Reisezeit von Hohenschönhausen zum Bahnhof Ostkreuz – Entwicklung der vergangenen zehn Jahre, aus Senat

29.09.2026

Frage 1:

Wie hoch ist die #durchschnittliche #Reisezeit mit der #S75 vom S-Bahnhof #Hohenschönhausen zum Bahnhof #Ostkreuz aktuell?

Frage 2:

Wie hoch war die durchschnittliche Reisezeit auf dieser Verbindung vor zehn Jahren, also im Jahr 2016? Frage 3:

Wie hat sich die durchschnittliche Reisezeit auf dieser Relation in den vergangenen zehn Jahren entwickelt? Bitte nach Möglichkeit für die einzelnen Jahre bzw. relevante #Fahrplanperioden darstellen.

Frage 4:

Hat sich die planmäßige Fahrzeit der S75 zwischen Hohenschönhausen und Ostkreuz seit 2016 verändert? Falls ja, bitte die jeweiligen Fahrzeiten und die Gründe für die Veränderungen darstellen.

Antwort zu 1 bis 4:

Die Fragen 1 bis 4 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die nachfolgende Tabelle stellt die Reisezeit im Tagesverkehr in der Relation Hohenschönhausen – Ostkreuz in den Jahresfahrplänen 2016 bis 2026 für beide Fahrtrichtungen dar:

Reisezeit in Minuten20162017201820192020202120222023202420252026
Hohenschönhausen – O stkreuz  16  16  17  17  17  17  17  17  17  17  17
O stkreuz – Hohenschönhausen  17  17  17  17  17  17  17  17  17  17  17

Diese Reisezeit setzt sich zusammen aus Fahr- und Haltezeitanteilen. Die Fahrzeit in dieser Relation hat sich im angefragten Zeitraum nicht verändert. Die leichte Verlängerung der

Gesamtreisezeit um 1 min in den Jahren ab 2018 gegenüber den Vorjahren resultiert aus einer leicht verlängerten Haltezeit im Bahnhof Springpfuhl. Die verlängerte Haltezeit der S75 im Bahnhof Springpfuhl ergibt sich aus den beiden Anforderungen, einerseits die Linie S75 im Abschnitt Ostbahnhof / Warschauer Straße – Springpfuhl in das Taktgefüge der übrigen Linien einzuordnen (insbesondere den 5-min-Abstand zu den Fahrten der Linie S7 herzustellen) und zum anderen das Umsteigen in der Über-Eck-Verbindung Wartenberg / Hohenschönhausen – Marzahn / Ahrensfelde mit einer kurzen Übergangszeit zu ermöglichen. Ab dem Jahresfahrplan 2018 ergab sich durch komplexe Änderungen im Fahrplangefüge der Stadtbahn-Linien durch Inbetriebnahme neuer Infrastruktur am Ostkreuz eine leichte Verlängerung dieser Synchronisationszeit. Im Wochenendnachtverkehr ist diese verlängerte Haltezeit der S75 in Springpfuhl nicht erforderlich und deshalb die Gesamtreisezeit in der Relation Hohenschönhausen – Ostkreuz mit 15 min etwas geringer. Bis einschließlich zum Jahresfahrplan 2021 verkehrte die Linie S75 allerdings im Nachtverkehr nur in der Relation Wartenberg – Lichtenberg, wo zur Weiterfahrt umgestiegen werden musste. Seit dem Jahresfahrplan 2022 wurden die Fahrten der S75 auch im Nachtverkehr über Lichtenberg hinaus bis Warschauer Straße verlängert, so dass dieser zusätzliche Umstieg entfiel und sich durch Wegfall der Umsteigezeit von 4 min die Gesamtreisezeit im Nachtverkehr um 4 min reduzierte.

Frage 5:

Wie häufig kommt es auf der Verbindung zwischen Hohenschönhausen und Ostkreuz derzeit zu #Verspätungen bzw. #Fahrzeitverlängerungen, und wie hat sich dieser Wert im Vergleich zu 2016 entwickelt?

Antwort zu 5:

Die DB AG teilt hierzu mit:

„ Anzahl #verspäteter Züge S75 (September 2026 bis einschl. 21.09.):

Monat2017*2026
Januar214242
Februar323248
März287161
April299190
Mai440230
Juni392251
Juli326141
August433174
September318110

*Die Daten für das Jahr 2016 liegen aus technischen Gründen nicht vor, weshalb alternativ das Jahr 2017 ausgewertet wurde.“

Frage 6:

Welche Maßnahmen wurden seit 2016 umgesetzt bzw. sind derzeit geplant, um die Reisezeit zwischen Hohenschönhausen und O stkreuz zu verkürzen oder die Verbindung #zuverlässiger zu machen?

Frage 7:

Welche Möglichkeiten sieht der Senat, die Verbindung zwischen Hohenschönhausen und Ostkreuz künftig schneller und attraktiver zu gestalten, beispielsweise durch eine #Beschleunigung der S75 oder andere betriebliche

Maßnahmen?

Antwort zu 6 und 7:

Die Fragen 6 und 7 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Die Erarbeitung von Gegensteuerungsmaßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im S-Bahn-Verkehr liegt primär bei den betriebsdurchführenden Eisenbahnverkehrs- und Infrastrukturunternehmen der DB AG. Um die Erarbeitung von Maßnahmen zu unterstützen bzw. zu forcieren, ergreift der Senat die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen:

  • Konsequente Umsetzung aller verkehrsvertraglich vorgesehenen Sanktionsmechanismen für Nicht- und #Schlechtleistungen der S-Bahn Berlin GmbH (durch den Verkehrsverbund Berlin- Brandenburg (VBB), der im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg u.a. das Verkehrsvertragscontrolling und die Abrechnung der Verkehrsleistungen für den Schienenpersonennahverkehr übernimmt).
  • Zudem thematisieren die Länder und der VBB in regelmäßigen Gesprächen sowohl mit dem
  • Eisenbahnverkehrsunternehmen S-Bahn Berlin GmbH als auch mit dem Infrastrukturbetreiber DB InfraGO AG das aktuelle Qualitätsniveau, bestehende Probleme und Ursachen und fordern hierin Gegenmaßnahmen ein.
  • Die #Ertüchtigungsprogramme für die Fahrzeuge der Baureihen #481 („ Langlebigkeit“ sowie
  • künftig „ Langlebigkeit II“ ) haben eine Verminderung des Störgeschehens sowie eine
  • Gewährleistung eines verlängerten und zuverlässigen Einsatzes diese Fahrzeuge zum Ziel. Dabei handelt es sich um von den Ländern Berlin und Brandenburg finanzierte Programme, deren Umsetzung einschließlich der Vorbereitung durch die S-Bahn Berlin GmbH erfolgt.

Die Länder investieren mit der Beschaffung der #SBSNS-II1-Neufahrzeuge zudem umfassend in die #Modernisierung der #S-Bahn-Fahrzeugflotte.

  • Des Weiteren beteiligt sich das Land Berlin an den von der DB Energie GmbH und der DB InfraGO AG zu erarbeitenden und umzusetzenden Maßnahmen zur Stabilisierung und Verstärkung der #Bahnenergieversorgung im S-Bahn-Netz.

Die DB AG teilt hierzu mit:

„ Im November 2019 wurde ein #Elektronisches Stellwerk (#ESTW) mit ZBS2-Ausrüstung in Betrieb genommen. Darüber hinaus wurden parallel #Gleise und #Weichen zwischen #Springpfuhl – #Wartenberg auf einer Strecke von 6 km erneuert.“

Zu den künftig geplanten Maßnahmen teilt die DB AG teilt mit:

„ – Umrüsten Gleisfreimeldeanlagen auf Achszähltechnik auf der Stadtbahn, was zur Stabilität der Ost/ West Verbindungen beiträgt.

-Hochrüstung des ESTW Strausberg auf iLBS (integriertes Leit- und Bediensystem) für Steuerung durch automatisierte Störfallkonzepte (Pilot vsl. 2029).“

Unter Berücksichtigung der infrastrukturseitigen und fahrzeugseitigen Rahmenbedingungen, den zu bedienenden Verkehrshalten und bestehenden fahrplanseitigen Abhängigkeiten sieht der Senat keine Möglichkeit für eine grundlegende Beschleunigung der Linie S75. Hinsichtlich

1 SBSNS-II: wettbewerbliche Vergabe der Verkehrsleistungen sowie Fahrzeuglieferung und Instandhaltung von Neufahrzeugen für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd

2 ZBS: Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin

des Einsatzes von Expresszügen, die durch Auslassen von Halten eine verringerte Reisezeit erreichen, wird auf die frühere Beantwortung der Schriftlichen Anfrage Nr. 19/ 15200 verwiesen.

Berlin, den 28.09.2026 In Vertretung

Arne Herz Senatsverwaltung für

Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

www.berlin.de

https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-27158.pdf