BERLIN. Die Wände sind geputzt, die Montagestände aufgebaut – der Berliner Bahntechnikhersteller Stadler-Pankow kann am Montag wie geplant sein neues Produktionswerk in Berlin-Hohenschönhausen eröffnen. Zur Feier wird auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erscheinen. Mit Stadler lässt sich schließlich gut Wahlkampf machen. Das Unternehmen will bis 2013 rund 300 weitere Arbeitsplätze in der Hauptstadt schaffen, kündigte es gestern an. Die Werkeröffnung ist ein weiterer Mosaikstein der seit zehn Jahren andauernden Erfolgsgeschichte von Stadler Pankow. Begonnen hatte das Unternehmen 1991 mit rund 200 Mitarbeitern in Pankow. Der Mutterkonzern Rail Group aus der Schweiz hatte das Werk vom damaligen Besitzer Adtranz übernommen, der den Standort dichtmachen wollte. Inzwischen liefert Stadler Pankow Straßenbahnen und Regionalzüge unter anderem in die Schweiz, nach Frankreich, Norwegen, Luxemburg, Tschechien und an viele deutsche Bahnbetreiber. „In Hohenschönhausen bauen wir derzeit komplett …
Sauna-Bahn – so nennen Insider die S-Bahn scherzhaft, wenn die Fahrgäste im Sommer in überhitzten Wagen schwitzen müssen. Doch die künftige Fahrzeuggeneration, die das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn (DB) derzeit plant, soll keine Sauna-Bahn mehr sein. Die neuen Wagen sollen auch in den Fahrgasträumen Klimaanlagen bekommen – nicht nur wie bisher ausschließlich in den Führerständen. Das sagte gestern ein hochrangiger S-Bahn-Manager der Berliner Zeitung. Die Züge sollen bis Ende 2017 geliefert werden. Sie lösen unter anderem die Wagen der Baureihe 485 ab, die gerade erneuert werden – damit sie noch bis dahin durchhalten. „Eine Klimatisierung ist heute auch im Nahverkehr Standard“, sagte der S-Bahner. In vielen Regionalzügen, die durch Berlin und Brandenburg fahren, gibt es sie schon lange. Die Anlagen sorgen dafür, dass die Temperatur bei Hitze um …
Im Nahverkehr ist es längst nichts Ungewöhnliches mehr, dass private oder kommunale Wettbewerber der Deutschen Bahn (DB) Konkurrenz machen. Mehr als 20 Prozent Marktanteil haben die Wettbewerber auf Regionalstrecken bereits ergattert. Im Güterverkehr betreibt die Transport-Konkurrenz der DB bereits ein Viertel aller Güterzüge in Deutschland. Nur im Fernverkehr will es einfach nicht gelingen, dem Staatskonzern spürbar Marktanteile abzuringen. Da lassen Meldungen wie diese besonders aufhorchen: Gestern verlautete, die Kölner MSM Gruppe plane ab Ende 2012 einen Eisenbahn-Linienverkehr von Köln nach Berlin-Hamburg und zurück. Zunächst will MSM, das bisher Bahnreisen organisiert, jeweils drei Hin- und Rückfahrten täglich anbieten. Die Züge sollen Intercity-Niveau haben und von Köln …
Als gestern die Boote auf dem Müggelsee ein zehnminütiges Trötkonzert anstimmten, war klar, dass es gelingen würde. Wie geplant, schloss sich die Menschenkette um fast elf Kilometer Strecke an Land. Die 1,2 Kilometer lange Distanz über die Müggelspree wurde mit 500 Booten überbrückt. Und am Ende hätte die Zahl der Demonstranten wohl sogar für zwei Seen gereicht. Nach Angaben der Veranstalter waren rund 24000 Menschen an den Müggelsee gekommen, um dort gegen die geplanten Flugrouten des Flughafens Berlin-Brandenburg zu protestieren. Sie hatten sich in Dreier- und Viererreihen am Ufer versammelt. Punkt 15 Uhr schrillten Sirenen über den See – das Signal, sich die Hände zu reichen. Regisseur Leander Haußmann rief auf der Abschlusskundgebung begeistert von der Bühne: „Mensch Leute, ist das geil! Das war aber erst der Anfang. Wir werden denen so lange auf den Geist gehen, bis der Beschluss zurückgenommen wird.“ Dem Müggelsee ist nun auch ein Eintrag im Guinness Buch der …