Endlich schien es so etwas wie Fairness zu geben an Deutschlands Autobahn-Rastanlagen. Grund war ein Toilettenkonzept mit dem Namen Sanifair. Der Autobahn-Toilettengänger fand nicht nur saubere Sanitäranlagen vor, sondern durfte die für die Nutzung entrichteten 50 Cent mit einem Einkauf verrechnen – ein Akt ausgleichender Gerechtigkeit, so schien es, viele deutsche Autofahrer waren es zufrieden. Es hatte gedauert, bis eine derart friedliche Übereinkunft geschaffen werden konnte zwischen dem gebeutelten deutschen Autofahrer und dem Ort, um den er manchmal nicht herumkommt – der Autobahn-Rastanlage. Wie lange hat er es ertragen, dass der Sprit dort teuer, das Essen ungenießbar und unbezahlbar sowie der Wald den Toiletten vorzuziehen war. Doch zum Glück gibt es den ADAC und dessen regelmäßig durchgeführte Verbrauchertests. Neben Meerwasser, Skipisten und …
WANDLITZ. Die Vorteile liegen auf der Hand. Wenn die Züge der Heidekrautbahn nicht mehr wie heute meist weit vor der Berliner Innenstadt in Karow umkehren, sondern über Wilhelmsruh bis Gesundbrunnen fahren würden, brächte das vielen Menschen Nutzen. Pendler aus Schildow, Mühlenbeck und anderen Orten erhielten eine bessere Verbindung nach Berlin – und das Märkische Viertel erstmals Zuganschluss. Umgekehrt kämen Berliner Ausflügler bequemer zum Liepnitz- und Wandlitzsee sowie in die Schorfheide. Doch die Chance, dass die 1961 unterbrochene Stammstrecke der Heidekrautbahn reaktiviert und bis Gesundbrunnen verlängert wird, hat sich verschlechtert. Der schon fast 20 Jahren dauernden Debatte um diese Strecke ins Umland droht nun erneut eine Hängepartie. 26 Millionen Euro würde der Bau kosten. Brandenburg müsste ein Drittel beisteuern. Das würde auch für die zusätzlichen …
Im Streit um die Zukunft der Straßenbahn Grünau-Schmöckwitz unterstützt die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) die betroffenen Bürger. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir anderswo aufwendig neue Straßenbahnen planen und dann diese Strecke stilllegen“, sagte sie gestern im Verkehrsausschuss. „Es ist richtig, dass die Bahn nach Schmöckwitz aufrechterhalten wird.“ Ein Ersatz durch Busse wäre schwierig, weil die Straße parallel zur Linie 68 teilweise für Autos gesperrt ist. Bislang sei schon 25 Millionen Euro in diese Bahn investiert worden, sagt Junge-Reyer. Sie forderte die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf, nun endlich …
Das magere Ergebnis, das die Fluglärmkommission für Schönefeld gestern nach einer fast siebenstündigen Sitzung bekannt gab, lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: DROps. Das hat nichts mit Bonbons zu tun, sondern heißt auf Englisch „dedicated runway operations“ und auf Deutsch „bevorzugte Start- und Landebahnnutzung“. Worum geht es? Um die Lärmbelastung zu verringern, kann sich die Deutsche Flugsicherung (DFS) vorstellen, dass sie die Nutzung des künftigen Flughafens Berlin Brandenburg in bestimmten Zeiten einschränkt. „Dann könnte es einen Einbahnbetrieb geben. Oder Abflüge nach Westen finden ausschließlich von der Südbahn statt“, so DFS-Niederlassungsleiter Hans Niebergall. Solche Beschränkungen wären aber nur für die Zeit von 23 bis 5 Uhr möglich – sonst nicht. Das habe vielen anwesenden Kommunalpolitikern nicht gereicht, gestand die Kommissionsvorsitzende Kathrin Schneider ein. Niebergall hatte noch Ende Oktober 2010 in einem Interview mit der Berliner Zeitung gesagt, es sei denkbar, dass von …
Die mit Spannung erwartete Sitzung der Fluglärmkommission ist zur Enttäuschung vieler Beteiligter ohne neue Flugrouten-Empfehlungen für den künftigen Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) zu Ende gegangen. Fluglärmkommissions-Vorsitzende Kathrin Schneider verwies auf die nächste Sitzung vom 9. Mai. Der Bürgermeister der besonders von Fluglärm bedrohten Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, Ortwin Baier, sagte, das Gremium sei im …
Ab sofort ist das Denkmal der beiden sozialistischen Vordenker Marx und Engels an seinem neuen Standort an der Karl-Lieb-knecht-Brücke wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die letzten Bauzäune sind entfernt, die Einfassung der Denkmalsockel ist fertig und der Platz um die Stelen herum ist fertig gepflastert. Der lange Winter und der Frost im Boden hatten eine frühere Fertigstellung bislang unmöglich gemacht.
Das von Ludwig Engelhardt geschaffene Denkmal mit den beiden, gut drei Meter hohen Figuren von Karls Marx und Friedrich Engels war Anfang September vergangenen Jahres in sein Übergangsquartier versetzt worden. Der bisherige Standort wird im Zuge des Baus der Verlängerung der U-Bahnlinie U5 für die Baulogistik benötigt. Nach Fertigstellung des U-Bahnbaus wird das gesamte Ensemble wieder an seinen ursprünglichen Standort zurück kehren. Dafür wurde das gesamte Marx-Engels-Forum digital kartografisch erfasst, so dass eine originalgetreue Wiederherstellung des ursprünglichen Ensembles bis hin zum Pflaster garantiert ist.
Das Marx-Engels-Forum wurde am 4. April 1986 eingeweiht. In den Planungen für das Ostberliner Stadtzentrum war bereits seit Anfang der 1950er Jahre ein Marx-Engels-Denkmal vorgesehen. In der Mitte einer kreisrunden Fläche von 60 Metern Durchmesser stehen, geschaffen von Ludwig Engelhardt, die Bronzefiguren von Karl Marx (Höhe 2,77 Meter) und Friedrich Engels (Höhe 3,07 Meter), mit einem Gewicht von jeweils 2 Tonnen, auf einem flachen Sockel. Zu dem Ensemble gehören die nur grob behauenen, fünfteiligen Marmorreliefs „Alte Welt“ von Werner Stötzer sowie vier Doppelstelen aus Edelstahl, auf denen Dokumentarfotos aus Geschichte und (DDR-) Gegenwart der Arbeiterbewegung von Arno Fischer und Peter Voigt zusammengestellt und in einem Elektroerosionsverfahren in die Stelen eingearbeitet wurden. Zwei doppelseitige Bronzereliefs „Die Würde und Schönheit freier Menschen“ von Margret Middell ergänzen das Ensemble.
Für die Kläger, die gegen den neuen Schönefelder Flughafen vor das Bundesverwaltungsgericht gezogen sind, stehen die Chancen schlecht. Denn in mehreren Verfahren hat das Gericht den Beteiligten mitgeteilt, dass sie möglicherweise zu spät gekommen sind. Nach Meinung des Gerichts seien diese Klagen nach Ablauf der vorgesehenen Fristen eingereicht worden, sagte Gerichtssprecherin Sibylle von Heimburg am Freitag. Beobachter rechnen nun damit, dass die Klagen abgewiesen werden. „Für uns wäre das ein Schock“, sagte Michael Lippoldt von der Initiative „Weg mit Flugrouten über Kleinmachnow“. Viele Bürger hätten darauf vertraut, dass sich das oberste deutsche Verwaltungsgericht im Streit um den Flughafen und die Flugrouten um sie kümmert. Würde es seine Einschätzung am Ende bestätigen, womit er rechne, würde das „Vertrauen in die Rechtssicherheit erschüttert“, so Lippoldt.
15 Verfahren gegen das Projekt Das Flughafenprojekt hat auch Juristen viel Arbeit verschafft. Das Bundesverwaltungsgericht muss sich mit nicht weniger als …