Viele S-Bahnen und Regionalzüge bleiben heute zwischen zwei und 24 Uhr im Depot / Lokführer wollen höheren Lohn durchsetzen / Konzern kündigt neues Angebot an Jakob Schlandt
BERLIN. Berlin steht heute ein ganztägiges Verkehrschaos bevor. Die Lokführergewerkschaft GDL hatte gestern angekündigt, im gesamten Bundesgebiet von zwei Uhr morgens bis Mitternacht im S-Bahn- und im Nahverkehr die Arbeit niederzulegen. „Wir machen jetzt ernst – weil die Deutsche Bahn AG uns bis heute noch immer kein vernünftiges Angebot gemacht hat“, sagte Thomas Gelling von der GDL der Berliner Zeitung. Die in der GDL organisierten Lokführer und Zugbegleiter fordern einen eigenständigen Tarifvertrag und eine Lohnerhöhung von bis zu 31 Prozent. Die Bahn will einen gesonderten Vertrag verhindern. Allerdings einigten sich Bahn und GDL gestern Abend auf neue Verhandlungen. Berlin ist nach Angaben der Gewerkschaft besonders …
Auch in Zukunft werden IC- und EC-Züge in Elsterwerda halten. Darauf verständigte sich heute Infrastrukturminister Reinhold Dellmann mit Stefan Schubert, Sprecher Fahrplan der DB Fernverkehr AG. Reinhold Dellmann: „Es ist uns gelungen, den Fernverkehrshalt in Elsterwerda auch nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 zu erhalten. Im Ergebnis des heutigen Gespräches wurde zugesagt, dass in Elsterwerda weiterhin IC/EC-Züge halten werden. Danke dafür an die DB AG. Damit können wir sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr attraktive Angebote für die Lausitz sichern.“ Stefan Schubert: „Wir freuen uns, die Halte in Elsterwerda auch weiterhin anbieten zu können und hoffen auf eine starke Nutzung.“ Wegen umfangreicher Bauarbeiten im Raum Dresden sowie der kaum veränderbaren Einbindung der EC-Züge in die Knoten Prag, Berlin und Hamburg, war zunächst die Beibehaltung der Stopps in Elsterwerda unmöglich. Nach Vorliegen der konkreten Bauablaufpläne konnte nun doch eine Möglichkeit gefunden werden, sechs der sieben zunächst nicht vorgesehenen Halte wieder einzurichten. Zwei Halte waren ohnehin weiter geplant. Lediglich der IC 2073/75 um 22.45 Uhr kann nicht mehr in Elsterwerda stoppen, die Nachfrage war hier zudem äußerst gering. Damit halten in Elsterwerda in Richtung Berlin-Dresden drei EC und ein IC-Zug. In Richtung Dresden-Berlin halten zwei IC und zwei EC-Züge. Dank der Bereitschaft des Verkehrsverbundes Oberelbe wird auch die Regionalbahn von und nach Chemnitz noch kurzfristig angepasst. Dadurch können auch weiterhin Umsteigeverbindungen von Chemnitz, Mittweida, Waldheim und Riesa nach Berlin und zurück angeboten werden (Umstieg in Elsterwerda). Neu ist zudem eine umsteigefreie Verbindung an die Ostsee mit dem bereits bestehenden EC 370 ab Elsterwerda um 13.49 Uhr, Ankunft in Stralsund um 18.21 Uhr, im Sommer bis Binz (Ankunft 19.19 Uhr) (Pressemeldung Innenministerium, 12.10.07).
Das kostenpflichtige Parken soll – trotz der jüngsten Ablehnung in einem Bürgerentscheid in Charlottenburg-Wilmersdorf – in der Hauptstadt weiter ausgebaut werden. Nach Senatsangaben geht es bei der Einrichtung neuer Zonen gar nicht um mögliche Mehreinnahmen, sondern um ganz andere Motive. Das kostenpflichtige Parken soll – trotz der jüngsten Ablehnung in einem Bürgerentscheid in Charlottenburg-Wilmersdorf – in Berlin weiter ausgebaut werden. „Die Bewirtschaftung des knappen Parkraums ist Standard in allen modernen Großstädten“, sagte Berlins oberste Verkehrsplaner, Friedemann Kunst, am Rande eines Fachkongresses mit 150 Experten aus ganz …
Der für Anfang 2009 geplante Betriebsstart der U-Bahn-Linie U 55, der „Kanzler-U-Bahn“, steht offenbar wieder auf der Kippe. Noch im Mai hatte sich BVG-Betriebsvorstand Thomas Necker bei einem Termin mit Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) klar für den Betrieb der Stummelstrecke vom Hauptbahnhof zum Brandenburger Tor ausgesprochen. Eine fertige U-Bahn-Strecke nicht zu nutzen sei „nicht vermittelbar“, so Necker. Nun äußern sich die Verkehrsbetriebe deutlich zurückhaltender. „Wenn die Linie fahren soll, muss der Senat den Betrieb bei uns bestellen und auch bezahlen“, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz. Fraglich sei nach wie vor, ob die Strecke mit nur drei Bahnhöfen und täglich erwarteten etwa 6400 Fahrgästen rentabel sei. Erst nach dem Weiterbau bis zum Alexanderplatz soll die Fahrgastzahl auf täglich mehr als …
Reisende finden künftig alle Informationen und Angebote zum Nah- und Fernverkehr unter einem Dach. Denn ausgesuchte Reisezentren der Deutschen Bahn (DB) bekommen Zuwachs: Jeweils zwei Schalter der S-Bahn Berlin GmbH werden in die Räumlichkeiten integriert, um nicht nur umständliche Wege einzusparen, sondern auch die Kundenfreundlichkeit zu erhöhen. Am Montag, dem 8. Oktober, zogen bereits am Bahnhof Alexanderplatz die Schalter aus dem Kundenzentrum in das DB-Reisezentrum am Ende des Bahnhofs (Ri. Westen). Die S-Bahn-Fahrkartenausgabe bleibt weiter am alten Standort (Mo-Fr 6-20 Uhr, Sa und So 9-19 Uhr). Vorraussichtlich ab Donnerstag, dem 18. Oktober, finden Reisende auch am Bahnhof Spandau die …
Angekündigt war im Herbst des vergangenen Jahres eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit an der Erarbeitung des Landesnahverkehrsplanes für Brandenburg. Dieser solle als „transparenter Prozess mit breiter Einbeziehung der politischen Ebene und der regionalen Akteure“ gestaltet werden. Groß war die Freude und auch die Hoffnung im Frühjahr 2007, als vom Verkehrsministerium tatsächlich dieser angekündigte Dialog in Form der Bitte um Vorschläge, Ideen und Konzepten eingefordert wurde. Auch der Berlin-Brandenburgische Bahnkunden-Verband beteiligte sich mit einer Stellungnahme. Den aktuellen Sachstand des Landesnahverkehrsplanes bekamen die Zuhörer auf der heutigen Veranstaltung in Potsdam jedenfalls nicht zu Gesicht. In einer Folienpräsentation wurden Auszüge referiert. Man habe die Stellungnahmen der Verbände und Organisationen intensiv gelesen. An welcher Stelle sie konkret ihren Niederschlag gefunden haben, wurde nicht erwähnt. Mit dem „Totschlagargument“, dass es nicht mehr Geld gäbe, Zuständigkeiten beim Bund und bei der DB AG lägen, wird jeder Vorschlag und jede Idee offenbar abgebügelt. Ein zusätzliches Zugangebot wegen extrem hoher Nachfrage? Aufbau der S-Bahn nach Falkensee und Velten? Veränderungen in der Linienführung bestimmter Linien? Stärkung des Bahn- und Busangebotes durch politische Maßnahmen? Verbesserung der Fahrgastinformation auf den Zugangsstellen? Immer die gleiche Antwort: kein Geld und nicht zuständig. Die vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg teilweise vorgestellten Fahrgast-Potentialanalysen brachten auch keine Klarheit. Mittels statistischer Verfahren wurde begrüßenswerter Weise aufgezeigt, wie Strecken unter 1.000 Fahrgäste pro Tag gestärkt und somit in ihrem Bestand gesichert werden können. Konkrete Aussagen zur Umsetzung gab es seitens des Verkehrsministeriums nicht, auch keine Äußerungen, wie damit umgegangen wird. Wohin die Reise bis 2012 – und in der Perspektive bis 2020 – geht, ist nun klar: Es gibt keinen weiteren Ausbau, keine grundlegenden Angebotsverbesserungen. Im Vordergrund steht das „Weiter so“ der bisherigen Politik. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Landesregierung beim Flughafenbahnhof in Schönefeld zu einer millionenschweren Bestellgarantie für Zugverkehre verpflichtete, ohne konkret zu sagen, wo dafür an anderer Stelle gespart werden solle. Beispielsweise müssten die enormen Fahrgaststeigerungen nach Inbetriebnahme des Nord-Süd-Bahn-Tunnels – laut VBB bis zu 15 Prozent – in Konsequenz zu einer Ausweitung des Angebotes führen. So etwas wird es aber nicht geben, angeblich ist dafür kein Geld da. Insgesamt scheint der Landesnahverkehrsplan mehr Fragen offen zu lassen, als die er beantwortet (Pressemeldung Berlin-Brandenburgischer Bahnkunden-Verband e. V., 09.10.07).
Wenn man sich permanent quer stellt, kann das unangenehme Folgen haben. Diese Erfahrung mussten jetzt viele Kraftfahrer aus Brandenburg machen, die nahe dem Bahnhof Rahnsdorf parken, um mit der S-Bahn in die Innenstadt zu fahren. Damit soll jetzt Schluss sein An Wochenenden haben bisher zwischen 100 und 200 Autos am Waldrand gestanden, quer zur Fahrbahn der Straße Alter Fischweg. Auf einer Sandfläche. Das soll sie nun Geld kosten. In der vergangenen Woche fanden viele Fahrer zunächst ein Verwarnungsschreiben an ihrer Windschutzscheibe vor, zwei Tage später eine Forderung für ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro. Zu den Betroffenen zählen Robert Stein (Name geändert) aus Schöneiche und seine Frau. „Seit 13 Jahren stellen wir unser Auto dort ab“, erzählt der Brandenburger. „Bisher hatte keine Behörde etwas dagegen.“ Auch ein Parkverbotszeichen gebe es nicht. Das Parken am Waldrand sei schon zur DDR-Zeit Tradition gewesen. Denn reguläre Stellplätze in den Nebenstraßen des Bahnhofs oder am Vorplatz sind Mangelware. Stein und seine Frau fahren mit der S3 von Rahnsdorf weiter nach Ostkreuz und Tempelhof. „Es ist doch gewollt, dass man nicht mit dem Auto in die Innenstadt fährt“, entrüstet sich Stein. „Dann muss es doch auch …
Schlagbaum von unten Elektrische Poller sollen Autofahrer aus der Altstadt raushalten
06.10.2007 Lokales – Seite 27 Karin Schmidl
KÖPENICK. „Es wird Zeit, dass sich hier was tut“, sagt Steven Huth. Der Wirt des Cafés Mokkafee in der Grünstraße ärgert sich seit langem über Autofahrer, die trotz Verbots durch die Fußgängerzone brausen. Dicht vorbei an seinen Gästen, die vor dem Café sitzen. Bis zu hundert Fahrer von Pkw und Kleinlastern nehmen täglich diese verbotene Abkürzung. Auch andere Händler und Passanten fühlen sich belästigt. Am Montag sollen zwei versenkbare Poller in diesem Teil der Fußgängerzone in Betrieb genommen werden.Vorerst als Test. „Der zunehmende Unmut über ignorante Autofahrer ist der Grund, weshalb wir das tun“, sagt der Baustadtrat von Treptow-Köpenick, Rainer Hölmer (SPD). Die Poller waren bislang ein Ärgernis: Das Tiefbauamt hatte sie, vorbei an Bezirksamt und -parlament, einbauen lassen. Mehrere zehntausend Euro wurden so im Pflaster versenkt. „Wenn wir sie schon haben, dann können wir sie auch …
Auf die Ankündigung der Gewerkschaft GDL, am 5. Oktober von 8 bis 11 Uhr streiken zu wollen, hat die Deutsche Bahn mit einem „Ersatzfahrplan“ reagiert, der diesen Namen nicht verdient. Fernverkehr, Regionalverkehr und S-Bahn-Verkehr werden ganztägig massiv eingeschränkt. Während sich die Fahrgäste in der Vergangenheit auf einen dreistündigen Streik leidlich gut einstellen konnten, nutzt jetzt auch frühes Aufstehen oder spätes Arbeiten nichts, weil bereits vor 8 Uhr und bis zum Ende des Tages der Bahnbetrieb erheblich eingeschränkt wird. Während in Berlin die meisten Fahrgäste noch die Möglichkeit haben, auf die BVG auszuweichen, trifft es die Fahrgäste in Brandenburg extrem hart. Zahlreiche Bahnlinien werden auf Busverkehr umgestellt. Und die Bahnlinien, die noch gefahren werden, werden so weit ausgedünnt, dass das verbleibende Angebot eine Zumutung ist. Beispiel RE1: Die Züge der brandenburgischen Vorzeigelinie fahren normalerweise alle halbe Stunde und sind im Berufsverkehr dennoch voll besetzt. Am Freitag sollen sie nun nur alle zwei Stunden verkehren. Damit sind unerträgliche Überfüllungen und allein daraus resultierende Verspätungen vorprogrammiert. Ein weiteres großes Ärgernis ist, dass der Zugverkehr bereits gegen 20 Uhr eingestellt wird, obwohl die Züge sonst bis nach Mitternacht fahren und gerade am Freitagabend auch dann sehr gut besetzt sind. Gravierend sind auch die Einschränkungen im internationalen Verkehr. So werden die Züge von Berlin nach Warschau, obwohl sie vor 8 Uhr bzw. nach 11 Uhr verkehren, auf deutscher Seite ganztägig ersatzlos entfallen. • Der Berliner Fahrgastverband IGEB ist empört über das Vorgehen der Bahn, die ohne Not aus dem dreistündigen Streik ein ganztägiges Fahrgast-Martyrium macht. • Der Berliner Fahrgastverband IGEB fordert die Länder als Besteller des Nahverkehrs auf, entschieden gegen den Ausfall bestellter und bezahlter Nahverkehrsleistungen vorzugehen (Pressemeldung IGEB, 06.10.07).