Potsdam (dpa/bb) – Über Brandenburgs #Wasserstraßen wird immer weniger #Fracht verschifft. 2016 sank das Aufkommen um zehn Prozent auf insgesamt 3,64 Millionen Tonnen, wie das Statistikamt am Mittwoch in Potsdam mitteilte. Mehr als die Hälfte des #Güteraufkommens wurde von und nach Berlin transportiert, knapp ein Fünftel kam oder ging nach Nordrhein-Westfalen. Auf Platz drei rangierte der Güterverkehr mit Niedersachsen. In Brandenburg selbst wurden im vergangenen Jahr 264 000 Tonnen verschifft.
Wer zu Kerstin Dietze in die Baguetteria Mia im Nikolaiviertel will, muss einigermaßen sportlich sein. Ihr kleines Café, das sie seit gut sechs Jahren betreibt, liegt direkt an der #Uferpromenade der Spree. Die erste Treppenstufe zu ihrem Geschäft ist jedoch sehr hoch. Also erst ein paar Kalorien verlieren, um dann ohne Bedenken ein Stück Kuchen essen zu können?
Das hat sich Kerstin Dietze so allerdings nicht für ihre Gäste ausgedacht. Vielmehr kann man an der Treppenstufe sehr gut ablesen, wie stark der Gehweg in der vergangenen Woche hier abgesackt ist. Ein mehr als fünf Zentimeter hohes Loch klafft jetzt unter dem Absatz. Der Grund: Das #Wasserstraßen-Neubauamt des Bundes #saniert die #Ufermauer. Und bringt damit einige Geschäftsleute in Existenznot.
„Im Vergleich zum Vorjahr habe ich jetzt 65 bis 70 Prozent weniger Umsatz. Hier ist definitiv meine Existenz bedroht“, sagt Kerstin Dietze. Denn fast der komplette Gehweg ist seit Ende Oktober wegen der Schäden mit Bauzäunen abgesperrt, nur vor den Häusern ist noch ein schmaler Streifen für die Anwohner und die Besucher des Nikolaiviertels frei.
An vielen Stellen ist der Boden zentimeterbreit aufgerissen. Einige Risse reichen bis an die Häuser. Nur provisorisch wurden sie mit etwas Kies und Teer geflickt. Nun gleicht die Uferpromenade eher einer Stolperstrecke, als dass sie zum Bummeln einlädt. „Die meisten Unebenheiten sind in den letzten vier Wochen entstanden. Man konnte fast zusehen, wie der Gehweg abgesackt ist“, sagt die Geschäftsfrau.
Der Ausbau von Havel und Spree für große Güterschiffe im Zuge des Verkehrsprojekts 17 Deutsche Einheit (#VDE17) soll ökologischer geschehen als zuletzt geplant. Nach Angaben des #Wasserstraßen-Neubauamtes (#WNA) Berlin wurden die ohnehin erheblich reduzierten Ausbaupläne für die sogenannte Nordtrasse zum #Westhafen zwischen dem Pichelsdorfer Gmünd und der #Schleuse Charlottenburg nochmals nachgebessert.
Noch im Februar soll der Antrag auf Einleitung eines neuen Planfeststellungsverfahrens bei der zuständigen Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Bonn eingereicht werden, kündigte WNA-Chef Rolf Dietrich der Berliner Morgenpost an. Das erste Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der Spree war 2010 nach massiven Protesten von Landespolitikern und Naturschützern gestoppt worden.
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Nun werden die Planverfahren für die Spree und den kanalisierten Teil der Unterhavel zusammengefasst. Die Havel zwischen Pichelsdorf und der südlichen Stadtgrenze bleibt unangetastet. Das Flussbett soll auf der Nordtrasse nicht wie ursprünglich gedacht auf vier, sondern auf 3,50 Meter Tiefe ausgebaggert werden.
Die ersten Planungen für eines der #größten Berliner #Verkehrsprojekte der nächsten Zeit endeten in einem großen Streit. Für die Neuauflage des Projektes, die #Havel zur #Wasserstraße für große Schiffe auszubauen, holte man Naturschützer gleich ins Boot – mit überraschendem Ergebnis.
Manchmal hat Rolf Dietrich das Gefühl, dass er und sein Team das Unmögliche geschafft haben. „Wir haben die eierlegende Wollmilchsau gefunden“, sagt der Leiter des #Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin. Was die Bundesbehörde jetzt für die Spree und die Havel plant, wird nicht nur Schiffsbetreiber, sondern auch Naturschützer und Steuerzahler freuen. Damit große Schiffe den #Westhafen erreichen können, müssen viel weniger Bäume fallen. Billiger wird das Projekt auch. Bald soll für eines der größten Berliner Verkehrsprojekte der nächsten Zeit das Genehmigungsverfahren beginnen.
Verantwortlich ist eine Frau: Heide Bogumil, Bauingenieurin aus Köpenick. „Ich bin am Wasser groß geworden“, sagt die 49-Jährige. Im Sommer lebte sie auf einem Hausboot im Scharmützelsee, als Regattaseglerin errang sie Erfolge. Einmal war Heide Bogumil deutsche Vizemeisterin, ein anderes Mal Sechste bei den Europameisterschaften, jeweils in der Zwei-Mann-Jolle. Sie entspannt sich auf ihrer Holzyacht.
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