BERLIN. Die Berliner S-Bahn soll bis Ende des Jahres wieder nach Normalfahrplan fahren. Das kündigte Bahnchef Rüdiger Grube am Freitag in einem Gespräch mit der Berliner Zeitung an. „Es bleibt unser Ziel, dies bis Ende des Jahres zu realisieren“, sagte Grube. „Wir haben an allen drei S-Bahn-Baureihen gleichzeitig erheblich zu tun. Aber wir arbeiten hart daran, Berlinern und Brandenburgern so schnell wie möglich ein besseres Angebot zu machen.“ Derzeit laufe ein riesiges Austauschprogramm. „Wir wechseln unter anderem 4000 Radsätze und 3000 Fahrmotoren aus“, so der Bahnchef. 480 Mitarbeiter seien seit Ende 2008 eingestellt und Werkstätten zusätzlich aufgemacht worden, die schon geschlossen waren. Dies alles habe die Bahn seither zusätzlich 400 Millionen Euro gekostet. „Kurzum, wir tun sehr viel“, sagte Grube. Seit nunmehr zwei Jahren hält die Dauerkrise bei der Tochter der Deutschen Bahn (DB) an. Mitte 2009 war auf Anweisung des Eisenbahnbundesamtes …
Der Brandanschlag am Ostkreuz hätte sich nicht so gravierend ausgewirkt, wenn bei der Planung der betroffenen Kabeltrasse ein Grundsatz beherzigt worden wäre: Zwei Leitungen mit demselben Ziel sollten nicht direkt nebeneinander liegen, damit im Notfall wenigstens eine von ihnen als Reserve dienen kann. Doch nach Informationen der Berliner Zeitung ist dies dort zumindest in einem wichtigen Fall nicht passiert. Sowohl die Haupt- als auch die Reserveleitung, die das Rechenzentrum der Deutschen Bahn (DB) in Mahlsdorf ans Internet anschließen, verliefen auf ein- und derselben Kabeltrasse – der Stahlbrücke über den Markgrafendamm, die am Montag, wie berichtet, um kurz nach drei Uhr Ziel eines Anschlags von militanten Atomkraftgegnern wurde. Die Attacke am Markgrafendamm legte nicht nur die 30-Kilovolt-Leitungen lahm, die das S-Bahn-Netz im Osten und Südosten mit Fahrstrom versorgen. Das Feuer unterbrach auch …
Die S-Bahn Berlin und der Verein Historische S-Bahn laden Berliner und Brandenburger am Wochenende 28./29. Mai zu einer eindrucksvollen Zeitreise in die Werkstatt Erkner ein. 30 historische S-Bahn-Fahrzeuge bilden die Kulisse für Erlebnisberichte und Eindrücke aus der 86-jährigen Geschichte des Verkehrsmittels. Der Mauerbau vor 50 Jahren führte zur jahrzehntelangen Teilung des S-Bahn-Netzes. Aus diesem Grund sind die Jahre rund um den 13. August 1961 Themenschwerpunkt. Geöffnet ist die Ausstellung an beiden Tagen von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Führungen kosten 4 Euro. Der Verein Historische S-Bahn mit rund 300 ehrenamtlichen Mitgliedern engagiert sich seit über 20 Jahren für den Erhalt der historischen Fahrzeuge. Die meist mit robusten Holzbänken ausgestatteten rot-gelben Züge strahlen bis heute ein Flair aus, dem sich kaum ein Betrachter entziehen kann. Sie dokumentieren die Geschichte eines Verkehrsmittels, das wie kein anderes die politische und gesellschaftliche Situation der Stadt begleitet hat und von ihr beeinflusst wurde. An 16 Themenstationen mit entsprechend gestalteten Originalfahrzeugen erhalten Besucher auch Einblick in die Zeit der letzten Tage des Dritten Reichs, der Nachkriegszeit, des Mauerbaus und des Boykotts der S-Bahn im Westteil der Stadt. In der Werkhalle, in der auch heute noch regelmäßig S-Bahn-Züge gewartet werden, bieten sich während der Führung eine Vielzahl von außergewöhnlichen Fotomotiven an, so dass Fotoapparat und Kameras unbedingt mitgebracht werden sollten. Eisenbahnfans kommen beim Bahnmarkt auf ihre Kosten. Für Familien mit Kindern gibt es ein Bastel- und Malprogramm sowie eine große Modellbahnanlage. 30-minütige Kinderführungen werden für fünf bis zehn Jahre alte Mädchen und Jungen angeboten. Für Imbiss und Getränke ist im gemütlichen Biergarten gesorgt. Das Veranstaltungsgelände ist mit den Zügen der Linie S3 im 20-Minuten-Takt bis zur Endstation Erkner zu erreichen. Dort hält auch die RegionalExpresslinie RE 1, die im Halbstundentakt verkehrt (Pressemeldung Deutsche Bahn, Fotos Bodo Schulz, www.album-berliner-verkehr.de, 27.05.11).
Die Deutsche Bahn (DB) will neue Züge für die Berliner S-Bahn kaufen – mit diesem Versprechen gehen das Unternehmen und sein Eigentümer, der Bund, seit einiger Zeit hausieren. Doch die Verbindlichkeit ihres Angebots bleibe „weit hinter den praktischen Erfordernissen zurück“, heißt es nach Informationen der Berliner Zeitung in einer Stellungnahme des Senats. Die Verpflichtungserklärung der DB sei eine „Mogelpackung, in der viel heiße Luft enthalten ist und die uns nicht weiterbringt“, sagte Hans-Werner Franz vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Mit ihr käme Berlin dem Ziel, 2017 neue S-Bahnen zu bekommen, nicht näher. Dem sechsseitigen Papier zufolge will die DB „so bald wie möglich ein Vergabeverfahren zur Ausschreibung eines Rahmenvertrages zur Beschaffung neuer Fahrzeuge für die S-Bahn Berlin einleiten“. Es enthalte aber „keine verbindliche …
Militante Atomkraftgegner haben sich zu dem Brandanschlag bekannt, der Montag gegen drei Uhr auf eine Kabelbrücke am Ostkreuz verübt worden ist. Folgen: Das S-Bahn-Netz im Osten und Südosten war ohne Fahrstrom,
Signale und drei Stellwerke fielen aus, bahninterne Telefonnetze und rund 10 000 Vodafone-Mobilfunktelefone funktionierten nicht mehr.
Die zerstörten Kabelleitungen werden geflickt, inzwischen hat die S-Bahn wieder überall Fahrstrom. Gestern funktionierten aber …
Nach dem Brandanschlag vom Montag prüft die Deutsche Bahn (DB), ob sie ihre Kabeltrasse am Ostkreuz künftig besser schützen kann. „Wir sehen uns neuralgische Punkte in unserem Netz daraufhin an, ob wir dort zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen müssen. Diese Kabeltrasse gehört dazu“, sagte ein Bahnsprecher gestern der Berliner Zeitung. Die Bahn müsse rasch ein Sicherheitskonzept für ihre zentralen Kommunikationsstränge ausarbeiten, forderte Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB. „Ein 'Weiter so' kann es für sie nicht geben.“ Sonst könnte ein solcher Brandanschlag jederzeit wieder passieren. Als erste Reaktion gab es ein kurzfristig anberaumtes „Sicherheitstreffen“ in der Senatsverwaltung für Inneres. Mit dabei waren unter anderem Staatssekretär Ulrich Freise und Polizeipräsident Dieter Glietsch. Auch die DB, der Verfassungsschutz, das Landeskriminalamt und das Bundesinnenministeriums waren vertreten. Die Runde habe „die Kommunikationswege für einen schnellen Informationsaustausch festgelegt und …
BERLIN. Gestern gegen 12 Uhr stand fest: Die Kabeltrasse am Ostkreuz ist angezündet worden. „Wir schließen einen technischen Defekt aus“, sagte ein Polizeisprecher, nachdem Brandermittler den Tatort nach Spuren abgesucht hatten. „Wir haben Reste einer brennbaren Flüssigkeit entdeckt und sichergestellt.“ Die Reste deuten darauf hin, dass unmittelbar an den Kabeln Feuer gelegt worden ist. Die Auswertung der Spuren dauere einige Tage, hieß es. Am Nachmittag bekannte sich dann eine Gruppe von militanten Atomkraftgegnern zu dem Anschlag. Die Polizei geht davon aus, dass das Schreiben echt ist. Darin heißt es: „Nach all den Katastrophen haben wir die Schnauze voll. Über den sofortigen Ausstieg aus der Atomtechnologie gibt es nichts mehr zu verhandeln. Wir spielen nicht mehr mit.“ Außerdem schrieben die Verfasser: „Über die Schienen der Deutschen Bahnwerden Atomtechnik und Atommüll transportiert. Beides sichert den …
BERLIN. Ein Brandanschlag hat gestern den Bahnverkehr in Berlin drastisch eingeschränkt. Nach einem Kabelbrand am Ostkreuz mussten Hunderttausende S-Bahn-Fahrgäste im Osten Ausfälle, lange Wartezeiten und Schienenersatzverkehr hinnehmen. Auch der Regionalverkehr war eingeschränkt, ICE-Züge konnten das Bahnwerk Rummelsburg nicht verlassen. Auf vielen Linien, unter anderem auf dem Ring, der S 5 und der S 7, müssen die Fahrgäste auch heute mit Beeinträchtigungen rechnen. Zu dem Anschlag bekannten sich militante Atomkraftgegner. „Unsere Aktion ist ein Haltesignal“, heißt es in einem Schreiben, das gestern im Internet zirkulierte. „Über den sofortigen Ausstieg aus der Atomtechnologie gibt es nichts mehr zu verhandeln. Wir spielen nicht mehr mit.“ Die Polizei teilte mit, dass sie das Schreiben für authentisch hält. Der Staatsschutz ermittelt. Die Deutsche Bahn (DB) verurteilte die Attacke. „Es trifft nicht nur unser Unternehmen, sondern ist vor allem eine Zumutung …