, setzt angesichts sinkender finanzieller Mittel und des demografischen Wandels verstärkt auf alternative Bedienformen, wie Bürgerbusse und Rufbusse. Um das Angebot zu optimieren, will der Landkreis im nächsten Jahr Busse ohne feste Haltestellen einsetzen. Busfahrer könnten dann flexibel reagieren und nach Bedarf der Fahrgäste anhalten. Der VBB auf der Regionalkonferenz verwies auch auf den Tag für die Fahrgäste am 11. Juli 2009 in Prenzlau. Von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr wird ein buntes Programm mit vielen Höhepunkten geboten. Die Folienvorträge der VBB-Regionalkonferenz Berlin werden im Internet unter www.VBBonline.de veröffentlicht.
BVG rechnet nun mit Mehrkosten von acht Millionen Euro Peter Neumann
Der neue U-Bahnhof Brandenburger Tor wird teurer als geplant – aber aller Voraussicht nach nicht so teuer wie dies bislang zu befürchten war. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) rechnen damit, dass die Station unter dem Pariser Platz rund acht Millionen Euro mehr kosten wird. Von diesem Kostenrisiko werde derzeit ausgegangen, sagte der BVG-Vorstandsvorsitzende Andreas Sturmowski. Anlass sind Nachtragsforderungen der Arbeitsgemeinschaft Hochtief/Max Bögl, die den Rohbau dieses U-Bahnhofs erstellt hat. Die Station bildet den vorläufigen Endpunkt der U-Bahn-Strecke, die am Hauptbahnhof beginnt und am 8. August als Linie U 55 eröffnet werden soll. Die Baufirmen hatten von der BVG Aufträge über 29,6 Millionen Euro erhalten. Doch beim Bau der U 55, die laut Hochtief „eines der kompliziertesten …
In diesem Jahr bleiben den Fahrgästen des Nahverkehrs in Berlin und Brandenburg Tarifanhebungen erspart. Doch im nächsten Jahr soll die Schonzeit enden. Das hat Finanzsenator Ulrich Nußbaum jetzt bekräftigt. Der parteilose Politiker, der den Aufsichtsrat der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) leitet, sprach sich für eine „sozialverträgliche, angemessene Fahrpreiserhöhung“ aus. „Dies ist nötig, damit die BVG auch künftig in der Lage ist, die geforderte Leistung für die Stadt zu erbringen“, sagte sein Sprecher Clemens Teschendorf der Berliner Zeitung. Nußbaum wandte sich zugleich gegen Forderungen aus der Gewerkschaft Verdi, die Löhne und Gehälter bei dem Landesunternehmen im kommenden Jahr um fünf bis 8,5 Prozent anzuheben. Dies müsste zwangsläufig zu einer noch stärkeren Preiserhöhung führen. Die für diese Region 2009 geplante Tarifsteigerung war ausgefallen, weil der Brandenburger Infrastrukturminister …
Erinnert sich überhaupt noch jemand? Es war das Jahr 1995, als Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) vor dem Reichstag einen Spaten in den Boden stach. Das war der Auftakt zum Bau der Verkehrsanlagen im zentralen Bereich, zu denen auch die Verlängerung der U 5 gehörte. In knapp zwei Monaten, fast 14 Jahre später, wird nun tatsächlich der erste Abschnitt eröffnet. Die U 55 vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor ist endlich fertig. Ein Grund zur Freude? Kaum. Natürlich ist es gut, wenn in umweltfreundliche Verkehrsmittel investiert wird. Doch nicht nur die teure „Stummelbahn“, sondern die gesamte Verlängerung der U 5 hätte auf der Prioritätenliste weit nach hinten gehört. Sie wurde zur Lösung von Problemen geplant, die es nicht gibt oder die nicht allzu drängend sind. Zwar wird die U 5 die Museumsinsel und das Schloss ans Bahnnetz anschließen. Aber wetten, dass die meisten Touristen weiterhin lieber Bus fahren, weil sie so mehr sehen? Bundestagsabgeordnete wiederum werden wie bisher per …
In Berlin und Brandenburg beabsichtigt die Deutsche Bahn AG im Rahmen der „Konjunkturpakete 1 und 2“ bis 2011 Investitionen in Höhe von 16,5 Millionen Euro vorzunehmen. Diese Investition sind zu begrüßen und auch bitter notwendig. Insbesondere die Qualität an kleinen Stationen im Land Brandenburg hat in den letzten erheblich abgenommen. Personal wurde fast flächendeckend abgezogen, Ansagen – insbesondere wichtig bei Verspätungen und Gleisänderungen – erfolgen kaum noch und viele Gebäude sind verschlossen und verkommen. Aber auch an wichtigen Stationen, insbesondere in Berlin und im Berliner Umland, ist der Kundendienst erheblich schlechter geworden. In der Antwort auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ingeborg Kolodzeike (Landtag Brandenburg, Nr. 4/7547) hat die Landesregierung die vorgesehenen Maßnahmen aufgelistet. Nur: diese Verschlechterungen waren und sind kein Naturgesetz. Sie waren und sind von dem Infrastrukturunternehmen DB Station & Service gewollt und geduldet und sicherlich eine Folge des angestrebten „Börsenganges“. Auch die Landespolitik hat sich darüber stets und ständig beschwert und den Zustand beklagt. Gebessert hat sich nichts. Und jetzt wird dieses Verhalten auch noch honoriert! In Ahrensfelde, Brandenburg, Eisenhüttenstadt, Griebnitzsee, Müncheberg (Mark), Rangsdorf oder Wustermark ist schon lange kein Personal zur Fahrgastbetreuung und -information mehr vorhanden. Die Informations- und Aufenthaltsqualität ist definitiv schlechter geworden. Nun gibt es Geld um im „Arbeitspaket 2″ diese schlechte Qualität zu verbessern. Gleiches gilt übrigens auch für das Arbeitspaket 3“ – „Ertüchtigung kleiner Stationen/Verbesserung Erscheinungsbild“. Beispiel Kremmen: das ehemals stattliche Bahnhofsgebäude befindet sich in einem abschreckenden Zustand, die Fläche um das Gebäude macht einen vewahrlosten Zustand. Dank des Geldes vom Bund wird sich hier nun etwas ändern. Wofür bedauerlicherweise scheinbar überhaupt kein Geld vorhanden ist, sind tatsächliche Infrastrukturmaßnahmen. Gibt es hier keine „baureifen“ Planungen? Was ist mit der Wiederherstellung der Zweigleisigkeit im Bereich der S-Bahn – beispielsweise zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf, zwischen Wannsee und Griebnitzsee oder in Richtung Königs Wusterhausen? Der DBV Berlin-Brandenburg kritisiert nicht, dass die DB AG Geld für die Instandsetzung und Verbesserung erhält. Was jedoch kritikwürdig ist, dass in den letzten Jahren an vielen Stellen ohne Not Verschlechterungen in Kauf genommen wurden, durch die die DB AG erhebliche Mittel eingespart hat. Deshalb muss die Landesregierung über ihre politischen Möglichkeiten verstärkt den Bund als Eigentümer der DB AG zur Wahrnehmung seiner Eigentümerpflichten aufrufen (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband, 02.06.09).
Die größte Flughafenbaustelle des Kontinents feiert Jubiläum. Am Pfingstmontag wird bereits 1000 Tage am Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) gebaut. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit: „Wer sich heute die BBI-Baustelle im Berliner Südosten ansieht, erkennt sofort: Was in den 90er Jahren der Potsdamer Platz war, das ist heute die Flughafenbaustelle BBI – der Ort, an dem Berlins Zukunft gebaut wird.“ Wowereit sieht das größte Infrastrukturprojekt der Region auf gutem Weg. Der Zeitplan stehe: „Bis Herbst wird der Rohbau fertig sein, bereits im nächsten Frühling können wir Richtfest feiern.“ Berlin sei immer eine Stadt des Wandels gewesen, seit dem Fall der Mauer habe sich das Tempo der Veränderung rasant beschleunigt. Wowereit: „Ein Paradebeispiel sind die Flughäfen: Immer mehr Geschäftsreisende und Touristen reisen in unsere Stadt – auch dank der stets steigenden Zahl an Flugverbindungen.“ Mit dem BBI entstünden die Voraussetzungen dafür, sagte Wowereit weiter, „dass wir Berlin künftig noch besser mit der Welt vernetzen können als heute. Wir brauchen mehr Interkontinentalverbindungen, und mit BBI werden wir sie bekommen.“ Berlin habe in den nächsten Jahren das Potenzial, zur großen Ost-West-Drehscheibe des Kontinents zu werden. Mit Blick auf die Anbindung des Airports an die Innenstadt sagte der Regierende Bürgermeister, BBI werde für die Berlinerinnen und Berliner ein Flughafen der kurzen Wege. Wowereit: „Dank der neuen Autobahn dauert die Fahrzeit vom Kurfürstendamm zum BBI nicht mal eine halbe Stunde. Gemeinsam mit der Bahn müssen wir für die zügige Anbindung auf der Schiene sorgen.“ Der BBI-Bahnhof stehe bereits. Nun gelte es, so der Regierende, bei den Trassen Planungsverzögerungen aufzuholen: „Wir müssen den BBI und den Hauptbahnhof bestmöglich miteinander verbinden.“ Auch die Finanzierung des BBI mache Fortschritte, so Wowereit weiter: „Die EU-Kommission hat die 100-Prozent-Bürgschaft der Flughafen-Gesellschafter für den BBI-Kredit abgesegnet. Damit ist der Weg für einen zügigen Finanzierungsabschluss frei.“ Die Berlinerinnen und Berliner rief der Regierende Bürgermeister dazu auf, die von den Berliner Flughäfen organisierte Eventwoche vom 1. bis zum 7. Juni zu nutzen, um sich über BBI zu informieren. Vorbereitet seien zahlreiche Baustellentouren zu verschiedenen Themen sowie ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm. Wowereit: „Die Berlinerinnen und Berliner sind immer dabei, wenn etwas los ist. Schauen Sie sich die BBI-Baustelle an, Sie werden erleben, wie Berlins Zukunft entsteht.“ Das detaillierte Programm der Eventwoche BBI finden Sie auf der Webseite der Berliner Flughäfen (Pressemeldung Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Fotos Bodo Schulz, www.album-berliner-verkehr.de, 02.06.09).
Der Weiterbau der U-Bahn-Linie 5 könnte der historischen Mitte die höchsten Lärmschutzwände bescheren, die es in Berlin je gegeben hat. Wenn im Herbst 2010 damit begonnen wird, an der Kreuzung Unter den Linden/ Friedrichstraße die Baugrube vorzubereiten, müssen die Anlieger monatelang mit ohrenbetäubendem Lärm rechnen. Um die Belastung für die Nutzer des Lindencorsos und für das Hotel Westin Grand wenigstens etwas zu mildern, werden dort Wände entstehen, die haushoch ausfallen könnten. „Wir sind kooperativ. Aber ohne Entschädigungszahlungen wird es nicht gehen“, sagte Rainer Boldt von der Interessengemeinschaft (IG) Gewerbetreibende an der Friedrichstraße am Freitag. Noch steht nicht endgültig fest, wie hoch die Lärmbarrieren ausfallen, die wenige Meter von den Häusern …
Im U-Bahnhof Museumsinsel halten die Züge unter blauen Gewölben, die mit ihren vielen Lichtern an einen Sternenhimmel erinnern. Im U-Bahnhof Unter den Linden fahren die Reisenden auf einer der längsten Rolltreppen Berlins durch eine Halle. Im U-Bahnhof Berliner Rathaus lassen Dachöffnungen viel Tageslicht hinein. „An der Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 wollen wir U-Bahnhöfe bauen, auf die auch die kommenden Generationen stolz sein können“, sagte die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD), als sie am Freitag die endgültigen Entwürfe vorstellte. Bevor jedoch 2017 der Zugbetrieb beginnt, wird die historische Mitte zu einer Großbaustelle. Zudem wurde bekannt, dass die neue U-Bahn viel teurer wird als geplant. Die rund 3,9 Kilometer lange Neubaustrecke, mit der die U 5 über den …
Im Rahmen einer Pressekonferenz haben am 29.05.09 die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer und der Vorsitzende des Vorstandes der BVG, Andreas Sturmowski, die Pläne und Entwürfe zum Weiterbau der U5 vorgestellt. Die rund 2,2 km große Lücke in der U-Bahnlinie 5 zwischen dem künftigen U-Bahnhof Brandenburger Tor und dem Alexanderplatz soll bis zum Jahr 2017 geschlossen werden. Senatorin Junge-Reyer: „Die Verlängerung der schon heute viel genutzten U-Bahnlinie 5 von Hönow bis zum Hauptbahnhof ist eines der großen Verkehrsinfrastrukturprojekte der Hauptstadt. Berlin setzt klar auf die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs: Wir wollen, dass die Menschen mit Bus und Bahnen in die Innenstadt fahren. Deshalb ist gerade dieser Lückenschluss mit den Bahnhöfen Berliner Rathaus, Museumsinsel, Unter den Linden / Friedrichstraße, Brandenburger Tor, Bundestag und Hauptbahnhof so wichtig. Der neue U-Bahnabschnitt zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof wird nach Fertigstellung von bis zu 155.000 Fahrgästen täglich genutzt werden. Darunter werden 40.000 Berlinerinnen und Berliner sein, die deshalb auf das Auto verzichten und mit der U-Bahn in die Innenstadt fahren. Dieser Zuwachs an Nutzern des ÖPNV und die damit einhergehende Entlastung der Stadtmitte vom Autoverkehr sind leider nicht ohne Unannehmlichkeiten zu bekommen. Denn der Bau dieser Strecke insbesondere in der Straße Unter den Linden und an der Kreuzung Friedrichstraße wird zu entsprechenden temporären Einschränkungen führen, die beim Bau eines solch eindrucksvollen Ingenieurbauwerks nicht zu verhindern sind. Wir müssen dies in Kauf nehmen, um letztendlich die Historische Mitte noch attraktiver und besser erreichbar zu machen. Ich will mich aber dafür einsetzen, dass das Projekt zügig realisiert und die Dauer der Belastungen begrenzt wird.“ Die heutige U-Bahnlinie U5 erschließt große Wohngebiete wie Hellersdorf, Kaulsdorf, Lichtenberg und Friedrichshain, Erholungsgebiete wie Wuhletal und Tierpark. Die Verlängerung der U5 in westlicher Richtung über den Alexanderplatz hinaus zum Haupt¬bahnhof schließt eine wesentliche Lücke im U-Bahnnetz Berlins, indem sie u. a. die genannten großen Wohngebiete mit dem Zentralen Bereich (Museumsinsel, Humboldt-Forum, Pariser Platz, Parlaments- und Regierungsviertel und Hauptbahnhof) verbindet, und so auch zum weiteren Zusammenwachsen der ehemals geteilten Stadthälften beiträgt. Eine Verknüpfung der U-Bahnlinie U5 mit den Schnellbahnlinien in Nord-Süd-Richtung erfolgt an den U-Bahnhöfen Unter den Linden (U6), Brandenburger Tor (S1, S2) und Hauptbahnhof. Im Hauptbahnhof wird die U-Bahnlinie U5 sowohl mit der in Ost-West-Richtung verlaufenden Stadtbahn (S-, Regional- und Fernbahn) als auch mit der durch den Nord-Süd-Tunnel verkehrenden Regional- und Fernbahn und – längerfristig – mit der ebenfalls in Nord-Süd-Richtung verlaufenden S-Bahnlinie S21 verknüpft. Fahrgäste aus den Einzugsbereichen der U5 erreichen zukünftig mit einmaligem Umsteigen nahezu das gesamte Stadtgebiet. Die neuen U-Bahnhöfe werden nach den Entwürfen namhafter Architekten nach den Anforderungen der prominenten Orte anspruchsvoll gestaltet. Senatorin Junge-Reyer: „Die neuen U-Bahnhöfe werden künftigen Generationen ein Bild der Baukultur unserer Zeit vermitteln“. Dazu Andreas Sturmowski: „Die U5 in der Form, wie wir sie jetzt bauen wollen, geht auf Planungen zurück, die schon aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammen. Schon damals, als sich Berlin zur prosperierenden Metropole entwickelte und der damalige Verkehrsstadtrat und Gründer der BVG, Ernst Reuter, die weitere Erschließung der Stadt mit U- und S-Bahn plante, wurde die verkehrliche Bedeutung dieser Strecke sehr hoch eingeschätzt. Jetzt, fast 80 Jahre später, haben diese Planungen nichts an Aktualität verloren. Die U5 wird nach dem Lückenschluss zwischen Pariser Platz und Alexanderplatz die Aufgabe der schon damals konzipierten, zentralen Ost-Westverbindung übernehmen und mit ihren vielfältigen Anschlüssen und Umsteigemöglichkeiten eine sinnvolle, und notwendige, Ergänzung des bestehenden Schnellbahnnetzes bilden.“ Da die neue U5 den Standort des Stadtschlosses / Humboldtforums unterquert, wird es erforderlich, den U-Bahnhof und die Tunnelanlagen im Schlossbereich bereits vor Baubeginn des Humboldtforums fertig zu stellen. Während die Bahnhöfe Berliner Rathaus und Unter den Linden in offener Bauweise („Schlitzwand-Betonsohle-Methode“) errich¬tet werden, werden der U-Bahnhof Museumsinsel und der Streckentunnel bergmännisch mit einer Schildvortriebsmaschine durchgeführt. Im Herbst 2010 wird die Start- und Zielbaugrube für den Schildvortrieb auf dem Marx-Engels-Forum errichtet. Der ausgehobene Abraum und die Betonfertigteile für den Tunnel werden überwiegend auf dem Wasserweg ab- bzw. antransportiert. Aus der Notwendigkeit einer frühzeitigen Unterquerung des Humboldt-Forums ergibt sich die große Chance eines gestrafften Bauablaufs und einer Fertigstellung des Gesamtprojektes bereits im Jahre 2017. Voraussetzung ist die Bereitstellung erhöhter Jahresraten für die Finanzierung eines beschleunigten Baufortschritts (Pressemeldung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Fotos Bodo Schulz, www.album-berliner-verkehr.de, 30.05.09).