23.04.2026
https://sbahn.berlin/aktuelles/artikel/hilfe-im-notfall
Bei einem #Workshop der #S-Bahn Berlin erhielten Mitglieder des Kundenbeirats praktische Tipps für Notsituationen.
Fast jeder hat es schon erlebt, der regelmäßig mit der S-Bahn Berlin unterwegs ist: Ein Fahrgast in Eile springt schnell in den Zug, obwohl das #Warnsignal bereits ertönt und die Lampe über der Tür rot leuchtet.
Das kommt immer wieder vor, kann jedoch gefährlich sein. Zum Beispiel, wenn sich jemand den Arm #einklemmt, während er in das Fahrzeug einsteigen will. Deshalb sollte man unbedingt den Warnton beachten und auf den nächsten Zug warten, der in ein paar Minuten kommt.
Ines Teike Mitarbeiterin Security Management bei der S-Bahn Berlin
Auch anderen Fahrgästen die schließende Tür aufzuhalten, kann riskant sein und obendrein #Verspätungen und technische #Störungen verursachen. Viele Fahrgäste fragen sich jedoch: Was ist in #Notsituationen zu tun?
Drei Stunden, die einen Unterschied machen
Wie Fahrgäste im Notfall Hilfe erhalten, erfuhren die Mitglieder des Kundenbeirats der S-Bahn Berlin am 16. April bei einer Veranstaltung im #Werk #Schöneweide. Sie hatten die Gelegenheit, an einem dreistündigen Workshop in einem Wagen der Baureihe #481 teilzunehmen und die Nothilfeeinrichtungen zu testen. Im Fokus standen dabei Fragen wie: Was ist eigentlich genau ein Notfall in der #S-Bahn? Wo finde ich den #Feuerlöscher? Und wie setze ich einen #Hilferuf ab?
Wichtig ist vor allem: Die #Notbremse darf nur gezogen werden, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht – etwa, wenn eine Person eingeklemmt ist oder es brennt. Und Achtung: Jeder Missbrauch ist strafbar, kostet 200 Euro und wird strafrechtlich zur Anzeige gebracht, was eine weitere Geld- oder sogar Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr nach sich zieht.
Kein Notfall liegt vor, wenn ich eine Station verpasst oder meinen Koffer auf dem Bahnsteig vergessen habe.
Mathias Groß #Triebfahrzeugführer und Mitarbeiter im #Notfallmanagement bei der S-Bahn Berlin
Warum der Zug meist nicht automatisch direkt anhält
Wer an dem kleinen roten Hebel gezogen hat, wird sofort per Sprechstelle mit der:m Lokführer:in verbunden. Nachdem alle nötigen Infos übertragen sind, entscheidet diese:r, ob sofort angehalten werden muss oder bis zum nächsten Bahnsteig weiter gefahren werden kann.
Kommt es zu einem Notfall im Zug, kann es sinnvoll sein, weiterzufahren, damit Rettungskräfte den Zug besser erreichen können. Auch wenn eine Person ohnmächtig ist, kann eventuell im nächsten Bahnhof schneller geholfen werden als unterwegs.
Um die Fahrgäste sicher auf freier Strecke evakuieren zu können, muss der Zugverkehr eingestellt, die Fahrspannung abgeschaltet und die Stromschiene kurzgeschlossen werden. Man kann nicht so einfach aussteigen wie aus einem Auto.
Mathias GroßTriebfahrzeugführer und Mitarbeiter im Notfallmanagement bei der S-Bahn Berlin
Auf freier Strecke eigenmächtig die Notentriegelung der Türen zu nutzen und das Fahrzeug zu verlassen ist lebensgefährlich. Schließlich stehen die Gleise bei der S-Bahn unter einer Spannung von bis zu 1.000 Volt.
Was tun, wenn Menschen aggressiv werden?
Während der Veranstaltung standen zudem weitere Fragen rund um das Thema Sicherheit im Mittelpunkt. „Was kann ich tun, wenn mich jemand belästigt oder es eine Schlägerei gibt?“, wollte eine Teilnehmerin wissen.
Die Antwort der Expert:innen der S-Bahn: Hierfür kann die Sprechstelle genutzt werden. Die Fahrgäste werden mit der Sicherheitsleitstelle verbunden, die rund um die Uhr im Ernstfall sofort Hilfe organisiert. Bei unmittelbarer Gefahr ist es aber angeraten, direkt den Polizei-Notruf 110 wählen.
Spielt der Zeitfaktor keine entscheidende Rolle, können Fahrgäste auch per WhatsApp-Chat Unterstützung bei der S-Bahn anfordern – ganz ohne laut sprechen zu müssen.