POTSDAM / INNENSTADT – Beim Verkehrsbetrieb in Potsdam (Vip) prüft man derzeit die Möglichkeit, das Straßenbahnnetz zu erweitern. Das sagte Verkehrsplaner Bernd-Michael Rabisch bei einer Diskussion, zu der der SPD-Ortsverein Potsdam-West am Donnerstagabend eingeladen hatten. Die Machbarkeitsstudie würde insgesamt fünf Streckenverlängerungen umfassen. Als eine mögliche neue Route nannte Rabisch die Verbindung von Bornstedt nach Golm. Allerdings befänden sich die Überlegungen noch in einem sehr frühen Stadium. „Die Logik gebietet, dass wir nicht durch den Wald fahren, sondern da, wo auch Kunden einsteigen“, sagte Rabisch. „Außerdem muss natürlich die Kosten-Nutzen-Rechnung auch stimmen. Für jeden investierten Euro müsste also am Ende wenigsten einer zurückfließen, besser mehr.“ Der Ortsverein hatte den Planer eingeladen, das neue Verkehrskonzept „Stadt Plus“ …
Mit großer Erleichterung nimmt sowohl der Landes- wie auch der Regionalverband von der Meinungsänderung im Cottbusser Rathaus Kenntnis. Dennoch handelt es sich offenbar nur darum, dass die Entscheidung für oder gegen die Straßenbahn einmal mehr wieder nur aufgeschoben wird. Wenn Stadtverwaltung und Stadtpolitik die Probleme Feinstaub- und Lärm in der Innenstadt in den Griff bekommen wollen, bedarf es schlichtweg der Straßenbahn. In den jetzt beginnenden Diskussionen geht es nach Ansicht des Bahnkunden-Verbandes darum, das Nahverkehrssystem aus Stadt-, Überlandbus und Straßenbahn für die Aufgaben der Zukunft fit zu machen. Für die weitere Entscheidungsfindung wäre es sehr nützlich, wenn zur notwendigen öffentlichen Diskussion endlich das gesamte Gutachten veröffentlicht wird. Denn nicht nur die ehrenamtlich tätigen Cottbusser Stadtverordneten, sondern auch die interessierten und betroffenen Bürger haben ein Recht auf Offenlegung! Offensiv sollte Cottbus nun zweckmäßige und notwendige (?) Straßenbahn-Streckenverlängerungen – zum Beispiel zur Universität – diskutieren. Eine Stilllegung von Linienästen bei der Straßenbahn darf nach reiflicher Entscheidung und Diskussion wirklich nur die allerallerletzte Option sein. Auch die Tatsache, dass von privater Seite in wenigen Wochen weit über 10.000 Unterschriften gesammelt worden sind, beweist den hohen Stellenwert der Straßenbahn in Cottbus. Cottbus‘ Bürger sollten sich auch weiterhin einmischen, wenn es um sie und ihre Stadt geht(Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 03.04.09).
Am Sonnabend, den 4. April 2009, von 08:00 Uhr bis 11:00 Uhr, bietet die BVG allen Fans und Interessierten die Möglichkeit, alle 4 Vorserienfahrzeuge der neuen Straßenbahngeneration FLEXITY Berlin zu fotografieren. Die Fahrzeuge werden zu diesem Fototermin auf dem Straßenbahnbetriebshof Lichtenberg, Siegfriedstraße 30 – 45,10365 Berlin, aufgereiht. Nach knapp einem halben Jahr Erprobung der vier gelieferten Vorserienfahrzeuge bietet die BVG nun die Gelegenheit die Straßenbahnen nochmals eingehend zu betrachten und damit den Fans dieser Baureihe eine doch sehr exklusive Fotomöglichkeit. Gleichzeitig wird dort erstmals die neue DVD „FLEXITY Berlin – Eine für alle.“ zum Preis von 5,- Euro angeboten. Diese DVD mit einer Laufzeit von zehn Minuten zeigt den Bau und die ersten Fahrversuche der FLEXITY Berlin in Bautzen. Zu sehen sind auch die nächtliche Überführung der Bahn nach Berlin, die feierliche Begrüßung in Berlin und erste Bilder aus dem Linieneinsatz. Am 20. und 21.September 2008 wurde den Berlinern und vielen Straßenbahnbegeisterten die neue Fahrzeuggeneration FLEXITY Berlin am Alexanderplatz präsentiert und die Möglichkeit geboten, die „Neue“ bei ersten kostenfreien Rundfahrten kennenzulernen (Pressemeldung BVG, 02.04.09).
Im vergangenen September kam die neue Super-Straßenbahn nach Berlin – ganz geheim, zum Probelauf. Fotografen und Bahn-Begeisterte machten regelrecht Jagd auf die neuen Züge. Die BVG befragte anschließend Fahrgäste, wie sie die neuen Straßenbahnen denn finden. ergebnis: Die Flexity kam bestens an. Mit elegantem Schwung und ohne das typische Quietschen biegt die schwarz-gelbe Straßenbahn auf den Alexanderplatz ein. Der wuchtig-bauchige Bug des Zuges der Metro-Linie M4 signalisiert: Achtung, hier kommt nicht irgendeine, sondern eine ganz besondere Straßenbahn, eben die „Flexity Berlin“. Auch fünf Monate nach seiner Premiere sorgt der Prototyp von Berlins neuester Straßenbahngeneration bei Berlinern wie Touristen gleichermaßen für Aufsehen: Er beeindruckt nicht nur mit seiner imposanten Erscheinung, sondern vor allem mit seinen inneren Werten. Die 2,40 Meter breite und bis zu 40 Meter lange „Flexity Berlin“ bietet deutlich mehr Platz und Komfort als ihre Vorgänger. So lässt etwa das großzügige Mehrzweckabteil ein Nebeneinander mehrerer …
In den letzten Tagen haben sich öffentlich zahlreiche Cottbusser Bürger zu den Vorschlägen der Stadtverwaltung zu Wort gemeldet, die die Straßenbahn abschaffen will. Der Bahnkunden-Verband nimmt erfreut zur Kenntnis, dass Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD), offenbar mit seinen verkehrspolitischen Kahlschlagszenarien auf dem Rückzug ist. Wie anders ist es zu erklären, dass er nunmehr öffentlich erklärt, dass die Debatte um die Zukunft der Straßenbahn ergebnisoffen geführt werde! Hierzu aber ist es notwendig, dass das komplette Gutachten veröffentlicht wird. Der Öffentlichkeit zugänglich sind nach wie vor nur kleinere Auszüge aus der Untersuchung. In einem Brief an den Bahnkunden-Verband vom 6. März 2009 erklärt Frank Szymanski: „Es wird mit Sicherheit keine Entscheidung geben, die sich gegen die Entwicklung unserer Stadt richtet.“ Die Einstellung des Straßenbahnbetriebes in Cottbus wäre aber gerade eine solche Fehlentscheidung, die die weitere Entwicklung der Stadt Cottbus erschweren und behindern würde. Der Bahnkunden-Verband erwartet, dass die gesamte Untersuchung veröffentlicht wird und, sofelrn dort nicht schon vorhanden, explizit auch untersucht wird, wie durch kleinere Streckenverlängerungen – zum Beispiel zur Universität – auch mehr Fahrgäste gewonnen werden können (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 19.03.09).
Auf vielen Linien könnten die Busse der BVG deutlich schneller und damit attraktiver sein – wenn sie nicht regelmäßig durch rote Ampeln gestoppt würden. Für 319 Anlagen wollte der Senat deshalb im vergangenen Jahr eine grüne Welle schalten lassen. Doch es blieb bei der Absicht. Rote Ampeln bremsen Berliner BVG-Busse aus. Um das zu ändern hat die Senatsverkehrsverwaltung bereits vor Jahren in ihrem Nahverkehrsplan festgelegt, dass von 2006 bis 2009 insgesamt 700 Berliner Ampelanlagen mit Vorrangschaltungen für Busse ausgestattet werden sollen. Der Löwenanteil von 319 Ampelanlagen sollte – so der Plan – im vergangenen Jahr umgerüstet werden. Passiert ist aber vergleichsweise wenig, wie der Fahrgastverband Igeb kritisiert. „Tatsächlich ist das gesamte Programm weitgehend zum Erliegen gekommen“, sagt Igeb-Vorsitzender Christfried Tschepe. BVG-Sprecher Klaus Wazlak bestätigt, dass 2008 tatsächlich nur …
Straßenbahn Bereits 1998 hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein Programm zur Beschleunigung der Straßenbahn aufgelegt. Für knapp 40 Millionen Euro wurden 284 der insgesamt 299 Ampelanlagen auf Tram-Linien mit Vorrangschaltungen ausgestattet. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit stieg um zwei Stundenkilometer. Nach eigenen Angaben konnte die BVG dadurch bis 2007 mehrere Millionen Euro einsparen. In den vergangenen Jahren wurden viele Vorrangschaltungen außer Betrieb gesetzt, zum Teil wegen Baustellen und Umleitungen, zum Teil auch wegen der Fußball-WM. Busse 2008 sollten auf bis zu …
Soll durch die Steglitzer Schloßstraße wieder eine Straßenbahn zuckeln? Dies schlugen jetzt Studenten der Technischen Universität vor – und sogten damit für Streit im Rathaus Steglitz. Die Grünen befürworten die Straßenbahn; die CDU ist dagegen. Die erste elektrische Straßenbahn der Welt fuhr 1881 durch Lichterfelde. Knapp 50 Jahre später begann der Einbau der Gleise vor dem Bornmarkt an der Steglitzer Schloßstraße, wo die Tram bis 1963 verkehrte. Jetzt soll die Straßenbahn wieder in den Bezirk ihrer Jungfernfahrt zurückkehren: Studenten der Technischen Universität haben in dem Projekt „Eine Straßenbahn für den Südwesten Berlins“ die Inbetriebnahme untersucht – eine Studie, die jetzt im Bezirk für eine kontroverse Debatte sorgt. Die Studie stellt die schwarz-grüne Zählgemeinschaft in Steglitz-Zehlendorf …
auf Grund der schwierigen finanziellen Lage der Stadt Cottbus hat die Stadtverwaltung ein Gutachten in Auftrag gegeben, wie auch der Nahverkehrsbereich durch weitere Einsparungen einen Teil zur Stabilisierung des Stadthaushaltes beitragen kann. Der „Verkehrsentwicklungsplan 2020“ zeigt keine Lösungen auf, sondern behandelt nur den Einstieg in den Ausstieg des Straßenbahnverkehrs. Er verdient deshalb diesen Namen nicht.
Das veröffentlichte Gutachten der Beratungsfirma PTV zeigt auf, wie durch die Umstellung des Straßenbahnbetriebes auf Busbedienung nach Rückzahlung von Fördergeldern tatsächlich mehrere Millionen Euro eingespart werden könnten.
Mit diesem Offenen Brief appellieren wir an Sie, durch Ihr Votum das Sterben der Cottbusser Straßenbahn zu verhindern. Lassen Sie nicht zu, dass das Rückgrat des Cottbusser Nahverkehrs kurzsichtigen und angeblich vorhandenen Einsparpotentialen geopfert wird. Der durch eine Einstellung angerichtete Schaden wird um ein Vielfaches höher sein. Wir bitten Sie folgende Punkte bei Ihrer Entscheidung zu bedenken:
1.Cottbus stellt seinen Straßenbahnbetrieb ein? Was für ein verheerendes Zeichen!
Zahlreiche Kommunen in Ostdeutschland haben mit anhaltendem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen. Dennoch wird von der Kommunal- und Landespolitik immer wieder betont, dass keine Stadt aufgegeben wird. Es soll alles versucht werden, um die Bevölkerung zu halten. Was passiert in Cottbus, wieso ist die Cottbusser Stadtverwaltung bereit, ein intaktes und attraktives Verkehrssystem aufzugeben? Wenn es heute nur aus finanziellen Erwägungen die Straßenbahn ist, dann ist es morgen das Staatstheater!
Die komplette Einstellung des Straßenbahnverkehrs wäre ein falsches Signal für die Cottbusser und für die gesamte Öffentlichkeit, welche Mittel die Stadtpolitik ergreift, um auf den Bevölkerungsverlust zu reagieren.
2.Das Gutachten ist einseitig.
Naheliegende Varianten wurden offenbar nicht untersucht. Denkbar wären unserer Meinung die Umstellung auf Busbetrieb des Astes nach Schmellwitz Anger und eine neue Erschließung der Brandenburgischen Technischen Universität durch die Straßenbahn.
3.Die Annahmen im Gutachten stimmen nicht mit offiziellen Prognosen überein.
Das PTV-Gutachten geht von 87.300 Einwohnern im Jahre 2020 aus. Die Brandenburger Landesregierung hingegen nennt als Prognose für 2020 89.620 Einwohner (Quelle: Landesamt für Bauen und Verkehr, Dezernat Raumbeobachtung: „Bevölkerungsvorausschätzung 2007 bis 2030 für die Ämter und amtsfreien Gemeinden des Landes Brandenburg“, Anlage 3, Blatt 1). Immerhin über 2.300 Einwohner Differenz.
Auch der weitere Bevölkerungsrückgang lässt sich nicht eindeutig nachvollziehen. Es wäre gut, wenn sich der Abriß von Wohnbebauung auch am vorhandenen und leistungsfähigen Netz öffentlicher Nahverkehrsmittel orientieren würde.
Im Vergleich des Istzustandes mit dem Szenario „Bus ohne Tram“ sollen im Ergebnis 26 Bahnen durch nur 19 Busse ersetzt werden. Wie der Gutachter zu dieser Differenz kommt, bleibt im Dunkeln.
Nähere Angaben zu allen anderen untersuchten 11 Varianten wurden nicht veröffentlicht. Wie sehen diese aus? Das veröffentlichte Gutachten enthält lediglich das Ausstiegsszenario.
4.Straßenbahnverkehr ist Umweltschutz
Wie sollen Feinstaub- und CO2-Emmissionen aus der Cottbusser Innenstadt zurückgedrängt werden, wenn statt der umweltfreundlichen Straßenbahn nun Dieselbusse fahren?
5. Die Einstellung des Straßenbahnverkehrs löst keines der Probleme!
Im „Nullszenario“ – also der kompletten Einstellung des Straßenbahnverkehrs – sind fast 38 Millionen Euro Fördermittel zurückzuahlen. Woher soll Cottbus dieses Geld nehmen? Der Hinweis auf mögliche Verhandlungen mit dem Land und dem Ziel, diese Rückzahlungen abzuwenden, sind unverantwortlich und unrealistisch.
Die Übernahme des Straßenbahnverkehrs durch den Stadtbus verursacht Kosten, die im Gutachten nirgendwo auftauchen. Beispielsweise müssen die Straßenabschnitte, auf denen dann die Stadtbusse fahren, häufiger erneuert werden.
Auch die Kosten für den Rückbau der Gleisanlagen und den Umbau der Werkstatt verursachen Kosten von 36,04 Millionen Euro. Woher soll das Geld kommen?
Wir bitten Sie, diese Argumente in Ihrer Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Ein leichtfertiges Aufgeben der Straßenbahn löst kein Problem. Im Gegenteil. Es wird ein verheerendes Zeichen gesetzt, dass Politik doch Städte und deren Bevölkerung aufgibt. Solange nicht geklärt ist, woher das Geld für den Rückbau und die Rückzahlung der Fördermittel kommt, halten wir eine Stilllegung außerdem für unverantwortlich gegenüber den Steuerzahlern.
Die Stadt hat das Gutachten, das die Stilllegung bis zum Jahr 2014 empfiehlt, am Donnerstag ins Internet gestellt (www.cottbus.de/Stadtentwicklung und Bauen).
Oberbürgermeister Frank Szymnaski (52, SPD): „Wir wollen nichts verbergen oder verheimlichen. Mir ist klar, dass sich viele Bürger ihre Stadt ohne Straßenbahn nicht vorstellen können, aber wir müssen wegen der Haushaltslage und des Bevölkerungsrückgangs auch darüber offen diskutieren.“ Während die Bevölkerung die neue Nachricht mehrheitlich negativ aufnimmt (siehe Umfrage), sind Cottbus Politiker von der Idee recht angetan. Ordnungsdezernent Lothar Nicht (Linke) meint: „Setzen wir nur noch Busse ein, gibt es keine Qualitätsabstriche – im Gegenteil. Mit Bussen können wir die Strecken bedienen, die jetzt unmöglich sind.“ Und Finanzbürgermeister Holger Kelch (CDU) sagt: „Cottbusverkehr kann das Geld selbst …