07.09.2026
Vorbemerkung der Abgeordneten:
Die #Verkehrsentwicklung im Raum #Ostkreuz, #Victoriastadt und #Rummelsburg ist von komplexen Abhängigkeiten geprägt: Die Sanierung der #Schlichtallee, die #Neubaustrecke der Tram #21, die Einführung der #Tram #22 und der 17 Bauabschnitt der A100 beeinflussen sich gegenseitig. Verzögerungen in einem Projekt wirken sich direkt auf die anderen aus, etwa durch Baustellenkoordination, Verkehrsumleitungen oder Finanzierungsengpässe.
Die Schlichtallee ist eine neuralgische Verkehrsachse zwischen Lichtenberg und der Rummelsburger Bucht, die wiederholt aufgrund von Unterspülungen gesperrt werden muss. Eine umfassende Sanierung inklusive Neubau von Fuß- und Radwegen ist für 2026/ 27 geplant, während die Verkehrsbelastung durch Baustellen und den 16.Bauabschnitt der A100 weiter verschärft wird.
Die #Gleise der Tram 21 in der #Boxhagener Straße und #Marktstraße sind #marode und müssen grundlegend #saniert werden. Der Betrieb zwischen Holteistraße und Marktstraße/ S Rummelsburg konnte nicht mehr aufrechterhalten werden. Die #Verlegung der Tram 21 über den #Bahnhofsvorplatz Ostkreuz befindet sich im #Planfeststellungsverfahren. Die Tram 22 soll die Parkstadt Karlshorst und Rummelsburg besser anbinden, ihre Inbetriebnahme hängt jedoch vom Bau eines neuen Kehrgleises im Blockdammweg ab.
Der 17. Bauabschnitt der A100 ist Gegenstand kontroverser Diskussionen.
Vor diesem Hintergrund bitte ich den Senat um die Beantwortung folgender Fragen:
Frage 1:
Durchgang am O stkreuz in Richtung Victoriastadt
- Wann ist die voraussichtliche Fertigstellung des Durchgangs am O stkreuz in Richtung Victoriastadt geplant? Gibt es aktuelle Verzögerungen oder Anpassungen im Zeitplan? Falls ja, Welche Gründe (z.B. Planungsverzögerungen, Finanzierungslücken, Beteiligungsprozesse) sind dafür verantwortlich?
Antwort zu 1:
Die Grün Berlin GmbH teilt hierzu Folgendes mit:
„ Nach aktuellem Bauzeitenplan sollen die Bauarbeiten am #Nordostplatz vsl. im Herbst 2026 abgeschlossen werden.
Grün Berlin hat es sich zum Ziel gesetzt, die mit den Baumaßnahmen einhergehenden Einschränkungen so weit wie möglich zu minimieren. Jedoch lassen sich Beeinträchtigungen und Veränderungen im Bauablauf bei komplexen innerstädtischen Infrastrukturmaßnahmen trotz sorgfältiger Planung nicht vollständig ausschließen. Die Anpassung des Bauzeitplanes seit Baustart im November 2024 lässt sich damit erklären, dass im Rahmen der Bauarbeiten im Bearbeitungsgebiet unvorhergesehene Leitungen und Hindernisse im Boden zu Tage getreten sind. Zudem waren zusätzliche, zuvor nicht absehbare Arbeiten an technischen Anlagen der Deutschen Bahn unter den Brückenbauwerken von Nöten. Darüber hinaus mussten die Arbeiten witterungsbedingt Anfang 2026 für mehr als zwei Monate ruhen, da gefrorener Boden keine Erdarbeiten zuließ.
Die Bauabläufe werden fortlaufend eng mit allen Beteiligten abgestimmt und optimiert, um Verzögerungen so weit wie möglich zu vermeiden.“
Frage 2:
Verkehrsfluss entlang der Schlichtallee und Sanierung der Unterführung
- Wann genau beginnen die Sanierungsarbeiten 2026/ 27, und wie lange dauern sie voraussichtlich?
- Welche konkreten Maßnahmen plant der Senat, um den Verkehrsfluss entlang der Schlichtallee während und nach der Sanierung zu verbessern? Wie wird der Baustellenverkehr koordiniert, um Staus zu minimieren? Gibt es Pläne für temporäre Busspuren, Verkehrslenkungssysteme oder Priorisierungen für den ÖPNV?
Antwort zu 2:
Zu 2.1: Ein genauer Beginn der #Sanierungsarbeiten kann derzeit nicht genannt werden, da die Planungen der beteiligten Akteure noch laufen. Ein Beginn der Sanierungsarbeiten in 2026 ist derzeit jedoch nicht absehbar.
Zu 2.2: Die bauzeitliche Verkehrsführung wurde noch nicht erarbeitet. Die Belange des ÖPNV werden bei einer Planung der bauzeitlichen Verkehrsführung selbstverständlich berücksichtigt und entsprechende Maßnahmen abgeleitet.
Frage 3:
- Bauabschnitt der A100 – Feststellungsverfahren und Baubeginn
- Wie ist der aktuelle Stand des Planfeststellungsverfahrens für den 17. Bauabschnitt der A100? Gibt es bereits einen konkreten Zeitrahmen für den Abschluss des Verfahrens?
- Wann ist mit dem Baubeginn zu rechnen, und wie lange wird die Bauphase voraussichtlich dauern?
- Wie beurteilt der Senat die Auswirkungen des geplanten 17. Bauabschnitts auf den lokalen Verkehr in den angrenzenden Stadtteilen in Friedrichshain, Rummelsburg, Victoriastadt rund um die Frankfurter Allee und am künftigen Abschluss Storkower Straße? Wird es zu zusätzlichen Belastungen für die Anwohnerschaft kommen? Wie plant der Senat, diese Belastungen zu kompensieren?
- Welche Kenntnisse hat der Senat über die Nutzung einer bereits angelegten Untertunnelung am Bahnhof Ostkreuz für den Verlauf des 17. Bauabschnitt? Sind die baulichen Vorkehrungen für die aktuellen
Planungen ausreichend?
Antwort zu 3:
Das Bundesministerium für Verkehr teilt hierzu Folgendes mit:
Zu 3.1: „ Für den 17. Bauabschnitt der A 100 wurde bisher noch kein Planfeststellungsverfahren eingeleitet.“
Zu 3.2: „ Belastbare Angaben zum Baubeginn können derzeit noch nicht gemacht werden.“ Zu 3.3: „ Die verkehrlichen Wirkungen auf die angrenzenden Stadtteile lassen sich erst nach Abschluss der bei der Autobahn GmbH des Bundes andauernden Machbarkeitsuntersuchung mit noch vorzuschlagender Vorzugslösung beurteilen.“
Zu 3.4: „ Die bereits hergestellte Vorsorgemaßnahme am Bahnhof Ostkreuz wird mit Ausnahme der Variante „ Bohrtunnel“ bei allen betrachteten Varianten vollumfänglich genutzt werden können.“
Frage 4:
Straßenbahnlinie 21 – Sanierung und Linienführung
- Wie ist der aktuelle Stand der Sanierung und des Ausbaus der Haltestellen der Straßenbahnlinie 21 an der Sonntagstraße?
- Wann beginnen die konkreten Bauarbeiten, und wann ist die Fertigstellung geplant?
- Werden die Haltestellen barrierefrei ausgebaut? Falls nein, warum nicht?
- Wie sieht die geplante Linienführung der Tram 21 entlang der Rummelsburger Hauptstraße aus? Wird die Linie dauerhaft über den Bahnhofsvorplatz Ostkreuz geführt?
- Wann ist die Umsetzung der neuen Linienführung vorgesehen?
- Gibt es Alternativrouten für die Bauphase? Wie wird der Ersatzverkehr während der Bauphase organisiert (z.B. Buslinie 240, SEV)?
Antwort zu 4:
Die Straßenbahnneubaustrecke Ostkreuz befindet sich im Planfeststellungsverfahren und soll zukünftig von den Straßenbahnlinien 21 und 22 befahren werden. Die Inbetriebnahme ist abhängig vom Verlauf des Planfeststellungsverfahrens. In der Sonntagstraße sind barrierefreie
Haltestellen geplant. Informationen zur Linienführung können der Website zum Projekt (https:/ / www.berlin.de/ sen/ uvk/ mobilitaet-und-verkehr/ verkehrsplanung/ oeffentlicher- personennahverkehr/ projekte-in-umsetzung/ marktstrasse-ostkreuz-wuehlischplatz/ )
entnommen werden. Zu Alternativrouten und Ersatzverkehren während der Bauphase wird die BVG rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten informieren.
Frage 5:
Straßenbahnlinie 22 – Planungsstand und Inbetriebnahme
- Wie ist der aktuelle Planungsstand der Straßenbahnlinie 22?
- Gibt es bereits konkrete Baupläne oder Ausschreibungen für das Kehrgleis Blockdammweg? Wann ist mit dem Baubeginn zu rechnen?
- Gibt es bereits konkrete Zeitpläne für Bau und Inbetriebnahme der Tram 22? Wird der 10-Minuten-Takt von Anfang an umgesetzt?
- Wie wird die Tram 22 in das bestehende ÖPNV-Netz integriert? Gibt es Anpassungen der Linien 21, 240 oder anderer Buslinien?
Antwort zu 5:
Das neue Kehrgleis am Blockdammweg für die zukünftige Straßenbahnlinie 22 ist bereits im Bau. Die Linie 22 soll nach aktuellen Planungen mit der Fertigstellung der Straßenbahnneubaustrecke Ostkreuz in Betrieb genommen werden.
Die Linie 22 wird im 20-Minuten-Takt verkehren und gemeinsam mit der Linie 21 einen 10- Minuten-Takt bilden.
Die Linie 21 wird ab dem Fahrplanwechsel am 13.12.2026 auf dem Abschnitt Blockdammweg
<> Marktstraße auf einen 10-Minuten-Takt verstärkt.
Berlin, den 03.09.2026 In Vertretung
Arne Herz Senatsverwaltung für
Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
www.berlin.de
https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26924.pdf