Wenige hundert Meter vom Petriplatz entfernt gewinnt ein folgenreiches Straßenbauvorhaben an Tempo. Nach den diesjährigen Sommerferien wird der Senat den Bebauungsplan für den Umbau des Molkenmarkts beschließen, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gestern mit. In den Jahren 2013 und 2014 soll der Platz, der zur wichtigsten innerstädtischen Ost-West-Achse gehört, radikal umgebaut werden – zu Lasten des Durchgangsverkehrs zwischen dem Alexander- und dem Potsdamer Platz. Die Unterbrechung der Verkehrsschneise, die zu DDR-Zeiten im Zeichen der autogerechten Stadt entstand, soll den Startschuss zur städtebaulichen Neugestaltung dieses Teils der Berliner Innenstadt geben. Zickzack statt geradeaus Das umstrittene Projekt hatte sich immer wieder verzögert. Doch das Motto der Senatsplaner blieb in all den Jahren gleich: Aus eins mach‘ zwei. Momentan …
Anlieger der Invalidenstraße in Mitte haben ihre Ankündigung wahr gemacht – und beim Verwaltungsgericht fristgerecht eine Sammelklage gegen den Ausbau der Straße eingereicht. Das teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit. Drei Kläger wohnen an der Invalidenstraße oder sind dort als Unternehmer tätig. Das vierte Mitglied der Klägergemeinschaft ist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Anwalt Karsten Sommer vertritt die Gruppe. Die Kläger befürchten, dass der Autoverkehr stark zunimmt und die Belastung der Luft mit Feinstaub ein unzumutbares Ausmaß erreicht. Der Senat will die Fahrbahn zwischen Nord- und Hauptbahnhof durchgehend auf zwei Fahrstreifen pro Richtung ausbauen. Die Arbeiten sollen Ende 2010 oder Anfang 2011 beginnen, rund zwei Jahre dauern und 13,5 Millionen Euro kosten. Zudem ist vorgesehen, für 22,8 Millionen Euro eine …
1. Berliner Straße: Zwischen Breite Straße und Granitzstraße werden bis etwa September 2012 Fahrbahn, Straßenbahnschienen, Ampeln und Leitungen erneuert.
2. Wollankstraße: Der Abschnitt zwischen Nordbahnstraße und Breite Straße bekommt bis September 2011 neuen Asphalt und Pflaster, neue Ampeln und Gehwege.
3. Schönholzer Brücke (Panke- Brücke): Zwischen Schönholzer Straße und Grabbeallee bekommt die Brücke von April bis 2012 eine neue Decke.
4. Friedrich-Engels-Straße: Von Pastor-Niemöller-Platz bis Platanenstraße werden beide Fahrbahnseiten komplett erneuert. Dann geht es bis Oktober …
Alle neuen Wandscheiben für den im Bau befindlichen Ringbahnbrückenzug der S-Bahn im künftigen Bereich der Hauptstraße sind betoniert. Bei deren Anordnung wurde die Bestellung des Landes Berlin zur Aufweitung des Brückenzuges berücksichtigt. Hintergrund ist der Plan, den Straßenzug Hauptstraße/Markgrafendamm südlich des Ostkreuzes künftig zu erweitern. Die notwendigen Baufreiheitsmaßnahmen sind mittler-weile abgeschlossen, so dass die eigentlichen Straßenbauarbeiten mit dem Ziel der Wiedereröffnung der Straße zum 31. Mai 2010 planmäßig erfolgen können. Währenddessen „wachsen“ weitere Bauwerke des neuen Ringbahnbrückenzuges aus dem Boden, der Schwerpunkt liegt jetzt bei den Wandscheiben östlich des Bahnsteigs E, schließlich sollen den S-Bahn-Kunden hier ab August 2010 wieder beide …
Wenn morgen um 9 Uhr die Tore zum Areal des stillgelegten Flughafen Tempelhof für die Bürger geöffnet werden, droht dem Gebiet rund um den Airport ein Verkehrschaos. Denn Parkplätze gibt es nicht. Von dem riesigen Flugfeld wurde nirgendwo eine Fläche abgetrennt, damit dort die Besucher ihre Autos abstellen können. „Wir rufen dazu auf, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, per Fahrrad oder zu Fuß zu kommen“, sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Petra Rohland. „Würden wir Parkplätze anbieten, würden wir den Individualverkehr zu sehr in das Gebiet ziehen“, begründete sie die Entscheidung. Klingt gut, nur bislang haben ähnliche Aufrufe kaum gefruchtet. Die Folge: Bei Großveranstaltungen auf dem Tempelhofer Feld wie dem Feuerwerkfestival Pyromusikale parkten Autos kreuz und quer im benachbarten Fliegerviertel um die Manfred-von-Richthofen-Straße. Vor und nach dem Ende der Veranstaltung standen die …
Europaradweg R 1: Das Berliner Teilstück verläuft quer durch die Stadt – von der Glienicker Brücke bis kurz vor Erkner. An der Ost-West-Strecke liegen einige der schönsten Landschaften Berlins: der Volkspark Klein-Glienicke, der Wannsee, der Grunewald, der Treptower Park und das Ufer des Großen Müggelsees. Ausbau und Ausschilderung haben 3,6 Millionen Euro gekostet. Berlin-Kopenhagen: Dieser Fernradweg wird als nächster eröffnet. Die Brücke über den Aalemannkanal in Hakenfelde steht vor der Vollendung. Die gut ausgebaute Route bietet eine schnelle, fast autofreie Verbindung vom Schlossplatz in Mitte zum Wedding und nach Spandau – für Touristen, Ausflügler und Berufspendler gleichermaßen interessant. Berlin-Usedom: Auch diese Strecke ist nahezu komplett. Der Abschnitt über die Landesgrenze hinweg nach Röntgental, dessen Ausbau von einem …
Der Plänterwald rauscht leise im Frühlingswind, die Spree plätschert gemächlich gegen den Fähranleger Baumschulenstraße, Enten schnattern. Viel mehr ist nicht zu hören. Eine Idylle, die trotzdem an einer Hauptverkehrsroute liegt: Der Europaradweg R 1 führt mitten hindurch. Seit gestern ist der 68 Kilometer lange Berliner Abschnitt der Strecke, die Calais in Frankreich mit Sankt Petersburg in Russland verbindet, auf ganzer Länge fertig – also ausgebaut und beschildert. Die Ost-West-Trasse ist die längste Strecke im 660 Kilometer langen Berliner Fahrradroutennetz, das Stück für Stück vollendet wird. „2012 soll es fertig sein“, kündigte die Verkehrs-Staatssekretärin Maria Krautzberger (SPD) an. Es wächst und wächst und wächst – das Routennetz, das Radfahrern gut ausgebaute und ausgeschilderte Strecken durch Berlin bahnt. „Es entspricht schon zu mehr als drei Vierteln den Standards. Jetzt folgt der …
Der Beschluss der Berliner Linken gegen die Verlängerung der Stadtautobahn von Neukölln zum Treptower Park kann niemanden mehr überraschen, nicht einmal den Senatschef. Klaus Wowereit kennt die Linken inzwischen so gut wie seine SPD, und die hat sich schon längst gegen das Projekt ausgesprochen. Dass der Koalitionspartner den Ball jetzt aufnimmt, ist also nur konsequent. Eine Linkspartei, die die SPD ausgerechnet auf der Autobahn rechts überholt, hätte sich unglaubwürdig gemacht. Das weiß auch Wowereit. Der Regierende hat die Debatte lange laufen lassen und sich damit selber in eine verzwickte Lage manövriert. Stoppt er den Ausbau, was ihm zuzutrauen ist, verliert nicht nur die Autobahnbefürworterin Ingeborg Junge-Reyer das Gesicht. Die Opposition würde Wowereit zu Recht vorwerfen, er verspiele Investitionsgelder und sei nicht durchsetzungsfähig. Setzt er den Ausbau durch, verprellt er die eigene …
Berlins Autofahrer können sich jetzt schon mal auf ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art freuen. Weil sich die Bauarbeiter an der Spandauer-Damm-Brücke in Charlottenburg mächtig ins Zeug gelegt haben, wird die dortige Großbaustelle kurz vor Heiligabend abgeräumt – und nicht erst im März 2011, wie es ursprünglich geplant war. „Wir werden die neue Brücke ein Vierteljahr früher dem Verkehr übergeben“, sagte die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern und bedankte sich bei den Bautrupps. Von deren Tempo werden auch die vielen Kraftfahrer auf der A 100, der am stärksten befahrenen Autobahn Deutschlands, profitieren. Sie müssen unter der Brücke derzeit noch mit Fahrbahnverengungen zurechtkommen. Die nächsten Autobahnbaustellen sind aber schon in Planung – die nächste wird nebenan, eine andere auf der Avus aufgebaut. „Wir haben ‚rangeklotzt“, berichtete ein Bauingenieur von der Firma …
(22.4.2010) Fußgängern und Radfahrern fehlt in der Stadt häufig der ausreichende Platz, um sicher und bequem voranzukommen. Besonders auf gemeinsamen Geh- und Radwegen häufen sich die Konflikte: Fußgänger werden von Radfahrern bedrängt und gefährdet, Radfahrer kommen auf den engen Wegen nicht zügig voran und sind besonders an Ein- und Ausfahrten sowie durch rechts abbiegende und kreuzende Autos gefährdet. Die Verdrängung des Radverkehrs auf die Gehwege hat die Entwicklung der beiden nachhaltigsten Fortbewegungsarten massiv behindert: Mit den derzeitigen Bedingungen wird der für das Klima nötige Umstieg vom Auto auf die eigenen Füße und das Fahrrad nicht erreicht!
Der Fachverband Fußverkehr Deutschland FUSS e.V. und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordern Bund, Länder und Kommunen auf, sichere Bedingungen für Radfahrer auf der Fahrbahn zu schaffen. Sinnvolle Maßnahmen sind zum Beispiel die Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten auch auf Hauptverkehrsstraßen und die Markierung von Radfahr- und Schutzstreifen auf den Fahrbahnen. Bei innerörtlichen Radwegen auf Gehwegflächen sollte zumindest die Benutzungspflicht aufgehoben und bei Unterschreiten der in den Regelwerken geforderten Breiten müssen die Gehwege wieder den Fußgängern vorbehalten bleiben.
Denn es gibt gute Erfahrungen mit dem Radverkehr auf der Straße. ADFC- Bundesvorsitzender Karsten Hübener sagt: „Hier ist der Radfahrer im Blickfeld der Autofahrer und weniger gefährdet, als wenn er versteckt hinter parkenden Autos oder Büschen unterwegs ist.“ Und für die Fußgänger bleibt der Gehweg, wo besonders Kinder und alte Menschen sich geschützt bewegen können.
ADFC und FUSS e.V. appellieren an Radfahrer und Fußgänger, das eigene Verkehrsverhalten kritisch zu überdenken. Arndt Schwab, der Vorsitzende von FUSS e. V, macht darauf aufmerksam, dass „Radfahrer bereits jetzt in den meisten Straßen für sie sicherer und komfortabler die Fahrbahn anstatt des Gehweges nutzen können. Fußgänger sollten dagegen beim Queren von Radwegen auf den Radverkehr achten.“
Die Verbände sind sich darin einig, dass der Radverkehr nicht auf die Gehwege, sondern weitestgehend auf die Fahrbahnen gehört, um Verkehrssicherheit und Komfort für beide Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.
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Weitere Informationen: FUSS e.V.: „Empfehlungen: Innerörtliche Gehwege und Fahrradnutzung“ http://www.fuss-ev.de/Fussgaenger-und-Radverkehr/Empfehlungen- Inneroertliche-Gehwege-und-Fahrradnutzung.html www.adfc.de/verkehr
Der Text steht unter http://www.fuss-ev.de/download/Fuss-und-Rad-auf-Gehwegen.zip zum Download bereit (Textdatei ohne feste Zeilenumbrüche).