Zwölf zusätzliche Fahrerinnen und Fahrer wurden ausgebildet, die neuen Fahrpläne sind gedruckt – übermorgen geht es los. Dann erweitern die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erneut ihr Angebot bei der U-Bahn. Jetzt gibt es nicht nur auf der Linie U 9 sonn- und feiertags einen Fünf-Minuten-Takt, sondern auch auf sechs anderen Strecken- jeweils von 12.30 bis 19 Uhr. Dafür wird beim Busverkehr gespart. „Wir haben festgestellt, dass die U-Bahnen an diesen Tagen voller sind als früher. Darauf reagieren wir“, sagte die BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta gestern. Nun prüft die BVG, ob als Nächstes auch bei der Straßenbahn mehr Züge fahren könnten. „Berlin ist die erste Stadt in Deutschland, in der es sonn- und feiertags einen …
Besonders die Ausfälle bei der S-Bahn, aber auch Einschränkungen bei den Bus- und Straßenbahn-verkehren haben in den letzten Jahren das Bild vom zuverlässigen Berliner öffentlichen Personennah-verkehr beschädigt. Die Qualitäts- und Leistungskennziffern der S-Bahn werden regelmäßig durch den VBB bekannt gegeben. Wie es um die Qualität des gesamten anderen ÖPNV im Land Berlin bestellt ist, kann jeder Interessierte ab sofort detailliert nachlesen. Unter dem Motto „Mehr Transparenz im ÖPNV“ veröffentlicht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung künftig regelmäßig Daten zur Qualität bei U-Bahn, Straßenbahn, Bus und Fähre. Senatorin Ingeborg Junge-Reyer: „Jedes Jahr nutzen über 900 Millionen Menschen die U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse der BVG. Die BVG leistet so einen zentralen Beitrag für die Mobilität in Berlin. Während der S-Bahn-Krise hat sie sogar noch mehr Fahrgäste transportiert und ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll demonstriert. Da die BVG ein Landesunternehmen ist und aus Landesmitteln finanziert wird, sollen die Berlinerinnen und Berliner erfahren, wofür das Land Berlin sein Geld ausgibt, und was sie als Kunden dafür bekommen. Es geht uns nicht alleine um die Darstellung von Erfolgen; wir wollen objektiv Bericht erstatten und auch aufzeigen, wo Land und Unternehmen noch besser werden können.“ Der Verkehrsvertrag zwischen dem Land Berlin und der BVG beinhaltet Vorgaben zu Leistung und Qualität bei Straßenbahn, U-Bahn und Bus. Um die Einhaltung der Vorgaben zu belegen, werden regelmäßig die erforderlichen Daten erhoben und ausgewertet. Zukünftig sollen diese Daten auch dazu genutzt werden, der Öffentlichkeit ein objektives Bild zum Stand und den Entwicklungen im Berliner ÖPNV zu vermitteln. Bei der Umsetzung des Verkehrsvertrags wird das Land Berlin durch das Center Nahverkehr Berlin unterstützt. Dort werden die von der BVG gelieferten Daten regelmäßig geprüft und ausgewertet. Die daraus entstehenden Qualitätsberichte dienen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als wichtige Arbeitsgrundlage. Die Jahresberichte des Qualitätscontrollings finden Sie auf den Internetseiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung oder auch auf der Homepage des CNB unter www.cnb-online.de. Es ist das Ziel des Senats, den ÖPNV noch attraktiver und noch leistungsfähiger zu machen. Ab dem zum 1. Mai 2011 anstehenden Fahrplanwechsel hat das Land mehr Leistung bei der U-Bahn am Wochenende bestellt. Damit werden nun fast alle U-Bahnlinien sonntags zwischen 12 und 19 Uhr nicht mehr im 10-, sondern im 5-Minutentakt befahren. Senatorin Junge-Reyer: „Gesellschaftlicher Wandel verändert die Mobilitätsansprüche der Berlinerinnen und Berliner. Auf diese Entwicklungen muss auch der ÖPNV reagieren. Bereits in der Vergangenheit haben wir festgestellt, dass sich die Nachfrage im ÖPNV aufgrund veränderter Arbeits- und Ladenöffnungszeiten insbesondere in den Abendstunden und am Wochenende erhöht hat. Daher hat das Land schon im Jahr 2009 mit zusätzlichen Bestellungen Taktverdichtungen in den Abendstunden und am Samstag ermöglicht. Die Erfolge dieser Anpassungen an die Kundenwünsche sind offensichtlich. Immer weniger Bürgerinnen und Bürger nutzen das Auto, um in die Innenstadt zu kommen. Die Berlinerinnen und Berliner nehmen unser Angebot im Nahverkehr an und steigen um. Mit der nun anstehenden Taktverdichtung am Sonntag gehen wir gezielt auf die Bedürfnisse der Fahrgäste ein, die auch am Sonntag schnell und bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln mobil sein wollen. Wir passen die Mobilitätsstruktur der Stadt immer mehr an die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger an. Der abnehmende Individualverkehr erhöht die Lebensqualität für diejenigen, die in der Stadt leben und ohne Auto in die Stadt zu kommen wird immer einfacher. Für beide Seiten ist das ein echter Gewinn.“ Von der Taktverdichtung profitieren zudem nicht nur die Fahrgäste, die direkt am U-Bahnnetz wohnen. Da für die meisten Wege die öffentlichen Verkehrsmittel kombiniert genutzt werden, heißt ein dichterer Takt auch kürzere Umsteigezeiten und insgesamt kürzere Reisezeiten. Dies trägt zu einer flächendeckenden Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV bei, auch und vor allem im Vergleich mit dem Pkw. Finanziert werden die Taktverdichtungen über Umbestellungen und Verlagerung von wenig oder gar nicht nachgefragten Angeboten, z.B. im Frühverkehr, sowie aus Rückflüssen aus dem BVG-Vertrag. Folgende Linien werden taktverdichtet: U 1; U 2 von Pankow bis Theodor-Heuss-Platz; U 5 von Alexanderplatz bis Kaulsdorf Nord; U 6; U 7; U 8 von Hermannstraße bis Osloer Straße. Die U 9 fährt heute bereits im 5 Minuten-Takt und wird zeitlich angepasst (Pressemeldung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 29.04.11).
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sanieren weitere U-Bahnhöfe und tauschen alte Rolltreppen gegen neue aus – ausschließlich im Westen der Stadt. Das hat nach Informationen der Berliner Zeitung der Aufsichtsrat des Landesunternehmens beschlossen. Das Fazit der Bauingenieure ist unmissverständlich. Der U-Bahnhof Boddinstraße an der Linie U8 ist „dringend sanierungsbedürftig“, so ihre Einschätzung. In dem unterirdischen Bauwerk von 1927 gebe es Decken- und Wandrisse, Feuchtigkeit sei eingedrungen und habe Schäden hinterlassen. Darum wurden nun 5,1 Millionen Euro für die Erneuerung des Neuköllner Bahnhofs freigegeben. Die ersten Beträge sollen in diesem Jahr verbaut werden, 2014 sollen die Arbeiten enden. Auch der benachbarte U-Bahnhof …
BERLIN. Es ist kurz nach acht Uhr morgens, Linie 8, Rathaus Reinickendorf, ein Palast ist das hier, verglichen mit dem Toilettenlook der im Süden gelegenen U-Bahnhöfe. Ulrike Günther steigt ein, zweiter Wagen, Fensterplatz, Blick gegen die Fahrtrichtung. Wie immer auf dem Hinweg. „So bin ich gedanklich länger im Bett“, sagt sie und lächelt müde – so kraftlos wie die Frühlingssonne hinter der Wolkendecke, die sie oben zurückgelassen hat. Dann schaut sie noch einmal zum Bahnsteig. Der gedankliche Abschied beginnt. Rote Lampen blinken. Gelbe Türen zischen. Zug Richtung Hermannstraße! Am Rosenthaler Platz, elf Stationen später, wird Ulrike Günther die U-Bahn verlassen, um zu ihrem Büro zu gelangen. Auf den Weg wird sie sich schnell noch einen Kaffee holen. Mit Zucker. Ohne Milch. Und hoffentlich aufwachen, wie sie sagt. Es sind elf Stationen, die der Einzelhandelskauffrau genügen, um ein paar Dinge loszuwerden. Über die U8, die sie seit etwa zehn Jahren nutzt. „Im Norden ist es ruhig, in der Mitte hip, aber im Süden“, sagt sie, und sucht eine Weile nach dem passenden Wort, „da ist es …
Ab sofort ist das Denkmal der beiden sozialistischen Vordenker Marx und Engels an seinem neuen Standort an der Karl-Lieb-knecht-Brücke wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die letzten Bauzäune sind entfernt, die Einfassung der Denkmalsockel ist fertig und der Platz um die Stelen herum ist fertig gepflastert. Der lange Winter und der Frost im Boden hatten eine frühere Fertigstellung bislang unmöglich gemacht.
Das von Ludwig Engelhardt geschaffene Denkmal mit den beiden, gut drei Meter hohen Figuren von Karls Marx und Friedrich Engels war Anfang September vergangenen Jahres in sein Übergangsquartier versetzt worden. Der bisherige Standort wird im Zuge des Baus der Verlängerung der U-Bahnlinie U5 für die Baulogistik benötigt. Nach Fertigstellung des U-Bahnbaus wird das gesamte Ensemble wieder an seinen ursprünglichen Standort zurück kehren. Dafür wurde das gesamte Marx-Engels-Forum digital kartografisch erfasst, so dass eine originalgetreue Wiederherstellung des ursprünglichen Ensembles bis hin zum Pflaster garantiert ist.
Das Marx-Engels-Forum wurde am 4. April 1986 eingeweiht. In den Planungen für das Ostberliner Stadtzentrum war bereits seit Anfang der 1950er Jahre ein Marx-Engels-Denkmal vorgesehen. In der Mitte einer kreisrunden Fläche von 60 Metern Durchmesser stehen, geschaffen von Ludwig Engelhardt, die Bronzefiguren von Karl Marx (Höhe 2,77 Meter) und Friedrich Engels (Höhe 3,07 Meter), mit einem Gewicht von jeweils 2 Tonnen, auf einem flachen Sockel. Zu dem Ensemble gehören die nur grob behauenen, fünfteiligen Marmorreliefs „Alte Welt“ von Werner Stötzer sowie vier Doppelstelen aus Edelstahl, auf denen Dokumentarfotos aus Geschichte und (DDR-) Gegenwart der Arbeiterbewegung von Arno Fischer und Peter Voigt zusammengestellt und in einem Elektroerosionsverfahren in die Stelen eingearbeitet wurden. Zwei doppelseitige Bronzereliefs „Die Würde und Schönheit freier Menschen“ von Margret Middell ergänzen das Ensemble.
Die geplante Fortführung der U-Bahn-Linie 5 in Mitte droht sich weiter zu verzögern. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) gehen nur noch die optimistischsten Prognosen davon aus, dass der Lückenschluss zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor Ende 2018 fertig wird. Für realistischer halten es die Fachleute, dass die 2,2 Kilometer lange Strecke 2019 eröffnet wird. Der auf sieben Jahre veranschlagte Bau könne erst im Frühjahr 2012 beginnen, sagte die BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta der Berliner Zeitung. Noch immer fehle die Genehmigung der Stadtentwicklungsverwaltung. Wie berichtet, hat die BVG die Pläne für ihr 433-Millionen-Euro-Projekt abgewandelt. Dafür ist ein Planänderungsverfahren nötig. Zuletzt hieß es im Senat, dass es in diesem Frühjahr beendet werden kann, nun ist vom …
Geschichtsvereine und andere Fachleute schlagen Alarm. Sie fürchten, dass aufsehenerregende archäologische Funde beim Weiterbau der U-Bahn-Linie 5 buchstäblich unter die Räder geraten. Es geht um die Reste des mittelalterlichen Rathauses, die dem neuen U-Bahnhof Berliner Rathaus im Weg sind.
Die weitere Planung sehe „die Zerstörung genau des Teils des Rathauses vor, der noch nicht freigelegt ist“, warnt das „Bürgerforum Historische Mitte Berlin“ in einem Offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Bevor der Senat weiter plane, müsse das historische Erbe komplett freigelegt werden, und die Bürger sollten …
Der Aufsichtsrat der BVG hat am 21. Februar 2011 einer Ausschreibung zur Beschaffung von zwei Vorserienzügen im Jahr 2014 zugestimmt. Mit der Ausschreibung wird die Option auf bis zu 34 weitere Serienzüge der neuen U-Bahnbaureihe für das Kleinprofil angekündigt. Die dann neuen durchgehenden 4-Wagenzüge sollen die U-Bahn der Serie A3L71 – die dann nach mehr als 45 Jahren Einsatz ausgemustert werden – ersetzen. Die neuen U-Bahnen werden im Vergleich zu der auszumusternden Serie durchgehend begehbar sein und ein modernes Außen- und Innendesign erhalten. Weiterhin sind vorgesehen: Eine Luftfederung, die einen erhöhten Fahrkomfort sichert und moderne Fahrgastinformationsgeräte. Die Züge werden zudem mit Videokameras ausgerüstet. Außerdem werden sie die Eigenschaft besitzen, beim Bremsen ca. ein Fünftel der aufgenommenen Energie wieder in die Stromschiene zurückzuspeisen. Diese Bremsenergie steht dann anderen U-Bahnen zum Anfahren zur Verfügung. Ein weiterer Aspekt ist die Barrierefreiheit. Die neuen Wagen sollen einen niveaugleichen Einstieg vom Bahnsteig in den Wagen ermöglichen. Außerdem soll es einen Mehrzweckbereich mit Klappsitzen und einen extra Rollstuhlbereich geben. Eine behindertengerechte Ausführung und Höhe der Türtaster sowie ein mit dem Blindenverband abgestimmtes Haltestangenkonzept sind ebenfalls vorgesehen (Pressemeldung BVG, 22.02.11).
Berlin bekommt neue U-Bahnen. Das hat der Aufsichtsrat der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gestern beschlossen. Zunächst soll der Kauf von zwei Vorserienzügen mit je vier Wagen ausgeschrieben werden, teilte das Landesunternehmen mit. Die Fahrzeuge, die auf den Linien U1 bis U 4 eingesetzt werden können, sollen von 2014 an mindestens ein Jahr lang 120000 Kilometer mit Fahrgästen an Bord zurücklegen. Erst wenn sie sich im Alltag bewährt haben, werden Serienfahrzeuge bestellt: Für bis zu 34 Vier-Wagen-Züge gibt es eine Option. So will die BVG verhindern, dass sie die Katze im Sack kauft – und sich Technikprobleme zu spät offenbaren. „Bei unserer neuen Straßenbahn sind wir bereits so vorgegangen“, sagte die Sprecherin Petra Reetz. Die Züge ersetzen U-Bahnen, die seit Anfang der …