Straßenbahn: Marggraffbrücke in Treptow-Köpenick: Kein Platz für die Verkehrswende, aus IGEB

#Marggraffbrücke in Treptow-Köpenick: Kein Platz für die #Verkehrswende
Brückenneubau nicht für #Straßenbahn geeignet
#IGEB-Pressedienst vom 31.1.2022

Im dritten Quartal 2022 will das #Wasserstraßen-Neubauamt des Bundes mit dem Ersatzneubau für die Marggraffbrücke über den Britzer #Verbindungskanal im Zuge der B96a beginnen. Bis 1973 fuhr über diese Brücke noch die Straßenbahn – und sollte sie nach den Plänen des rot-rot-grünen Vorgängersenates ab 2035 auch wieder fahren. Doch hinter der geplanten Strecke vom #Potsdamer Platz über die #Sonnenallee zum Bf. #Schöneweide steht jetzt ein großes Fragezeichen, zumindest für den Abschnitt #Schnellerstraße mit der Marggraffbrücke.

Wir brauchen mehr als bunte Linien!
Zum wiederholten Mal hat es der Berliner Senat versäumt, die Weichen für seine viel beschworene Verkehrswende rechtzeitig zu stellen. Seit 2015 plant das Wasserstraßen-Neubauamt den mittlerweile überfälligen Ersatz für die durch #Betonkrebs geschädigte Brücke. Im Jahre 2019 beschloss der Berliner Senat den #Nahverkehrsplan Berlin 2019-2023 mit dem #ÖPNV-Bedarfsplan, der mehr sein sollte als eine hübsch anzusehende Vision bunter Linien. Aber viel mehr ist das Dokument anscheinend nicht wert, wenn jetzt eine Brücke für mindestens die nächsten 50 Jahre gebaut wird, auf der es keinen Platz für eine Straßenbahn geben wird.

Die zuständige Senatsverkehrsverwaltung unter der damaligen Senatorin Regine Günther hielt es anscheinend nicht für nötig, alle Bauvorhaben auf den Straßenbahntrassen des ÖPNV-Bedarfsplanes auf den Prüfstand zu stellen und auf weitsichtige Vorratsbauten hinzuwirken, wie sie in Berlin beispielsweise bei der Massantebrücke und der Spandauer Wasserstadtbrücke anzutreffen sind.

Schlimmer noch: Obwohl doch der Autoverkehr möglichst weitgehend über die parallele Stadtautobahn A113 verkehren soll, wurde vom Senat auf der Schnellerstraße eine Verlängerung der vorhandenen Linksabbiegespur zur Minna-Todenhagen-Straße bestellt. Da die Verlängerung auf der Marggraffbrücke liegt, muss sich Berlin an den Kosten des Ersatzneubaus beteiligen, der eigentlich eine Maßnahme des Bundes ist.
Für eine fragwürdige Maßnahme zugunsten des Autoverkehrs hat Berlin also Geld, für die Straßenbahn nicht.

Noch ist es nicht zu spät!
Für den Bau der Marggraffbrücke ist es vielleicht schon fünf nach zwölf, für eine fahrgastfreundliche Straßenbahnstrecke vom Potsdamer Platz nach Schöneweide hoffentlich noch nicht. Der Senat muss unverzüglich mit allen Mitteln versuchen zu erreichen, dass eine Gleistrasse auf der neuen Marggraffbrücke auch in der Zukunft möglich ist.
Und der Senat muss seine selbstgesteckten Ziele („Verkehrswende“) endlich ernst nehmen und den Plänen Taten folgen lassen. Oder, um es mit den Worten der neuen Verkehrssenatorin Bettina Jarasch zu sagen: Es müssen Entscheidungen getroffen werden!

Christfried Tschepe, Vorsitzender
Jens Wieseke, stv. Vorsitzender

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