Über die schöne neue Strecke in die Wissenschaftsstadt Adlershof kann sich BVG-Straßenbahndirektor Klaus-Dietrich Matschke nicht so recht freuen. Denn die Ampeln, die auf der 1,5 Kilometer langen und 13 Millionen Euro teuren Trasse zu passieren sind, bremsen die Züge allzu oft aus. „Es kann nicht sein, dass wir eine Strecke eröffnen und Fahrzeiten festlegen – um dann festzustellen, dass der Betrieb nicht reibungslos läuft“, bemängelte Matschke während einer Veranstaltung des Fahrgastverbands IGEB am Montagabend. Diesem Problem müsse sich die senatseigene Verkehrslenkung Berlin (VLB) stellen. Ein weiteres Beispiel sei die Linie M1. Für den Abschnitt von Mitte bis zum Pankower Zentrum sieht der Fahrplan rund …
Am 10. September wird die BVG das erste Serienfahrzeug des neuen Straßenbahnzuges vom Typ „Flexity“ vorstellen. Der Prozess zur Ablösung der alten Tatra-Fahrzeuge ist eingeleitet. Das ist die gute Nachricht für alle Berliner Straßenbahnfahrgäste, vor allem für diejenigen, die durch Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator oder schweres Gepäck in ihrer Mobilität erheblich eingeschränkt sind. Aber leider trüben einige Wermutstropfen die Freude. Die Berliner Straßenbahn hat in den letzten Jahren insbesondere durch die Neubaustrecken einen enormen Fahrgastzuwachs erfahren. Mit größeren Fahrzeugen würde man die Weichen in die Zukunft für einen wirtschaftlichen Betrieb der Berliner Straßenbahn richtig stellen. Das Abgeordnetenhaus hat deshalb in seinem Eckpunktebeschluss zum Nahverkehrsplan für die fünf nachfragestärksten Metrolinien M2, M4, M5, M6 und M8 die Beschaffung von 40 m langen Flexity-Zügen vorgegeben. Aber nach dem Willen der BVG sollen mehr als die Hälfte, nämlich 55 der 99 bestellten Züge, nur als Kurzzüge mit einer Fahrzeuglänge von 30 m geliefert werden. Diese Züge können in der Einrichtungsversion gerade einmal 55 Fahrgästen einen Sitzplatz bieten und haben damit eine geringere Sitzplatzkapazität als die bisher eingesetzten Tatra-Züge, in denen pro Zug 66 Fahrgäste einen Sitzplatz finden. Die BVG hat für die neuen Flexitys eine neue Zählmethode für die Ermittlung der Zahl der Sitzplätze erfunden. Für die sogenannten „Mutter-Kind-Sitze“ mit einer Sitzplatzbreite von ca. 70 cm werden jeweils 1,5 Sitzplätze „berechnet“. Tatsächlich wird auf diesen Plätzen im Regelfall nur ein Fahrgast einen Sitzplatz finden, die rechnerischen Kapazitäten werden aber dadurch nicht unwesentlich geschönt. Der 7-teilige 40-m-Einrichtungszug, der von der BVG am 10. September präsentiert wird, hat somit nach BVG-Berechnungen 84 Sitzplätze, tatsächlich stehen jedoch nur 77 Sitzplätze + 2 Klappsitze zur Verfügung. Für Metrolinien wie z.B. die M5 (vom Alexanderplatz nach Hohenschönhausen) oder die M8 (zukünftig vom Hauptbahnhof nach Lichtenberg/Marzahn), die im Berufsverkehr schon jetzt regelmäßig überfüll sind, sollen die alten Tatra-Züge, die üblicherweise in Doppeltraktion mit insgesamt 66 Sitzplätzen verkehren, künftig durch kurze Flexitys mit real 55 Sitzplätzen ersetzt werden. Für den Berliner Fahrgastverband IGEB ist dies alles andere als eine zukunftsweisende Entscheidung für den öffentlichen Nahverkehr. Er fordert die BVG deshalb auf, 1. Fahrgästen und Öffentlichkeit nicht länger geschönte Kapazitätsberechnungen zu präsentieren und 2. die Chancen für einen attraktiveren und wirtschaftlicheren Straßenbahnverkehr durch die Beschaffung von mehr 40 m langen Fahrzeugen zu nutzen und die Bestellung entsprechend zu modifizieren. Hier ist auch der Berliner Senat gefragt (Pressemeldung IGEB, Fotos Sebastian Schrader, Holger Grunow, 12.09.11).
Die FLEXITY Berlin Straßenbahn, die von Bombardier Transportation zusammen mit den Berliner Verkehrs-betrieben (BVG) entwickelt wurde, ist ausgezeichnet worden. Sie hat den zweiten Preis im diesjährigen Ökoglobe-Wettbewerb in der Kategorie „Fahrzeuginnovationen im öffentlichen Verkehr“ gewonnen. Mit dem international anerkannten Umweltpreis werden seit 2007 nachhaltige Konzepte, Produkte und Prozesse der Mobilitätsbranche ausgezeichnet. Eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern, Künstlern, Mobilitätsexperten und Dienstleistern sowie dem Aktionskünstler HA Schult bestimmt die Preisträger. Für die Jury zählten vor allem das nachhaltige Konzept der extra für Berlin entwickelten Straßenbahn und die Konsequenz bei ihrer Einführung. In der Begründung für den Preis heißt es dazu: „Das innovative Fahrzeugkonzept wurde gemeinsam mit dem Hersteller und zukünftigen Nutzern gemäß den Ansprüchen an zukunftsweisende öffentliche Verkehrsmittel für die moderne und saubere Großstadt entwickelt. Berlin engagiert sich und erneuert trotz schwieriger Haushaltslage 50 Prozent des Fuhrparks durch die effizienten FLEXITY und trägt so zur Erhöhung der Lebens- und Luftqualität bei. Diese Vorbildfunktion für andere Städte würdigt die Jury mit dem 2. Platz dieser Kategorie.“ Auf einer Veranstaltung im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) wurde der Preis am heutigen Abend dem Bereichsleiter Straßenbahn der BVG, Klaus-Dietrich Matschke, überreicht. Er sei sehr erfreut über den Preis, so Matschke am Rande der Preisverleihung, „weil selbst von einem Forum, dass sich hauptsächlich der Verbesserung der Umweltqualität von Autos verschrieben hat, die nachhaltige und richtungsweisende Rolle unserer Straßenbahn für den Verkehr der Zukunft mit einem Preis erkannt und gewürdigt wird“. Am kommenden Wochenende wird das erste Serienfahrzeug von insgesamt 99 bestellten neuen FLEXITY Berlin Straßenbahnen der Öffentlichkeit im Rahmen des BVG-Verkehrs-sicherheitstages auf dem Alexanderplatz in Berlin vorgestellt. Vier Vorserienfahrzeuge sind bereits seit 2008 auf Berliner Schienen unterwegs. Voraussichtlich im Jahr 2017 werden dann alle bestellten FLEXITY Berlin Straßenbahnen im Einsatz sein und, zusammen mit den GT6-Fahrzeugen, Deutschlands größte Straßenbahnflotte zu 100 Prozent barrierefrei machen. FLEXITY Berlin Straßenbahn, das ist ein zukunftsweisendes öffentliches Stadtverkehrsmittel mit stufenlosen Einstiegen und leichter Zugänglichkeit für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität. Der Innenraum ist gekennzeichnet durch großzügige Fahrgasträume sowie Multifunktionsabteile und klimatisierte Fahrgast- und Passagierbereiche. Die Geräusch-emissionen liegen unter denen der bisher eingesetzten Straßenbahnfahrzeuge. Die Fahrzeuge haben einen niedrigen Stromverbrauch mit Stromrückspeisung im Brems-betrieb. Anregungen von Fahrgästen sind in die Gestaltung der Serienfahrzeuge mit eingeflossen (Pressemeldung BVG, Foto Bodo Schulz, www.bodoschulz.de,, 07.09.11).
Kostenlos Straßenbahn fahren – das war gestern in Adlershof erlaubt. Mit einem Fest ist am Vormittag die Neubaustrecke vom S-Bahnhof in die Wissenschaftsstadt eröffnet worden. Die anderthalb Kilometer lange Verlängerung der Linien 60 und 61 ist das einzige Straßenbahnbauprojekt, das unter der rot-roten Koalition in der nun endenden Wahlperiode begonnen und abgeschlossen wurde. Künftig möchte der Senat bei der Netzerweiterung ein schnelleres Tempo vorlegen. Mehrere Projekte werden vorbereitet, sagte Petra Rohland von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung der Berliner Zeitung. In Mahlsdorf soll die Endhaltestelle der Linie 62 von der Treskow- in die Hönower Straße verlegt werden – vor den …
Links tauchen zwei große Betonkugeln auf, einst Labore für Präzisionsmessungen. Kurz darauf rollt die Bahn am Campus Adlershof der Humboldt-Uni vorbei. Dann biegt sie zum Leibniz-Institut für Kristallzüchtung ab, passiert die Straße Zum Trudelturm, die zu dem gleichnamigen igluförmigen Baudenkmal der Luftfahrtforschung führt, und erreicht ihre Endstation an der Karl-Ziegler-Straße – neben einer Sonnenkollektorenfarm. Die neue Straßenbahnstrecke, die am S-Bahnhof Adlershof beginnt, schließt einen der wichtigsten Wissenschaftsstandorte Berlins ans Schienennetz an. Am Sonntag beginnt auf der Verlängerung der Linien 60 und 61 der Betrieb – umrahmt von einem Fest. „Wir sind froh, dass wir jetzt auch eine Straßenbahn haben“, sagte Peter Strunk von der…
Die etwa 40 Tonnen schwere Variobahn legte eine Distanz von 18.98 Kilometern auf der Teststrecke von Stadler Pankow im brandenburgischen Velten zurück – ohne anzuhalten. Knapp eine Stunde fuhr die Variobahn ohne Oberleitung. Voraussetzung für die Erzielung des Guinness-Weltrekordtitels war die batteriebetriebene Fahrt von mindestens einem Kilometer innerhalb von 24 Stunden. Bei der Weltrekord-Tram handelt es sich um eine von vier Variobahnen der Stadtwerke München, die den Zug für die Münchner Verkehrsgesellschaft mit einer Hochleistungsbatterie ausstatten ließ. Die Tram soll auf der acht Kilometer langen Münchner Nordtangente von …