erinnert an eine Lücke, die immer noch im Berliner Verkehrsnetz klafft.
Da fehlt was. Wo Züge Berliner Ausflügler in die Schorfheide oder zum Wandlitzsee brachten und in der Gegenrichtung Pendler aus Basdorf oder Schildow ankamen, erstreckt sich eine Brache. Immer noch. Obwohl der Mauerfall länger als ein paar Jahre her ist, klafft im Nordosten immer noch eine Lücke im Verkehrsnetz. Mit dem Mauerbau wurde die stark frequentierte traditionsreiche Strecke der Heidekrautbahn samt Endbahnhof stillgelegt. Am Freitag wurde nebenan, am S-Bahnhof Wilhelmsruh, eine Gedenkstele enthüllt. Sie erinnert an die einstige Verbindung ins Umland und soll der Hoffnung Ausdruck geben, dass sie wieder aufgebaut wird. Die Brache ist ein weiteres Beispiel dafür, zu welcher Politiksklerose …
Im Juli 2011 hat der Eigentümer der Gleise von Bad Saarow das Entwidmungsverfahren für die Eisenbahnstrecke beantragt. Damit ist absehbar, dass eine weitere Nebenbahn von der Brandenburger Landkarte verschwindet. Interessant ist die Rolle, die das Verkehrsministerium dabei spielt. Denn der Abbau der Gleise hatte bereits Ende letzten Jahres begonnen, ohne die eigentlich notwendige Genehmigung. Nachdem auf öffentlichen Druck hin das zuständige Landesamt den weiteren Abbau untersagt hatte (was faktisch ohne Folgen blieb, weil ein Großteil bereits abgebaut war), wurde im Eiltempo die Ausschreibung der Strecke („Abgabe an Dritte“) durchgezogen – die Strecke wurde mit Zustimmung des Landes Brandenburg stillgelegt. Trotz mehrmaliger Nachfrage des Landesverbandes seit April 2011 zum Stand des Verfahrens gab es aus dem Landesamt keine Reaktion. Jetzt ist das Entwidmungsverfahren eingeleitet worden – der letzte Schritt. Eine juristische Ahndung des ungenehmigten Abbaus, der eine Übernahme durch andere Unternehmen völlig sinnlos machte, gab es nicht. Im Koalitionsvertrag zwischen der Linken und der SPD heisst es unter anderem „Die Koalition strebt eine Stärkung des Bahnverkehrs durch Erhalt, Lückenschluss und Ertüchtigung des Schienennetzes und Qualitätsverbesserungen in der Fläche an.“ Wie diese doch sehr unterstützenswerte Aussage vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Entwidmungsverfahren in Brandenburg zu verstehen ist, kann sicherlich nur die Landesregierung sagen. Anspruch und Wirklichkeit zur „Stärkung des Bahnverkehrs“ klaffen derzeit weit auseinander. Bereits seit vielen Jahren fordert der DBV von der Brandenburger Landesregierung, beim Erhalt von Schieneninfrastruktur eine aktivere Rolle zu spielen. Es ist zwar viel einfacher, sich darauf zurückzuziehen, dass das Land dafür nicht zuständig sei. Letztendlich ist es aber doch zuständig, denn jeder abgebaute Kilometer Gleis fehlt in ein paar Jahren bei der Bewältigung des prognostizierten Güteraufkommens. Dann muss dafür in das Straßennetz investiert werden. Es ist bedauerlich, dass gerade mit einer rot-roten Landesregierung und dem oben genannten heren Ziel im Koalitionsvertrag derzeit eine „Entwidmungswelle“ über das Land „schwappt“, nachdem es in den letzten Jahren relativ ruhig gewesen ist. Auch Templin – Prenzlau, Rathenow – Neustadt (Dosse), Bad Belzig – Golzow stehen derzeit ganz oben auf der „Abschussliste“ (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 08.08.11).
Der Aufsichtsrat des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) hat auf Initiative des Berliner Senats die Einführung eines „Ermäßigten Schülertickets“ in Berlin beschlossen. Ab sofort können Berliner Schülerinnen und Schüler, die Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung haben, ein ermäßigtes Schülerticket erwerben. Das „Ermäßigte Schülerticket“ gibt es ausschließlich für Berlin AB und kostet als Monatskarte 15, Euro und im Jahresabonnement 145 Euro im Jahr (ohne Ermäßigung: Monatskarte Schülerticket Berlin AB 27 Euro, im Jahresabonnement 260 Euro). Damit ist der Preis des „Ermäßigten Schülertickets“ noch über einen Euro günstiger als die Geschwisterkarte für Berlin AB. Berechtigt zum Erwerb des Tickets sind alle Berliner Schülerinnen und Schüler, deren Schulweg länger als drei Kilometer ist und die selbst oder deren Eltern Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) dem SGB XII (Sozialhilfe), dem Asylbewerberleistungsgesetz, einen Kinderzuschlag nach § 6 a gemäß Bundeskindergeldgesetz (BKGG) oder Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz erhalten. Um das „Ermäßigte Schülerticket“ zu beantragen, wird ein gültiger „berlinpass BuT“ mit Lichtbild, auf dem das Merkmal B1, B2 oder L gekennzeichnet ist, benötigt. Den „berlinpass BuT“ gibt es in den Leistungsstellen (zum Beispiel im Jobcenter) oder in der zentralen Leistungsstelle für Asylbewerber. Dort wird auch bestätigt, dass der Schulweg länger als drei Kilometer und der „berlinpass BuT“ entsprechend mit einem Hologramm gekennzeichnet ist. Das „Ermäßigte Schülerticket“ kann an den Verkaufsstellen der BVG oder der S-Bahn Berlin GmbH erworben werden. Der Wechsel aus bestehenden Abonnements Schülerticket und Geschwisterkarte für Berlin AB in das Abonnement „Ermäßigtes Schülerticket“ Berlin AB ist möglich (Pressemeldung VBB, 05.08.11).
Die Region südlich von Berlin gehört seit dem Mauerfall mit zu den verkehrlichen Verlierern. Kaum ein notwendiges Verkehrsprojekt ist seit 1989 verwirklicht. Immer noch quälen sich im werktäglichen Berufsverkehr Autokolonnen durch die engen Vorstadtstraßen. Das eigentlich recht dichte Busangebot ist wenig attraktiv, weil die Fahrzeiten unkalkulierbar sind, Takte mehrmals am Tag wechseln und Fahrzeiten viel zu lang sind. Die Region Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf („TKS“) besitzt keinen leistungsfähigen Schienenanschluss —und wird ihn auf weitere Jahre auch nicht bekommen. Zu zerstritten sind die Politiker und Bürger, zu tief die Gräben zwischen den einzelnen Positionen. Umso unverständlicher ist es, wenn das vorhandene Bahn- und Busnetz nicht optimiert und nicht sinnvoll genutzt wird. Der Regionalbahnhof Teltow ist dafür ein gutes Beispiel. Auf der Mahlower Straße hält an der Bushaltestelle „Teltow, Bahnhof“ tagsüber alle paar Minuten ein Bus. Nur ist das Umsteigen vom und zum Regionalverkehr nicht sonderlich interessant. Denn von den drei RE-Linien, die hier entlangfahren hält lediglich nur eine Linie (RE 4) am Bahnsteig. Zwei Linien, RE 3 und RE 5, rauschen auf den Mittelgleisen vorbei. Warum halten nicht alle drei RE-Linien am Bahnhof Teltow? Der Bedarf wäre vorhanden. Würden alle drei Linien am Bahnhof Teltow halten, gäbe es viele weitere interessante und schnelle Umsteigemöglichkeiten aus „TKS“ von und nach Berlin. Sicherlich würden viele Autofahrer diese neue Umsteigemöglichkeiten nutzen. Dafür wären keine neuen Fahrzeuge, keine neuen Linienkonzeptionen oder gar millionenschwere Investitonen notwendig. Lediglich die Haltbestellung durch den Verkehrsverbund. Warum handelt das Brandenburger Verkehrsministerium nicht und bestellt die Halte? Liegt es am Geld? Die zusätzlichen Halte würden natürlich Mehrkosten verursachen. Aber der enorme Pkw-Verkehr, der sich mangels gutem Bahn- und Busangebot stattdessen täglich durch die Region quält, kostet Geld und den Anwohnern Lebensqualität (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 02.08.11).