Bus und Bahn ergänzen sich als Verkehrsmittel hervorragend mit dem Fahrrad. Doch was Verkehrspolitiker für eine Großstadt wie Berlin als überaus sinnvoll ansehen, führt im Alltag schnell zu Konflikten. So gibt es etwa bei der Berliner S-Bahn immer wieder Klagen über das Mitnehmen von Fahrrädern. Die einen Fahrgäste fühlen sich – gerade im Berufsverkehr – durch die immer öfter in Zügen mitgenommenen Fahrräder belästigt. Die anderen beschweren sich, dass sie – trotz des zusätzlich zu entrichtenden Fahrpreises – nicht mal in den speziell dafür ausgewiesenen Abteilen Platz für ihr Rad finden. Um den Konflikt zu entschärfen, hat die Berliner S-Bahn jetzt einen ihrer Züge versuchsweise umgestaltetet. Das Ziel: Mehr Platz für …
POTSDAM / BERLINER VORSTADT – In der kommenden Woche steigt der Stresspegel der Autofahrer in Potsdam deutlich. Dann wird die Berliner Straße ab der Holzmarktstraße stadtauswärts komplett gesperrt. Auch die stadtauswärtige Abfahrt Zentrum Ost/Babelsberg der Nutheschnellstraße ist dann zu, und die Fahrzeuglawine wird über den Horstweg umgelenkt. Die Sperrung der Berliner Straße gilt voraussichtlich bis zum 20. September, die der Schnellstraßenabfahrt sogar bis Ende März 2009. Grund der Abkoppelung der Berliner Straße sind der Bau des doppelten Gleisabzweiges für die Straßenbahn und der Straßenbau in der …
Gründungsarbeiten für den neuen Ringbahn-Brückenzug (Fernbahnseite) stehen im August im Mittelpunkt der Arbeiten. Nach dem Abbruch eines Teils der Gewölbebrücke über der Hauptstraße konnte deren Sperrung für Fußgänger und Radfahrer vorfristig aufgehoben werden. Nun schreitet die Gründung für den neuen Ringbahn-Brückenzug voran. Seit dem 28. Juli ist ein – eigens aus Baden- Württemberg herangeführtes – Bohrgerät im Einsatz. Damit werden bis zu 35 Meter lange Betonpfähle in den Boden gebracht. Die sollen später die Lasten der neuen Fernbahn- Brücken, der Bahnsteigbrücke des neuen Regionalbahnsteigs sowie der neuen Kynastbrücke aufnehmen. Außerdem ist noch eine der alten Wandscheiben (ehemalige Auflagerung der inzwischen abgebauten Brücken) abzubrechen. Als Folge der Klage eines Anwohners war die Nacht- und Wochenendarbeit am Ostkreuz eingeschränkt und ein Bauverbot an Sonntagen zwischen 6 und 20 Uhr erlassen. Deshalb konnte unter anderem die Wandscheibe zwischen dem S-Bahn-Gleis von Lichtenberg und dem …
Erstmals seit fast 10 Jahren verkehrt am 16. August 2008 wieder ein Sonderzug von Berlin nach Ketzin. So können die Besucher des 18. Fischerfestes in Ketzin das Auto stehenlassen und mit dem Sonderzug anreisen. Der Zug besteht aus der Dampflok 52 8177 und einem Historischen „Donnerbüchsenzug“ der dreißiger Jahre. Die erste Fahrt führt von Berlin-Schöneweide (8.16 Uhr) über Lichtenberg, Gesundbrunnen und Spandau. Dann pendelt der Zug zwischen Ketzin und …
Am Wochenende verlassen mehr als 1000 BVG-Mitarbeiter den Verwaltungssitz am Kleistpark. Durch den Umzug in das Trias-Gebäude in der Holzmarktstraße sollen Millionenbeträge gespart werden. Rund 2,9 Millionen Fahrgäste bringt die BVG täglich an ihr Ziel. Am Wochenende transportiert das Verkehrsunternehmen sich selbst. Die ersten Mitarbeiter der Hauptverwaltung verlassen das bisherige Domizil an der Potsdamer Straße in Schöneberg und packen ihre Kisten am neuen Hauptsitz im Trias-Gebäude an der Holzmarktstraße in Mitte wieder aus. Ein Wochenende später folgt der gesamte Vorstandsbereich, und am 22./23. August soll der Umzug dann abgeschlossen sein. Obwohl allein der Umzug der knapp 1150 Mitarbeiter nach Tagesspiegel-Informationen rund zehn Millionen Euro kosten wird, ist BVG-Chef Andreas Sturmowski überzeugt, dass sich der Wechsel finanziell lohnen wird. Der Verkauf der drei Häuser an der Potsdamer Straße sowie …
Nur sonntags muss weiterhin Ruhe sein. An allen anderen Tagen darf auf der Baustelle Ostkreuz künftig wieder nachts gearbeitet werden. Das hat die Senatsverwaltung für Gesundheit entschieden. Wer dann nicht schlafen kann, soll ins Hotel – an 21 Tagen im Monat. Am Bahnhof Ostkreuz darf ab Donnerstag auch nachts wieder lautstark gearbeitet werden. Eine entsprechende Ausnahmezulassung, die für die Zeit vom 8. August bis zum 31. Oktober gilt, hat jetzt die Senatsverwaltung für Gesundheit den von der Bahn beauftragten Baufirmen erteilt. „Nicht genehmigt haben wir aber die gleichfalls beantragten Arbeiten an vier Sonntagen“, sagte Behördensprecherin Regina Kneiding. An Sonntagen seien nur solche Arbeiten zulässig, deren Lärm die …
Eine neue Internetplattform gibt für mobilitätseingeschränkte Menschen Auskunft über den Zugang zu rund 21 000 Gebäuden und Einrichtungen in Berlin. Dazu gehören Angaben über Türbreiten, Bewegungsflächen in Aufzügen oder Sanitärräumen. Darüber hinaus gibt es Adressen von Begleit- und Fahrdiensten sowie Informationen zu Schulungen der BVG. (BLZ)
Während der Ferien wird auf vielen Straßen gearbeitet / Der ADAC fordert ein Fünf-Jahres-Programm für bessere Fahrbahnen Peter Neumann Baustellen-Fans bekommen am Wochenende in Charlottenburg wieder einiges zu sehen – und zu hören. Mit Betonsägen wird der Abriss der Spandauer-Damm-Brücke fortgesetzt. 500-Tonnen-Autokrane heben vier Hauptträger der Überführung aus ihrer Verankerung. „Darum wird der Spandauer Damm auch an diesem Wochenende gesperrt – von Freitag, 22 Uhr, bis voraussichtlich Montag, 4 Uhr“, sagte Rolf Schumann, Projektleiter in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Weil diesmal Brückenteile über der Ringbahn abgerissen werden, sind auch die S-Bahn-Fahrgäste betroffen. Zwischen Jungfernheide und Messe Nord/ICC fahren keine S-Bahnen, auf angrenzenden Abschnitten gibt es Pendelverkehr. Die A 100 bleibt dagegen befahrbar. Die Abrissarbeiten an der 1963 eröffneten Spannbetonbrücke sind der Höhepunkt …
Neben den namhaften und weltweit bedeutendsten Herstellern und Dienstleistungsanbietern der Bahnbranche sind auch wichtige Forschungseinrichtungen vom 23. bis 26. September 2008 auf der InnoTrans vertreten. Sie informieren über ihre aktuellen Forschungs- und Entwicklungsergebnisse ebenso wie über außergewöhnliche Projekte und interessante Vorhaben. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die führende Trägerorganisation für Einrichtungen der angewandten Forschung in Europa. Im Fraunhofer-Verbund Verkehr FVV werden institutsübergreifend die Kompetenzen des Forschungsschwerpunktes „Transport und Verkehr“ gebündelt. Ziel ist es, geeignete technische und konzeptionelle Lösungen auf dem Gebiet der verkehrsrelevanten Forschung zu entwickeln und in die Anwendung zu überführen. Auf der InnoTrans 2008 präsentieren sechs Fraunhofer-Institute des Verbundes ausgewählte Forschungs- und Entwicklungsleistungen aus den Bereichen Ressourcenplanung und -optimierung sowie Softwareeinsatz und Prozessoptimierung im Schienen-Güterverkehr, zustandsabhängige Wartung und Messsysteme für Schieneninfrastrukturen und -fahrzeuge. Den Besuchern wird auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 4.1 nicht nur ein innovatives Projekt- und Produkt-Portfolio präsentiert. Sie können Exponate auch erleben und selbst ausprobieren. Das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF beispielsweise stellt „OptoInspect 3D“ vor, eine Technologie zur Erfassung aller relevanten geometrischen Güteparameter von Eisenbahn-Radsätzen. Die Messmaschine nimmt einen Radsatz auf und versetzt ihn in Rotation. Dadurch erfolgt die Erfassung aller geometrischen Merkmale. Die geometrischen Messsysteme des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM ermitteln Fahrdrahtabnutzung und -lage sowie Lichtraumprofile und sie erkennen die Position von Masten. Die Systeme lassen sich individuell an die Erfordernisse der Streckennetze anpassen und zeichnen sich nicht nur durch hohe Geschwindigkeit und Präzision, sondern auch durch Robustheit und Zuverlässigkeit aus. Die vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF entwickelte Technologie unterstützt maßgeblich das optimale Design sicherheitsrelevanter Komponenten, auch hinsichtlich des Leichtbaus. Kritische Stellen im Schienennetz können zielsicher identifiziert, numerische Modelle und Methoden verifiziert werden. Die Technische Universität Berlin ist mit zwei Fachgebieten auf der InnoTrans 2008 auf dem Berlin-Brandenburger Gemeinschaftsstand in Halle 3.2 vertreten, „Schienenfahrzeuge“ und „Konstruktion von Maschinensystemen“. In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Schienenfahrzeuge der TU Berlin und industriellen Partnern hat der Schweizer Güterwagenspezialist JOSEF MEYER „LEILA“ entwickelt. Dieses leichte und lärmarme Güterwagen-Drehgestell bringt moderne Technik in den Güterverkehr, spart Energie, Zeit und Material. Nach dem Prototypen, erfolgreichen Tests und Messfahrten präsentiert JOSEF MEYER nun das serienreife Produkt mit modularen Ausstattungsoptionen auf der InnoTrans 2008. Ein anderes Betätigungsfeld des Fachgebietes Schienenfahrzeuge ist das Thema „Leise Schiene“. Um den abgestrahlten Luftschall von Fahrzeug und Gleis drastisch zu reduzieren, haben die Forscher in ein konventionelles Schienenprofil eine Elastomer-Zwischenlage integriert. Durch einen Feldversuch konnten sie eine bisher nicht erreichte Schalldruck-Pegelreduktion von zehn Dezibel nachweisen. In einem Folgeprojekt sollen die Betriebstauglichkeit und die wirtschaftliche Produktion überprüft werden. Das Fachgebiet „Konstruktion von Maschinensystemen“ der TU Berlin ist in der Forschung unter anderem auf Industrie- und Fahrzeugbremsen sowie Kupplungen spezialisiert, wie sie in Schienenfahrzeugen zum Einsatz kommen. Für die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung von Bremsen und Komponenten werden Versuchsstände genutzt. Diese Versuchsstände ermöglichen eine realitätsnahe Abbildung der Einsatzbedingungen. So können mit einem 260-Kilowatt-Schwungmassen-Prüfstand originale Bremssysteme von Schienenfahrzeugen untersucht werden. Weitere Versuchseinrichtungen erlauben daneben eine Untersuchung von Reibbelägen im Hinblick auf ihr Reibverhalten. Auf die InnoTrans 2008 bringen die Mitarbeiter des Fachgebietes ein Prüfstandmodell mit und informieren die internationalen Fachbesucher über ihre Forschungsergebnisse und Projekte (Pressemeldung Innotrans, 06.08.08).
Innovative Fahrwerkstechnologie für moderne Schienenfahrzeuge im Nah-, Fern- und Hochgeschwindigkeitssektor – dafür steht ContiTech Railway Engineering. Als Entwicklungspartner und Hersteller für die Erstausrüstung entwickelt das Segment der ContiTech Air Spring Systems, Hannover, komplette Federungskonzepte und Systemlösungen für die Primär- und Sekundärfederung. Durch den Einsatz hochwertiger Werkstoffe und Werkstoffkombinationen werden höchste Ansprüche bezüglich Sicherheit, Komfort, Geschwindigkeit und Fahrgeräuschminderung, aber auch der Wirtschaftlichkeit im Güter- und Personenverkehr erfüllt. Auf der InnoTrans, der Internationalen Fachmesse für Schienenverkehrstechnik in Berlin (23. – 26. September 2008, Halle 6.2 / Stand 241), stellt ContiTech mit zwei Neuentwicklungen seine technologische Entwicklungskompetenz im Bereich Luftfedersysteme unter Beweis. Mit dem berührungslos arbeitenden Höhen- und Drucksensor, der in die Luftfeder integriert wurde, schafft ContiTech Air Spring Systems die technische Voraussetzung für den Einsatz elektronisch geregelter Luftfedersysteme mit elektrisch betätigten Ventilen in Personenwaggons. Damit können zukünftige Schienenfahrzeuge die Vorteile nutzen, von denen luftgefederte Straßenfahrzeuge schon lange profitieren: genauere Ausregelung des Fahrniveaus, Einstellung veränderlicher Sollniveaus. Mit der GIGABOX, dem einzigartigen System aus Radsatzlager und Hydrofeder als Gemeinschaftsentwicklung der Unternehmen SKF und ContiTech, wird ein wichtiger Beitrag zum Bundesforschungsprojekt „Leiser Zug auf realem Gleis (L Zar G)“ auf der Fachmesse in Berlin gezeigt. Das Vorhaben soll die EU-Maßgabe umsetzen, den Schienenlärm bis zum Jahr 2020 um 20 dB (A) zu verringern. „Mit der GIGABOX können wir bis zu 3 Dezibel Geräuschentwicklung am Radreifen tilgen“, erklärt Friedrich Hoppmann, Segmentleiter ContiTech Railway Engineering. Das Ziel von L Zar G ist die Gesamtverringerung um bis zu 7 dB (A). Kundenindividuelle Produktentwicklungen bringt ContiTech mittels modernster Prüftechnologie zur Serienreife. Jüngstes Beispiel ist die Konstruktion und Auslegung eines Sekundärfederungssystems für Züge in klimatisch anspruchsvollen Regionen: Um die Funktionalität des Federelements auch bei extremen Klimabedingungen gewährleisten zu können, hat ContiTech den unternehmenseigenen Multiaxial-Prüfstand mit einer Klimakammer ausgestattet, die über Tage Dauerfrost von -50 °C simulieren kann. „Der Prüfstand ist der einzigen in Europa, der die Federeigenschaften eines Hochgeschwindigkeitszuges bei Fahrten durch das winterliche Sibirien oder in großen Höhen und eisiger Kälte, wie zum Beispiel der Tibet-Zug, simulieren kann“, erklärt Hubertus Gawinski, Leiter Forschung und Entwicklung, ContiTech Air Spring Systems. ContiTech besitzt mit seinen Produkten ein hohes Ansehen in der Schienenverkehrstechnik. Luftfedersysteme der Marken ContiTech und Phoenix sind weltweit im Nah- und Fernverkehr vertreten, in Hochgeschwindigkeitszügen und Magnetschwebebahnen (Maglev). In prestigeträchtigen Projekten wie den Hochgeschwindigkeitszügen ICE 3, TGV (Frankreich), AVE (Spanien), KTX2 (Korea), CRH 3 (China) oder dem CRTL – das ist der Hochgeschwindigkeitszug zwischen London und dem Eurotunnel – kommen Federelemente von ContiTech zum Einsatz. Aber auch im Nahverkehr ist das Unternehmen mit seinen Produkten stark vertreten – etwa in den Metro-Neubauten in Chinas Metropolen Schanghai und Peking, aber auch in Indien, Korea, Europa und Südamerika (Pressemeldung ContiTech AG, 06.08.08).