KÖPENICK. Mehrere Jahre wurde geplant und debattiert, jetzt geht es los: Von Montag an wird der nördliche Teil der Wendenschlossstraße, der stark befahrene Abschnitt zwischen Müggelheimer und Salvador-Allende-Straße, ausgebaut. Es ist die erste Straße im Bezirk Treptow-Köpenick, für die das „Straßenausbaubeitragsgesetz“ angewendet wird. Gut ein Drittel der Baukosten, die bei rund 1,55 Millionen Euro liegen, müssen die dortigen Hauseigentümer bezahlen. Das knapp einen Kilometer lange Straßenstück wurde Mitte der 70er-Jahre gebaut, aber nie vollendet. Jetzt erhält es neue Fahrbahnen und eine neue Beleuchtung. Auf der nördlichen Seite werden der unbefestigte Sandstreifen und der alte Kopfsteinpflasterweg durch einen kombinierten Geh- und Radweg ersetzt, Parktaschen werden angelegt und Bäume gepflanzt. Zudem wird die Wendenschlossbrücke über dem Stichkanal …
Am Ostkreuz darf auch weiterhin an Sonntagen nicht gebaut werden. In einer Eilentscheidung wies das Verwaltungsgericht den Antrag einer Baufirma zurück, die den Senat dazu verpflichten wollte, auch für die Sonntage Lärm-Ausnahmezulassungen zu erteilen. Die Firma habe nicht hinreichend dargelegt, dass es ihr unmöglich sei, die Arbeiten an anderen Tagen …
Die Züge der Regionalexpresslinie 1 sind nach Beobachtung des DBV-Landesverbandes in den letzten Monaten im Berufsverkehr noch voller geworden. Es ist im Raum Berlin inzwischen der Regelfall, dass Fahrgäste auf den Treppenstufen sitzen müssen. Deshalb wiederholt der DBV seine Forderung, wenigstens tagsüber mehr Züge zwischen Berlin und Potsdam fahren zu lassen. „Unsere Forderung“, so der Landesvorsitzende Frank Böhnke, „ist ganz einfach: wenn mehr Menschen mit dem RE 1 fahren, dann muß auch das Angebot verdichtet werden.“ Der DBV-Landesverband schlägt vor, diese weiteren Züge nicht von Wannsee aus über die Stadtbahn zu führen, sondern bereits in Golm beginnen zu lassen, nach den Halten in Potsdam Hbf und Wannsee direkt in den Berliner Hauptbahnhof zu führen. Und hier bietet es sich natürlich an, die Züge des Flughafen-Shuttles mit dieser neuen Linie zu verknüpfen. Mit dieser Linienführung, die bereits vom Berliner Fahrgastverband IGEB vorgeschlagen wird, gibt es nur Gewinner: • der Wissenschaftsstandort Golm hätte zwei neue schnelle Direktverbindungen – nämlich zum Berliner Hauptbahnhof und zum Flughafen BBI, • die bereits heute zu den Vorlesungszeiten fahrenden Regionalzüge Golm – Potsdam Hbf werden entlastet, • die zusätzlichen Züge würden die heutige RE 1-Verbindung Potsdam – Berlin entlasten und • durch die Verknüpfung mit dem Flughafen-Shuttle wird es statt dem geplanten Inselverkehr Berlin BBI – Berlin Hbf eine vernünftige Integration in das Regionalverkehrsangebot geben. Sofern dies betrieblich machbar ist, sollte auch ein Halt in Griebnitzsee ins Auge gefasst werden. Damit wären beide Potsdamer Unistandorte auch optimal miteinander verbunden. Auch dem Vorschlag des Berliner Fahrgastverbandes, einen Bahnsteigneubau Messe Nord für diese Züge vorzusehen, steht der DBV positiv gegenüber. Damit würde ein weiterer Fahrgastnutzen hinzukommen: die Ausstellungs- und Messehallen am Berliner Funkturm wären dann direkt vom Flughafen BBI, vom Berliner Hauptbahnhof und aus der Landeshauptstadt Potsdam aus ohne Umsteigen schnell erreichbar. Und bei entsprechender Bahnsteiglänge wäre auch der Halt von Messesonderzügen überhaupt kein Problem. Nach den Schätzungen des DBV wären die Fahrzeiten von Golm zum Flughafenbahnhof BBI durch die Berliner Innenstadt nicht länger als heute über den Berliner Außenring (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband, 15.08.08).
POTSDAM / INNENSTADT – Zehn Mal mussten Wolfgang Haar und seine Kollegen von der Eingreiftruppe der Stadtentsorgung (Step) mit ihren schnellen Besen bisher ausrücken, um kaputte Scheiben oder eine auf dem Pflaster zerschellte Ketchup-Flasche zu beseitigen. Seit man die Schichtpläne umgestellt hat, stehen zwei Step-Mitarbeiter dem Verkehrsbetrieb in Potsdam (Vip) von sechs bis 18 Uhr zur Verfügung, um die Vandalismusschäden an Potsdams Haltestellen möglichst schnell zu beseitigen. Ende Mai hatten Oberbürgermeister Jann Jakobs und die Führung von Step und Vip unter dem Motto „Mehr Service für Potsdam – sauber, sicher, lebenswert“ eine Qualitätsoffensive ins Leben gerufen. „Wir garantieren dem Vip, dass Graffiti oder andere Verschmutzungen in der Regel nach einer Stunde beseitigt sind – eine kaputte Scheibe ist nach spätestens 24 Stunden ersetzt“, sagte der Step-Verantwortliche Wolfgang Haar gestern. Die Wall-AG, die hier 174 Wartehallen betreut, ist …
In der Spandauer Altstadt wird mit Hilfe von mehr als 400 Bildern, Plänen und Modellen Berliner Nahverkehrsgeschichte lebendig. Die Ausstellung „Die Straßenbahn in Spandau und um Spandau herum“ im Gotischen Haus erzählt von den Anfängen des öffentlichen Nahverkehrs in Spandau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Pferdebahn, erinnert an die elektrische Schmalspurbahn, die „Spandauer Straßenbahn“ und die …
Im Streit um die Bahnverbindung zum geplanten Großflughafen BBI hat die Bürgerinitiative Lichtenrade Dresdner Bahn ein Machtwort vom Verkehrsminister gefordert. Wolfgang Tiefensee (SPD) müsse eine Entscheidung herbeiführen, dass die Dresdner Bahn als kürzeste Strecke zum Flughafen in Lichtenrade durch einen Tunnel geführt wird. Weil dann keine Anwohnerklagen drohten, könnte die Trasse früher fertig werden. Werde sie ebenerdig gebaut, sei absehbar, dass sie …
Neue Trasse ohne Alternative Peter Neumann Die Deutsche Bahn hat die Pläne für eine zweite Nord-Süd-S-Bahn verteidigt. Die vom Fahrgastverband IGEB und den Grünen geforderten Alternativen seien nicht praktikabel, so der Konzernbevollmächtigte Ingulf Leuschel gestern. Der Verband verlangt, auf die S-Bahn-Trasse mit dem Arbeitstitel 21 zu verzichten und die Nord-Süd-Strecke der Bahn stärker zu nutzen. Dort fuhren während der Fußball-Weltmeisterschaft alle 20 Minuten S-Bahnen, die aus anderen Städten geliehen waren. Leuschel entgegnete, dass diese Strecke heute mit 310 Zügen pro Tag so gut ausgelastet sei, dass sie keinen zusätzlichen Verkehr im S-Bahn-Takt mehr aufnehmen könnte. Der Airport-Express, der von 2011 an zum neuen Schönefelder Flughafen BBI fahren soll, werde weitere Kapazitäten belegen. Die Grünen fordern, „Duo-Bahnen“ auf der …
Peter Kirnich BERLIN. Immer mehr Städte werden bundesweit vom Bahn-Fernverkehr abgehängt. Verkehrsexperten haben deshalb eine Neuorganisation des Fernverkehrs gefordert. „Wir müssen die Strecken ausschreiben und künftig wie den Personennahverkehr nach dem Bestellerprinzip organisieren“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Winfried Hermann, gestern der Berliner Zeitung. Hintergrund sind Befürchtungen, dass sich die Bahn von weiteren Fernverbindungen trennen könnte. Deshalb seien dringend „Mindeststandards und ein ordnungspolitischer Rahmen nötig, um den Fernverkehr im ausreichenden Maße sicherzustellen“, sagte Hermann. Der Bahn-Nahverkehr wird mit Hilfe von Zuschüssen des Bundes von den einzelnen Bundesländern bei den Bahnbetreibern bestellt und bezahlt. Somit haben die Länder entscheidenden Einfluss darauf, welche Strecken in welcher Taktfolge befahren werden. Der Fernverkehr liegt dagegen allein in der Hand der Deutschen Bahn, die …
Der neue Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld droht zu einer besonders blamablen Investition (bbI) zu werden. Jetzt zu sparen, bis es quietscht, kann ganz schnell teuer werden. Wenn nicht noch ein mittleres planungsrechtliches Wunder passiert, hat der neue Flughafen zur vorgesehenen Eröffnung im November 2011 zwar einen gigantischen unterirdischen Bahnhof, in den sich dann aber nur alle zehn Minuten eine S-Bahn und jede halbe Stunde eine Regionalbahn verirren werden – für mehr Züge fehlen noch die Zubringerstrecken. Und ob in der über 400 Meter langen Station mit drei Bahnsteigen und sechs Gleisen, die mindestens 636 Millionen Euro kosten wird, jemals auch ein Fernzug halten wird, ist eher unwahrscheinlich. Ein Konzept dafür gibt es derzeit bei der Bahn nicht. Besonders blamabel wäre es auch, wenn der neue Flughafen gleich nach der Eröffnung …
Massen/Finsterwalde. Schwindelerregende Benzinpreise machen Bahnanschlüsse für Unternehmen wieder attraktiv, um ihre Transporte von der Straße auf die Schiene verlegen zu können. Das bekommen auch Vermarkter von Gewerbegebieten zu spüren. Die neue Firma Bio Terminal Finsterwalde, die am 19. August den ersten Spaten ins Gewerbegebiet Lausitz-Flugplatz sticht, will ihre Rohstoffe aus ganz Europa per Waggon anrollen lassen. Schon im nächsten Jahr soll der alte Schienenstrang wieder aktiviert sein. Dazu sind in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, wo die Stadt Finsterwalde und das Amt Massen Gesellschafter sind und hier wirtschaftlich eng zusammenarbeiten, Überlegungen im Gange, ein eigenes Verkehrsunternehmen zu gründen – als Tochter der Gesellschaft. Man will die frühere Schip kau-Finsterwalder Eisenbahn wieder in Betrieb nehmen – jedenfalls Teile davon. «Wir haben einen Flugplatz, wir bauen …