Die S-Bahn versucht zu retten, was zu retten ist. Einen Tag nachdem Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) angedroht hat, den Vertrag mit der S-Bahn wegen der Zugausfälle nicht mehr zu verlängern, gelobte S-Bahnchef Peter Buchner am Freitag Besserung. Für die Fahrgäste der S-Bahn habe das Jahr nicht gut begonnen, da gebe es „nichts zu beschönigen“, sagte Buchner. Dafür entschuldige er sich. Und er versprach: „Wir tun alles, was finanziell, personell und technisch möglich ist, um den Fahrgästen einen akzeptablen Betrieb anbieten zu können.“ Dann zählte Buchner auf, wie die S-Bahn die Krise bewältigen will: durch mehr Personal und die Öffnung weiterer Werkstätten. Mehr als 300 Beschäftigte hat die S-Bahn für eine Übergangszeit bereits als Verstärkung geholt – aus anderen Bereichen der Deutschen Bahn und von außerhalb des Unternehmens. Darunter sind 160 zusätzliche Mitarbeiter für die Instandhaltung der S-Bahn-Züge. 35 Mitarbeiter …
An der Kreuzung Mollstraße/Ecke Otto-Braun-Straße in Mitte ist am Freitagmorgen eine Straßenbahn der Linie M8 in Richtung Schwartzkopffstraße aus den Schienen gesprungen. Fahrgäste wurden nicht verletzt. Für anderthalb Stunden war der Bahnverkehr auf der Strecke behindert. Ein Kran hob die Bahn am Vormittag wieder auf die Schienen. Die BVG richtete Ersatzverkehr mit Bussen ein und leitete den Bahnverkehr um. Nach der Auswertung der sogenannten Black Box in der Bahn ist offenbar ein Defekt an der …
Bernau/Eberswalde (MOZ) Für die Anschaffung neuer Oberleitungsbusse gibt die Barnimer Busgesellschaft in den kommenden Jahren über acht Millionen Euro aus. Ein um die Hälfte billigeres Angebot wurde aus formalen Gründen abgelehnt.
Von Oliver Köhler Die Oberleitungsbusse, die seit Jahrzehnten schon durch die Straßen der Kreisstadt fahren, sind eines der Aushängeschilder der BBG. Doch die Flotte ist mittlerweile in die Jahre gekommen, muss deshalb ausgewechselt werden. Den Zuschlag für zwölf neue Fahrzeuge, die in dieser Woche in Eberswalde vorgeführt wurden, bekam die Firma Solaris für insgesamt fast 8,2 Millionen Euro. Dass die Neuanschaffung auch für die Hälfte billiger möglich gewesen wäre, behauptet nun die weißrussische Firma Belkommunmash, die sich bei der Ausschreibung …
Das S-Bahn-Netz kann in drei Teilnetze getrennt werden, die sich weitgehend eigenständig befahren lassen: in den Verkehr auf der Ringbahn, auf der Stadtbahn und auf der Nord-Süd-Bahn. Jedes dieser Teilnetze könnte nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgeschrieben werden. Die Fahrgäste sollen das gesamte Netz mit einem Fahrschein nutzen können. Kriterien für eine Auswahl der Teilnetze sind: 1. Das Netz soll ausschließlich mit den neu anzuschaffenden S-Bahn-Wagen bedient werden können. 2. Sowohl das ausgewählte Netz als auch das übrige Netz müssen jeweils wirtschaftlich zu betreiben sein. 3. Es soll sich um ein zusammenhängendes Netz handeln. Überlagerungen mit anderen Streckenabschnitten sind jedoch unumgänglich. 4. In den Teilnetzen muss es Werkstätten geben. Die Absicht zur Ausschreibung der Teilnetze muss spätestens im Februar …
Na endlich! Lange hat eine angemessene Reaktion des Senats auf das S-Bahn-Chaos auf sich warten lassen. Gestern nun hat Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer das einzig Richtige getan und dem Bahnkonzern angedroht, einen Teil des S-Bahn-Betriebs in Berlin auszuschreiben. Recht so. Nur unter der Androhung, der Bahn einen Teil des millionenschweren Auftrages zu entziehen, wird sich bei der S-Bahn vielleicht etwas zum Positiven ändern. Falls nicht, muss es nach einer Ausschreibung eben ein anderer Anbieter richten. Oder das Land Berlin übernimmt die S-Bahn, um sie der BVG zu übertragen. Auch das wäre denkbar. Leider hat die S-Bahn ein Jahr nach Beginn der Chaos-Tage mittlerweile jeden Kredit bei ihren Kunden verspielt. Ebenso das für den Personenverkehr zuständige Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn, Ulrich Homburg. Den Ankündigungen und Versprechen, bald wieder mehr Züge fahren zu lassen, folgten mit …
Für die IHK Berlin gehen die Pläne des Senats zur Teilausschreibung des Berliner S-Bahn-Netzes in die falsche Richtung. „Wir fordern eine Ausschreibung für das gesamte Streckennetz und im Sinne der S-Bahn-Kunden einen fairen Wettbewerb“, erklärte heute der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Christian Wiesenhütter. Deshalb kämen auch ein Kauf durch das Land oder eine staatliche Führung des S-Bahn-Betriebes nicht in Frage. Die ersten Ansätze eines Umdenkens des Berliner Senats seien zwar erfreulich, betonte Wiesenhütter. Eine Teilausschreibung des Netzes mache aber angesichts der riesigen Probleme der Bahn-Tochter nur wenig Sinn. Notwendig sei eine Ausschreibung des gesamten Streckennetzes in sinnvollen Streckenbündeln. Nur durch Wettbewerb seien steigende Qualität und Kundenzufriedenheit bei gleichzeitig akzeptablen Preisen zu haben. Überlegungen des Landes Berlin, die S-Bahn zu kaufen und unter dem Dach der hoch verschuldeten BVG zu betreiben, seien wirtschaftspolitischer Unsinn, kritisierte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer. Zum einen müsste neben dem Kaufpreis auch Geld für den laufenden Betriebes aufgebracht werden. Dies sei für Berlin angesichts der Milliarden-Schulden nicht möglich. Und außerdem werde aus zwei Kranken nicht automatisch ein Gesunder, so Wiesenhütter weiter. Die Abhängigkeit des Landes von dann nur noch einem großem Verkehrsunternehmen wäre fatal. Das habe der wochenlange BVG Streik im Jahr 2008 plastisch verdeutlicht. Positiv hingegen seien Forderungen des Senats an den Bund als Bahn-Eigentümer zu bewerten, Fahrzeuge auf Netzen mit speziellen technischen Anforderungen – wie im Fall der S-Bahn Berlin – grundsätzlich den Ländern zur Verfügung zu stellen. Das bedinge aber auch in diesem Falle die
(Berlin, 8. Januar 2010) Der Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, Peter Buchner, und der Vorsitzende des Betriebsrats, Heiner Wegner, haben am Freitag ein gemeinsames Maßnahmenpaket zur Steigerung der Fahrzeugverfügbarkeit in den kommenden Wochen vorgestellt.
Wesentliche Bestandteile sind ein schlüssiges Werkstattkonzept zur Stärkung der betriebsnahen Instandhaltung sowie konkrete Verbesserungen bei Arbeitsstrukturen und -prozessen. Auch entsprechende Anpassungen der Ressourcen wurden vereinbart. Dazu gehört unter anderem die temporäre Unterstützung der S-Bahn-Belegschaft durch mehr als 300 zusätzliche Mitarbeiter aus anderen DB-Bereichen und von außerhalb der Bahn, davon rund 160 in der Fahrzeuginstandhaltung. Neben der bereits 2009 erfolgten Festeinstellung von 22 Auszubildenden, werden im Januar 2010 weitere 19 Azubis der S-Bahn Berlin übernommen.
Zur schnellstmöglichen Beseitigung der momentanen Fahrzeugengpässe wurde zudem in vielen Bereichen der schweren Instandhaltung Schichtdienst eingeführt. Neben der Bestandsgarantie für die Werkstatt Schöneweide bis 2017 wurde zudem der Standort Erkner ebenfalls für die Instandhaltung reaktiviert. Ab 11. Januar 2010 wird stufenweise die betriebsnahe Instandhaltung im Werk Friedrichsfelde aufgenommen. Schließlich wird im Werk Oranienburg zur Zeit ein 24 Stunden-Betrieb aufgebaut.
„Dass Betriebsrat und Geschäftsführung an einem Strang ziehen, ist nicht nur ein wichtiges Signal nach innen“, sagt Peter Buchner, Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin. „Es verdeutlicht auch unseren Kunden und dem Besteller, dass wir alles dafür tun, um die verkehrlichen Beeinträchtigungen schnell zu beenden und den guten Ruf der S-Bahn wieder herzustellen.“
„Die getroffenen Entscheidungen sind ein deutliches und richtiges Signal für die Kolleginnen und Kollegen und die Zukunft unserer S-Bahn“, betonte Heiner Wegner, Vorsitzender des Betriebsrats der S-Bahn Berlin.
(Berlin, 7. Januar 2010) Die Deutsche Bahn bekennt sich klar zu ihrem Engagement und zur Verantwortung für einen leistungsfähigen Nahverkehr in Berlin und Brandenburg. „Ein Rückzug oder Verkauf der S-Bahn Berlin steht für uns nicht zur Debatte“, betont Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. „Wir unternehmen jede sinnvolle finanzielle, personelle und technische Anstrengung, um den Fahrgästen schnellstmöglich wieder ein akzeptables Verkehrsangebot zu bieten.“
Es bleibe bei dem Ziel, dass die S-Bahn Berlin auf der Grundlage aller bekannten technischen und betrieblichen Restriktionen noch im Jahr 2010 auf allen Linien zum Normalfahrplan zurückkehre. Alle weiteren technischen Überprüfungen würden wie bisher eng mit dem Eisenbahn-Bundesamt abgestimmt, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Homburg: „Ende Januar werden wir dann nähere Aussagen treffen können, in welchen Schritten der Weg zum Normalfahrplan in diesem Jahr vollzogen wird. Wenn wir Klarheit über die tatsächliche Dauer und den Umfang der weiteren Beeinträchtigungen für die S-Bahnkunden haben, werden wir auch über mögliche zusätzliche Entschädigungen entscheiden.“ Auch mit dem Besteller sei man um einvernehmliche Regelungen zu Kürzungen der Vertragszahlungen bemüht.
Der Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, Peter Buchner, und der Vorsitzende des Betriebsrats, Heiner Wegner, werden am Freitag, 8. Januar 2010, um 11 Uhr in einer Pressekonferenz die gemeinsam vereinbarten Maßnahmen zur Steigerung der Fahrzeugverfügbarkeit in den kommenden Wochen vorstellen.
„Wir wollen ohne Wenn und Aber das Vertrauen der Fahrgäste und der Länder Berlin und Brandenburg vollständig zurückgewinnen und auch über 2017 hinaus Garant für ein attraktives Nahverkehrsangebot in der Region sein“, sagte Homburg. Dazu bekenne sich das Unternehmen unabhängig von möglichen Optionen, die der Besteller für die Vergabe der Verkehre derzeit prüft.
Seit Einführung der zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen infolge des Radscheibenbruchs an einem S-Bahnzug im Mai 2009 hat das Unternehmen immer wieder darauf hingewiesen, dass nicht die Deutsche Bahn für die offensichtlich mangelhaft konstruierten Radsätze verantwortlich sei.
Homburg: „Dessen ungeachtet werden wir bis zur endgültigen Lieferung und dem Einbau von wirklich dauerfesten Radscheiben die aufwändige Prüfung und den vorzeitigen Austausch der Räder fortsetzen.“
Brandenburgs Verkehrsministerin Jutta Lieske unterstützt die zügige Ausschreibung der Berliner S-Bahn, „wenigstens eines Teilnetzes.“ Angesichts der monatelangen Krise bei der Deutsche Bahn-Tochter hatte Berlins Verkehrssenatorin eine Ausschreibung angekündigt. Die Umwandlung der S-Bahn in ein kommunales Unternehmen ist für das Land Brandenburg derzeit kein Thema. Aus Brandenburger Sicht geht es vor allem um die leistungsgerechte Vertragserfüllung, „sowohl jetzt wie auch nach Neuverhandlung des Vertrags für die Zeit nach 2017.“ Lieske fordert von der S-Bahn, über Entschädigungen für ihre Kunden nachzudenken: „Hier darf es nicht bei langen Ankündigungen bleiben. Wir erwarten, dass es da schnell zu fairen Angeboten kommt.“ (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 08.01.10).
Der Fahrgastverband IGEB ist enttäuscht von den Ergebnissen der heutigen Pressekonferenz von Frau Senatorin Ingeborg Junge-Reyer 1. Der Berliner Fahrgastverband IGEB vermisst wesentliche Zukunftsvarianten im Prüfkatalog des Senats, zum Beispiel • Die mögliche Ausschreibung von Verkehrsleistungen mit Bereitstellung eines landeseigenen Fahrzeugpools (Modell Niedersachsen) • oder die mögliche Direktvergabe ab 2018 an eine zu gründende Landeseisenbahngesellschaft Berlin-Brandenburg. Die vom Senat erwogene Direktvergabe an die BVG ist aus IGEB-Sicht keine Option, denn die BVG darf nicht im Land Brandenburg fahren. weil damit laut EU-VO 1370 der Status der BVG gefährdet werden würde, der die Direktvergabe von U-Bahn, Straßenbahn und Bus in Berlin ermöglicht hat. 2. Der Fahrgastverband IGEB vermisst Aussagen, wie die aktuellen Probleme gelöst werden sollen. Es fehlen zum Beispiel Forderungen zum dringend auszuweitenden S-Bahn-Ergänzungsverkehr zwischen Südkreuz und Gesundbrunnen. 3. Der Fahrgastverband IGEB vermisst Aussagen der Senatorin zu Brandenburg. Hat sie sich schon mit ihrer Amtskollegin abgesprochen? U.E. muss die Zukunft der S-Bahn gemeinsam mit dem Land Brandenburg beraten und entschieden werden. 4.Die Senatorin fordert Entschädigungen von der S-Bahn. Aber sie sagt nichts zu den Geldern, die das Land Berlin von der S-Bahn GmbH einbehalten hat. Der Fahrgastverband IGEB fordert, dass das Land Berlin die Fahrgäste mit Zusatzinvestitionen aus diesen Geldern entschädigt, zum Beispiel durch ein Dach auf dem Regionalbahnsteig in Ostkreuz, die Bestellung einer größeren Zahl langer Straßenbahnfahrzeuge, zusätzliche U-Bahn-Ausgänge und weitere Straßenbahnstrecken (Pressemeldung Fahrgastverband IGEB, 08.01.10).