An die Möpse hat niemand gedacht. „Wer häkelt meinem Fritz einen Maulkorb?“ fragt eine Mopsbesitzerin in einem Diskussionsforum im Internet. Denn für die Rasse mit der platten Schnauze gibt es keinen käuflichen Beißschutz. Auch für andere Schoßhunde sind Maulkörbe zurzeit kaum mehr erhältlich. Als vor kurzem bekannt wurde, dass in Berlin und Brandenburg ab 1. Januar auch alle kleinen Hunde nicht mehr ohne Beißschutz in Bussen und Bahnen unterwegs sein dürfen, begann ein Ansturm auf das ohnehin rare Angebot der Kleinstmaulkörbe. Zugleich wird der Maulkorbzwang für Minihunde heftiger diskutiert als manches politisch brisante Thema. Hundehalter wehren sich gegen die aus ihrer Sicht „total unsinnige“ neue Auflage, andere begrüßen den Beschluss als „längst überfällig.“ Die Beförderungsregeln des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) gelten für die BVG und S-Bahn in Berlin sowie für 40 Verkehrsunternehmen in …
Infrastrukturstaatssekretär Jörg Vogelsänger überbrachte am 30.12.09 in Woltersdorf Fördermittelbescheide über rund 488.000 Euro für den Ausbau der Straßenbahngleise in Woltersdorf. Damit können die Gleisanlagen in der Berliner Straße und der Rüdersdorfer Straße erneuert werden. Infrastrukturstaatssekretär Jörg Vogelsänger: „Seit 1991 wurden aus unserem Haus fast 3,5 Millionen Euro Fördermittel für die Woltersdorfer Straßenbahn bewilligt. Wir unterstützen die Kommunen auch in Zukunft bei Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr. Moderne Straßenbahnnetze erhöhen die Attraktivität des ÖPNV. Daher profitieren besonders viele Fahrgäste von der Sanierung.“ Für den Ausbau der Gleisanlage Berliner Straße vom Berliner Platz bis zur Weiche Ernst-Thälmann-Straße werden rund 302.000 Euro bewilligt. Davon stehen für die Planung rund 33.000 Euro und für den Bau rund 269.000 Euro zur Verfügung. Für den Ausbau der Gleisanlage Rüdersdorfer Straße und die Haltestelle Blumenstraße werden rund 186.260 Euro bewilligt. Davon stehen für die Planung rund 26.000 Euro und für den Bau rund 160.300 Euro zur Verfügung. Mit dem Ausbau der Gleisanlagen soll eine Streckenoptimierung erreicht werden. Fahrkomfort und Reisezeit werden sich verbessern. Außerdem trägt die Verwendung von elastischem Material unter den Gleisen zu einer deutlichen Reduzierung von Erschütterungen und Lärmbelastung bei (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 31.12.09).
Vier Bahnstrecken in der Lausitz, das so genannte „Elbe-Elster-Netz“, werden ausgeschrieben. Die entsprechende Bekanntmachung wird in wenigen Tagen im europäischen Amtsblatt veröffentlicht. Infrastrukturministerin Jutta Lieske: „Wir gehen unseren Weg im Wettbewerb konsequent weiter. Bereits im Sommer 2009 haben wir sehr erfolgreich das Vergabeverfahren zum Stadtbahnnetz abgeschlossen. Jetzt starten wir eine gemeinsame Ausschreibung mit dem Verkehrsverbund Oberelbe (Sachsen). Wettbewerb bringt mehr Qualität und Service für die Fahrgäste und die Länder sparen Geld, das wiederum für den Nahverkehr auf der Schiene eingesetzt werden kann.“ Das Land Brandenburg hat bisher neun Vergabeverfahren, teilweise gemeinsam mit benachbarten Ländern, erfolgreich abgeschlossen. Dabei konnte bessere Qualität für den Fahrgast bei gleichzeitigen Kosteneinsparungen erzielt werden. Bei den jetzt in den Wettbewerb gehenden Strecken hat Brandenburg einen Anteil von rund 50 Prozent, die andere Hälfte der Strecken liegt im Land Sachsen. Zusammen umfaßt das Netz rund 2,5 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Die Vertragslaufzeit wird 9,5 Jahre von Mitte 2013 bis Ende 2022 betragen, wobei eine Verlängerungsoption vorgesehen ist. Strecken des Vergabeverfahrens „Elbe-Elster-Netz“: • RE 15 Dresden – Ruhland – Hoyerswerda • RE 18 Dresden – Ruhland – Cottbus • RB 31 Dresden – Elsterwerda • RB 49 Cottbus – Ruhland – Falkenberg (Elster) Auch in den nächsten Jahren wird es weitere Ausschreibungen von Regionalstrecken gemeinsam mit Nachbarländern geben. Hier sind auch Strecken dabei, die schon einmal im Wettbewerb vergeben wurden und somit bereits zum zweiten Mal ausgeschrieben werden (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 31.12.09).
Mit einer Kapitulation („normaler Verkehr nicht vor 2013“), einem überfallartig reduzierten Angebot und unbegreiflich schlechter Fahrgastinformation verabschieden sich Deutsche Bahn und S-Bahn Berlin aus einem für die Berliner Fahrgäste rabenschwarzen Jahr. Der Berliner Senat zählt zwar zu den schärfsten Kritikern dieser Missstände, aber er verhält sich nicht besser als die DB. Denn die wegen nicht erbrachter S-Bahn-Leistungen einbehaltenen rund 37 Millionen Euro sollen plötzlich nicht mehr für Verbesserungen im Nahverkehr, sondern zur Schuldentilgung bei der BVG eingesetzt werden. So will es jedenfalls der Finanzsenator. Der Berliner Fahrgastverband IGEB ist empört und fordert zum wiederholten Mal, alle bisher und künftig einbehaltenen Gelder vollständig in Strecken, Bahnhöfe und Fahrzeuge vor allem bei U-Bahn und Straßenbahn zu investieren. Seit dem fast vollständigen Zusammenbruch des S-Bahn-Angebotes im Juli und September 2009 hatte das Unternehmen einen Grundsatz konsequent umgesetzt: Wir versprechen nur das Angebot, dass wir auch fahren können. Seit dem 13. Dezember ist diese richtige Strategie ? warum auch immer ? aufgegeben worden. Extrem kurzfristig hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt, dass es nicht zu der für den 13. Dezember versprochenen Rückkehr zum vollständigen Fahrplanangebot komme ? keine Erklärung, schon gar keine Entschuldigung. Ebenso plötzlich gab es dann weitere Einschränkungen zum 21. Dezember, im Weihnachtsverkehr und zum 28. Dezember. Zur Ausdünnung des S-Bahn-Angebots zwischen Berlin und Potsdam ab 28. Dezember gab es nicht einmal einen Pressedienst geschweige denn das erforderliche Kompensationsangebot durch zusätzliche Regionalzüge. Hinzu kommt, dass es bei so kurzfristigen Änderungen nicht mehr möglich ist, verlässliche Fahrplaninformationen aus dem Internet zu bekommen. Die Berliner S-Bahn war auf gutem Weg, die Glaubwürdigkeit und die Fahrgäste zurückzugewinnen. Davon ist sie Ende 2009 wieder weit entfernt. Dem Berliner Senat, der die Deutsche Bahn und die S-Bahn GmbH zu Recht immer wieder heftig kritisierte, droht nur derselbe Glaubwürdigkeitsverlust. Während die Stadtentwicklungssenatorin versprochen hatte, mit den einbehaltenen Geldern „merkbare Verbesserungen für die Nutzer“ zu schaffen (Berliner Morgenpost, 10.11.09), will der Finanzsenator die Schulden der BVG reduzieren. Diese Schulden sind eine Folge von Managementfehlern bei der BVG (z.B. gescheitertes elektronisches Ticket), vor allem aber Versäumnisse des Aufsichtsrates unter Finanzsenator Thilo Sarrazin (z.B. beim Cross Border Leasing) und der Verkehrspolitik (z.B. jährlich zweistellige Millionenverluste durch fehlende Beschleunigung bei Straßenbahn und Bus). Anstatt diese Schulden endlich aus dem Landeshaushalt, also mit dem Geld aller Steuerzahler, zu tilgen und die Verkehrspolitik zu korrigieren, sollen nun die „Schmerzensgelder“ für monatelang unhaltbare Zustände im Berliner Nahverkehr zur Schuldentilgung missbraucht werden. Wie unsensibel muss man sein, um eine solche Forderung zu erheben? Der Berliner Fahrgastverband fordert den Regierenden Bürgermeister auf, sicher zu stellen, dass alle von der S-Bahn einbehaltenen Gelder in Projekte für attraktiveren öffentlichen Verkehr investiert werden – zum Nutzen Berlins und aller Fahrgäste (Pressemeldung Berliner Fahrgastverband IGEB, 31.12.09).
Anfang Januar will der Senat bekannt geben, wie es mit der heruntergewirtschafteten S-Bahn Berlin weitergehen soll. Nach Informationen der Berliner Zeitung mehren sich die Anzeichen dafür, dass das Land den Zugbetrieb für die Zeit nach 2017 zumindest teilweise ausschreiben wird. Dadurch gäbe es die Möglichkeit, dass nach dem Ende des jetzigen Verkehrsvertrags ein anderes Unternehmen als die Deutsche Bahn (DB) S-Bahnen in dieser Region betreibt. Dagegen äußerte sich die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) skeptisch zu Ideen, wonach das Land Berlin die S-Bahn übernimmt. „Ich warne davor zu glauben, dass man die S-Bahn einfach kaufen kann“, sagte Junge-Reyer der Berliner Zeitung am Mittwoch. So sei noch immer nicht klar, in welchem Zustand sich das DB-Tochterunternehmen befindet. Berlin werde nicht „die Katze im Sack“ kaufen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass die Bahn den Preis in …
Auf den Bildschirmen der Berliner Tunnelleitzentrale hat Gunnar Schulze schon einige merkwürdige Ereignisse mitverfolgt. Eine Szene aber ließ selbst ihn staunen: Schulze sah, wie eine Hochzeitsgesellschaft, die mit mehreren Autos im Tiergartentunnel unterwegs war, plötzlich anhielt. „Braut und Bräutigam stiegen auf der Fahrbahn aus“, erzählt der 35-Jährige. „Und dann fingen sie im Tunnel zu tanzen an.“ In einer Betonröhre, in der es nach Abgasen riecht und in der zwischen grauen Wänden Autos lärmen. Kein schöner Ort. Aber das Hochzeitspaar, das auf dem Monitor zu sehen war, schien dies nicht zu interessieren. Gunnar Schulze gönnte ihm das Glück, aber er musste trotzdem eingreifen. „Ich sprach sie über die Tunnel-Lautsprecher an. Sie schauten erschrocken nach oben, stiegen in ihre Wagen und fuhren weiter.“ Auf den Bildschirmen der Zentrale kehrte wieder die …
Angesichts der andauernden Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr verlangt die rot-rote Koalition zusätzliche Entschädigungen für die Fahrgäste. „Die Forderung nach einer zusätzlichen Kompensation ist richtig“, sagte Christian Gaebler (SPD) gestern der Berliner Zeitung „Die Reisenden müssen noch lange unter Zugausfällen und Angebotskürzungen leiden“, gab Jutta Matuschek (Linke) zu bedenken. Es sei nicht damit getan, Stammkunden im Dezember gratis fahren zu lassen und Einzelfahrscheine an Adventswochenenden als Tageskarten anzuerkennen. Weitere Entschädigungen für die Fahrgäste seien nötig. „Ich hoffe, dass die S-Bahn selbst darauf kommt“, so Gaebler. Das Unternehmen äußerte sich dazu nicht. Es wies jedoch Berichte zurück, wonach der Verkehr erst 2013 zum Normalzustand zurückkehren kann. „Auf der Grundlage aller uns bekannten technischen und betrieblichen Restriktionen gehen wir davon aus, den Fahrgästen 2010 auf allen Linien wieder einen normalen …
Der DB-Vorstand bestätigte, dass die Einschränkungen im Betrieb der S-Bahn Berlin weitere drei bis vier Jahre anhalten werden und frühestens 2013 wieder mit einem normalen Betrieb zu rechnen ist. Hans-Werner Franz, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg sagt hierzu: „Die Nachricht übertrifft die schlimmsten Befürchtungen. Das die versprochenen Zeitpläne nicht einzuhalten waren, war absehbar. In den ganzen vergangenen zwölf Monaten, hat die Deutsche Bahn es schändlich versäumt die notwendigen strukturellen Maßnahmen in Gang zu setzen. Es ist ein Unding, dass die Fahrgäste noch bis 2013 den derzeitigen Zustand bei der Berliner S-Bahn hinnehmen sollen, der allein durch Fehlentscheidungen im Management der Deutschen Bahn verursacht wurde. Auch wenn die Fahrgäste keinen rechtlichen Anspruch auf eine Entschädigung haben, so muss die Deutsche Bahn ihrer Verantwortung nachkommen und sich etwas einfallen lassen, wie sie den Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit und die Unannehmlichkeiten, denen die Fahrgäste in den nächsten drei bis vier Jahren ausgesetzt sind, wieder gut machen kann. Die Wiedereröffnung der geschlossenen Werkstatt in Friedrichsfelde ist längst überfällig. Sie hätte bereits im Januar 2009 nach dem Winterdesaster erfolgen müssen. Die DB hat hier nicht die notwendige Sorgfalt walten lassen.“ Die Einschränkungen bei der S-Bahn haben auch Auswirkungen auf andere Verkehrsunternehmen im VBB. Zu möglichen Folgen bezüglich der Einnahmenaufteilung, sagt Hans-Werner Franz: „Die Verkehrsunternehmen im VBB haben gemeinsam einen Verrag abgeschlossen, der die Aufteilung der Einnahmen im Verbund regelt. Eine Änderung des Vertrages oder eine Regelung für Schadensregulierungen müssen die Verkehrsunternehmen miteinander diskutieren und vereinbaren. Der VBB übernimmt hier eine neutrale Position.“ (Pressemeldung VBB, 30.12.09).
Zwischen Berlin Ostbahnhof und Potsdam Hbf verkehren ab Montag, 4. Januar 2010, pro Stunde vier Regionalzüge in jeder Richtung, da die S 7 nur im 20-Minuten-Takt bis Potsdam Hbf fährt. Alle Zusatzzüge halten auch Alexanderplatz, Friedrichstraße, Berlin Hbf, Zoologischer Garten, Charlottenburg und Wannsee. Da jedoch auch DB Regio aufgrund von Bauarbeiten derzeit mehr Fahrzeuge in der Region Berlin/Brandenburg benötigt und die Neubaufahrzeuge der Talent-Reihe noch nicht zur Verfügung stehen, können im S-Bahn-Ergänzungsverkehr auf der Stadtbahn nur einstöckige, von E-Loks gezogene Regionalverkehrswagen eingesetzt werden. Sie werden aus mehreren Regionen Deutschlands nach Berlin gebracht. Die zusätzlichen Züge verkehren montags bis donnerstags und sonntags zwischen 6 und 20 Uhr sowie freitags und sonnabends zwischen 6 und 24 Uhr.
Charlottenburg–Spandau
Die Regionalbahnlinie RB 10 wird von Spandau durchgehend nach Charlottenburg verlängert, da auf der Linie S 75 nur ein 20-Minuten-Takt bis Spandau angeboten werden kann. Dieser erweiterte Regionalverkehr wird montags bis freitags auch außerhalb der Hauptverkehrszeit zwischen 10 und 13 Uhr und um 21 Uhr angeboten.
nach/von Flughafen Schönefeld
Fahrgäste nach Flughafen Schönefeld können außer der S 9 ab Pankow (über Ringbahn) auch folgende Linien nutzen: ❙ Regionalverkehrslinien RE 7 und RB 14 (Airport-Express) – zusammen im 30-Minuten-Takt über die Berliner Stadtbahn ❙ Expressbus SXF 1 zwischen Südkreuz und Flughafen Schönefeld (Terminal) zuschlagsfrei alle 20 Minuten zwischen 5 und 23 Uhr. ❙ U7 bis U-Bahnhof Rudow und weiter mit den Bussen X7 und 171.
Die Werkstätten der S-Bahn Berlin arbeiten auch über den Jahreswechsel mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Fahrzeugflotte. Dabei werden mehrere, sich überlagernde Wartungs-, Instandhaltungs- und Prüfprozesse parallel abgearbeitet. Maßgebliche Auswirkung auf die Verfügbarkeit der Fahrzeuge hat die so genannte Stegdickenmessung an den Radscheiben. Dabei werden alle Grenzmaße von Radscheiben der Baureihe 481 oberhalb einer festgelegten Laufleistung überprüft. Die bisherigen Zusatzuntersuchungen aller sieben Tage können gemäß der erfolgten Abstimmung mit dem Eisenbahn-Bundesamt erst bis Mitte Januar schrittweise wegfallen. Zusätzlich zu diesen umfangreichen Fahrzeugüberprüfungen sind in den letzten Tagen zahlreiche witterungsbedingte Wartungsund Instandhaltungsarbeiten angefallen, die zu einer sehr starken Belastung der Werkstätten führten. Daher können ab Januar zunächst nur 310 Viertelzüge eingesetzt werden.